Zum obigen Post könnte ich noch die schon einmal erzählte Story von den Russen ergänzen, bei denen es als unhöflich zu gelten scheint, wenn man aufisst oder auf die Frage, ob man noch Hunger habe, mit Ja antwortet. Die Denkweise dahinter ist, wie man mir erklärte, in beiden Fällen die, dass man so dem Gastgeber "unterstellt", dass er zu wenig zum Essen gereicht hat oder das Essen nicht gut war. Scheinbar tischen sie deswegen auch sehr viel auf, damit das nicht passieren kann.
Aufgefallen ist mir das zum ersten Mal, als ich versehentlich das in die Arbeit mitgebrachte Gedeck in rauen Mengen für eine Geburtstagsgeste dieser Person hielt, es sich aber um eine Geste nach der Beerdigung ihres Mannes handelte, was mir aber glücklicherweise noch rechtzeitig jemand sagte. - Während man hierzulande meiner Erfahrung nach eher sehr gediegene und einfache Sachen bei einer Beerdigung reicht, hat diese Person wirklich voll aufgefahren und von Kuchen bis sonstwas alles mitgebracht.
Sehr nett fand ich es auch immer bei ein paar bosnischen und serbokroatischen, ebenso wie bei türkischen Freunden, bei denen die Eltern regelrecht beleidigt waren, wenn man nicht irgendwas bei ihnen gegessen und Tee mit ihnen getrunken hat. Nicht, dass es das bei Deutschen nicht auch gäbe, aber da war es schon sehr extrem, allerdings im eben nett und eher amüsant gemeinten Sinne.