Metal Fans intolerant gegenüber anderen Genres?

Es gibt da so ein Konzept im Metalumfeld, das sich "Trveness" nennt. Man versucht damit anzugeben, dass man ja nur die geilsten Undergroundbands höre und die ganze Mainstreammusik (u.a. Hip Hop oder gar mainstreamaffinen Metal) verachte. Ein wenig wie Musikhipstertum. Das vergeht ab einem gewissen Alter, weil man irgendwann nach etwas anderem dürstet. Man kann nicht jahrelang ausschließlich sowas wie Tsjuder oder Deicide hören :D
Und darum bin ich in keinen Metalforen mehr.
Vielleicht gibt es das Phänomen bei anderen Musikrichtungen auch, weiß ich nicht. Ich war früher zu trve dafür, um mich in anderen Musikforen umzugucken :p
 
Ich kenne das selber, dass das Durchforsten von Boards manchmal ziemlich spannend und lustig sein kann und einem dem Eindruck vermittelt, man hätte jetzt eine grobe Ahnung davon, wie die jeweilige "Szene" tickt. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass wir bei der Auswertung von Postings keine großartig aussagekräftigen Quantifizierungen vornehmen können. Dazu kommen allgemeine Schwierigkeiten mit der Auswertung von (anonymen) Internetbeiträgen. Wir können mit Forenbeiträgen ziemlich einfach durchführen. Aber auch wenn wir hier feststellen, dass es einige wesentliche Momente gibt, die das "Sprechen über Metal" bzw. die Interaktion von diesem Sprechen mit der Gesamtgesellschaft markieren, ist das streng genommen nur eine Aussage, die wir über das jeweilige Forum treffen können bzw. eine zu vermutende Tendenz.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass generelle Intoleranz in Ausnahmefällen ein konstituierender Faktor des Metaller-Seins oder -Werdens sein kann. Andere Musikstile oder Menschen nicht zu mögen, ist dabei nur die logische Konsequenz eines "Ernst nehmens" der Grundsätze eines nicht mehr überschaubaren Konglomerats bestimmter Metal Bands. Es müssen dabei natürlich noch weitere Variablen mitspielen - wenn die Intoleranz ihrerseits eine Gruppe konstituiert, wird sie als Eigenschaft eines ihrer Aushängeschilder. Sie stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und vermittelt den Mitgliedern ein elitäres Gefühl.
Allerdings glaube ich ferner, dass das nur ein vorübergehender Abschnitt der "Konstituierung des Metallers" ist. Die Tendenz geht, immernoch am elitären Gedanken angelehnt, irgendwann dann dahin, auch sehr viel Musik zu hören, die wenig oder gar nichts mehr mit Metal zu tun hat - um sich wiederum von den Metallern selbst abzugrenzen - beispielsweise weil einem die Intoleranz-Geschichte irgendwann auf den Sack geht, weil sie schlicht und einfach mit der Lebensrealität kollidiert.

Kurzum: Ja, ich denke Metaller sind intoleranter ggü. anderer Musik. Ganz einfach weil das Gemeinschaftsgefühl im Metal (als Oberbegriff) ein zentrales Element ist/war und häufig auch von den Musikern selbst hochgehalten wird. Aber wie viele hier schon schrieben ist es auch eine Sache, aus der man im Normalfall irgendwann "herauswächst".

@TheHSA: Ob das "Trueness"-Konzept immernoch hochgehalten wird? Ich weiß ja nicht. Das war schon vor 10 Jahren albern, fand ich jedenfalls :D
 
@TheHSA: Ob das "Trueness"-Konzept immernoch hochgehalten wird? Ich weiß ja nicht. Das war schon vor 10 Jahren albern, fand ich jedenfalls :D

Meiner subjektiven Kenntnis der Szene nach - ja. Ich glaube nur, dass sich die Faktoren dessen, was true ist, ständig ändern. Zu meiner Zeit war alles mit Synths grundsätzlich Weicheimusik :D Dimmu Borgir, Cradle Of Filth u.ä. galten als verachtenswerte Szeneimitate und nicht true. Aber heutzutage bin ich nicht mal sicher, dass es immer noch so ist.
 
