[Netzwelt] Rund 45.000 Menschen fordern Netflix auf, die VPN-Blockaden aufzuheben

Fast 45.000 Menschen haben Reed Hastings, CEO von Netflix, dazu aufgefordert, die breitgefächerte VPN-Sperre des Streamingdienstes wieder aufzuheben. Zur Durchsetzung der Geo-Blockaden hat Netflix in diesem Jahr damit angefangen, VPN-Dienste noch stärker auszusperren. OpenMedia vertritt jedoch die Auffassung, dass es bessere Möglichkeiten gäbe, die die Privatsphäre der User respektierten.

44.446 Nutzer haben deshalb eine von OpenMedia ins Leben gerufene Petition unterzeichnet, die Netflix dazu bewegen soll, die Sperre der IP-Ranges, die mit verschiedenen VPN-Diensten in Verbindung gebracht werden, wieder aufzuheben. Heute verschickte OpenMedia einen Brief an Reed Hastings. Darin heißt es, dass die Unterzeichner der Petition Netflix zwar lieben, jedoch nicht mit dem Umgang der Firma mit ihrer Privatsphäre einverstanden sind.

Die Gruppe lädt den Netflix CEO zudem zu einer Diskussion ein, bei der über alternative Möglichkeiten der Durchsetzung der Geo-Blockaden debattiert werden kann.

"Wir hoffen, dass Sie die Bedürfnisse und die Privatsphäre der Millionen von Internet-Nutzern der ganzen Welt, die Ihr Angebot schätzen, bedenken und somit zeigen, dass Sie für neue und innovative Lösungen offen sind - der Ursprung dessen, auf dessen Grundlage Netflix erschaffen wurde", so der Brief.

Bislang zeigt man bei Netflix jedoch wenig Bereitschaft, an den aufgeführten Punkten etwas ändern zu wollen. Die Beschwerden kämen von einer "kleinen, aber lautstarken Minderheit", so Reed Hastings.


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wow, erschreckend wo Menschen ihre Prioritäten setzten.
Andere Petitionen bekommen nicht so viel Zuspruch, obwohl sie sicher deutlich sinnvoller für die Allgemeinheit wären.

...
"Wir hoffen, dass Sie die Bedürfnisse und die Privatsphäre der Millionen von Internet-Nutzern der ganzen Welt,...

45K = Millionen?
 
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  • #3
Ich habe das so verstanden, dass zwar nur rund 45k die Petition gezeichnet haben, diese aber alle User des Dienstes reflektieren :unknown:
 
und wie können sich die 45K rausnehmen zu behaupten sie reflektieren die Meinung von Millionen user die die Petition eben nicht unterzeichnet haben?
 
Man kann wohl davon ausgehen, dass alle Abonnenten mehr Inhalte fürs gleiche Geld haben wollen. Das mit der Privacy klingt aber für mich eher wie ein vorgeschobenes Argument.
 
Versteh die Logik von Netflix nicht. Wo ist das Problem bei VPN? Zahlender Kunde ist zahlender Kunde.
 
@The_Emperor:

Vermutlich hat Netflix mit diversen Lizenzgebern Verträge in denen festgelegt ist, dass z. B. Serie X nur in Land Y angeboten werden darf.
 
Ich versteh nicht ganz das Problem, das VPNs gesperrt sind.
Das mag den US-amerikanischen Botschafter in Nordkorea betreffen oder den Arbeitnehmer, der in seiner Mittagspause (unterstelle ich einfach mal großzügig...) vom Office Rechner aus Netflix gucken will, aber für einen überwältigenden Anteil Nutzer bzw. Nutzungsarten erschließt sich mir das Problem nicht. Inhalte werden schließlich für Länder lizensiert und Netflix scheint mir seine Pflichten als Lizensnehmer einfach nur ernst zu nehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dass die Lizenzierung an Ländergrenzen gebunden ist, ist ja ein Fakt. Die im Moment viel diskutierte Frage ist ja, ob Ländersperren in einer globalisierten Wirtschaftswelt noch zeitgemäß sind.

