[Netzwelt] Muslime gegen den Islamismus

Zu Beginn des Ramadans veröffentlichte ein Mobilfunkbetreiber aus Kuwait ein von dem in den Emiraten bekannten Popstar Hussein al-Jasmi gesungenes Anti-Terror-/ Anti-Krieg-Video.
Auch wenn es sich hierbei mutmaßlich im eine Marketingkampagne handelt, so ist die Botschaft doch eindeutig und wird von der muslimischen Gemeinde zur Zeit stark gefeiert.

Unangetastet dessen, ob und welcher Form man gläubig ist, kann dieses Video durchaus als Appell an den Frieden interpretiert werden.


 
Mir fehlt das viel zu sehr bei deutschen Islamvertretern bzw. Vereinen, habe da bisher hauptsächlich gehört 'wir verurteilen das und das hat nichts mit dem Islam zu tun' .. aber das finde ich viel zu dünn, da morden Menschen fälschlich im Namen des einzigen und wahren Gottes aus ihrer Sicht und mehr als 'nicht so toll' kommt da nicht..
So viel ich weiß sind die vor allem Erdogans Auslandsgeheimdienst und der hat bekanntlich Gegner die er viel weniger mag als Islamisten...
 
Kann sein. Das zeigt eigentlich auch ganz schön, dass solche simplen monokausalen Arguemtationen wie 'die sind aggressiver' oder 'die Religion ist gewalttätig' u.ä. Bullshit sind, weil das ein vielschichtiges Thema ist. Komplexe Zusammenhänge sind aber leider einer großen Gesellschaft nicht zu verklickern. Von daher gut, dass es jetzt ein symbolträchtiges Video mit klarer Botschaft mehr gibt :T.
 
Mir fehlt das viel zu sehr bei deutschen Islamvertretern bzw. Vereinen, habe da bisher hauptsächlich gehört 'wir verurteilen das und das hat nichts mit dem Islam zu tun' .. aber das finde ich viel zu dünn

Dabei darf man auch nicht vergessen, daß die Mehrheit der Opfer islamistischen Terrors Moslems sind.

Und die Anschläge in Europa gefährden die Muslime, Weihnachtsmärkte fallen da etwas aus dem Rahmen, ja nicht weniger.
Das sind ja nicht alles potentielle Täter, die unter uns leben, auch wenn das manchmal so dargestellt wird, sondern Menschen, die nicht weniger Angst vor Anschlägen haben werden, als Nichtmuslime.
 
Von daher gut, dass es jetzt ein symbolträchtiges Video mit klarer Botschaft mehr gibt :T.
Es ist ein Werbevideo, mit dem ein Mobilfunkanbieter seine Marke positiv darstellen will. Was soll die Botschaft sein? Dass Liebe besser ist als Hass und Leben besser als sich in die Luft zu sprengen? Das ist doch eine banale Erkenntnis, die von nahezu allen Menschen egal welcher Religion geteilt wird.
 
@Dieter85: Ja, natürlich, aber an anderer Stelle wird von allen und jedem erwartet, dass er sich von einzelnen Spinnern distanziert. Was soll es jetzt also sein, selbstverständliche Distanzierung oder vernunftbegründete Ignoranz? :unknown:
 
@Metal_Warrior: Distanzierungen sind Unsinn. Muslime sind nicht für Islamisten verantwortlich, die sich auf den Islam berufen; Deutsche nicht für Leute, die Flüchtlingsheime in Brand stecken und meinen das Volk zu repräsentieren; Christen nicht für Breivik oder kinderschändende Priester, die im Namen der Liebe Jesu handeln.

Irgendwann haben sich alle von allem distanziert, aber die Welt ist nicht besser geworden.
 
Wie gesagt, haben Muslime oft andere Bedürfnisse, als sich zu distanzieren. In dem Video spielen überlebende Opfer mit.
Es geht weniger darum sich von den Taten anderer zu distanzieren, als naheliegender darum, daß man nicht Opfer solcher taten werden möchte.
 
Mir fehlt in dem Video auch eine konkrete Handlungsanweisung für Nichtterroristen.

Was mache ich, wenn mein Imam radikalen Krams predigt? Im Moment anscheinend eher ignorieren als melden, Muslime müssen ja zusammenhalten gegen die Ungerechtigkeit der Welt.

Sieht man gut an der Türkei, Erdoğan ist mit "die wollen uns nicht!!!" und der Opferrolle, in der er sein Land angeblich sieht, sehr erfolgreich.

EDIT: noch einmal, ich sage NICHTS über Vergwealtigungen der katholischen Kirche, die sind auch schlimm, haben aber tatsächlich nichts mit dem Islam zu tun.
 
Brandgefährlich ist es, Aufrufe zur Gewalt zu rezitieren und zu rechtfertigen.
Ich werde mich hüten hier Zitate zu posten.
Aber so ein paar Linkbeispiele sollten doch möglich sein.

