Die Energiewende - Traum oder Trauma?

Nur steht das in keinem Zusammenhang mit der Stromversorgung einer Industrienation.

Hier irrst Du schon wieder, auch wenn es allgemein um die Energieversorgung, nicht alleine um die Stromversorgung geht. Kohleförderung wird immer schwieriger. Aber wo sich die Strahlungsenergie der Sonne schon mit Mitteln aus dem Baumarkt nutzen läßt, wird der Ingenieur gewiß bessere Lösungen finden. Klar wird eine Sparte bleiben, aber es wird mehr Sparten geben als früher. Die Summe ist entscheidend.

Noch aber ist der Preis und Leidensdruck noch nicht hoch genug, weshalb oft der Umweltschutz vorgeschoben wird.

Gefühlsmäßig weniger, als noch vor Jahrzehnten, aber man sieht doch zuweilen immer noch Industrieanlagen, wo abgefackelt wird.
 
Bekannte von mir haben eine Eigentumswohnung in einem noblem Mehrfamilienhaus, freistehend, nicht verschattet, Südhang, ideale Lage. Vor paar Jahren trug sich die Eigentümergemeinschaft mit dem Gedanken, das Doch mit Solarzellen zu bestücken. Es war schon alles durchgerechnet. Dann wurde die Einspeisungsvergütung abgesenkt, und das Projekt war gestorben. Es rechnete sich nicht mehr.

Die Bewohner sind berufstätig, erfolgreich, stark in Anspruch genommen. Zum Basteln haben die weder die Zeit noch den Kopf, selbst wenn sie das handwerkliche Geschick besäßen. Das dürfte heute der Normalfall sein.

Bei einem passionierten Heimwerker in Rentenalter sieht die Sache natürlich anders aus, wenn er ein Eigenheim bewohnt. Der wird sogar Spaß daran haben, sein Dach mit Solarzellen zu pflastern, billig sind sie ja geworden.

Aber in den Ballungsräumen wohnen die Menschen nicht im Eigenheim, sondern in großen, mehrstöckingen Mietshäusern, wo man für Dacharbeiten einen Kran und ein Gerüst braucht.
 
Da haben sie vielleicht Glück gehabt. Hätte es sich rechnerisch gelohnt, hätten sie vielleicht investiert. Dabei hätten sie in 10 Jahren möglicherweise feststellen können, daß die Leistung der Anlage in der Rechnung als Konstante angesetzt wurde, durch Alterung dieser Wert aber nicht zu halten ist.

Die Qualität heutiger Solarzellen sagt aber nichts über die Qualität der Sonne als Energielieferant aus.
 
Die Qualität heutiger Solarzellen sagt aber nichts über die Qualität der Sonne als Energielieferant aus.
Natürlich nicht, man muss das alles ausprobieren. Wenn die erwartete Wirkung eintritt und die Nebenwirkungen erträglich sind, ist das prima.

Man sollte nur nicht nochmal den gleichen Fehler machen wie vor 50 Jahren. Damals hieß der Messias nicht "Erneuerbare Einergienen", sondern "Atomenergie". Genau die gleichen Erwartungen wie heute: Saubere Energie! Es gab damals eine Jahrbuchreihe, die hieß "Das neue Universum". Dicke Bände mit vielen Bildern, es ging um technische Höchstleistungen und Zukunftsvisionen, Überschallverkehrsflugzeuge, bemannte Mondraketen, Ausflüge zum Mars und die Kernkraft. Sonnenschein, blauer Himmel, und neben dem AKW grasen die Milchkühe. Aber das war eigentlich schon kalter Kaffee. Binnen 10 Jahren, las man damals, würden die ersten Fusionsreaktoren ans Netz gehen, die nur noch den schweren Wasserstoff brauchen, und davon gibt es in den Weltmeeren genug. Also ausgesorgt für alle Zeiten. Das war alles so plausibel und eingängig erzählt und so hübsch bebildert, dass man es einfach glauben musste. Und 20 Jahre später geriet dann Three Miles Island außer Kontrolle, war auch hart am GAU.

Kurzum: Nicht die erneuerbaren Energien sind mir suspekt, die soll man vielmehr nach allen Regeln der Kunst ausprobieren, sondern diese Verzückung, diese Besoffenheit, dieser missionarische Eifer, welchen sie auslösen. Jeder Zweifel an diesen Technologien, der zu berüchsichtigen und gegebenenfalls auszuräumen wäre, wird von den Gläubigen als Ketzerei empfunden. Und das ist die beste Voraussetzung dafür, ein weiteres mal dort zu landen, wo man schon mit der Atomenergie gelandet ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast es einfach nicht verstanden.

Es geht nicht um die Technik. sondern um die Quelle.

Wir haben die Technik für Öl, Kohle und Atom.

Aber die Ressourcen schwinden und die Resteentsorgung ist nicht geklärt.

Bei der Sonne geht es nur um die Technik, die Quelle ist stets erreichbar.
 
Aber die "Erneuerbaren Energieen" Da gibt es keine kostspielige Förderung des Brennmaterials. Da braucht nichts täglich per Wagon hingekarrt werden.
Trotzdem wird da subventioniert bis der Arsch blutet.