Bei Dimmu Borgir und Cradle trifft das meiner Meinung nach immernoch zu. Vor allem Dimmu Borgir sind ja das vermeintliche Paradebeispiel für die pöse pöse "Kommerzialisierung" :unknown:
 
Ich versteh das Problem nicht. Der Witz von Subkulturen und Szene ist doch alle anderen auszugrenzen. Das ist normal, und hat nichts mit dem Genre oder der Szene zu tun. Vor allem für Aussenstehende isses doch noch klarer zu sehen - sobald eine Subkultur größer wird, da die Grenzen ihrer Kultur nicht scharf gezogen sind und jeder, der nirgendwo zugehörig ist, sich dann damit identifiziert, ist das der Beginn vom Zerfall der originären Kultur und Aufbau von Toleranzschwellen. Ich habe noch viele Kommata auf Lager.
Was meine ich nun mit Aussehenstehenden. Ganz einfach, für Freunde der elektronischen Tanzmusik, ist erstmal alles ein Metaller, was SchrammelGitarren und Schlagzeug hört (Indie mal ausgenommen). Damit ist die Szene für die (Elektro) abgesteckt und alles ist gut. Nun ist es aber so, dass es selbst im "Metaller"Kulturkreis unterschiedliche Lager gibt, die sich mehr oder weniger "hassen". Jeder True Norwegian Black Metaller würde eine Limp-Bizkit-Shirt tragendem Nu-Metal Kid erstmal die Lampe frisieren, für seinen beschissenen Musikgeschmack (zu recht). Denn es gilt auch hier wieder - die eigene Subkultur als das einzig Wahre gegen alles Andere zu behaupten, und besonders wenn sich durch die Medien viele Subgenre ein Label teilen müssen. (Das war meins - er hat es mir weggenommen ;) )

Also, Metaller sind nicht aus purer Bosheit intolleranter gegenüber anderen Musikrichtungen, sondern weil es normal ist. Würden sich aber vielleicht mit anderen Musikstilen "solidarisieren" um sich gegen einen gemeinsamen "Gegner" zu behaupten.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen - Metaller sind doch noch recht gemäßigt. Guckt mal in die NoiseIndustrial Szene - es gibt in Deutschland vielleicht 800 Leute die das hören und es gibt exakt 801 Industrialgenres, die das einzig wahre sind. ;)

Alles gut.
 
Hey super. Andere sind schlimmer, dann darf ich weiter schlimm bleiben. \o/

:D

HipHop-Fans sind deshalb toleranter, weil sie im tiefsten Inneren wissen, dass ihre Musik scheiße ist.
 
Den Trueness-Faktor im Metal und anderen (Sub)Genres kann man auch auf diese Weise betrachten :

true = unpolitische Bands die keine Sympathie zu Patrioten, Nationalisten und Rechtsextremen hegen und antirassistische Bands
not true greyscale = patriotische und nationalistische Rattenfänger
untrue = rechtsextreme Bastarde
 

Ach, ich kannte damals Leute, die NSBM durchaus als true empfanden. Und Napalm Death gelten auch als true, obwohl sie nicht unpolitisch sind.
Aber falls du das so siehst, top :T
 

Ach, ich kannte damals Leute, die NSBM durchaus als true empfanden. Und Napalm Death gelten auch als true, obwohl sie nicht unpolitisch sind.
Aber falls du das so siehst, top :T

Welche politische Ausrichtung haben denn Napalm Death?
Wenn Black Metal im Kern Rassistisch und Nationalsozialistisch ist können sich NS-Blackmetaller natürlich als true bezeichnen.
(..und Metal als untrue)
 
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ND sind Anarchopunks. Linksextremistisch.
Linksextrem? Müßte ich erst googlen. Singen die hoch die rote Fahne, oder was?

