Schweiz: Abschaffung der Wehrpflicht

Naja aber nur um Leuten quasie einen Zwangseinblick zu geben? Finde ich nicht gerechtfertigt um so an neue Soldaten zu kommen.
Btw. würde es nicht darum gehen Krieg zu führen hätte ich wohl auch meinen Spaß daran und währe vielleicht sogar zur Bundeswehr gegangen, so wird es vielen gehen die dann stattdessen gezwungen wurden Zivildienst zu leisten.
 


Das sollte auch kein Plädoyer für eine Wehrpflicht sein, ich hab nur eine aus meiner Sicht daraus resultierende Folge angebracht. Ob die so eintrifft, wird die Zeit zeigen. Das ist wie bei der Energiewende, "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" gibts einfach nicht. ;)
 
Das ist auf alle Fälle richtig.
Der "Staatsbürger in Uniform" sollte auch für den Rückhalt in der Bevölkerung sorgen. Es kommen ja auch immer neue Wehrpflichtige nach, die dann eben auch mal einen Befehl hinterfragen.
Wenn man ewig bei der Truppe ist, dann kommt es schon mal vor, dass man betriebsblind wird. ("Das haben wir schon immer so gemacht!")

Während meiner Dienstzeit 1996 habe ich z.B. ein paar gute Freunde fürs Leben kennen gelernt. Mit denen trifft man sich heute noch, obwohl wir alle aus unterschiedlichen Regionen kommen. Insofern war das schon eine gute Veranstaltung. ;)
 
Das ist doch kein Argument. Im Studium hab ich auch ein paar super Leute kennengelernt, sollte das nun verpflichtend für alle werden?
 
Der Sinn der Wehrpflicht in Deutschland war ja nur teilweise militärischer Natur, es ging eher darum zu vermeiden dass die Armee "ein Staat im Staate" wird. Das theoretisch jeder Deutsche eine Zeit dienen musste, sollte bewirken das sich die Armee als bürgerliche Berufsgruppe begreift, und insbesondere gefährlichem Gedankengut vorgreifen.

Ich habe auch den Eindruck das viele junge Menschen die damals eingezogen wurden durchaus positiv überrascht wurden, und wenn von denen ein paar in der Armee "hängen bleiben" ist mir das lieber als ein Heer was nur aus überzeugten Militaristen/Nationalisten besteht.

Man kann über den militärischen Nutzen durchaus streiten, dazu aber zwei Punkte: Erstens, "wenn du Frieden willst, rüste für den Krieg", und zweitens, ich finde den Gedanken des "Civil-Soldier" insgesamt durchaus ansprechender als den der "Unterschichten-Armee", denn das ist es ja was die Armee in dem meisten Ländern mit freiwilligem Militärdienst ist.

Und was die Armee für eine (riskante) Rolle in Staaten spielen kann, sieht man nicht nur in Ägypten, sondern auch z.B. in der Türkei.
 
Was denkt ihr zur Schweizer Situation?

Verkleinern .

Und die Wehpflicht beibehalten.

In Beruffarmen kommen meistens nur "dumme" , oder Schiesswütige.

Und wen man schon eine Arme hatt.

Dan sollte sich nicht aus Dummen & Cowboys Ballermännern Bestehen.

Da sollten auch ein paar Leute mit hirn hängen bleiben. Damit die im Ernsfall auch richtig entscheiden können .....
 
. Nur in Östereich gibt es auch die Wehrpflicht, wie wir sie kennen.
In Österreich gab es vor einem dreiviertel Jahr ebenfalls eine Abstimmung über die Wehrpflicht bzw über den Zivildienst.
Wie ging es aus? Es bleibt alles beim Alten.

Besonders hat mir folgende Einlassung einer Ministerin gefallen.
Während der Wehrpflicht lernen die jungen Menschen Kameradschaft, Disziplin, Verantwortunsgbewussten, bekommen Tipps für Sport und Ernährung, werden medizinisch abgecheckt, erlernen allerhand nutzliche Fertigkeiten und und und. Trotzdem war sie gegen die Wehrpflicht für Frauen. Anscheinend will diese Ministerin weiterhin die Frauen von all diesen Segnungen fern halten. ;)
 
„Si vis pacem, para bellum“ kannten schon die alten Römer.
Du musst da mehr in der strategischen Dimension denken. Man greift keinen Staat an, wo man befürchtet, dass dieser gut gerüstet ist. Erzielen einer Abhaltewirkung.
Es kann also durchaus Friedens fördernd sein, wenn ein Staat eine Armee unterhält.
 
