Ich habe wegen dieses Posts gerade eine eMail von einem sympathischen Herren bekommen, der derartige Vergleiche für sehr unangebracht hält.
Hat der freundliche Herr denn einen Namen und möchte er, wenn er schon - scheinbar - die Beiträge hier verfolgt, sich nicht vielleicht selbst zu Wort melden?
Er schreibt mir, im Gegensatz zu den von mir mit ihm Verglichenen sind die Unternehmen in seiner Branche stehts bemüht, ihre Kunden mit Respekt zu behandeln und für Bezahlungen eine angemessene Gegenleistung zu erbringen.
Außerdem sorgen sie für viele Arbeitsplätze und zahlreiche Dienstleister profitieren von Folgeleistungen - besonders in der Region Sizilien.
Gut, ich will es mal so sagen: Mich als Kunden interessieren aber nicht die 2908347629457 tollen Arbeitsplätze, ganz im Gegenteil, jeden Arbeitsplatz, den ich mit finanzieren muss, sehe ich als Kunde kritisch. Um genau zu sein: Je mehr Arbeitsplätze, desto schlechter sieht es für mich als Kunden aus, weil irgendwie müssen die Arbeitsplätze finanziert werden und solange man keine eigene Gelddruckerei betreibt, sieht es wohl eher so aus, als dass der Kunde die Arbeitsplätze finanziert.
Für BWLer: Nachfragefunktion hoher Preis => niedrige Nachfrage, niedriger Preis => hohe Nachfrage und nein, bei Musik unterstelle ich, dass wir nicht im Giffen-Fall landen.
Die wollen Geld für eine Dienstleistung? Freichheit.
Nun die können gerne so viel Geld für eine Dienstleistung verlangen, wie sie wollen. Dann darf man sich aber auch nicht über Zahlungsbereitschaft seiner Kunden oder Kundenzahlen im Allgemeinen wundern. Meine Bereitschaft für eine Dienstleistung zu zahlen hängt davon ab, wie viel Arbeit ich mir auf der einen Seite spare und wie viel Geld mich diese Dienstleistung auf der anderen Seite kostet.
Im Grunde ist das ziemlich einfach: Ein Dienstleister soll mir primär Arbeit abnehmen. Wenn ich ein fixes Ergebnis erzielen will, dann erwarte ich, dass die durch den Dienstleister übernommene Arbeit den durch Inanspruchnahme der Dienstleistung enstandenen Kosten in einem angemessenen Verhältnis steht. Im Optimalfall müsste man davon ausgehen, dass die Inanspruchnahme der Dienstleistung genauso viel kostet, wie ich selbst für die verrichtete Arbeit verlangen würde. Um es BWL-freundlich auszudrücken: Wenn die Kosten aus Eigenfertigung >= den Fremdbezugskosten sind, nehme ich den Fremdbezug in Anspruch, sonst wähle ich Eigenfertigung. (Auch wenn es sich hier nicht um eine Produktion handelt, der Gedanke dahinter ist der Gleiche.)
Nun könnte man natürlich argumentieren, dass der Kunde in dem Fall überhaupt keinen Dienstleister in Anspruch nimmt, sondern viel mehr der/die Künstler den Dienstleister als Vermittler zwischenschieben. Wie und wo der Dienstleister eingebracht wird, spielt in dem Fall für den Kunden letztlich aber keine Rolle. Die Kosten für die Dienstleistung hat letztlich immer er zu tragen.
Warum soll Universal denn nicht den kostenlosen Spotify Dienst einschränken.? Wenn ich das alles ja recht verstehe, wird dadurch niemandem geschadet. Den Spotify Premium Usern sowieso nicht und die Free User können sich ja aus dem sonstigen Internetangebot bedienen. Auch wenn Spotify morgen pleite sein sollte gibt es immer noch ausreichend Content im Netz. Allein das was auf YouTube zum Download zur Verfügung steht kann in einem Menschenleben kaum auskonsumiert werden.
Das stimmt. Ich sage es mal so: Jeder darf sein eigenes Grab schaufeln und ich fänd es schon ziemlich witzig, wenn ein so großes Label dicht machen müsste. Die Künstler würden schlicht und ergreifend das Label wechseln und vielleicht würden andere Marktteilnehmer daraus lernen. Aber ich bezweifele leider, dass es jemals dazu kommen wird.
