Hab mir schon etwas zu knabbern geholt.
Tu es wieder in den Schrank.
Ende der Abschweifungen.
Lass Dir was Vernünftiges einfallen.
----------------------------------------------------------------------------- später
Bis jetzt war es einigermaßen larmoyant: Wir und die schreckliche Welt, die uns depressiv macht.
Jetzt mal die knallharte Gegenthese: Wir bejammern in Wahrheit unseren Machtverlust.
Es war so schön gewesen, im Fahrwasser sowjetischer und amerikanischer Dominanz zu segeln. Als Verbündete der USA waren wir immer mit im Boot.
Es war so schön gewesen, gegen den Vietnamkrieg zu protestieren. Denn mit unserem Protest schrieben wir Weltgeschichte. Weil es einen Weltherrscher gab, nämlich die USA, wurden wir auch zum Weltherrscher, indem wir den Weltherrscher zu bezwingen versuchten. Wir waren sein Feind, d.h. wir waren ihm ganz nah.
Aus der Traum. Die USA haben die Kontrolle über den Rest der Welt verloren, und mit ihnen haben wir es auch. Die Islamisten - und alle anderen auch - machen einfach was sie wollen. Sie kümmern sich überhaupt nicht um den Eindruck, den sie auf uns machen. Wir sind für die einfach Luft.
Da ist bitter, sehr bitter. Wir sind herabgestuft worden auf den Rang einer Bananenrepublik. Wenn die Kanzlerin mit den Russen schimpft, erschrecken die sich gar nicht. Wenn Obama mit Nordkorea schimpft, erschrecken sie sich auch nicht. Wenn die Islamisten US-Bürger enthaupten, müssen die USA es mit zusammengebissenen Zähnen schlucken.
Man muss es schlucken, dass man gerade mal im eigenen Land noch was zu sagen hat und keine Kontrolle mehr über den Rest der Welt. Die Globalisierung, d.h. der globale Imperialismus funktioniert nicht mehr. Und unsere Depression ist die Folge dieses Machtverlusts.