Am heutigen Vormittag erlag der bekannte und teils sehr umstrittene Literaturnobelpreisträger Günter Grass in einem Lübecker Krankenhaus, nah seiner Heimat, einer Infektion. Neben seiner Schriftstellerei arbeitete der 1927 in Danzig Geborene als Bildhauer, Maler und Grafiker. Des weiteren entstammen seiner Feder Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke. Die meiste Bekanntheit dürfte jedoch seine "Danziger Trilogie", darunter insbesondere der Roman "Die Blechtrommel", erreicht haben, der 1959 erschien, 1979 verfilmt und nach seiner Zustimmung auch 2010 erstmals auf die Frankfurter Theaterbühne gebracht wurde.
Politisch links der Mitte angesiedelt und seinen Eindrücken aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs geschuldet, konnte man seine Intention "Schreiben gegen das Vergessen" in Form von mahnenden Erinnerungen und Kritik am Nationalsozialismus sehr häufig in seinen Werken wiederfinden. Weitere Themen waren der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, welchen er als das Drama "Die Plebejer proben den Aufstand" umsetzte, als auch die Studentenbewegung, oder auch in späteren Zeiten Kritik an der Menschheit allgemein, oder auch insbesondere Israel und die Beziehungen zu Deutschland, sowie eine Ermahnung bezüglich der Mohammed-Karikaturen dänischer und französischer Zeitungen.
Umstritten war seine Mitgliedschaft bei der Waffen-SS, die er erst sehr spät bekanntgab, ebenso wie das 2012 erschienene Prosagedicht "Was gesagt werden muss", welches Israels Haltung gegenüber dem Iran und auch die Lieferungen von Unterseebooten Deuschlands an Israel anprangert. Einen weiteren Kampf führte er als Mitglied der Gruppe 47 unter anderem mit der Axel Springer AG. Auch der Roman um Mauerfall und Wiedervereinigung "Ein weites Feld", wurde heftigst diskutiert.
Als letzte Ehrung gab das Günter Grass-Haus ihm und den Trauernden sein 1997 in dem Bild-Text-Band "Fundsachen für Nichtleser" erschienene Gedicht "Wegzehrung" mit auf den Weg:
Mit einem Sack Nüsse
will ich begraben sein
und mit neuesten Zähnen.
Wenn es dann kracht,
wo ich liege,
kann vermutet werden:
Er ist das,
immer noch er.
Günter Grass, "Fundsachen für Nichtleser", 1997
Quellen:
Politisch links der Mitte angesiedelt und seinen Eindrücken aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs geschuldet, konnte man seine Intention "Schreiben gegen das Vergessen" in Form von mahnenden Erinnerungen und Kritik am Nationalsozialismus sehr häufig in seinen Werken wiederfinden. Weitere Themen waren der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, welchen er als das Drama "Die Plebejer proben den Aufstand" umsetzte, als auch die Studentenbewegung, oder auch in späteren Zeiten Kritik an der Menschheit allgemein, oder auch insbesondere Israel und die Beziehungen zu Deutschland, sowie eine Ermahnung bezüglich der Mohammed-Karikaturen dänischer und französischer Zeitungen.
Umstritten war seine Mitgliedschaft bei der Waffen-SS, die er erst sehr spät bekanntgab, ebenso wie das 2012 erschienene Prosagedicht "Was gesagt werden muss", welches Israels Haltung gegenüber dem Iran und auch die Lieferungen von Unterseebooten Deuschlands an Israel anprangert. Einen weiteren Kampf führte er als Mitglied der Gruppe 47 unter anderem mit der Axel Springer AG. Auch der Roman um Mauerfall und Wiedervereinigung "Ein weites Feld", wurde heftigst diskutiert.
Als letzte Ehrung gab das Günter Grass-Haus ihm und den Trauernden sein 1997 in dem Bild-Text-Band "Fundsachen für Nichtleser" erschienene Gedicht "Wegzehrung" mit auf den Weg:
Mit einem Sack Nüsse
will ich begraben sein
und mit neuesten Zähnen.
Wenn es dann kracht,
wo ich liege,
kann vermutet werden:
Er ist das,
immer noch er.
Günter Grass, "Fundsachen für Nichtleser", 1997
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.. niemand wirft ihm vor, dass er zur waffen-SS eingezogen wurde! der braune nachgeschmack kommt nicht davon, was er mal als kleiner junge gemacht hat, sondern wie er als erwachsener dazu (nicht) gestanden hat und was es über das persönliche moralempfinden aussagt.. ich glaube auch kaum, dass alle altnazis, die sich nach argentinien abgesetzt haben, um sich der strafverfolgung zu entziehen, im nachhinein hitler toll fanden..