Homöopathie

sia

gesperrt
Registriert
26 März 2015
Beiträge
5.926
Ort
FFM (NSFW)
Warum macht man sowas?

Warum denken Leute ernsthaft, das würde Krankheiten heilen, wenn giftige Stoffe im Verhältnis 1:10^x (1:1.000.000 oder kleiner) verdünnt werden?

Warum darf man solche Leute nicht aus der Krankenkasse ausschließen?
 
Magst du vielleicht ein bisschen mehr Input bzgl. deiner Beweggründe für die Threaderöffnung geben? Das würde ein bisschen mehr Grundlage für ne interessante Diskussion schaffen. Außerdem würde es mich interessieren, warum es dich grad beschäftigt :)
 
Warum darf man solche Leute nicht aus der Krankenkasse ausschließen?

Würde man damit anfangen, müsste man eine ganze Menge Leute ebenfalls aus der Krankenkasse ausschließen. Raucher, Säufer, Leute die sich stark ungesund ernähren usw. Die belasten die Krankenkassen vermutlich um einiges mehr als Leute die sich Globuli reinpfeifen.

Bei Homöopathie spielt meiner Meinung nach der Placeboeffekt (Autosuggestion usw.) eine entscheidende Rolle. Daher wirken Globuli bei mir auch nicht, da es für mich nur Liebesperlen sind.

Bei der Homöopathie werden übrigens auch nicht giftige Stoffe verdünnt. Gänseblümchen, Kochsalz oder rote Zwiebeln beispielsweise.
 
Man muss ja auch nicht immer gleich an das Beispiel denken wo homöopathische Mittel gegen Krebs Verwendung finden, Anwendungsgebiete gibt es ja durchaus sehr viele. Auch wenn ich persönlich eher ein Anhänger der Schulmedizin bin so muss ich ab und an auch echt den Kopf schütteln ab wann man schon mit vollwertigen Medikamenten oder gar Antibiotika voll gestopft wird. Man braucht ja nicht bei jeder Kleinigkeit gleich den Hammer von Bayerm, ab und an reicht ja wirklich einfach ein grüner Tee :unknown:

z.B. hatte in Bekannter immer extreme Probleme mit der Nahrungsaufnahme. Diverse Unverträglichkeiten haben ihm langsam aber sicher das Leben zur Hölle gemacht. Ärzte konnten sich nicht helfen, Medikamente haben nichts geholfen. Der ist dann in seiner Verzweiflung auch zu diversen Heilpraktikern gegangen. Im Endeffekt konnte er mit Athemtechniken und irgendwelchen Kräutern seinen Körper so weit in den Griff bekommen das er heute wieder ALLES essen kann. Vom fettigen Schnitzel, über einen scharfen Döner bis hin zu Curry-Rot-Weiß. Früher ging nicht mal Milch! Woher kommt es also? Ich glaube wir wissen einfach noch einen Scheiß vom Körper bilden uns auf Grund unseres brutalen technischen Fortschritts aber ne Menge ein.

Wenn man jemand ausschließen müsste dann Übergewichtige und Alkoholiker. Die machen ihren Körper ja wirklich kaputt. Das eine Bachblütentherapie jetzt Schaden anrichtet bezweifle ich mal ;)
 
Gegen Halsschmerzen hab ich jetzt schon häufiger mal ein homöopatisches Spray gekauft das wirkt bei mir Wunder. Keine Ahnung warum, ist mir aber auch nicht wirklich wichtig solange es funktioniert. Auch wenns nur Pressluft sein sollte. Bis mir aufgefallen ist, dass es homöopatisch ist hats aber auch ne Weile gedauert...
 


Ursache von Halsschmerzen sind oft trockene Schleimhäute. Was in einem Spray oder Bonbon drin ist, ist da dann nicht entscheidend.
 
Ich habe ja auch nicht gesagt, Bonbon oder Spray wären nicht unterschiedlich, sondern das es nicht auf Inhaltsstoffe ankommt.
 
Homöpathie ist nicht Naturheilkunde. Das wird irgendwie immer gerne zusammengewürfelt.
Der offensichtliche Unterschied ist aber dass bei der Homöopathie der in Zucker gehüllte Gedanke an einen Wirkstoff verkauft wird. Bei der Naturheilkunde ist dieser Wirkstoff nachweislich vorhanden, nur eben nicht synthetisiert, sondern pflanzlich-natürlichen Ursprungs. Wobei das chemische Vorgänge wie z.B. das extrahieren von Kräuterauszüge mit Alkohol etc. nicht ausschließt. Nur ist da eben nachher Wirkstoff enthalten, und das Wissen um dessen Anwendung hat sich oftmals über Jahrhunderte bewährt.
Homöpathie hingegen beruht auf dem krudem Weltbild eines Arztes von 1796. Es ist Scharlatenerie, gleich wirksam wie "Energiefeld-Therapien" oder sich Halbedelsteine auf den Kopf zu legen.