Ich habe hier mal einen Artikel von gestern verlinkt nachdem die konventionellen Technologien mit 130 Milliarde und die erneuerbaren nur mit 30 Milliarde subventioniert werden.

Es ist also durchaus nicht so, dass die erneuerbaren ungerechtfertigt subventioniert werden, wärend die konventionell achso hart für ihr Geld arbeiten müssten^^
 
Und das ist die beste Voraussetzung dafür, ein weiteres mal dort zu landen, wo man schon mit der Atomenergie gelandet ist.
Aber das ist wohl kaum ein Grund, weiterhin auf der Atomenergie zu beharren. Wenn sogar du zugibst, dass wir damit in einer Sackgasse gelandet sind wird es höchste Zeit, umzudrehen und eine andere Richtung auszuprobieren.
Das erinnert mich lustigerweise genau an die Diskussion im "Drogenpolitik"-Thread: Der Alkohol ist schlimm, aber wenigstens wissen wir woran wir sind. Das Bekannte (selbst wenn es schlecht ist) wird von vielen Menschen dem Unbekannten (und evtl. sogar Besseren) vorgezogen. Diese panische Angst vor jeglicher Veränderung ist unnötig und in keinem Bereich sinnvoll.
 
Nun, das schrieb ich schon (Seite 3 glaub), weil wir hier ein Pumpspeicherwerk in der Nähe haben.
 
Ich zitiere das mal in voller Länge, weil das sonst nie so klar formuliert wird:

Du hast es einfach nicht verstanden.

Es geht nicht um die Technik. sondern um die Quelle.

Wir haben die Technik für Öl, Kohle und Atom.

Aber die Ressourcen schwinden und die Resteentsorgung ist nicht geklärt.

Bei der Sonne geht es nur um die Technik, die Quelle ist stets erreichbar.

Nicht auf die Ersparnisse zurückgreifen, den Lebensunterhalt aus den laufenden Einnahmen bestreiten, übersetze ich mal. Haben die Menschen doch gemacht, solange sie von ihrem Guthaben nichts wussten. Aber es hat halt hinten und vorne nicht gereicht.

Eigentlich müsste das Guthaben sich durch jede Abhebung verringern. Tut es im Augenblick aber nicht, weil immer neue Guthabenbeträge auf den Konten gefunden werden. Seit den Tagen des Club of Rome (Die Grenzen des Wachstums, 1973) hat sich die Galgenfrist nicht verkürzt, sondern verlängert.

Aber grundsätzlich hast Du natürlich Recht. Irgendwann ist das Eingemachte im Keller alle, und je schneller, desto mehr Menschen davon naschen. Früher hatten wir die ganze Pracht für uns allein. Jetzt sind auch noch die Chinesen auf den Geschmack gekommen. Bald werden es die Inder sein. Und dann auch noch die Afrikaner.

Wenn in Nairobi (Kenia) oder Accra (Gahana) der Strom ausfällt, was er regelmäßig tut, brummen die Generatoren, derer, die sich die kleinen Spritfresser, meist von Honda, leisten können. Reiner Wahnsinn, bei der Sonneneinstrahlung dort brächte Photovoltaik wirklich was. Ebenso in den Slums, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind.

Die Sonne ist immer erreichbar, sagst Du. Aber nicht für jeden, für mich zum Beispiel heute den gottweißwievielten Tag in Folge nicht. Aber Kohle ausbuddeln könnte ich. Die Kohle ist mir momentan näher als die Sonne.

Ich verstehe durchaus den Wunsch, unabhängig zu werden von endlichen Energievorräten, welche dem Leben in seiner gegenwärtigen Form eine Frist setzen. Wobei man sich natürlich fragen könnte, ob man tatsächlich heute schon für eine Ewigkeit planen muss, die es für die Menschheit vermutlich so wenig geben wird wie für alle anderen Spezies in der Naturgeschichte davor.

Aber ich bezweifele, dass man dem Ziel, von Energievorräten unabhängig zu werden, durch ideologisch Debatten und Glaubenskriege näherkommt. Es müssen praktische Lösungen gefunden und ausprobiert werden, und diese Lösungen müssen an die jeweiligen Bedingungen angepasst sein. Plakativ: Photovoltaik für die Tropen, Fernheizung und Verbundnetz für die Ballungsräume in den gemäßigten Zonen.


Das Bekannte (selbst wenn es schlecht ist) wird von vielen Menschen dem Unbekannten (und evtl. sogar Besseren) vorgezogen. Diese panische Angst vor jeglicher Veränderung ist unnötig und in keinem Bereich sinnvoll.

Die Evolution hat nun mal die Lernfähigen unter uns zur Vorsicht erzogen und die Nichtlernfähigen aussortiert. Wer ohne vorsichtiges Probieren alles in Mund steckt, was er findet, erreicht in der Natur nicht das zeugungsfähige oder gebärfähige Alter.

Aber den Gefahren der Natur entwöhnt und von der Zivilisation verwöhnt, vergessen manche Menschen wieder, was die Evolution ihnen beigebracht hat. "Wenn's dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis", sagt der Volksmund. Und dann ersäuft er im Teich.
 
