Auch wenn es ein Verbrechen der Guerillakämpfer ist sich hinter der Zivilbevölkerung zu verstecken, legitimiert es dann beide zu erschießen? Nein tut es nicht, man ist dann auf einer Stufe mit eben diesem, man kann mit einem Verbrechen kein anderes aufwiegen.
Das ist moralisch schon richtig, aber leider etwas realitätsfern. Die Alternative hieße nämlich: Sich nicht wehren wärend man lebensbedrohlich angegriffen wird.
Und von welchem Menschen (der einzelne Soldat) oder welchem Staat, kann man das verlangen?
Du vergleichst nicht ernsthaft den Tod von 1300 Menschen mit ein paar blauen Flecken?
Ja natürlich, wir haben hier ja auch von
Metaphern gesprochen und metaphorisch sind 1300 Tote Menschen für einen ganzen Staat nur ein blauer Fleck.
Wenn wir nicht metaphorisch gesprochen haben, meintest du:
Das Beispiel mit der Waffe finde ich sehr interessant, wenn Dir jemand eine Waffe an den Kopf hält heißt es handeln oder sterben. Wenn man nun die nötigen Kampfsportfähigkeiten hat, kann man denjenigen entwaffnen.
etwa wörtlich ernst? Also das der Staat Israel seine kampfsportlerischen Fähigkeiten nutzten um den Guerlilla-Kämpfern mit einem Handkantenschlag die Waffen aus der Hand zu schlagen oder was?
Im übrigen:
Geht man danach zu der Familie heim und erschießt diese zusätzlich? Ich hoffe Du merkst selber das man davon nichts rechtfertigen kann.
Wenn das tatsächlich getan wurde, dann sicherlich im Einzelfall. Und dann ist das definitiv nichts anderes als hinterhältiger Mord.
Aber das ist ja wohl allen klar und darum geht es auch heute nicht, oder gibt es hier dokumentierte Fälle?
Das Problem ist - auch hier - wieder die beidseitige Sturheit.
Du kannst nicht erwarten das Israel alle evenetuellen Fehler einsieht und dann sofort abstellt, wenn 0% Einlenken von der Gegenseite kommt und die Vergangenheit gezeigt hat, das es ein Fehler ist.
Du musst, wie Harley schon betonte, das historisch gewachsene betrachten.
Der Gazastreifen wurde 1967 in einem Selbstverteidigungskrieg gewonnen und wurde ja dann bis 2005 von Israel besetzt.
2005 haben die Israelis ja als Zeichen für guten Willen, nachdem die Palästinenser mehrmalige Angebote abgelehnt haben, sämtliche bis dato gebauten Siedlungen abgebaut und den Gaza an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben.
Was passierte nachdem Israel dort raus war? Genau, die Palästinenser fingen an sich in Kämpfen um das freigewordene Siedlungsgebiet und das entstandene Machtvakuum gegenseitig umzubringen. Hunderte Araber starben in diesen "innenpolitischen Kämpfen".
Den Sieger dieser Kämpfe kennen wir: Die Hamas.
Mit Abzug der Israelischen Truppen begann kurz danach der Raketenbeschuss auf Israel und die Anzahl terroristischer Anschläge auf die israelische Bevölkerung nahm sofort zu. Die Palästinenser haben faktisch bewiesen, das Israel mit der Besetzung aus Notwehr gehandelt hat.
Der Gaza ist also unter schon seit 2005 unter palästinensisch-autonomer Kontrolle.
Was ist also in den letzten 9 Jahren erreicht worden?