James Randi . Brandgefährlich, laut Homöpathie-"Experten". Außer einem "Sugar-Rush" konnte er bisher keine Wirkung feststellen. Der ganze Vortrag ist sehr zu empfehlen, dreht sich nicht nur um Homöpathie, geht generell um Scharlatanerie und Aberglaube.
 
Ich kann Leute die an Homöopathie glauben nicht ernst nehmen. Da werden zum Teil handelsübliche Dinge wie Gänseblümchen millionenfach verdünnt (ja wirklich, ) und sollen plötzlich eine Wirkung entfalten. Der Körper merkt nicht einmal, dass da außer Zucker noch irgendwasaufgenommen wurde. Wer eine Wirkung durch Homöopathie an sich festgestellt hat, ist dem Placebo Effekt auf den Leim gegangen. Daran ist prinzipiell nichts verwerflich, Placebos können ja auch gut tun, allerdings ist die Vermarktung von Homöopathie auf die Dummheit der Kunden ausgelegt. Und das widert mich an.

Naturheilkunde ist wie Ungesund bereits erwähnte, etwas ganz anderes. Pflanzen können natürlich eine Wirkung erzielen, dafür braucht es aber auch eine vernünftige Dosis des Wirkstoffs. Kamille kann richtig gut sein, wenn sie nicht millionenfach verdünnt wird.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #13
Magst du vielleicht ein bisschen mehr Input bzgl. deiner Beweggründe für die Threaderöffnung geben? Das würde ein bisschen mehr Grundlage für ne interessante Diskussion schaffen. Außerdem würde es mich interessieren, warum es dich grad beschäftigt :)

Auf Facebook gelesen, dass jemand sich immer selbst behandelt und Lungenentzündungen damit weg bekommen haben will. Derjenige behandelt auch seine Kinder immer mit Homopathie, was ich unverantwortlich finde.

Die Frage war aber eher allgemein in den Raum gestellt.

Als Arzt? Als Patient? Als Apotheker? Als Hersteller?
Die haben alle unterschiedliche Beweggründe.

Der Arzt oder Apotheker will Geld, der Hersteller auch, und der Patient lässt sich verarschen. Oder?
 
Ich finde Homöopathie eigentlich erst dann verwerflich, wenn damit bewusst schwere und lebensbedrohliche Krankheiten als Primärtherapie behandelt werden sollen. Es ist ja schon vorgekommen, dass Eltern und Homöopathen (die hier meiner Meinung nach gleichsam Verantwortung tragen) ein Kind quasi haben sterben lassen, weil eine "schulmedizinische" Therapie verwehrt wurde und mit Bachblüten behandelt wurde, bspw. bei Lungenentzündung. Wegen solchen Geschichten werden die Menschen dann berechtigter Weise sauer und dann entstehen Hass-Plattformen wie .

Auf der anderen Seite finde ich gut, dass es Homöopathie gibt, wenn sie flankierend, als Therapieunterstützung eingesetzt wird. Wenn die Kohle dafür da ist (oder eine entsprechende Homöopathe-Versicherung zusätzlich zur Privaten) dann kann es keinem schaden, im Gegenteil. Es gibt immer wieder unerklärliche Heilungen, die man auf Homöopathie zurückführt. Letztendlich weiß man nicht, war's eine Spontanheilung oder eine Art Super-Plaecbo (und er muss ja auch erst irgendwie getriggert werden) ? Leute, die Homöopathie mögen, als "dumm" darzustellen, und Leute, die es anbieten pauschal als "Scharlatane" finde ich nicht fair. Die Leute sind eher verzweifelt oder aber placebo-anfällig. Und gerade bei letzterem kann man ja nicht sagen, dass H. keine Wirkung hätte! Und die Anbieter glauben oft selber dran.
 
Selbst den Placebo-Effekt würde ich nicht überschätzen. Es handelt sich i.d.R. einfach um normale Selbstheilung.

Warum sprechen die Homöopathen von anfänglicher Erstverschlimmerung, wenn man Globuli nimmt?

Weil dies einem normalen Krankheitsverlauf entspricht. Nach ersten Anzeichen wird es erst mal schlimmer und danach wieder besser.
Der Homöopathie-Anhänger nimmt nach ersten Anzeichen Globuli, denkt sich nichts dabei, daß es im statt besser schlechter geht, bzw., daß muß so sein (Erstverschlechterung) - und wenn es ihm dann irgend wann besser geht, meint er dies den Globuli zu verdanken
 
Also dass ein Placebo-Effekt existiert und signifikante Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben kann, wurde häufig nachgewiesen. Da gibt es unzählige zu. konnte auch deutlich gezeigt werden, dass die homöopathische Konsultation einen Effekt auf die Heilung hatte, nicht aber die Gabe der Präparate an sich. Aber nicht jeder ist ja gleich anfällig für Placebo.

