Unabhängige Medien

Wo auch im 10-Minuten-Takt immer wieder die gleichen, teils dummen Fragen gestellt werden und der Antwortgeber auch teilweise davon schon genervt wirkt.
 
Offensichtlich ist der allgemeine Tenor, dass es wirklich unabhängige Medien nicht gab und auch nicht geben wird. Anhand eurer Ausführungen durchaus nachvollziehbar. Eine rein objektive Berichterstattung ist demnach nicht möglich.

Wie heißt es immer so schön? "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing."
 
Wobei man denke ich auch sagen muss, dass man sich eher dort bewirbt, wo man sich von der Mentalität her am meisten wohl fühlt. Also würde ich es nicht einmal unbedingt so darstellen, als werden die Leute dazu gezwungen oder reden irgendem nach dem Mund. Die Leute sind dann halt im Normalfall so eingestellt.
 
Es wurde ja schon herausgearbeitet, dass es wirklich unabhängige Medien nicht gibt und eigentlich auch nie gab.

Allerdings halte ich das eigentlich für irrelevant, weil seriöse, sich selbst als unabhängig bezeichneten Medien auch nie meinten, dass sie nicht nach einer bestimmten Meinung ausgerichtet sind.
Gemeint ist vielmehr, dass man unabhängig vom Staat ist und eben nur der Sichtweise des Blattes verpflichtet ist. Diese Sichtweise kann sich mit der Sichtweise der Regierung decken, sie kann im Gegensatz dazu stehen und es kann Überschneidungen geben.

Und diese drei Möglichkeiten gibt es bei jedem seriösem Medium, permanent und ständig.
Daher kann es in ein und der selben Ausgabe Artikel geben, welche die Regierungsarbeit positiv darstellt, während ein paar Seiten weiter vielleicht der vorher noch gelobte Minister heftig kritisiert wird.
Je, nach dem, worum es konkret geht und wie die grundsätzliche Ausrichtung eines Medium ist.

Ich persönlich finde, dass die Medien seit dem Internet massiv an Qualität eingebüßt haben.
Ganz einfach deshalb, weil das Internet schnell ist und man daher lieber erst mal eine Meldung abschreibt, ohne sie vorher gegen zu checken, damit man ja nicht als langsam rüber kommt.

Einfache Gemüter denken dann, die Medien seien Gleichgeschaltet, dabei sind sie nur panisch und überfordert.

Geht es um recherchierte Artikel, dann kann man schon deutliche Unterschiede feststellen.
Hierbei ist interessant, dass diejenigen Internetmedien, die es ganz besonders wild mit dem Clickbaiting betreiben, häufig die niederen Instinkte der Leserschaft bedienen.
Was ja auch verständlich ist, weil dies ein gutes Mittel ist, wenn man auf Clickbaiting aus ist.

Die Artikel, die dann besonders oft geklickt werden, entsprechen in ihrem Tenor ganz besonders häufig den Grundgedanken derjenigen, die "Lügenpresse" rufen, was das ganze noch absurder macht.

"Lügenpresse" und "Gleichschaltung" sind also Blödsinn, es ist Unfähigkeit, mit dem Internet mitzuhalten.
Dennoch kann in seriösen Medien auch immer und immer wieder ein gut recherchierter Artikel gefunden werden, eigentlich jeden Tag.
Die sind aber nicht so reißerisch aufgebaut, manchmal länger und komplizierter geschrieben und dabei aber natürlich auch subjektiv von der Meinung des Autors geprägt.
Letzteres ist aber ganz normal und kein Qualitätskriterium, es geht einfach nicht anders.

Wenn man sehen will, wie schlecht die Qualität der Medien besonders im Netz ist, muss man nur bei bildblog vorbei schauen. Dort kümmert man sich mittlerweile um alle Medien, nicht nur die Bild und dort geht es auch nicht darum, eine angebliche Lügenpresse zu entlarven, sondern objektive Qualitätslücken aufzuzeigen.
 
Ich persönlich finde, dass die Medien seit dem Internet massiv an Qualität eingebüßt haben.

Das pfeifen doch längst die Spatzen von den Dächern

Ganz einfach deshalb, weil das Internet schnell ist und man daher lieber erst mal eine Meldung abschreibt, ohne sie vorher gegen zu checken, damit man ja nicht als langsam rüber kommt.

Nur teilweise wahr. Die Auflagen sinken, die Zeitungen sparen am Personal. Auslandskorrespondenten könne sich nur noch wenige Große leisten, und die arbeiten mit Verlusten. Sogar die Rundfunksender knausern bei ihren freien Mitarbeitern. Der Kunde erwartet, dass alles kostenlos ist.
 
die rufen Lügenpresse, weil die Medien einseitig berichten.

Haben die Medien schon immer gemacht. Nur hat man es noch nie am eigen Leib mitbekommen.

Hier ein Klassiker

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Eben nicht. Sie brüllen lieber "Lügenpresse".

Unsinn, der Abstieg der Presse begann, als noch keiner was von den späteren Lügenpresse - Kampagnen was ahnte.

Es fehlt das Geld, weil die Auflagen schwinden. Von den großen Fusionen hast Du sicher schon gehört. Jede Fusion bedeutet mssive Stellenstreichungen. In den Nachrichten klingt das so: "Wie der Bundeswirtschaftsminister im Interview mit der Funke-Mediengruppe sagte...." Das heißt, man hat ein Interview, dass in allen Blättern dieses Funke-Konzerns erscheint, und entsprechend weniger Manpower bei den Journalisten.