edit:

( Habe mal die Schlagworte "Napalm Death Linksextrem" gegooglet und nix gefunden.
Auf der englischen Wikipedia Seite steht nichts von Links- oder Linksorientiert, aber auf der deutschen steht das Napalm Death "durch ihre sozialkritischen Texte als Linksorientiert einzustufen sind", was das nun wieder bedeuten soll. :D )
 
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  • #74
Hip Hop ist ein melting Pot von Kulturen und Sounds. Man sampelt Musik aus allen möglichen Genres. Bushido hatte schon oft ärger, weil er Black Metal Bands gesampelt hat.

Als kleines Beispiel:



Ein amerikanischer Beat, der mir sehr gefällt. Der Producer hat Samples aus alten indischen Bollywoodfilmen benutzt. Wenn mir das hier schon gefällt, bin ich ja viel toleranter gegenüber viele Klänge. Wenn ich ein Bollywood Film gucke und ähnliche Samples höre, fängt es mir schon an zu gefallen.

Und deswegen ist Rap und Hip Hop das geilste was es gibt, weil es vom Volk kommt, man nur ein Stift braucht. Diese Welt hat so viele gute Musik und Kulturen und Hip Hop Beats benutzen diese. Ist doch eine riesigen Verschwendung, wenn man nur den Sound einer Gitarre feiert.

Ich glaube deswegen ist jemand, der größtenteils Rap hört oder Hip Hop, schon dazu praktisch gemacht, toleranter bei anderen Genres zu sein.



Im Gegenteil nehmen wir Musik sehr ernst. Es gibt nämlich nicht nur Mainstream Rap, sondern auch Underground.
 


Ich dachte das Gegenteil und dann las ich das

"Und deswegen ist Rap und Hip Hop das geilste was es gibt, weil es vom Volk kommt, man nur ein Stift braucht. Diese Welt hat so viele gute Musik und Kulturen und Hip Hop Beats benutzen diese. Ist doch eine riesigen Verschwendung, wenn man nur den Sound einer Gitarre feiert."

1. einEN Stift. Außerdem ergibt das keinen Sinn.
2. so viele gute Musik? Entweder "so viel" oder "gute Musikrichtungen".
3. Riesige Verschwendung, ohne n
 
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  • #78
Mach mal nicht auf Oberlehrer jetzt :D

Darauf habe ich in meiner Freizeit keine lust. :dozey:

Geh mal lieber auf den Inhalt ein.
 


Der Inhalt ist mir relativ. Früher, da hätte ich es als Hardcore-Metaller noch angefochten. Mittlerweile lächel ich nur und nicke, wenn mir jemand seine Musik als "das Geilste" verkauft. Es ist einfach Geschmackssache, denke ich mal.
Die dem Thread sein Thema gebende Intoleranz besteht wirklich in allen Musikbereichen, wie hier bereits angemerkt wurde. Ich wette selbst im Hip-Hop-Bereich gibt es Leute, die so jemanden wie Bushido als total untrue empfinden. Nur Public Enemy, nur NWA, nur oldschool!
 
in letzter Zeit muss ich oft feststellen, dass die Metal Fans, die ich kenne, ziemlich intolerant gegenüber andere Musik sind. Auch hier im NGB teilweise. Es wird oft gegen Rap/Hip-Hop gehetzt zum Beispiel oder wenn man auf Amazon die Kommentare anguckt, hassen sich Metal Fans auch untereinander. Zwischen den ganzen Unter-Genres.
Ich erinnere mich letztes Jahr aufm Party.San ist am ersten Tag um halb drei u.a. Haftbefehl gepumpt worden ^^

Aber generell kann man die Aussage als Klischee schon stehen lassen, gerade bei Teilen der Extremmetalszene (Black/Death z.B. - Grindcoreler sind i.d.R. wieder sehr aufgeschlossen)
Ich würde spontan sagen dass einfach der Altersdurchschnitt höher ist und der musikalische Tunnelblick eher einsetzt.
 
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