• Hallo liebe Userinnen und User,

    nach bereits längeren Planungen und Vorbereitungen sind wir nun von vBulletin auf Xenforo umgestiegen. Die Umstellung musste leider aufgrund der Serverprobleme der letzten Tage notgedrungen vorverlegt werden. Das neue Forum ist soweit voll funktionsfähig, allerdings sind noch nicht alle der gewohnten Funktionen vorhanden. Nach Möglichkeit werden wir sie in den nächsten Wochen nachrüsten. Dafür sollte es nun einige der Probleme lösen, die wir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten hatten. Auch der Server ist nun potenter als bei unserem alten Hoster, wodurch wir nun langfristig den Tank mit Bytes vollgetankt haben.

    Anfangs mag die neue Boardsoftware etwas ungewohnt sein, aber man findet sich recht schnell ein. Wir wissen, dass ihr alle Gewohnheitstiere seid, aber gebt dem neuen Board eine Chance.
    Sollte etwas der neuen oder auch gewohnten Funktionen unklar sein, könnt ihr den "Wo issn da der Button zu"-Thread im Feedback nutzen. Bugs meldet ihr bitte im Bugtracker, es wird sicher welche geben die uns noch nicht aufgefallen sind. Ich werde das dann versuchen, halbwegs im Startbeitrag übersichtlich zu halten, was an Arbeit noch aussteht.

    Neu ist, dass die Boardsoftware deutlich besser für Mobiltelefone und diverse Endgeräte geeignet ist und nun auch im mobilen Style alle Funktionen verfügbar sind. Am Desktop findet ihr oben rechts sowohl den Umschalter zwischen hellem und dunklem Style. Am Handy ist der Hell-/Dunkelschalter am Ende der Seite. Damit sollte zukünftig jeder sein Board so konfigurieren können, wie es ihm am liebsten ist.


    Die restlichen Funktionen sollten eigentlich soweit wie gewohnt funktionieren. Einfach mal ein wenig damit spielen oder bei Unklarheiten im Thread nachfragen. Viel Spaß im ngb 2.0.

Hessen: Volksbegehren gegen Gendersprache

drfuture

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Ich versteh das Beispiel nicht so richtig. Wenn 80% Frauen keine Fuehrungsposition moechten, dann fallen die auch gar nicht in die Frauenquote weil sie sich darauf nicht bewerben
Doch im Grunde schon - da, um eine Quote zu erfüllen, Auch in Personalabteilungen intern mehr "Druck" auf weibliche Mitarbeiter ausgeübt wird / werden kann das diese einen solchen Posten annehmen.
"Gleichberechtigung" hat hier oft viele Gesichter.
Fragen können nun gleiches Gehalt für gleiche Leistung einklagen.
Männer können das nicht. Wenn ein Kollege bei nachweißlich geringerer Leistung mehr verdient hat er halt gut verhandelt.
Ich finde das neue Gesetzt gut. Nur leider sehr einseitig.

Frauen können Kindererziehungszeit bis zum Renteneintritt auf ihre Rente anrechnen lassen. Männer müssen dies in in den ersten 2 Monaten nach ihrer Elternzeit / Kindererziehungszeit machen sonst fällt die Leistung der Frau zu.
Aber ja das Thema driftet ab :D

Und das ist genau der Grund. Allein schon dieser Gedanke (ohne Wertung dir Gegenueber) zeigt, was das Problem ist. Diese patriarchischen Gedanken sind so tief in unserer Gesellschaft verankert, dass man dann erstmal auf "Ja die hat den Job nur wegen Quote" geht. Und da muessen wir rauskommen. Ob da nun eine Quote hilfreich ist oder nicht, wird sich zeigen.
In unserer Firma arbeiten mehr Frauen als Männer und auch vor dem Gesetzt gab es hier recht ausgeglichene Verhältnisse.
Ich habe nicht den Gedanken das die Frau das nur deswegen bekommen hat - das Problem das ich bei gesetzlichen Quoten sehe, ist aber das im Zweifel der "Beleg" das die Leistung der Grund ist nur schwer bis gar nicht zu erbringen ist. Selbst wenn die Führungskraft ihren Job gut macht - wird sie evtl. nicht so schnell entlassen... weil man ja gute Quoten haben möchte.
Ich finde Frauen in Führungspositionen sehr hilfreich - Diskussionsrunden laufen unter gemischten Gruppen deutlich besser ab.

Mein Problem ist aber das ich keine so wirklichen Informationen darüber finde für "wen" wir das wirklich machen. Wie beschrieben, Frauen mit denen ich mich darüber unterhalten habe, egal ob im Freundes; bekannten, Firmen oder Nachbarumfeld fühlten sich von den generisch maskulinen Wörtern ihrer Aussage nach angesprochen und es ist alles in Ordnung.
Natürlich gibt es dann, wie so oft, Gruppen die sich an etwas "stören" und gutes Marketing haben. Und die Argumentation ist ja auch erst einmal nicht blöd, auch deine Aussage ist nicht falsch, warum eine Gruppe an Menschen unterdrücken wenn man es "so einfach" beheben kann. Da will dann natürlich auch keine große Zeitung, Radio oder sonst was da stehen und zu denen gehören die irgendwelche Menschen ausschließen - also macht man halt mit.

Für mich ist es aber nicht "so einfach" alle anzusprechen und es macht für mich persönlich die Sprache - auch wenn man das natürlich oft hört - ungenauer - bzw. man kann es fast nur falsch machen - oder ist dann "er hat es ja versucht" auch schon toll?
- Wenn ich weiß das die Gruppe über die ich rede rein Männlich oder rein Weiblich ist (meine Zuhörer aber z.B. nicht) muss ich dann Bezeichner allgemein halten oder darf ich sagen z.B. der Lehrer ohne im Zweifel krumm angeschaut zu werden?
- Wie weiter oben schon mal angemerkt ist mir die Unterscheidung zwischen "jemand macht gerade etwas" und "jemand gehört zu einer Gruppe" unklar wie die Studierenden, Lehrenden usw.
- Dann werden die sollten Dinge wie Tiere Gegendert - Zoobewohner:innen? (Zootiere ist ja irgendwie auch wieder zu spezifisch... kein Witz, so gelesen).

Und doch da hat die Gruppe der Menschen die ein "Problem" haben schon sehr viel damit zu tun ob man das verfolgen sollte oder nicht. Denn auch dort gilt ja deine Aussage "Die könnten sich im Grunde ein wenig aus ihrer Komfortzone bewegen und sich angesprochen fühlen" ist ja in diesem Fall keine Messbare Sache.
Es stören bei uns auch sehr kleine Gruppen von MEnschen den Bau von Handy-Masten weil diese gefährlich sind. Die Probleme verursachen die Masten dann egal ob sie an oder aus sind ;). Bzw. gibt es meines Wissens in der Tat bis heute noch keine Belege das die elektromagnetische Strahlung zu Schaden führt. Dafür aber ist es definitiv so, das die Masten weniger Leistung für Sende/Empfang verwenden wenn es mehr Masten gibt >> folglich die Belastung nicht mehr sondern eher weniger wird.
Oder Gruppen die Klage gegen Windräder einreichen 200KM von ihrem Wohnort entfernt... Stellvertretend für die die dort wohnen.

Ich bin bei ganz vielen Veränderungen gerne dabei - wenn es für mich einen verständlichen Nutzen gibt (wie in einem anderen Thread zu lesen habe ich z.B. auch mit eAutos sehr früh angefangen, das wird ja ebenso von vielen für wahnsinnig und unmöglich gehalten; oder ein Umdenken bei Ernährung, Lebensmitteln und vielem anderen das nötig ist). Aber hier fehlt mir bisher einfach der Kontext und so richtig habe ich den hier (genauso wie überall anders) noch nicht lesen können.
 

redbeard

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Ich glaube das kann ich hier nicht mehr wirklich weiter beantworten, weil ich in meinen Bubbles (sowohl virtuell als auch RL) echt viele Frauen habe, die betroffen sind und sich auch betroffen fuehlen (muss man ja auch nicht; ist genauso legitim) und die eine inklusivere Sprache fuer wichtig befinden.

Das ist hier in dem Thread aber auch nur anekdotische Evidenz wie dass du zB im Umfeld niemanden hast 😅

Man kanns am Ende eh nie allen Recht machen; meine persoenliche Herangehensweise waere vermutlich: Mich mit dem Thema beschaeftigen, mich versuchen reinzufuehlen und eben nichts abzusprechen und mich zu fragen bzw. zu hinterfragen warum ich wehemend fuer oder gegen etwas bin. Dazu eine gesunde Prise Wissenschaft.

Dass eine Gruppe von Sendemast 5G Schwurbeln nun keine "wirkliche" Minderheit im Kontext des Themas hier ist, ist ja irgendwo klar. Die haben natuerlich auch ihre Probleme, das muss man so akzeptieren. Aber nen Sendemast nicht zu bauen, weil dann irgendwelche Regenbogenstaubgeister durch Astralprojektion heimlich an deinen Unterhosen riechen... da bin ich raus :D
 

drfuture

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Hast du denn eine gesunde Prise Wissenschaft dazu? Du bist zumindest der erste der zumindest betroffene kennt, was es ja schon mal interessant macht.
 

redbeard

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BurnerR

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Yes I Can! (sehr interessant; Kinder (Maedchen) trauen sich durch Sprache bedingt Jobs mehr zu oder eben weniger zu)
Die Studie hatte ich vor ein paar Tagen großtenteils gelesen. Methodisch ist sowas immer schwierig. Die Signifikanz bezogen auf die Status-Wahrnehmung kann z.B. auch dadurch erklärt werden, dass Kinder eben eher sehen, dass Männer einen hohen Status haben und mehr verdienen und daher die explizite Nennung der weiblichen Form einen tendenziell gegenteiligen Eindruck erweckt.

Darüber hinaus waren die Ergebnisse nur für die Jungen, aber nicht für die Mädchen signifikant, was durchaus bemerkenswert ist und nur unzufriedenstellend aufgelöst wird in der Diskussion, d.h. da ist Bedarf an anknüpfenden Studien.
Das Aufteilen nach Geschlecht riecht auch ein klein wenig nach "p-Hacking", also das man im Nachhinein die Aufteilung erst gemacht als sich zeigte, dass die Ergebnisse nicht signifikant werden, wenn man alle Kinder betrachtet. Andererseits liegen die p-Werte schon sehr weit auseinander.

Es wurden nicht viele Daten erhoben zu den Kindern (was weder gut noch schlecht ist), aber ziemlich ausgewertet und das wirkt ein bisschen nach "explorativer Auswertung" die sich zur Hypothesenbildung eignet, aber nicht um Hypothesen zu bestätigen. Dass das da zumindest meiner Wahrnehmung nach so beisammen steht bestärkt mich erstmal in dem Eindruck, dass methodisch vllt nicht ganz sauber gearbeitet wurde.

Zuletzt ist da noch der Punkt, dass viele Kinder befragt wurden, es aber insgesamt nur 16 Items gab, also 16 Job Bezeichnungen abgefragt wurden, aufgeteilt in drei Kategorien, also im Schnitt 5 Items pro Kategorie. Das wirkt auf mich erstmal nach recht wenig.


Bei dieser Studie wurde von den Probanden jeweils ein Text mit Binnen-I gelesen oder im generischen Maskulinum. Mir jedenfalls leuchtet es intuitiv ein, dass wenn ich "ÄrztInnen" schreibe, das dann das weibliche stark hervor gehoben ist, da das sprachlich sehr nah am "Ärztinnen" dran ist. Das reduziert also quasi nicht einen Bias, sondern ersetzt ihn.
 

thom53281

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Für mich ist es aber nicht "so einfach" alle anzusprechen und es macht für mich persönlich die Sprache - auch wenn man das natürlich oft hört - ungenauer - bzw. man kann es fast nur falsch machen - oder ist dann "er hat es ja versucht" auch schon toll?

Wie beschrieben, Frauen mit denen ich mich darüber unterhalten habe, egal ob im Freundes; bekannten, Firmen oder Nachbarumfeld fühlten sich von den generisch maskulinen Wörtern ihrer Aussage nach angesprochen und es ist alles in Ordnung.
Freund*innen-, Bekannten*innen-, Firmen und Nachbar*innenumfeld.

Ich hoffe, das richtig gegendert zu haben.
 

Verbogener

VerboRgener nur mit 2R

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Ein gutes Beispiel ist hier für mich die Sache mit der Frauenquote im Management.
Bei uns gibt es ja auch vergleichbares.
Ich verstehe allerdings nicht, was man wirklich damit erreichen will. Will man in manchen Bereichen mehr als 2/3 Frauen weil da ja noch immer gefördert wird?

Man schaue sich die Zahlen in unserer Justiz an, wo man nur staunen kann.

Und da sind die ganzen Schreibkräfte (wie gendert man Schreibkraft ??) gar nicht enthalten, die natürlich auch keine Führungskräfte sind.

Warum werden keine Maurerinnen gefördert, wo der Anteil 1 ‰ beträgt.
Warum gehen da die Feministinnen auf die Strassen und demonstrieren wir wollen Maurerinnen werden, aber wir können nicht, da wir andere körperlichen Eigenschaften haben. Das ist dochein Traumjob. Immer an der fischen Luft bei 35° auf der Autbahnbaustelle mit angenehmer Geräuschkulisse den Pesslufthammer in der Hand. Immerhin vibriert dieser und man erspart sich die Massage.

Gleichbehandlung doch in allen Berufen?

Warum akzeptiert man nicht, was ja Evulution geschaffen hat, die "bauartbedingten" Unterschiede der Geschlechter? Das durch die körperlichen Unterschiede der Geschlechter diese halt auch unterschiedlich stark vertreten sind in den einzelnen Berufssparten.
 
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Chegwidden

Hat sich hochgeschlafen-
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Freund*innen-, Bekannten*innen-, Firmen und Nachbar*innenumfeld.

Ich hoffe, das richtig gegendert zu haben.

Nicht dein Ernst? Und du wunderst dich, dass sich Frauen verarscht fühlen und sauer werden?
Diese Spitze verstehen auch nur mäßig interessierte Frauen durchaus.
Am Stammtisch verwendest du bestimmt auch schenkelklopfend den BLÖDzeitungs- und afd-Begriff Gendergaga.

Ich bin raus aus dem Thread.
 

ichdererste

Grinch

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Tschüüü.
Es ist und bleibt schwachsinnig, das sieht meine Tochter eigentlich genauso und Sie ist sehr emanzipiert.
Fragt meinen Schwiegersohn.:)
 

thom53281

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Nicht dein Ernst? Und du wunderst dich, dass sich Frauen verarscht fühlen und sauer werden?
Nun ja, dann erkläre mir doch bitte einmal, wie die korrekt gegenderte Version davon ausgesehen hätte. Denn ich weiß es nicht.

Freunde - Männer und Frauen - Gendern oder nicht?
Bekannte - Männer und Frauen - Gendern oder nicht?
Firmen - Das ist klar.
Nachbarn - Männer und Frauen - Gendern oder nicht?

Und nein, ich bin weder ein Anhänger der AfD, noch lese ich die Bildzeitung oder habe überhaupt einen Stammtisch. Das trifft nicht im entferntesten auf mich zu. Wenn wir mal in Gesellschaft sind, dann sind wir uns ziemlich einig was das Thema Gendern betrifft und dafür brauche ich keine besonderen Begriffe.


Edit: Ich vergaß. Das war auch ein Stück weit ein Test um die Frage von @drfuture zu beantworten. Nur Versuchen scheint nicht richtig zu sein.
 
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thom53281

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Freundeskreis.
Bekanntenkreis.
Firmenumfeld.
Nachbarschaft.
Das ist interessant. Wieso ist nun der Begriff "Freundeskreis" besser als "Freunde"? Müsste ich nun Freunde gendern und Freundeskreis nicht? Warum ist es nun hier in Ordnung, wenn Frauen und Diverse mitgemeint sind und bei Freunde nicht?

Gleiches kann man z. B. weiterspinnen zu Lehrern. Wäre dann "Lehrerschaft" besser als "Lehrer" und warum?


Mir entbehrt sich das jeglicher Logik.
 

Buschfunk

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mal hier mal da
Du bist zumindest der erste der zumindest betroffene kennt, was es ja schon mal interessant macht.

Ich hatte gestern kurz nach dem Post angefangen einen Beitrag zu schieben, musste dann aber kurzfristig weg. Leider hat der FF meinen Beitrag nicht gespeichert und daher versuche ich das nochmal in kurz.

Ich sag mal, wenn man einfach ein bisschen die Ohren spitzt findet man so eine Betroffenheit eigentlich fast überall, nur halt in unterschiedlichen Ausprägungen. Und selbst wenn man das nicht sieht oder im Umfeld hat, dann heißt das ja nicht, dass es ein Problem nicht gibt, nur weil man es nicht sieht. In der Firma meiner Freundin merkt man auch das die älteren Kolleginnen da auch eher skeptisch sind und wenn man diese dann aber mal fragt bzw. ihnen den Ansatz mal erklärt, dann fällt bei einigen auch oft der Vorhang, weil sich dieses "System" halt schon so doll eingeschliffen hat. Das Problem ist halt auch, dass die Diskussion darüber halt meist von so Leuten bestimmt sind, die dann irgendwelche komischen Genderkonstruktionen bilden und sich dann nach dem Altherrenwitz auf die Schulter klopfen, dass sie sich "Gerätinnen" ausgedacht haben.

Natürlich sehen das nicht immer alle so. Meine 3 Jahre jüngere Schwester sieht das alles ganz anders und findet das auch eher blöd und sieht da hinsichtlich ihrer zwei Töchter auch nicht das große Problem. Aber dafür gibts ja die woke Tante und den woken Onkel.

Gehe ich jetzt von meinem Umfeld aus, habe ich das Gefühl, dass bei den männlichen Freunden/Bekannten etc. das Thema Gender oder Geschlechterklischees meist erst ein Thema wird, wenn sie Kinder (Mädchen) haben, weil sie dann mit solchen Themen konfrontiert werden oder von den Kindern die Frage gestellt bekommen, warum nur Jungs Job XYZ machen können. Erst da fällt dann bei vielen der Groschen.

Bei den Frauen in meinem Umfeld ist das Thema auch bereits ohne Kinder präsent gewesen und auch der allgemeine Umgang den sie so erfahren ist und war immer ein Thema. Die die jetzt Kinder haben scheinen bei dem Thema auch nochmal eine Schippe draufzulegen und das führt dann manchmal auch zu wilden Situationen mit deren Eltern, die das mitunter halt eher ablehnen. Das geht halt sowohl zu Sprache, als auch anderen Geschlechterklischees wie der Farbe der Kleidung, Spielzeuge etc. pp.

Meine Freundin kann halt eigentlich fast jeden zweiten Tag aus ihrer Firma Dinge berichten wo diese Themen aufkommen. Sei es von Sprache, Umgang etc. und deshalb ist mir das auch so ein präsentes Thema. Natürlich sind das alles verschiedene Themen, aber die Sprache (um die es ja in diesem Thread geht) ist ein wichtiger Teil davon, denn Sprache schafft Bilder.
 

thom53281

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Freund und Lehrer sind generische Maskulina, Lehrerschaft und Freundeskreis nicht.
Der Freundeskreis hat auch ein maskulines Genus. Die Lehrerschaft ein feminines. Warum ist das nun kein Problem? Da findest Du sicher auch wieder jemanden, der sich hier nicht berücksichtigt findet.

Wenn man das wirklich neutral machen möchte, dann könnte man hier noch "Das Lehrerkollegium" oder sowas verwenden. Das wäre dann tatsächlich neutral.


Nein, man kommt hier vom hundertsten ins tausendste und das ist für mich keine Lösung. Es gibt für mich nur zwei Möglichkeiten. Entweder alles so lassen wie es ist oder die deutsche Sprache radikal umbauen. Alles dazwischen ist nur eine Sammlung von Problemen.

Um mal ein Beispiel zu machen, wie man die deutsche Sprache vielleicht umbauen könnte.

Das Lehrer unterrichtet die Klasse.
Unbestimmt auf alle Geschlechter.

Wenn das Geschlecht bekannt ist:
Der Lehrer unterrichtet die Klasse. (Mann)
Die Lehrer unterrichtet die Klasse. (Frau)


Das mag nun auf den ersten Blick total komisch aussehen, aber es löst das Problem. Meiner Meinung nach ist das aber eine Gewohnheitssache und umlernbar. Natürlich würde es hier in vielen Fällen auch neue Wörter oder eine andersdeutung bestehender zur Folge haben. Es wäre aber auch eine gute Gelegenheit, die ganzen Genus der nicht personenbezogenen Substantive (der Baum, die Bank, das Computerspiel) von Bord zu kippen. Gerade für Menschen, die Deutsch lernen müssen, ist das der Horror, weil man das für jedes Substantiv lernen muss.

Dann würde der Satz so aussehen (Frau):
Die Lehrer unterrichtet das Klasse.
 

BurnerR

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Freundeskreis hat kein generisches Maskulinum. Das maennliche Geschlecht von Woertern ist nicht das Problem per se.
Aber im Kern geht es doch darum, dass man genau auf die Sprache schaut und was da ausgedrückt wird. Ich muss sagen, ich war ernsthaft verwirrt und unsicher, ob man "Bekanntenkreis" denn nun gendern müsste oder nicht. Das Thema jetzt auf ein grammatikalisches Konstrukt zu beschränken scheint mir an der Sache vorbei zu gehen.
Ich sage auch "eine Bekannte von mir" vs. "ein Bekannter von mir", aber es heißt eben "der Bekanntenkreis", ich find das nun nur folgerichtig, dass das auch gegendert werden müsste z.B. mit "der Kreis der mir bekannten Personen" oder "mein Bekant*innenkreis".

Das Lehrer unterrichtet die Klasse.
Unbestimmt auf alle Geschlechter.

Wenn das Geschlecht bekannt ist:
Der Lehrer unterrichtet die Klasse. (Mann)
Die Lehrer unterrichtet die Klasse. (Frau)
Wird es leider nie so geben. Geht meinem Sprachverständnis auch stark zuwider spontan, aber im Prinzip wäre das eine super Lösung.

wenn sie Kinder (Mädchen) haben, weil sie dann mit solchen Themen konfrontiert werden oder von den Kindern die Frage gestellt bekommen, warum nur Jungs Job XYZ machen können. Erst da fällt dann bei vielen der Groschen.
Ist dir denn aufgefallen, dass es bei dem Link um einen Jungen geht? Ich will dir das gar nicht hart ankreiden, aber das schlägt stark in eine Kerbe, die mich bei dem übergeordneten Thema sehr stört. Nämlich das oft so getan wird, als könnte man das ganze komplett einseitig betrachten. Stattdessen müsste man Rollenvorstellungen aller Geschlechter gleichwertig und gleichzeitig aufarbeiten. Die existieren schließlich im jeweiligen Kontrast zueinander. Zu dem Thema aus deinem Link kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass meine fruchtigen Duschgels mehrfach ein Störgefühl bei Menschen ausgelöst haben und mir sogar mal eine Affäre unterstellt hat, dass ich in Wahrheit eine Freundin habe die ich verschweige.
 
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Buschfunk

Bekannter NGBler

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Ja, mir ist bewusst, dass es sich bei dem Link um einen Jungen handelt. Ich kenne den Verfasser des Textes aus verschiedenen Podcasts und weiß daher auch um seine Familienverhältnisse. Ich bezog mich in dem genannten Beispiel auch im Gesamten darauf, dass meinen männlichen Bekannten das Thema Geschlecht, Gender, Klischees etc. erst so richtig bewusst geworden sind, als sie eben selber Kindern bekommen haben, weil sie vergleichbare Erlebnisse entweder nicht erlebt haben, oder es vielleicht einfach vergessen haben. Ist ja schon ne Weile her. Das Beispiel war mir nur gerade so gut greifbar, weil ich das aktuell auf dem Schirm hatte und es gut googlen konnte.

Stattdessen müsste man Rollenvorstellungen aller Geschlechter gleichwertig und gleichzeitig aufarbeiten.

Wie gesagt, ich hatte auch Themen angesprochen, die über die Sprache hinausgehen. Geschlechterklisches beginnen ja quasi schon vor der Geburt, wenn man sich mal diesen ganzen Kokolores mit den Gender-Reveal Party ansieht. Meine Mutter rief ganz vergnügt an, als meine erste Nichte geboren wurde, dass sie ihr ja jetzt schöne rosa Sachen kaufen kann, weil Mädchen ja rosa Sachen mögen und zum spielen gibts dann Puppen. Als meine zweite Nichte zu sprechen begann und den Wunsch äußerte, dass sie lieber mit Autos spielt, statt mit Puppen, da hing aber der Haussegen schief für ein paar Tage.
Es ist nämlich nicht nur die Sprache. Das sind eine Vielzahl von Dingen. Das passiert ja auch aktuell. Es ist ja nicht so, dass es außerhalb der Genderblase dazu keine Bestrebungen gibt. Die gibt es natürlich auch.
 
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