So ein Blödsinn :rolleyes:
Wenn man Frieden will, sollte man als allererstes friedlich sein.

Die Einführung der Atombombe hat das Gegenteil bewiesen. Zwischen Nationen die eine solche ihr eigen nennen hat es noch nie krieg gegeben.

Auch das neorealistische Modell baut auf diesem Gedanken auf, und kann mMn überzeugen.
 
Die Einführung der Atombombe hat das Gegenteil bewiesen. Zwischen Nationen die eine solche ihr eigen nennen hat es noch nie krieg gegeben.
Doch klar, ein prominentes Beispiel sind z.B. Indien und Pakistan. Du hättest im Geschichtsunterricht bzw. bei der Tagesschau besser aufpassen sollen.
Andererseits hat es zwischen Deutschland und der Schweiz tatsächlich noch nie Krieg gegeben, obwohl keines der Länder eine Atombombe besitzt.

Ich bezweifle ja gerade, dass sich die Lebenssituation der Römer vor >2000 Jahren wirklich mit dem heutigen Europa vergleichen lässt.
 
Die Wehrpflicht ist in der jetzigen Form imho sowieso Bullshit. Zumindest war sie das (gibt ja keine Pflicht in DE mehr). Die ganzen Milchbubis lernen zwar wie man seine Stube sauber putzt, die Uniform auf Din-A4 faltet und schön im Gleichschritt marschiert, im Ernstfall fehlt es dann aber an Material wie Ferngläsern oder die Bundeswehr kackt sich gleich ein. Hab das Prinzip nie verstanden. Als ob man nach 9 Monaten im Ernstfall irgendwie besser wäre. Berufsarmee ist da schon verständlicher.

Schade an dem Wegfall der Wehrpflicht finde ich auch den Gleichzeitigen Wegfall der Zivildienstleistenden. Habe damals auch Zivi gemacht (Imho noch 14 Monate oder so) und fand die Erfahrung gut und prägend für mein Leben sowie meine persönliche Entwicklung. Gibt es in der Schweiz denn auch Zivildienst oder wie wird das da gehandhabt?
 
Fällt ja nicht weg, du kannst ja immer noch ein freiwilliges soziales Jahr machen. Wer die Erfahrung gerne mitnehmen möchte kann dies tun, nur ist es nicht mehr verpflichtend. Finde ich sehr begrüßenswert.

Kann man eigentlich auch freiwillig bei der Bundeswehr die Grundausbildung machen ohne sich dannach zu verpflichten?
 
Ich habe nicht alle Posts gelesen, aber so wie ichs gesehen habe ist der allgemeine Chorus für die Abschaffung.

Ich wohne auch in der Schweiz und habe letzte Woche eine Arbeit über die Schweizer Wehrpflicht geschrieben, und mir somit einige Gedanken gemacht.
Anfang 2014 werde meinen langen Einsatz im Zivildienst leisten. Dieser dauert 6 Monate und somit habe ich dann einen Drittel meines Pensums geleistet. Mit diesen 6 Monaten habe ich dann meine Pflicht bis 27 erfüllt und muss bis dahin theoretisch nichts mehr machen. Mir persönlich passt das genau in meine Planung, da meine Schule erst im August 14 beginnt.
Soviel zu mir, nun zum Thema:

Mein "Nein" steckt bereits im Couvert ;)
Gründe:
- es gibt keine wirkliche Alternative
- die Schweiz braucht in irgendeiner Form eine Armee
- der Zivildienst, welcher sehr wichtig wurde, hätte zuwenige Freiwillige (Hauptargument)

Aber ich finde es sehr gut, dass über die Armee diskutiert wird. Das sich diese an die heutige Situation anpasst ist wichtig. Die jetzige Ausbildung und die Aufgaben der Armee sind definitiv veraltet.
 
@War-10-ck: Genau das finde ich alles andere als Begrüßenswert. Heutzutage ist eh alles schon viel zu karrierefixiert. Da muss nach dem Abi gleich das Studium kommen und sofort danach die Arbeit. Ist doch klar das soziale Aspekte in dieser Welt keinen Platz mehr finden. Das man junge Menschen dann zu sowas zwingt fand ich gut. Ganz ehrlich, freiwillig wäre ich auch nicht diesen Schritt gegangen. Im Nachhinein bin ich allerdings sehr froh das ich dazu gezwungen wurde. Im Übrigen ist das bei allen anderen ehemaligen Zivilkollegen ebenfalls der Fall gewesen.

