Auf der W20-Frauenkonferenz will Bundeskanzlerin Angela Merkel sich nicht mit fremden Federn schmücken und von sich behaupten, dass sie Feministin sei. Ihr Kanzleramtschef Peter Altmaier hat damit hingegen gar keine Probleme.
Kanzleramtschef Peter Altmaier sieht sich selbst als Kämpfer für Frauenrechte. "Ja, ich bin Feminist", sagte der Minister der "Bild am Sonntag". Frauen seien auch in Deutschland noch nicht komplett gleichberechtigt, beklagte er. "Im Parlament sitzen deutlich mehr Männer, in den Chefetagen der großen Firmen gibt es fast keine Frauen."
Die Kritik, dass die CDU nicht gerade als "Frauenpartei" bekannt ist, wies Altmaier zurück. Immerhin stelle sie die erste Bundeskanzlerin und strebe an, dass den Führungsgremien des Staates bis 2025 zu mindestens 50 Prozent Frauen angehören. Auch als Sommerurlaubslektüre hat sich Altmaier das Thema Frauenrechte vorgenommen. Er wolle die "Memoiren einer Idealistin" von Malwida von Meysenbug lesen. Sie war im 19. Jahrhundert eine der ersten Vertreterinnen der Frauenbewegung.