Ein Problem ist es aus meiner Sicht ja auch, wenn ich im Urlaub bin oder vielleicht ein Auslandssemester mache. Stell dir vor, du lebst in Nordamerika und bezahlst eine Netflix Account. Dann machst du ein Auslandssemester in Deutschland und bekommst für das gleiche Geld nur einen Bruchteil der Inhalte, die du zu Hause bekommen würdest.

Spotify und Netflix zeigen in den letzten Jahren ja auch ganz deutlich, dass viele "ehemalige Piraten" sehr wohl dazu bereit sind, für Inhalte zu bezahlen, wenn sie diese einfach und unkompliziert legal beziehen können. Mit Ländersperren schießt man sich eigentlich nur wieder ins eigene Knie.
 
Dass die Lizenzierung an Ländergrenzen gebunden ist, ist ja ein Fakt. Die im Moment viel diskutierte Frage ist ja, ob Ländersperren in einer globalisierten Wirtschaftswelt noch zeitgemäß sind.
Das ist denke ich das Hauptproblem. Das Internet kennt eben eigentlich keine Ländergrenzen, nur die Medienindustrie will weiter daran festhalten, wobei sie ja inzwischen beim Bluray-Nachfolger "Ultra-Bluray" dazugelernt zu haben scheinen und auf Regionalcodes verzichten.
 
Das ist so in der Form aber nur begrenzt ein Argument. Wenn Netflix die Erlaubnis hat, ein Produkt ausschließlich in den USA zu vertreiben, dann ist es nur nachvollziehbar, wenn sie das möglichst auch technisch entsprechend umsetzen.
Das Problem ist weniger die globalisierte Wirtschaftswelt, sondern eine Folge derer, nämlich der Zeitgeist, der darin besteht, alles immer und überall sofort verfügbar haben zu wollen.
Das Internet kennt keine Ländergrenzen, aber IP Ranges. Dagegen gibt es VPNs, aber auch die kennen offenbar IP Ranges bzw. Blacklists. Jede Art von Gesetz kennt btw. Ländergrenzen, im Gegensatz zum Internet.

Das Argument von electric.larry bezüglich zeitlich begrenzter Aufenthalte in anderen Ländern finde ich ganz gut und nachvollziehbar.
 
Wenn Netflix die Erlaubnis hat, ein Produkt ausschließlich in den USA zu vertreiben, dann ist es nur nachvollziehbar, wenn sie das möglichst auch technisch entsprechend umsetzen.
Hab damit nicht gemeint, das das jetzt an Netflix liegt, sondern ein allgemeines Problem ist. Vermutlich hätte ich anstatt Medienindustrie lieber Lizenzinhaber schreiben sollen.

Das Problem ist weniger die globalisierte Wirtschaftswelt, sondern eine Folge derer, nämlich der Zeitgeist, der darin besteht, alles immer und überall sofort verfügbar haben zu wollen.
Angebot und Nachfrage, wenn der Kunde sowas global haben will, warum sollte man das dem Kunden dann verwehren? Einziges Problem ist - wie schon gesagt - nur noch derjenige, der die Lizenzen vergibt.

Das Internet kennt keine Ländergrenzen, aber IP Ranges. Dagegen gibt es VPNs, aber auch die kennen offenbar IP Ranges bzw. Blacklists. Jede Art von Gesetz kennt btw. Ländergrenzen, im Gegensatz zum Internet.
IP Ranges können sich ändern, auch mal sehr kurzfristig, da kann man keinen zuverlässige Sperre einrichten, weil man dann wirklich auch schon mal berechtigte Kunden aussperren kann.
 