Distanzierungen sind Unsinn.
Distanzierungen sind ein (ablehnendes) Statement zu einer bestimmen Aussage oder zu einem bestimmten Verhalten. Was sollte daran Unsinn sein, wenn man etwas ablehnt und sich mit mutmaßlichen Opfern solidarisch zeigt?

EDIT: noch einmal, ich sage NICHTS über Vergwealtigungen der katholischen Kirche, die sind auch schlimm, haben aber tatsächlich nichts mit dem Islam zu tun.
Das ist schön für dich. Und was ist mit Morden, Exorzismus (teils mit Todesfolge) und anderen Taten, die im christlichen Glauben passiert sind?
Haben natürlich alle nichts mit dem Islam zu tun, zeigen aber, dass nahezu jede Religion ein paar Leichen im Keller hat. Ganz einfach, weil Religion von Menschen vorgelebt, interpretiert und aus Eigeninteresse manipulativ eingesetzt wird.
Das haben der Islam und das Christentum durchaus gemeinsam.
 
wie gesagt, auch die haben nichts mit dem Islam zu tun. Wenn man die unbeteiligte Rhetorik der Muslime adaptierte, hätten sie aber auch nichts mit dem Christentum zu tun.
 
Distanzierungen sind ein (ablehnendes) Statement zu einer bestimmen Aussage oder zu einem bestimmten Verhalten. Was sollte daran Unsinn sein, wenn man etwas ablehnt und sich mit mutmaßlichen Opfern solidarisch zeigt?
Naja, zur Distanzierung gehört aber noch mehr. Es soll sich ja nicht der Kegelverein Hamburg-Süd vom islamistischen Terror distanzieren, sondern Muslime. Wer sich distanzieren soll, hat immer etwas mit den Tätern zu tun. Dieselbe Religion, dieselbe politische Einstellung, dieselbe Herkunft etc. Aber die Täter sind Ausnahmeerscheinungen, sie repräsentieren nicht die Norm, weder in der gesamten Bevölkerung noch in der Gruppe, die sich distanzieren soll. Daher wird sich nichts ändern. Und wenn sich nichts ändert, warum sollte man es dann tun? Dann haben wir höchstens ein Ritual mehr, neben angestrahlten Gebäuden und Politikern, die ganz doll an die Angehörigen der Opfer denken.
 
ich finde symbolik sehr wichtig. das sie nichts bringt, kann ich so nicht bestätigen. da denke ich an die brandanschläge und darauf folgenden lichterketten der 90'er. diese hatten zur wirkung, daß das politische klima sich geändert hat. von daher verstehe ich auch nicht, daß es keine ähnliche reaktion islamischer gemeinden nach anschlägen in näherer umgebung gibt. das argument, daß man mit diesen menschen nichts gemein habe, zählt ja nicht. ich habe auch nichts mit nazis gemein, wenn ich gegen sie auf die straße gehe, oder mit der atomkraftlobby, wenn ich castoren blockiere. desweiteren fühlen die muslime sich ja betroffen. ich kenne keinen moslem, der nicht reflektiert was diese terroristen für ein licht auf ihn und seine religion werfen.
 
ich finde symbolik sehr wichtig.
Ich nicht. Gerade wenn die Symbolik von PR-Menschen kommerziell inszeniert wird. Aber eventuell unterschätze ich die Symbolik (Und auch Rituale) nach solchen Anschlägen, das kann natürlich sein.

Ich denke eine Distanzierung ist etwas anderes als ein Protest. Wenn sich die NPD gegen Gewalt gegen Flüchtlinge aussprechen würde, wäre es eine Distanzierung. Eine allgemeine Demo gegen Rechts initiiert von der SPD wäre für mich ein Protest, keine Distanzierung.
 
Ich nicht. Gerade wenn die Symbolik von PR-Menschen kommerziell inszeniert wird.


ich sehe da auch weniger die Symbolik des Clips selber, als vielmehr darin, was der Clip in sozialen Netzen bewirkt und wie er von Muslimen aufgenommen wird. Alleine, daß dieses Thema von Werbefachleuten als eines erkannt wird, mit denen man die Menschen triggern kann.
 
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  • #39
Ich denke eine Distanzierung ist etwas anderes als ein Protest. Wenn sich die NPD gegen Gewalt gegen Flüchtlinge aussprechen würde, wäre es eine Distanzierung. Eine allgemeine Demo gegen Rechts initiiert von der SPD wäre für mich ein Protest, keine Distanzierung.

Eine Distanzierung kann aber auch als eine friedliche Form des Protestes angesehen werden. Man muss nicht mit Steinen werfen, um zu protestieren. Siehe Veganer. Ein besseres Zeichen als etwas vorbildlich selbst nicht zu tun, kann man kaum setzen.
 
Oh, dann protestiere ich ja auch andauernd gegen Terrorismus, ich begehe nämlich keine Selbstmordattentate :)

Da geht es mir doch gleich besser. Und den Opfern sicherlich auch, es tut ja jeder, was er kann.
 
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