Das kann ich mit meinem Gewissen natürlich nicht vereinbaren und finde Europa sollte Israel nicht mehr unterstützen und Embargos auflasten. Alles andere ist nicht glaubwürdig.
Dito, bloß macht es wenig Sinn den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Es würde ja schonmal reichen keine Waffen mehr an Israel zu liefern. Allein das ist wohl unter fast jeder Regierung schon schwer zu durchzusetzen, denn bei uns wird so eine Diskussion immer als "anti-semitisch" angeklagt werden.
Aber generell sollte man da natürlich keinen Unterschied machen. Israel ist genausowenig demokratisch wie Mexiko. Und im Fall Mexiko gab es einen großen Skandal über den Waffenexport, denn diese werden dort eben auch genutzt um Studentenbewegungen niederzuschiessen oder Schutzgelder zu erpressen und dergleichen.
Einwanderungsgesetze, darf natürlich jeder so bestimmen wie er will, aber ich und viele andere sind der Meinung, dass eine pro ethnische Ausrichtung von Gesetzen mit den Werten des Westens nicht vereinbar ist.
Also auf den ersten Blick hast du recht. Den westlichen Werten zufolge darf eine Einwanderungspolitik natürlich nur nach Qualifikation geregelt sein. Eine Auswahl nach Ethnien, Religion etc. wäre natürlich diskriminierend und nicht mit unserem GG und EU-Gesetzen vereinbar.
Jedoch, wenn man nochmal genauer hinschaut, gab und gibt es da immer Ausnahmen. So zum Beispiel für "Herkunftsdeutsche" in Polen, Tschechien, Ungarn etc. oder natürlich auch generell für jedes von "Deutschen" im Ausland geborene Kind. Defacto konnten Herkunftsdeutsche immer etwas einfacher immigrieren, als normale Ausländer. Und das ist denke ich mal bei den meisten westlichen Ländern genauso. Erst wenn die Abstammungslinie quasi zu alt wird (wie bei US-Bürgern die von deutschen Immigranten abstammen), dann werden sie genauso wie andere Ausländer behandelt.
Das ist schon eine schwierige Thematik und ich kann gewissermassen auch solche Ausnahmen ein bißchen verstehen. Ich würde generell auch bevorzugt behandelt werden wollen, wenn meine Vorfahren aus einem Land stammen und ich mich dadurch auch irgendwie kulturell und emotional verbundener fühle, als jemand der aus rein wirtschaftlichen Gründen immigrieren will.
Im Fall Israel ist das dann nochmal besonders schwierig, weil der Staat noch so jung ist und man sich daher eher selten darauf berufen könnte, dass die eigenen Vorfahren dort, oder in einem Vorgängerstaat, bereits gelebt hätten. Bei Nationalstaaten, die historisch schon lange existieren, ist so einer Argumentation natürlich auch einfacher zu folgen.
Warum stiefeln sie den Juden hinterher, statt mal vor der eigenen Tür zu kehren und zu protestieren dagen, dass die Deutsche Bundesregierung das Kosovo zu sicheren Herkunfstgebiet erkärt, mit der Folge, dass Asylbewerber von dort postwendend zurückgeschickt werden?
Fragen über Fragen.
Eine Diskussion gegen die andere auszuspielen finde ich immer sehr müßig und fragwürdig. Man darf sich doch Gedanken über die ganze Welt machen bitte? Die Freiheit sollte schon bestehen.. auch wenn ich grundsätzlich zustimme, dass man vor der eigenen Haustür beginnen sollte oder sie zumindest nicht übersehen sollte, wenn es darum geht "aktiv" zu werden
Aber ich stimme auch mit deiner Feststellung nicht überein: Die deutsche Asyl- und Einwanderungspolitik ist sicher unter den TOP5 der wichtigsten und meist diskutierten Themengebiete der letzten Jahre, sowohl zivilgesellschaftlich als auch medial. Man gehe nur mal die öffentlich-rechtlichen Reportagesendungen durch. Da wirst du in mindestens jeder zweiten Ausgabe einen Beitrag zur Asylpolitik finden und der wird in der absoluten Mehrheit einen sehr kritischen Ton anschlagen.
Also in sofern sehe ich überhaupt nicht, dass diese Diskussion nicht seit Jahren schon ständig geführt würde. Ich sehe auch nicht, dass diese zu Gunsten von außenpolitischen Menschenrechtsdiskussionen an Bedeutung verloren hätte, auch da gerade in diesen oft die deutsche bzw. europäische Beteiligung an der Lage genauer untersucht und hervorgehoben wird.