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  • #14
Ist ja auch nicht so, dass OpenMedia das anders sehen würde. Es geht ja nicht darum, dass es keine Geo-Blockaden geben sollte (ok, bei vielen, die die Petition unterzeichnet haben, mag das vielleicht der Hauptgrund sein, keine Frage), sondern darum, dass diese nicht mittels Sperrung von VPN-Zugängen bzw. deren IP-Ranges umgesetzt werden soll, da es auch diejenigen betrifft, die aus anderen Gründen VPN nutzen müssen oder wollen. Laut OpenMedia gäbe es alternative Möglichkeiten, nur ist man ja seitens Netflix offenbar nicht bereit, diese überhaupt in Erwägung zu ziehen.
 
Spotify und Netflix zeigen in den letzten Jahren ja auch ganz deutlich, dass viele "ehemalige Piraten" sehr wohl dazu bereit sind, für Inhalte zu bezahlen, wenn sie diese einfach und unkompliziert legal beziehen können. Mit Ländersperren schießt man sich eigentlich nur wieder ins eigene Knie.
Ich kann nur von mir selbst sprechen, aber . Ich finde auch die unverschämt. Musik kaufe ich bei Google Play und Amazon, weil ich sie da in ganz guter Qualität mehrmals herunterladen kann. Manchmal auch als FLAC bei Bandcamp und anderen Diensten. Für Videos gibt es ein solches Angebot leider nicht, bei Verfügbarkeit einfacher, DRM-freier MKVs – analog zu MP3/FLAC als Container für Musik – würde ich mich totkaufen.

Die Unterhaltungsindustrie könnte an mir so wahnsinnig viel Geld verdienen, aber Videos möchten sie mir einfach nicht verkaufen. Sie wollen, dass ich mir sie illegal herunterlade und sie dann mit den Geräten und zu den Zeiten und mit den Leuten gucke, die ich dazu auserwählt habe.
 
Bei Tv Serien,die ich ohnehin bis auf wenige Ausnahmen nur ein Mal anschau, wärs mir egal ob Stream oder Download. Aber obwohl ich ein Netflix Abo bezahl, "muss" ich einmal pro Woche doch wieder Uploaded oder Tpb bemühen, weil zB Family Guy oder Orphan Black Folgen zwar auf Netflix sind, nicht aber die aktuellsten Staffeln.
 
Das ist dann aber auch wieder ein anderes, generelles Problem mit den legalen Streamingdiensten. Will man wirklich das sehen, was einem allgemein gefällt, muss man schon mehrere Dienste auf einmal abonnieren. Aber ok, das ist wie gesagt kein Problem, was mit VPN zu tun hat.
 
Man kann wohl davon ausgehen, dass alle Abonnenten mehr Inhalte fürs gleiche Geld haben wollen.

und das war Ihnen so wenig wert, dass sie nicht mal auf ne Petition klicken konnten?

Man darf mal eher davon ausgehen das das der breiten netflix Gemeinde am Arsch vorbei geht und nur 10% davon wissen was eine VPN ist und davon nur 10% eine einrichten können.
 
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  • #19
Nun ja, zum einen wussten sicher nicht alle von dieser Petition, zum anderen ist es halt immer so eine Sache, da die meisten Petitionen wohl ohnehin kaum Aussicht auf Erfolg haben - was sich bislang ja auch hier abzeichnet, da man seitens Netflix bislang zu keiner Änderung bereit ist.
 
Andere Petitionen bekommen nicht so viel Zuspruch, obwohl sie sicher deutlich sinnvoller für die Allgemeinheit wären.
Sinnvoller ist aber nicht unbedingt (subjektiv) relevant. Umwelt- und Klimaschutz um jeden Preis wäre Sinnvoll für den Fortbestand jeglichen Lebens des Planeten. Aber wen interessiert schon was in trölf-Mio-Jahren irgendwann vielleicht passieren wird.

