Ich bezweifle, dass der BND so inkompetent ist wie häufig behauptet wird. Soweit ich weiß, haben wir in Deutschland allgemein gute Voraussetzungen, um so manche Länder zu bespitzeln. Für Überwachung von "normalen" Bürgern im Inland ja Ausland dienen beispielsweise die Internetknoten, über die eine Menge Daten fließen.
Und auch sonst sind wir, was Spionage angeht, recht effizient, behaupte ich. Weil wir nicht jeden ausspionieren, heißt das nicht, dass es keine interessanten Personen gäbe, über die man Informationen sammelt. Der BND geht dabei einfach zielorientierter und diskreter vor; zumindest hätte ich jetzt nicht mitbekommen, dass die Spionage einer Zielperson vom BND mal im großen Stil aufgeflogen wäre.
Sicher kann man natürlich angesichts der öffentlichen Informationen nichts sagen, aber trotzdem sollte eine Sache unumstritten sein: der BND weiß mehr, als die Öffentlichkeit glaubt. Oder andere Geheimdienste. Der Grund dafür liegt auf der Hand: man würde doch niemals deinen Trumpf offenlegen. Und der muss existieren, sonst wäre die Existenz des BNDs obsolet.
Was die Spionage von Merkel durch die NSA angeht: eine schöne Erkenntnis ist das sicherlich nicht, aber die Tatsache, dass Deutschland dass gar nicht darauf reagiert, sagt mir eigentlich weniger, dass die Regierung Angst vor den USA hat, sondern mehr, dass es bei uns nicht anders läuft, ggf. sogar schlimmer, angesichts der Gleichgültigkeit, mit der dieser sogenannte Skandal von offizieller Seite getragen wird.