Mit der Erstverschlimmerung stimme ich dir aber zu. Es ist häufig die Argumentationsweise von diesen "Heilern", auch eine ausbleibende Wirkung hanebüchen zu rechtfertigen.
 
Oft ist das wirklich kein Placebo Effekt. Das schöne an der Homöopathie ist ja das man da gleich sagt es könnte bei der Einnahme vom Wirkstoff vielleicht erst mal schlimmer werden. Danach geht es einem dann aber besser und schwupps sind wir einfach beim normalen Krankheitsverlauf.
 
Interessant wird es dann eben bei chronischen Krankheiten, wo sich ein normaler Krankheitsverlauf nicht mehr definieren lässt.
 

Nicht fair? Sorry, mir fällt leider kein anderes Wort als "Scharlatan" für jemanden ein, der die Lage von Menschen die sich heilung wünschen ausnutzt und ihnen Zuckerperlen verkauft. Früher sind so Leute mit Karren durchs Land gefahren und haben Schlangenöl verkauft, heute bekommt man den Unfug in der Apotheke.

Die von dir zitierten Studien helfen ja auch wenig weiter... Das Placebos wirken können, ist allgemein bekannt. Trotzdem wäre es Betrug diese Wirkstofffreien Pillen als Arznei-Alternative zu vermarkten, und das müsste man, damit es ein Placebo wäre. In der zweiten Studie, wie du schon schreibst, ist das Präparat Wirkungslos, der Menschliche Kontakt durch ein Gespräch über die eigene Krankheit und Sorgen etc. aber förderlich... Auch das ist bekannt. Aber das lässt sich ja nicht umdrehen, und der Homöopathie zu gute halten, die hat in dem Test eindeutig versagt.

Ich will nicht zu hart rüberkommen wenn ich darüber rede, aber genau die Haltung ist so gefährlich: "Ist ja nur Behandlungsbegleitend, hat ja gar nicht die Aufgabe dich wirklich zu heilen, sondern hilft nur dabei." Das ist der derzeitige versuch der Posiitionierung durch die Homöpathie-Pharma-Vermarkter: Man erkennt dass Menschen inzwischen alles nachschlagen und sich informieren können, und bedingungsloser Aberglaube beim Käufer inzwischen ziemlich rückläufig ist. Das ist schade, denn mit so geringen Rohstoffpreisen ein so hochpreisiges Produkt herstellen zu können, das will ja niemand einfach so aufgeben...

Also ist Homöpathie nun "Behandlungsbegleitend", garnicht offensiv, muss nicht, kann aber, wenn man sich denn selbst es wert ist.

Einer meiner liebsten, von der Homöpathie-Pharma-Lobby gesäten Artikel ist . Er erschien in exakt dem selben Wortlaut in verschiedenen Publikationen und zeigt wunderbar welches Image man sich inzwischen verpassen möchte. Die Prämisse: Lass gemäßigte Homöpathie-Gegner sprechen und es gegen Ende in einem Kompromiss enden. So wird der völlig obsolete Hokus-Pokus mit dem man Zuckerperlen für horrendes Geld verkauft relativiert.

Zur angesprochenen "Erstverschlimmerung" gibt es auch einen schönen Satz im Artikel, der diese krude Idee noch ausbaut:
"...Die Folge kann sein, dass der Patient keine Veränderung spürt, neue Symptome feststellt oder sich die Beschwerden verschlechtern...."

Die Heilung mit eingeschlossen, denn darum geht es ja, welche "Folge" wäre sonst noch zu erwarten?
- Heilung
- keine Veränderung
- neue Symptome
- Schlimmere Beschwerden
Damit ist alles abgedeckt was irgendwie eintreten kann, ob mit oder ohne Zuckerkugeln... Dies als "Folgen" einer Behandlung zu bezeichnen ist lächerlich.
 
Zuletzt bearbeitet:


Dein Link ist kaputt.


--
Wer will kann sich mal die Bühnenshows von Eckard von Hirschhausen reinziehen, die sin informativ und witzig.

Er nimmt da unter anderem auch bei einer die Homöopathie auseinander. Auch zum Thema Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten erzählt er einiges.

Mein Lieblingszitat: "Wer hier nimmt Vitamintabletten" *viele melden sich*, "Ok, ich frage mal so: Wann ist der letzte ihrer Bekannten an Scorbut gestorben?" :D
 
Zurück
Oben