Pilotprojekt: Post Persönlich

evillive

EXIL
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24 Juli 2013
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Im Juli startet die Post das bundesweit einmalige Pilotprojekt „Post Persönlich“ in den Städten Gelsenkirchen und Mülheim . Man kann sich wohl dafür anmelden und bekommt als Kunde zusätzlich einen Kontrollbesuch von einem Postboten. Dabei wird sich bei den Hilfsbedürftigen nach ihrem Wohlergehen erkundigt. Anmelden kann sich dafür jeder der hilfsbedürftig ist und bereit ist 40 Euro pro Monat dafür auszugeben. Eine Medizinische Begutachtung ist nicht vorgesehen. Und der Postbote erhält keinen zusätzliche Bezahlung für den Dienst.

Damit soll wohl in erster Linie vermieden werden, dass Menschen tagelang hilflos in einer Wohnung liegen. (Da bin ich mal gespannt, wie lange ein Postbote nach dem klingeln wartet bis jemand die Tür öffnet). Für den Besuch bei einem Kunden ist ein Zeitfenster von 1 bis 2 Minuten vorgesehen. Nach dem Pilotprojekt könnte sich das Zeitfenster ändern.




Wer würde sich den von euch einen solchen Service leisten?
 
Seit ich das heute früh morgens gelesen habe, rege ich mich auf. Was ein Schwachsinn :m

Davon ab, dass die Postboten eh schon zeitlich kaum klarkommen, ist so etwas Augenwischerei und entbehrt jeglicher Logik.
Nicht nur, dass es teurer und wertloser als ein ordentlicher Hausnotruf, ich finde es auch gefährlich, da sich manche Angörige,
die sich eh kaum kümmern, jetzt noch die Hände in Unschuld waschen können.
Und was hat das für einen Sinn, wenn nur an manchen Tagen mal geklingelt wird?
 
Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde!

Wir haben sie heute bei unserem Kontrollbesuch nicht angetroffen.

Sie können sich frühestens am nächsten Werktag in der nächsten Filliale melden,
damit wir uns persönlich von ihrem Gesundheitszustand überzeugen können.

Bitte bringen sie zu diesem Zweck ihren Personalausweis oder eine Vollmacht
der betroffenen Person mit!

:coffee:
 
Ich hoffe, die nehmen dann wenigstens den Müll mit runter, wenn sie schon mal da sind... :p
 
Geldschneiderei unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft. Ekelhaft und lächerlich². Wie Chegwidden schon angemerkt hat, wo sollen die Postboten die zusätzliche Zeit hernehmen? Und dazu soll der Mehraufwand noch unentgeltlich bleiben?

Wenn die Personen dann angetroffen werden, wie läuft das dann ab? "Guten Tag - Auf Wiedersehen?" Man wird ohne ein kurzes Gespräch kaum eine Hilfsbedürftigkeit feststellen können. Den Einfaltspinseln, denen das eingefallen ist, sollte man 100 Stunden Sozialdienst verordnen.

p n
 
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  • #6
die Rechnung sieht wohl vor, dass die Hilfsbedürftigen auf das klingeln warten. Dann können sie 1 bis 2 Minuten mit dem Postboten reden. Anders kann man sich das Zeitfenster nicht erklären. Meine Erfahrung ist, dass man mindestens zwei Minuten warten muss bis jemand die Tür öffnet.
 
Dann lieber ein Hausnotrufsystem von diversen Organisationen, DASS ist sinnvoll. Aber ein Postbote der Medizinisch keine Ahnung hat, evtl. nicht mal anstaendiges Emphatie Empfinden...nein danke, dass muss nicht sein.

Man stelle sich vor bei DHL wird sowas eingefuehrt oO...und dann noch 40 Tacken...
 
Oder wenn Hermes da auch mitmacht.
Bis die mal vorbeikommen, verhungern Menschen sowieso, bei der Zustellzeit :D

Da stellt sich dann die Frage:

Heinz B. ist laut Gerichtsmedizin gegen 10 Uhr morgens verstorben. Gegen 9:30 kommt die Post, und Heinz B. hatte diese Dienstleistung in Anspruch genommen.
Nun hatte der Postbote genau an diesem Tag kein Bock / keine Zeit / whatever und hat eben nicht geklingelt etc.
Wäre der dann irgendwie schuld? :unknown:
 
Zuletzt bearbeitet:
ich hab das erst für einen scherz gehalten. einfach nur traurig. und dann soll der postbote das auch noch unentgeltlich machen?
ich kann mir nicht vorstellen, daß dieses angebot sich durchsetzt.

@ Anarchox: in deinem beispiel wäre der postbote ohnehin zu spät auf der bühne erschienen.
 
aus dem aussageprotokoll: 'da herr p. bote herrn b. nicht zu hause antraf, hat er den kontrollbesuch ersatzweise bei der flurnachbarin frau c. abgeleistet. frau c. bestätigt diese angabe.'

