Ich will mich eurer festgefahrenen Diskussion ein wenig entziehen - ich verstehe denke ich beide Seiten, bzw. ich versuche es zumindest - aber bei den Totschlagargumenten, bei denen man mittlerweile angekommen ist, wird es schwer noch irgendwie einen konstruktiven Konsens daraus zu bilden.
Ich sehe es insgesamt als ein größeres und gesellschaftliches Problem bei dem es viele Verursacher und Schuldige gibt, denen ich nicht mal allen zwingend eine bösartige Absicht unterstelle, die aber dennoch ihren Anteil an dem ganzen "Prozess" haben.
Durchaus was dran, dürfte an der Tatsache sein, dass viele Menschen nicht wirklich mündig sind Informationen richtig einzuordnen, sei es aus Desinteresse, Unfähgigkeit oder weil es ihnen einfach nicht beigebracht wird. Mit der Erfindung des Internets und den sozialen Medien werden wir mit selbigen erschlagen und bekommen es kaum beigebracht, kritisch damit umzugehen. Denn wer etwas bestimmtes sucht, wird es auch finden, nur die Fähigkeit dies entsprechend einzuordnen hat man deswegen noch lange nicht.
Ich sehe es kritisch, wie vor allem an Schulen am besten alles nur noch digital unterricht werden soll, ohne aber auch die Vor- und Nachteile nicht nur zu betrachten sondern sie auch zu vermitteln. Es fehlt mir schlicht an Medienkompetenz - allerdings nicht nur bei den Heranwachsenden, nur sollte es dort wertefrei unterrichtet werden. Hätte ich mich für die Laufbahn des Lehrers entschieden, ich würde jeder Klasse dieses Video (
) zeigen und mit der Klasse darüber diskuttieren. Wer es schon kennt oder gesehen hat, bitte dies ggf. im Spoiler-Tag kommentieren.
Das nächste Problem sehe ich tatsächlich in der Politik in welcher ich leider durchaus einen Mangel daran erkenne, Fehler ehrlich einzugestehen und zu sagen "okay dies und das war mist, aber wir haben es probiert, wir haben uns getäuscht" - das eingangs erwähnte Beispiel frisierter Arbeitslosenzahlen sind fatal was die Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit der Politik angeht. Das mag banal wirken, befeuert aber eben genau jenes "die da oben verheimlichen uns was" - Denken und in gewisserweise stimmt es hin und wieder auch.
Mir missfällt der politische Diskurs, der inzwischen von allen Seiten nur noch laut und populistisch geführt wird. Ich verfolge immer wieder Bundestagsreden und es ist beschämend wie unsachlich und destruktiv sich die Volksvertreter quer durch sämtliche Parteien verhalten. Unangenehme Dinge müssten ausgesprochen und diskutiert werden, aber auf einer sachlichen, inhaltlichen und eben auch vorbildlichen Ebene.
Die Medienlandschaft als solche ist in Deutschland durchaus recht vielfältig, wenngleich sich die großen Medienhäuser tatsächlich in recht wenigen, einflussreichen Händen befindet. Leider wird auch hier nicht immer der Pressekodex eingehalten was durchaus die eigene Glaubwürdigkeit zersetzt.
Ich persönlich lese hin und wieder Zeitungen und Artikeln quer durch sämtliche politischen und ideologischen Farben - aber ich informier mich vorab auch aus welcher Richtung der Wind weht. Es ist in meinen Augen wichtig, dass wenn ich die Quelle schon nicht prüfen kann, was im Normalfall unmöglich ist, wenn man nicht vor Ort war oder über fachspezifische Kenntnisse verfügt, zu wissen wer darüber und mit welcher Intention darüber schreibt und so seine Sicht der Dinge darlegt. Liest man nun noch einige Sachen aus anderen oder dimmetral gegenüberstehenden Lagern, obliegt es meinem gesundem Menschenverstand die Sachen entsprechend einzuordnen und abzuwägen. Näher kann man der "Wahrheit" nicht kommen wenn man nicht anwesend war.
Klar tut vieles da echt schon weh, aber gleich alles was vom "Mainstream" abgeht per se als Aluhut und Co. abzustempel halte ich auch für gefährlich. Gustl Mollath ist so ein typischer Name den man einrufen sollte um zu zeigen, wozu dies führen kann und was gerade durch das europäische Parlament gewunken wird ist - abseits von Panikmache durchaus alarmierend (auch wenn es keinen direkten Zusammenhang hat; aber ich finde man sollte manche Gedanken weiterspinnen, warum, wozu, für wen).
Politik und Medien sind zwei sehr harte und schmutzige Geschäfte, dessen sollte man sich immer bewusst sein. Ohne ein Bewusstsein wie man damit umzugehen hat, wird sich der Populismus viel zu leicht tun, vor allem wenn mit selbigem darauf geantwortet wird.