Genau deshalb wird es Zeit alternative Speichertechniken zu fördern.
Pumpspeicherkraftwerke (ich hab das von der Kapazität gesehen zweit grösste Deutschlands praktisch direkt vor der Nase) sind nunmal nicht die best geeigneten Speicher (der Wirkungsgrad ist mit bis zu 80% nicht schlecht, jedoch ist die gespeicherte Energie in Bezug auf das verwendete Speichervolumen alles andere als rosig).
Unter Vollast (910MW => 6370MWh) kann das 2. grösste PSW gerademal 7! Stunden Strom liefern. Sobald es auch um Solarstrom geht, sind 7 Stunden einfach nicht genug. Deshalb benötigen wir Speichertechniken, die höhere Kapazitäten aufweisen.
Beim Power-2-Gas Konzept ist der Wirkungsgrad (Strom-Gas-Strom) zwar nur bei rund 40% (je nachdem ob H2 oder CH4 erzeugt wird), aber die Kapazität ist halt doch eine andere

(PSW: 6370MWh bei 4,1Mio m3 Oberbecken ,
Methan: ca.60% Wirkungsgrad bei der Stromerzeugung im GuD-KW , Methan hat rund 10kWh / m3 unter Normaldruck
folglich hätte man allein im Oberbecken eine Kapazität von über 24 000 MWh.
Im Hinblick darauf, dass wir unseren Strom zum Teil teuer frankieren um ihn loszuwerden ist der Wirkungsgrad über alle Schritte hinweg (also Strom-Gas-Strom) wohl noch ausbaufähig, aber sicher nicht unrentabel.

Würde das allerdings unter Hochdruck umgesetzt, hätten RWE & Co. plötzlich gewaltige Erklärungsnot.



Die Sonne ist immer erreichbar, sagst Du. Aber nicht für jeden, für mich zum Beispiel heute den gottweißwievielten Tag in Folge nicht. Aber Kohle ausbuddeln könnte ich. Die Kohle ist mir momentan näher als die Sonne.
Selbst an Tagen wie diesem liefert die Photovoltaik noch Strom. Auch im Winter, wenn es draussen so zugefroren ist, dass Du mit Pickel und Schaufel keine Kohle mehr vom Hang klopfst
 
Selbst an Tagen wie diesem liefert die Photovoltaik noch Strom. Auch im Winter, wenn es draussen so zugefroren ist, dass Du mit Pickel und Schaufel keine Kohle mehr vom Hang klopfst

Das weiß doch jeder, dass der Belichtungsmesser auch bei Frost und Halbdunkelheit noch reagiert. Hat die Photovoltaik es wirklich nötig, mit solchen Binsenweisweiten für sich zu werben? Ich schätze eher, dass sie damit Kredit verspielt.

Und bei diesem Sauwetter gehe ich naürlich im mein Bergwerk und hole die Steinkohle raus.

Merke: Blinder Eifer schadet nur, gerade auch bei der Missionstätigkeit.
 
Würde das allerdings unter Hochdruck umgesetzt, hätten RWE & Co. plötzlich gewaltige Erklärungsnot.
Ja, so ist das wohl leider. Wäre auch mal vor X Jahren z.B. die Solarforschung ernsthaft mit Hochdruck betrieben worden, hätten wir inzwischen sehr wahrscheinlich ungiftige Zellen mit Wirkungsgraden >80% (der Trend geht in die Richtung).
Leider ist das Hauptinteresse von politik&Wirtschaft der "schnelle Euro" nebenher, und für diese Maxime ist die atomkraft nach wie vor unschlagbar.
 
Die benötigte Technologie wird in den nächsten 10 Jahre kommen.

Aber nur weil wir uns eben Hals über Kopf in die Energiewende gestürzt haben, ohne wäre die Technologie auch in 100 Jahre nicht verfügbar.
 
Hat die Photovoltaik es wirklich nötig, mit solchen Binsenweisweiten für sich zu werben? Ich schätze eher, dass sie damit Kredit verspielt.
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Merke: Blinder Eifer schadet nur, gerade auch bei der Missionstätigkeit.
Wer hat gejammert dass er seit Tagen von der Sonne abgeschnitten sei?
Und es geht doch nicht darum, ob die PV noch "funktionier". Die Anlage auf meiner Garage liefert momentan 17% der Nennleistung, und bei mir regnets richtig schön.
 
Also Nennleistung der Zellen (in Summe) sind 2,4kW gestern kamen, als ich schaute, 420Watt an.
Mein Homeserver verbratet rund 70 Watt (avg.) , mein RaspPI Cluster rund 20 Watt (max.).
 
Das Hauptproblem sehe ich beim Wirkungsgrad von 20-40%.

Wärend beim Pumpspeicher eben mit 75-80%, selbst im für das Power-to-Gas-Verfahren besten Fall, doppelt so hoch ist.

Power to Gas könnte ich mir mit unter dort vorstellen, wo man viel Strom erzeugen, aber kaum Nutzen kann.

Da man Gas deutlich leichter weite Strecken transportieren kann als Strom.
 
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