:)

es läßt sich schwer beurteilen, welche folgen das für den postboten haben könnte. zunächst muß er innerbetrieblich geschult werden beziehungsweise auf mögliche folgen seines handelns hingewiesen werden. ich mag nicht weiter drüber nachdenken. das thema verdirbt mir die laune. es kann doch nicht wahr sein, daß sowas auf den postboten abgewälzt wird um profit zu machen.
 
Und wie assi ist das bitte, dass das 40 € kostet, von denen der Postbote aber nichts kriegt. Das Geld geht dann an die Bürokraten, die "auf Kundenwunsch klingen und warten bis jemand aufmacht" mit in die Arbeitsverträge aufnehmen, oder was?!

Aber ein Gutes hat das wenigstens. Dann kann man in der Nachbarschaft endlich noch anonymer leben. Ich für meinen Teil will ja sowieso nicht wissen, was um mich rum passiert.
 
Die Idee finde ich gut, die Umsetzung aber mehr als fraglich. Wenn dafür keine neuen Stellen geschaffen werden haben die Postboten ja noch mehr Stress. Denken sich die Entscheidungsträger eigentlich gar nichts dabei? Da sollte dann doch lieber extra Fachpersonal her, ähnlich einer Altentagesbetreuung.
 
Denken sich die Entscheidungsträger eigentlich gar nichts dabei?
Sicher denken die sich was dabei:
profit.png
 
Also wenn ich sehe, dass Postboten Pakete einfach vor die Haustüre stellen wenn ich nicht zu Hause bin, statt es bei Nachbarn abzugeben oder wieder mitzunehmen und diese Karte in meinen Briefkasten werfen...
Wenn Samstag irgend eine Werbung für alle Haushalte auf dem Plan steht wird auch einfach die Hälfte weggeworfen wenn die keine Lust mehr haben. Merkt ja eh keiner.

Vor allem wenn die Postboten dann von den 40€ nichts bekommen macht das doch sowieso keiner. Vielleicht in Mietshäusern, wo sie ein Paket ausliefern müssen dann kurz beim Nachbarn noch klingeln, aber extra nur für so einen "Hausbesuch" in ein Haus rein? Niemals.
 
Ist ja nur ein bislang Pilotprojekt. Kann ja vielmehr draus werden.
Der Postbote bring z.B. jeden Tag Deine Kippen.

Kostet natürlich ein paar Euro. Bekommt der Zusteller aber nichts von. Wozu auch? Ist doch eh vor Ort.

EDIT: Muß wohl sein?: :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
@KaPiTN:

- "In Kooperation mit Johanniter Unfall-Hilfe"
- "Doppel so teuer wie ein herkömmlicher Hausnotruf"

Die Post in Kooperation mit den Johanniter entdecken Hilfsbedürftige als Geldquelle.

Mit der Vertrauensstellung Postbote, der für viele einsame Senioren der einzig menschliche Kontakt am Tag ist, soll schnelle Kasse gemacht werden.“ Andere Anbieter erkundigten sich täglich - auch am Wochenende.
Ein bis zwei Minuten pro Kunde sind bislang als Zeitansatz eingeplant.


Macht dann die Hilfsbedürftige Person in dieser Zeit nicht Tür auf oder meldet sich, werden die Johanniter gerufen. Die rücken an, alles ist in Ordnung - die Dame hört nur schlecht und kann sich zudem nur langsam mit ihrem Rollator fortbewegen. Egal, die Kosten sind entstanden und werden natürlich auch über die Sozialkassen abgerechnet.

Mich würde es nicht wundern, wenn bei diesem Geldfluss nicht auch die Post profitieren würde, neben den 40€ für diesen fragwürdigen Dienst.



p n
 
Naja, viele der Hilfsbedürftigen sind hilfsbedürftig, weil sie einfach zur älteren Generation gehören. Und als die noch jünger waren, war es nichts ungewöhnliches, dass der Postbote mal ein paar Worte mit den Leuten gewechselt hat oder bei schlechtem Wetter auf einen Schnaps mit ins Haus rein ist. Ich könnte mir vorstellen, dass einige der Älteren sich an solche Postboten erinnern und das Angebot deswegen wahrnehmen. Aber ich denke, dass die Postboten, die die richtigen social skills haben, sowieso ganz intuitiv freundlich zu den Kunden sind und auch so mal eine Minute quatschen, wenn man sich begegnet. Und die anderen Postboten werden nicht gerade erfreut über diesen extra Service sein...
 
Trotzem finde ich es nicht okay, wenn die Leute, obwohl sie dann auch ein Mehr an Service bieten, an den zusätzlichen Einnahmen nicht beteiligt werden. Ich sehe in der ganzen Konstellation niemanden außer den "betroffenen" Postboten, der ein Recht auf dieses Geld hätte.
 
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