Musst mal drauf achten, wer im Radio die Auslandsberichterstattung macht: Wenige Festangestellte, viele Freelancer, die pro Auftrag bezahlt werden.
 
@Nero:
Wie immer postest du am Thema vorbei.
Das die Qualität seit dem Internet leidet, habe ich ja selbst geschrieben. Da brauchst du mir nichts von sinkenden Auflagen erzählen, die haben wir nämlich durch das Internet.

Es geht hier aber um "Unabhängige Medien", welche angeblich nicht unabhängig sind, sondern zur Lügenpresse gehören.

Deshalb pfeifen es nicht die Spatzen von den Dächern, dass die Qualität seit längerem leidet, wie du es behauptet hast.
Zumindest nicht im Kontext dieses Threads.
Sondern es Brüllen die besorgten Bürger etwas über Lügenpresse, ohne die Zusammenhänge mit der Qualität zu verstehen.
In diesen Kreisen wird halt öfter mal was nicht verstanden.
 
@Nero:
Wie immer postest du am Thema vorbei.

Kein bisschen.

Guter Journalismus ist arbeitsintensiv und kostet eine Menge Geld.

Die Tageszeitungen haben alle, einschließlich BILD übrigens, Auflage verloren.

Die Werbeaufwendungen der Industrie verteilen sich zusätzlich auf die Privatsender.

Das bedeutet, dass viele Stellen eingespart werden und guter Journalismus ein Luxus wird.

Das fehlende Geld ist die Ursache, nicht das Internet.

Du mystifizierst die Misere.
 
@evillive:
Siehe hier: https://ngb.to/threads/19891-Unabhängige-Medien?p=604625#post604625

Das fehlende Geld ist die Ursache, nicht das Internet.
Man ey, du schaffst es immer wieder, über Dinge zu schreiben, über die du nur eine Halbahnung hast.

Seit dem die Leute im Internet ihre Nachrichten lesen, verlieren die Verlage an Auflage, also auch an Einnahmen.
Du hast es sogar selbst schon geschrieben, als du meintest, der Kunde erwartet, dass alles kostenlos ist.
Das ist erst seit dem Internet der Fall.

Jetzt lass das OT und gib entweder stillschweigend zu, wieder Quatsch fabriziert zu haben oder schreib es von mir aus auch aus, deine Sache.
 
Das fehlende Geld ist die Ursache, nicht das Internet.

Du mystifizierst die Misere.

Du siehst keinen Zusammenhang dazwischen?


Edit:
Du hast recht, es wird wenig selbst gemacht, viel in den Gruppen hin und her gereicht und abgeschrieben.
Ein vergleich zu Früher hab ich allerdings mangels Alter nicht wirklich.
 
Zuletzt bearbeitet:


Diesmal nicht, ich war selbst in der Branche.

Für eine halbe Stunde in der Reihe "Am Abend vorgestellt" habe ich damals vom WDR 2000 Mark bekommen. Wenn der Text richtig gut war, hat der ihn SFB übernommen. Nochmal 1000 Mark. Das heißt: Von einer halbstündigen Sendung konnte man einen Monat leben. Deshalb weil der ÖR Rundfunkt sich als Kulturmäzeen verstand.

Damals hatte man Luft zum prüfen, feilen, basteln. Heute muß jemand die Sachen raushauen, wenn er davon leben will. Das waren andere Zeiten. Für die Buchkolumne bein Spiegel waren 2000 Mark das Mindesthonorar.

Das die Qualität seit dem Internet leidet, habe ich ja selbst geschrieben. Da brauchst du mir nichts von sinkenden Auflagen erzählen, die haben wir nämlich durch das Internet.

Nicht NUR, sondern AUCH. Außer dem knappen Geld, was verschiedene Ursachen hat, gibt es keine monokausale Erkllärung. Weil wir hier am Internet hängen, fällt Dir nur Internet ein. In Wahrheit ist die Geschichte doch etwas komplizierter. Schon lange bevor das Internet Massenmedium wurde, gingen RTL und SAT1 auf Sendung. Zusätzliche private Kanäle beansruchen heute die Aufmerksamkeit des Publikums, und irgendwann ist Schluss. Das war jetzt nur ein einziges Beispiel für die Komplexität der Welt, die nicht zu Deiner reduzierten Sichtweise passt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich persönlich schaue nur KenFM und lese ab und zu auf RussiaToday. Ob diese vertrauenswürdig sind, muss jeder selbst für sich entscheiden. Auskommen tu ich ohne Fernseher, geschweige denn Printmedien. Wozu auch?
 
Kann es sein, dass sich hinter dem Ausdruck Lügenpresse ein Problem verbirgt, dass die meisten Menschen lieber nicht angehen möchten, nämlich die Frage was ist eigentlich Wahrheit welche eigentlich heißen müsste: "Was ist Realität?"
Da sich gefühlte 99% der Bevölkerung aber mit ihrem naiven Realismus ganz wohl fühlen sehe ich da schwarz. :coffee:


Na, da kennt wohl jemand noch nicht alle Namen. ;)

Habs verstanden, passiert mir nicht wieder. :o

Gruß

Ash...housewares
 
vielleicht siehst du das auch zu tiefgründig und man meint tatsächlich das Phänomen damit, dass viele Berichterstattungen nicht unabhängig sind und extrem Meinung machen sollen?
 
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