Nein, 45k sprechen im Namen von Millionen Nutzern.

und wie können sich die 45K rausnehmen zu behaupten sie reflektieren die Meinung von Millionen user die die Petition eben nicht unterzeichnet haben?
Es ist im Interesse jedes Nutzers einen Dienst, für den er zahlt, uneingeschränkt nutzen zu können. Nutzer von VPNs auszusperren ist erst einmal vollkommen willkürlich.
Die Geo-Blockaden gehen ja sogar soweit, dass sogar Militärstützpunkte zum Problemfall werden. In Deutschland stationierte Amerikaner können Netflix US nicht nutzen. Milinet ist nicht für private Zwecke freigegeben und mit deutscher IP gibt es kein Netflix US.

Man kann wohl davon ausgehen, dass alle Abonnenten mehr Inhalte fürs gleiche Geld haben wollen.
Ich denke nicht, dass es um "mehr" geht, sondern um die Auswahl und den Zeitpunkt, zu dem ein Angebot zur Verfügung steht.
Viele US-Serien hängen in Deutschland mehrere Staffeln hinterher. Häufig nicht weil die Synchronisationen fehlen, sondern weil sich Lizenzverhandlungen und Rechtevergaben über Jahre ziehen.

Das mit der Privacy klingt aber für mich eher wie ein vorgeschobenes Argument.
Das glaube ich ebenfalls. Die Streams sind nur nach einem Login mit verifiziertem Account zu erreichen. Welche Privacy soll da ein VPN noch bringen?

Versteh die Logik von Netflix nicht. Wo ist das Problem bei VPN? Zahlender Kunde ist zahlender Kunde.
Die Logik von Netflix ist folgende: Lizenzrechte und der lange Arm des Gesetzes und Preisniveaus.
Netflix würde, wäre das erlaubt, jeden Inhalt überall auf der Erde anbieten, aber da spielen die Rechteinhaber der Werke nicht mit. Die erteilen Netflix beispielsweise nur die Ausstrahlung innerhalb bestimmter Regionen und dann darf Netflix nur in diesen Regionen das Werk ausstrahlen.
Der zweite Punkt sind die unterschiedlichen Preisniveaus in verschiedenen Ländern. Das kennst du vielleicht auch von Spielen. Natürlich soll entlang der Wertschöpfungskette maximalen Gewinn geschaffen werden. Je nach Land (z.B. Wohlstandsland Deutschland) kannst du viel höhere Preise ansetzen, als in ärmeren Ländern dieser Welt. Einerseits wird das durch das Steuersystem erzwungen, andererseits ist den Unternehmen bewusst, dass die Kundschaft über die finanziellen Mittel verfügt und selbst zu Wucherpreisen noch bereit ist zu konsumieren. Im Gegensatz dazu können die Unternehmen in Ländern, deren Bevölkerung ärmer ist häufig auch wesentlich günstigere Preise realisieren und ihnen ist bewusst, dass bei Preisen, wie sie z.B. in Deutschland üblich sind, der Großteil der Bevölkerung nicht konsumieren wird. Ein geringer Gewinn in ärmeren Ländern ist aber immer noch besser als gar kein Gewinn in diesen Ländern.

und das war Ihnen so wenig wert, dass sie nicht mal auf ne Petition klicken konnten?
Zunächst einmal wird wohl kaum jeder Netflix-Kunde davon wissen. Viele Nutzer sind froh, wenn sie nach Wochen die App bedienen können. Mit Petitionen im Internet brauchst du da überhaupt nicht anzukommen.

Man darf mal eher davon ausgehen das das der breiten netflix Gemeinde am Arsch vorbei geht und nur 10% davon wissen was eine VPN ist und davon nur 10% eine einrichten können.
Richtig, aber viele wissen vielleicht auch gar nicht, welche Angebote Netflix in anderen Ländern bietet. Wüssten sie davon und hätten sie die technischen Fähigkeiten einen VPN zu nutzen, würden sie dies auch tun. Die persönliche Unfähigkeit hindert ja nur in der Praxis, nicht zwangsweise in der Theorie.
 
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