Ich kenne das selber, dass das Durchforsten von Boards manchmal ziemlich spannend und lustig sein kann und einem dem Eindruck vermittelt, man hätte jetzt eine grobe Ahnung davon, wie die jeweilige "Szene" tickt. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass wir bei der Auswertung von Postings keine großartig aussagekräftigen Quantifizierungen vornehmen können. Dazu kommen allgemeine Schwierigkeiten mit der Auswertung von (anonymen) Internetbeiträgen. Wir können mit Forenbeiträgen ziemlich einfach
durchführen. Aber auch wenn wir hier feststellen, dass es einige wesentliche Momente gibt, die das "Sprechen über Metal" bzw. die Interaktion von diesem Sprechen mit der Gesamtgesellschaft markieren, ist das streng genommen nur eine Aussage, die wir über das jeweilige Forum treffen können bzw. eine zu vermutende Tendenz.
Ich persönlich habe den Eindruck, dass generelle Intoleranz in Ausnahmefällen ein konstituierender Faktor des Metaller-Seins oder -Werdens sein kann. Andere Musikstile oder Menschen nicht zu mögen, ist dabei nur die logische Konsequenz eines "Ernst nehmens" der Grundsätze eines nicht mehr überschaubaren Konglomerats bestimmter Metal Bands. Es müssen dabei natürlich noch weitere Variablen mitspielen - wenn die Intoleranz ihrerseits eine Gruppe konstituiert, wird sie als Eigenschaft eines ihrer Aushängeschilder. Sie stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und vermittelt den Mitgliedern ein elitäres Gefühl.
Allerdings glaube ich ferner, dass
das nur ein vorübergehender Abschnitt der "Konstituierung des Metallers" ist. Die Tendenz geht, immernoch am elitären Gedanken angelehnt, irgendwann dann dahin, auch sehr viel Musik zu hören, die wenig oder gar nichts mehr mit Metal zu tun hat - um sich wiederum von den Metallern selbst abzugrenzen - beispielsweise weil einem die Intoleranz-Geschichte irgendwann auf den Sack geht, weil sie schlicht und einfach mit der Lebensrealität kollidiert.
Kurzum: Ja, ich denke Metaller sind intoleranter ggü. anderer Musik. Ganz einfach weil das Gemeinschaftsgefühl im Metal (als Oberbegriff) ein zentrales Element ist/war und häufig auch von den Musikern selbst hochgehalten wird. Aber wie viele hier schon schrieben ist es auch eine Sache, aus der man im Normalfall irgendwann "herauswächst".
@TheHSA: Ob das "Trueness"-Konzept immernoch hochgehalten wird? Ich weiß ja nicht. Das war schon vor 10 Jahren albern, fand ich jedenfalls
