[Politik und Gesellschaft] Sebastian Edathy plant Enthüllungsbuch

Der aufgrund des mutmaßlichen Besitzes von Bildern nackter Kinder in die Kritik geratene SPD-Politiker Sebastian Edathy plant, ein Buch über seinen Fall zu schreiben. "Darin werde ich die Hintergründe der sogenannten Affäre darstellen, aber auch grundsätzlich über das Spannungsverhältnis zwischen privatem und öffentlichem Leben als Politiker schreiben", sagte Edathy dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

Edathy kritisiert den öffentlichen Umgang mit seiner Person im Rahmen der aktuellen Diskussion. Er habe das Gefühl, "ohne eigenes Zutun plötzlich zum Freiwild und zur Projektionsfläche von vielerlei Phantasien" geworden zu sein und empfinde dies als "befremdlich", so der Politiker. Er befürchtet, dass eine solche öffentliche Behandlung interessierte Menschen von einer politischen Karriere abschrecken könnte.

Edathy wirft der Staatsanwaltschaft Hannover schwere Fehler vor und erklärte sich bereit, vor einem möglichen parlamentarischen Untersuchungsausschuss auszusagen. Im gegebenen Falle werde er "diesem selbstverständlich als Zeuge zur Verfügung stehen", sagte Edathy dem "Spiegel". Über einen derartigen Ausschuss, der die Hintergründe der Affäre und insbesondere das Verhalten des Bundeskriminalamts beleuchten soll, hat der Bundestag noch nicht abschließend entschieden. Die Opposition drängt auf eine rasche Einrichtung. Union und SPD haben signalisiert, sich im Zweifel einem Untersuchungsausschuss nicht in den Weg stellen zu wollen.

Interessant sind Edathys Äußerungen auch vor dem Hintergrund eines Facebook-Postings von letzter Woche. Auf seinem (vom Betreiber des Sozialen Netzwerks als echt verifizierten) Facebook-Konto hatte der Politiker angedeutet, für Dritte kompromittierende Informationen zu besitzen, die er verteilt habe für eine Veröffentlichung, falls ihm etwas zustoße. Inwiefern die damit gemeinten Informationen in Edathys Buchprojekt einfließen werden, kann derzeit wohl nur spekuliert werden.

Quelle:
 
An der Edathy Front tut sich auch wieder was...

Edathy-Affäre: Gabriel und Friedrich belasten SPD-Fraktionschef Oppermann

In der Edathy-Affäre wird es brenzlig für Thomas Oppermann: Nach der Aussage von SPD-Chef Gabriel und Ex-Innenminister Friedrich im Untersuchungsausschuss deutet sich an, dass der SPD-Fraktionschef wohl die Unwahrheit gesagt hat.

Für Oppermann könnte das deshalb gravierende Konsequenzen haben, weil es in der Edathy-Affäre und bei der Arbeit des zuständigen Untersuchungsausschusses im Kern um die Frage geht, ob der damalige Bundestagsabgeordnete vorgewarnt wurde - und von wem. Politiker von Union, Linke und Grünen haben schon lange Oppermann im Verdacht.

Tja, der ist noch immer in Amt und Würden, obwohl er im Verdacht steht, dass er sein Amt missbraucht hat.
 
So wie jeder andere Politiker auch, angefangen bei Wolfgang Doktor Opfer-Schäuble.
Die haben alle Dreck am Stecken. Und die lügen alle, wo sie können und müssen.

Das sind Politiker! Und je hochrangiger, desto größer der Sumpf, durch den er waten musste. Die haben längst keine Ideale mehr.
 
So muss das.
Das, was wir hier tagtäglich als Volk von den gewählten Vertretern erdulden müssen (müssen wir?), einfach als Phrase abtun, dann kann man drüber lachen und weitermachen. :T
 
Ich weiß nicht was uns der Edathy "enthüllen" will, aber die Bilder darin werden sicher zensiert und der Verleger geht dafür ins Gefängnis :)
(Bei der alten Garde der Grünen soll es aber einige potentielle Käufer dafür geben)
 
Zum Thema Oppermann und Dreck am Stecken:
Für mich stellt es sich eher so dar, dass Gabriel ein Opferlamm sucht und nebenbei einen möglichen Konkurrenten um die Kanzlerkandidatur aus dem Weg räumen möchte.
Dabei vergisst er offenbar, dass er Oppermann nicht nur rhetorisch unterlegen ist.

Vizekanzler und SPD-Chef Gabriel legte einen ziemlich missglückten Auftritt hin. Offenbar schlecht vorbereitet und in Unkenntnis wichtiger Daten und Abläufe, brachte er zunächst Fraktionschef Oppermann arg in die Bredouille: Er habe den Parteifreund am 17. Oktober 2013 "irgendwann im Auto" auf dem Weg nach Hause angerufen, so Gabriel zunächst, "möglicherweise auch erst am folgenden Tag". Das hätte bedeutet, dass Oppermann, der an diesem Tag um 15.29 Uhr den damaligen BKA-Chef Jörg Ziercke wegen der Vorwürfe gegen Edathy anrief, seine Informationen aus einer anderen Quelle hatte. Weil der Fraktionschef stets betont, als erstes von Gabriel vom Fall Edathy gehört zu haben, hätte das seine Glaubwürdigkeit stark beschädigt.

Plötzlich jedoch ruderte der SPD-Chef im Ausschuss zurück. Es sei "theoretisch natürlich denkbar, dass ich Oppermann unmittelbar danach angerufen habe", so Gabriel. Also unmittelbar, nachdem er Steinmeier informierte. Allerdings bleibt die Frage offen, ob an diesem Tag angesichts der Abläufe für ein so vertrauliches Gespräch bis 15.30 Uhr Zeit war für Gabriel.

Fraktionschef Oppermann, der ein minutiöses Statement von 25 Minuten zu Beginn seiner Aussage vorlas, versuchte sich an diesem Punkt in Klarheit: An die genaue Uhrzeit des Gesprächs mit Gabriel an dem 17. Oktober 2013 könne er sich nicht erinnern, aber es habe in jedem Fall am Nachmittag stattgefunden, "vor 15.29 Uhr". Und es habe einen "engen zeitlichen Zusammenhang des Telefonats mit Gabriel" mit dem anschließenden Anruf bei Ziercke und einem späteren Gespräch mit Steinmeier in dessen Büro gegeben. Dieses Gespräch bestätigt der damalige Fraktionschef, allerdings konnte sich Steinmeier nicht an den Zeitpunkt der Unterredung erinnern.

Oppermann besteht darauf: Von den Vorwürfen gegen Edathy "habe ich erstmals von Sigmar Gabriel gehört". Und zum Verdacht mancher Unions-Politiker und von Linken und Grünen, wonach er Edathy möglicherweise sogar gewarnt habe: "Ich habe Edathy zu keinem Zeitpunkt gewarnt - direkt oder indirekt." In Richtung der Unions-Obleute im Ausschuss sagte Oppermann kühl: "Diese ganze Theorie ist ein Holzweg." Er habe auch keine Informationen vom SPD-Bundestagsabgeordneten Michael Hartmann über den Fall Edathy erhalten: Dieser war laut Edathy derjenige, der ihn regelmäßig über den Stand der Ermittlungen informierte.


@Pleitgengeier: Das mit den Grünen hättest du dir ruhig schenken können. :rolleyes:
 
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