Oder meinst du mit Alternative, ich solle eine Lösung für das weltweite Flüchtlingsproblem präsentieren? Fürs Erste würde es sicher nicht schaden, wenn Deutschland sich an geltende europäische Verträge hält.
Und das brächte jetzt was für die Flüchtlinge? Also außer, dass sie in Ungarn in irgendein Lager abtransportiert werden?
Eine Alternative könnte sein, auf die Ängste der Bürger einzugehen anstatt alles und jeden als rechtsradikal hinzustellen der es wagt gegen die zwangsverordnete Willkommenskultur zu sein.
Ich stamme aus Sachsen, wohne mittlerweile aber seit einigen Jahren in Hessen. Die Region, aus der ich komme, hat durchaus ein gewissen Anteil an "heimatlich denkender" Bevölkerung. Selbst in meiner Familie gibt's ein paar Unbelehrbare.
Ein konkretes Beispiel:
In meiner Facebookliste hab ich noch 'ne Bekannte von früher, deren Familie definitiv zu den Verlierern der letzten Jahre zählt. Ihr Vater ist selbständig, produziert regionale Volkskunstartikel, die dann auf Weihnachtsmärkten verkauft werden. Jetzt kriegt man die Sachen in ähnlicher Qualität für einen Bruchteil des Preises auch bei Karstadt & Co. aus chinesischer Produktion. D.h. das Geschäft läuft mehr schlecht als recht. Meine Bekannte arbeitet als Verkäuferin in der benachbarten Fleischerei/Metzgerei und kann damit auch keine finanziellen Sprünge machen.
Jetzt schwelgen die in alten Zeiten und posten fleißig Bilder von den deutschen Vertriebenen 1945 mit Kommentaren "Sie waren nicht so gut gekleidet wie die jetzigen Flüchtlinge". Sowohl meine Bekannte als auch ihre Eltern wurden lange nach 1945 geboren und gehörten sehr wahrscheinlich auch nicht zu den Nachkommen der Familien, die dieses Schicksal nach dem 2. WK erleiden mussten. Ein Kommentar von mir mit einem Link auf das ertrunkene syrische Kind wurde gleich mal wieder entfernt, denn das passte nicht so recht in die Wirtschaftsflüchtlingstheorie. Ich glaub, die hat noch nie einen Flüchtling aus der Nähe gesehen.
Ja, solche Leute haben Angst vor der Zukunft, da sie ihre Gegenwart nicht auf die Reihe kriegen. Ausländer, besonders aber die Flüchtlinge, sind beliebte Sündenböcke für deren eigene missliche Lage. Dass sie ohne Ausländer ebenfalls keinen Cent mehr in der Tasche hätten und genauso erfolglos wären, ist da erst mal egal. Ich hab durchaus einige Male versucht, mit solchen Leuten zu diskutieren. Ich kann die Ängste verstehen und nachvollziehen. Viele sehen auch ein, dass ihre vorgefertigte Meinung widersprüchlich ist. Aber schon nach kurzer Zeit nach ihrer "Einsicht" fallen sie in ihre alten Denkmuster zurück und bringen ihre selben ausgelutschten falschen Parolen wieder.
Und interessanterweise kommt diese Fremdenfeindlichkeit genau in den Gebieten vor, in denen es kaum Ausländer gibt. Eine weitere interessante Eigenschaft ist die "abstrakte Ausländerhetze". Kommen solche Leute mit Ausländern in Kontakt, dann sind viele durchaus freundlich und keinesfalls abweisend. Aber kaum sitzt man wieder unter sich am "Stammtisch", schaukeln sie sich wieder an ihren alten dummen Vorurteilen hoch.
Mittlerweile glaub, ich dass diese Leute überhaupt nicht informiert werden wollen oder können. Ihre Ängste und Vorurteile sitzen so tief, da ist so ziemlich jeder Diskussionsversuch zwecklos. Bei einigen kommt noch hinzu, dass sie sich um das "Aussterben des deutschen Volkes" sorgen.
Lösung des Problems?
Ich weiß es nicht. Gerade in Sachsen gibt's viele Leute, die aus Arbeitsgründen entweder in die alten Bundesländern gezogen sind oder Woche für Woche pendeln, wenn sie noch irgendwie in/an Sachsen gebunden sind. Viele soziale Bindungen und Freundschaften sind damit zerstört und aufgelöst worden. Die "Angstbürger" gehören meist zu dem Rest, der in der Region bleibt und sich selbstmitleidig seinem kleinen Leben ergibt, keinerlei Chancen wahrnimmt, da damit ja auch Risiken verbunden sind. Und obwohl diese Mentalität und die starke Konsolidierung der ganzen Randregionen ein typisches Merkmal der sächsischen Politik ist, wird dort trotzdem immer wieder fleißig die CDU gewählt. Ich glaub, viele Leute haben vor allem Angst vor Veränderung.