Außerdem sind Pflegestellen schon teuer genug. Was denkst du wie sich der Preis entwickelt wenn die billigen Zivis durch teures Personal ersetzt werden?

Ganz ehrlich, in kann dem ganzen nichts positives abgewinnen. Bundeswehr abschaffen ist das eine, eine Verlagerung zur Zivi-Pflicht hätte ich aber gut gefunden.
 
- die Schweiz braucht in irgendeiner Form eine Armee
Bisher habe ich noch gar kein Argument dafür gelesen, wofür genau braucht ihr die Armee? (Echte Gründe bitte, Antworten wie "jeder braucht eine Armee" gelten nicht!)

- der Zivildienst, welcher sehr wichtig wurde, hätte zuwenige Freiwillige (Hauptargument)
Aber das ist überhaupt kein Argument für die Wehrpflicht. Weil nämlich die Leute die zur Armee gehen gar nicht für diese "sehr wichtigen" Aufgaben zur Verfügung stehen, oder?
Es ist eher ein Argument für das was godlike geschrieben hat:
Bundeswehr abschaffen ist das eine, eine Verlagerung zur Zivi-Pflicht hätte ich aber gut gefunden.
 
Bisher habe ich noch gar kein Argument dafür gelesen, wofür genau braucht ihr die Armee? (Echte Gründe bitte, Antworten wie "jeder braucht eine Armee" gelten nicht!)

Weil du meinen Post (guckst du da) ignoriert hast. Ich will das jetzt ungern wiederholen, du darfst es dir jedoch gerne nocheinmal durchlesen und mir erklären was du dabei für Unsinn hältst.
 
Jeder junge, männliche Schweizer wird im Alter von normalerweise 20 Jahren zur Rekrutierung aufgeboten. Dabei kann er Doppelt Untauglich (Dienst in Form von Zahlungen, soweit ich weiss 4% des Lohnes, min. CHF 200), Untauglich (Zivilschutz, wird aufgeboten bei Katastrophen, einige Tage jährlich sind Kurstage) oder Tauglich sein. Ist er tauglich, kann er sich dem Zivildienst anschliessen. Somit wird er vom Militär in den Zivildienst "verlagert", so wie ich das getan habe. Somit kann also jeder der kein Militärdienst leisten möchte, dem Zivildienst beitreten. Auch während dem Dienst kann jederzeit zum Zivi gewechselt werden, umgekehrt jedoch nicht. Dies tun mittlerweile ziemlich viele, Tendenz steigend (Zahlen hab ich grad keine parat).
Vorteil des Z. :
- sinnvolle Arbeit
- man sucht aus was, wo und wann
Nachteil:
- dauert 1.5x so lange

Somit: Doch, stehen sie.


Ich verstehe unter "Armee" im heutigen Sinne kein kriegerisches Heer. Sondern eine Einrichtung, die den Frieden eines Landes wahrt und für die Sicherheit der Bevölkerung sorgt.
Natürlich gibt es dafür die Grenzkontrolle und die Katastrophenhelfer (Zivilschutz). Aber wer soll einspringen, wenn Not am Mann ist?
Beispielsweise hilft die Schweizer Armee auch bei Grossveranstaltungen wie dem G8-Gipfel oder dem Weltwirtschaftsforum. Natürlich könnten diese Aufgaben auch andere staatliche Apparate oder Privatfirmen übernehmen, doch gibt es bisher soetwas nicht.

Wenn man den Begriff "Armee" im klassischen Sinne betrachtet, stimme ich dir zu.
 
@War-10-ck: Auch nach mehrmaligem Lesen kann ich in deinem verlinkten Beitrag keinerlei Argumente für ein Schweizer Heer finden. Das China die Schweiz überrennen würde, sobald es dort kein Militär mehr gäbe, glaubt (außer dir?) sicherlich niemand auf der Welt.

Ich verstehe unter "Armee" im heutigen Sinne kein kriegerisches Heer. Sondern eine Einrichtung, die den Frieden eines Landes wahrt und für die Sicherheit der Bevölkerung sorgt.
Das ist nicht die Aufgabe der Armee und steht so wohl kaum in den Schweizer Armee-Statuten (oder wie immer das bei euch heißt). Von einem Einsatz von Kampfpanzern, Gewehren, Granaten oder Raketen im Katastrophenschutz hat man auch noch nichts gehört.
Genau wie beim 'Argument' mit dem Zivildienst ist ganz im Gegenteil das Geld, das in die Armee fließt, für 'humanitäre' Zwecke verloren und wäre für die echten Zivil- und Katastrophenschutzeinrichtungen weit sinnvoller ausgegeben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben