[Politik und Gesellschaft] Handgranaten-Attentat auf Flüchtlingsunterkunft in Villingen

In Villingen haben bislang unbekannte Täter gegen 1.15 Uhr eine Handgranate über einen Zaun in der Nähe der Wohngebäude der Bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle (BEA) in der Dattenbergstraße geworfen. Sicherheitsmitarbeiter fanden die Granate, die bei dem Vorfall nicht detoniert ist, und informierten die Polizei.

Entschärfer des Landeskriminalamtes brachten die Handgranate gegen 5 Uhr kontrolliert zur Explosion. Die Granate war mit Sprengstoff gefüllt; unklar ist derzeit jedoch, ob ein Zünder vorhanden war.

Es kam zu keinen Personen- oder Sachschäden. 20 Bewohner der Bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle mussten während der Sprengung ihre Wohnungen kurzzeitig verlassen.



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Quelle:
 
@Alfred Tetzlaff:

Nicht wirklich. Ich war beim Bund Matnachweis. Da gingen mir öfters BesAnVHs durch die Hände, in denen von fehlerhaften Chargen Handgranatenzünder berichtet wurde. Teils durch Fehlproduktion, teils durch Überalterung. Die Fehler reichten vom Nichtauslösen bis zur verkürzten Verzögerung < 3,5 Sek. Ein defekter Zünder ist also gar nicht so unwahrscheinlich, wie du ihn darstellst. Und wenn augenscheinlich der Sicherungssplint gefehlt hat, war eine Sprengung vor Ort die einzig richtige Maßnahme.
 


Ich würde sagen, es ist so ein Zwischending zwiischen "wir lieben die Deutschen" (weil wir - also Deutschland [zusammen mit Schweden...] die ganzen Flüchtlinge aufnehmen und wir uns nicht um diese Leute kümmern müssen) und einem "die spinnen, die Deutschen".



@ Larius: DU brauchst mir bestimmt NICHTS über Sprengungen und Sprengstoffentsorgung und solche Sachen erzählen!
 


Wegen dem Zünder: Hätte der existiert, wäre das breitgetreten worden. Da nun geschwiegen wird so mehr oder weniger, weils ja auch nicht ins Weltbild des bösen Deutschen passt, kann man von ausgehen, es gab keinen!

die Frage ist ob man bei einer gesprengten Granate noch hinterher nachvollziehen kann ob da ein Zünder drin war.
Ich stelle mir das mit einer gesprengten Granate schon schwer genug vor da hinterher überhaupt noch was nachzuvollziehen.

Aber wird ja auch egal sein.
Jetzt wo kein ausländerfeindlicher Hintergrund besteht wird das Thema sowieso keinen mehr interessieren.
 
Du kannst auch beim Scheißen vom Blitz getroffen werden... Hat eine ähnlich hohe Wahrscheinlichkeit.
Naja, zumindest ist es doch nicht so selten, dass Mensch vom Blitz getroffen wird (ca. 1 zu 3.000.000). Jetzt müsste man nur noch ermitteln, wie häufig es dabei zur außerhäusigen Geschäftsverrichtung kommt.
 
Dann red nicht so n Scheiss Ruby und mach nicht sofort eine Verschwörung gegen die Deutschen daraus. Das was Poesie Noire sagt stimmt: Eine Handgranate, die nicht losgegangen ist, wird direkt vor Ort unschädlich gemacht. Das ist genau das Gleiche bei der Bundesheer beim Training mit Übungs- als auch scharfe Granaten: Wenn das Teil nicht los geht gehst du nicht hin und hebst das Teil einfach auf weils Ungefährlich ist. Du sagst deinem direkten Vorgesetzten am Übungsplatz bescheid, der schaut das sich kein Trottel dorthin bewegt und sagt den Pionieren bescheid. Entweder hauen ne Granate hinterher und sprengen das so vor Ort oder sie entscheiden sich fürs Abtransportieren. Wobei eher Ersteres bevorzugt wird.
 


Nein, ich war nicht beim Bund.

Kenne jemanden, der mit Sprengungen, Bomben etc. zu tun hatte; auch mit alten Bomben aus dem 2. WK und "Sprengungen" von Häusern /bzw eigentlich sinds ja Implosionen... Ist immer wieder klasse, mit ihm zu plauschen. :)




Übungsplatz und wenn man genau weiß, was man da hinballert, ist aber schon was anderes, meinst du nicht auch?
 
@Alfred Tetzlaff:

So Sachen hat man nicht an die große Glocke gehängt. Oder von vielen Unfällen im Umgang mit Waffen und Munition hast du während deiner Dienstzeit mitbekommen, ins besonders von tödlichen? Manche Berichte waren auch Verschlusssache und nur für die Fachoffiziere zugänglich. Da ich mit allem zu tun hatte, gingen die auch regelmäßig durch meine Hände.
 
@ Larius: Aber auch diese Aussage gilt nur, wenn der Zünder montiert ist!

@ poesie noire: Unfälle waren's zwei... Nicht tödlich.
 


Es geht wohl eher darum, dass das Thema erst groß thematisiert wurde, und jetzt, wo man weiß, wer wohl die Täter waren, kommt gar nichts mehr bzw. nur noch sehr wenig als Randnotiz.
 
@Ruby:

Natürlich wurde es Thematisiert. Eine Handgranate, auch wenn sie nicht detoniert ist, ist kein Spielzeug. Und es wurde ja am Anfang des Threads schon mehrfach erwähnt, das die Medien von UNBEKANNTEN Tätern sprachen. Ein paar Politiker haben sich zu mutmaßlichen Äußerungen hinreißen lassen. So what. Das passiert doch aktuell bei beiden Seiten ständig, Asylbefürworter und Asylgegner. Mittlerweile geht's ja nur noch darum wer Recht hat und wer nicht, um es dann für seine Argumentationskette benutzen zu können.
 


Ja. Eine 1/4 Stunde Sondersendung nach der Tagesschau wäre schon wünschenswert gewesen. Mit mehrfachen Schalten zu Außenreportern, die immer wieder bestätigt hätten, daß die Polizei aus taktischen Gründen noch keine weiteren Informationen herausgegeben hat.
 
Und grad bei Übungsgranaten bzw. auch im Umgang mit scharfen Granaten wird der Zünder nicht entfernt. Warum? Damit man als Soldat ein Gefühl dafür bekommt wann eine Granate zündet und vor allem wie sie zündet. Es wird auch liebend gern den angehenden Rekruten gezeigt was sie zu tun haben wenn ein Sautrottel unter ihnen den Ring wegwirft und die Granate fallen lässt: In Deckung gehen.
 
Wir reden aber doch nicht von irgendwelchen Übungen, sondern von dem aktuellen Fall, oder?
Dazu hatte ich dich auch weiter oben schon gefragt, wo denn was darüber stand, dass nur der Splint fehlte...
 
Ah, okay... Danke! Der Link ist mir "durchgerutscht". Bisher habe ich auch immer nur davon gelesen, dass es unklar war, ob die Granate einen Zünder hatte.
 
"Direkt nach dem Anschlag zeigten sich zahlreiche Politiker bestürzt, weil sie eine neue Dimension der Fremdenfeindlichkeit vermuteten."
....

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte zu dem Anschlag in Baden-Württemberg: "Das ist wirklich unfassbar, dass jetzt schon mit Handgranaten - quasi mit militärischen Waffen - auf Asylsuchende losgegangen wird."

richtig asozial was die Politiker gleich mal von ihrem Volk denken.
Auch die Presse war nicht besser.
Auf die Idee, dass es gar nicht die bösen Ausländerfeinde gewesen sein könnten kam keiner.
 
"richtig asozial was die Politiker gleich mal von ihrem Volk denken.
Auch die Presse war nicht besser.
Auf die Idee, dass es gar nicht die bösen Ausländerfeinde gewesen sein könnten kam keiner.

Viel dreister daran finde ich die Sekundenschnelle Verurteilung um dann Hinterher nichtmal die eier zu haben einzugestehen das sie Falsch lagen und die Vorverurteilung ihrerseits Falsch war.
 
Das Urteil wurde nun gesprochen...

Gericht verhängt mehrjährige Haftstrafen für Granatenwurf

Das Landgericht Konstanz entschied, dass zwei der sechs Angeklagten wegen versuchten Mordes drei Jahre beziehungsweise dreieinhalb Jahre ins Gefängnis müssen. Die beiden sollen die Granate auf das Gelände der Einrichtung geworfen haben.

Ein weiterer Beschuldigter wurde zu einer Haftstrafe von ebenfalls drei Jahren und sechs Monaten verurteilt, weil er zu der Tat angestiftet haben soll. Zwei weitere Beschuldigte erhielten wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffengesetz Bewährungsstrafen von einem Jahr und drei beziehungsweise sechs Monaten. Nach Ansicht des Landgerichts hatte einer von ihnen die Granate beschafft, der andere war als Fahrer beteiligt.

Der sechste Angeklagte wurde in Bezug auf den Handgranaten-Fall freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn als eigentlichen Planer gesehen, das konnte ihm nach Auffassung des Gerichts aber nicht nachgewiesen werden. Da der Mann im Zusammenhang mit dem Fall einem Bekannten mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte, verurteilten ihn die Richter aber wegen gefährlicher Körperverletzung zu neun Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verurteilten können in Berufung gehen.

Als Motiv für den Granatenwurf geht das Gericht von einem Streit unter Sicherheitsfirmen aus.
Ob die Handgranate scharf war, ließ sich vor Gericht nicht mehr eindeutig klären, da die Waffe von Einsatzkräften kontrolliert gesprengt worden war. Allerdings sei davon auszugehen, dass die meisten Angeklagten dachten, die Granate sei funktionsfähig, sagte der Vorsitzende Richter.

 
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