[Politik und Gesellschaft] Facebook sperrt Seite von "Die Partei" Hessen

Weil die Verantwortlichen einen Witz über die EZB-Banker im Zusammenhang mit den Blockupy-Protesten in Frankfurt gepostet haben, hat Facebook die Seite der Satirepartei "Die Partei" Hessen gesperrt.

Das ausschlaggebende Posting lautete: "Die EZB-Banker lassen sich einiges einfallen, um sich bei den Jungkapitalisten einzuschleimen."


Seitens der Partei sah man diesen Beitrag als unproblematisch und regelkonform an, Facebook sah diese jedoch offenbar anders. Seit Donnerstag ist die Facebookseite des Landesverbandes der Partei nun nicht mehr erreichbar, Geschäftsführer Jan Steffen erhielt eine Mitteilung, dass dieses Posting einen Verstoß gegen die Gemeinschaftsrichtlinien von Facebook darstellt.

Außerdem darf er selbst 30 Tage lang nichts mehr auf dem sozialen Netzwerk posten. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es: "Ein Posting ganz ohne Gewalt und Brüste! Was hat Facebook daran auszusetzen?"

Wie Steffen erklärte, sei Facebook ein wichtiges Medium für "Die Partei". Der Landesverband Hessen hat dort mehr als 2500 Likes.


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Was soll man sagen, kreuzen Sie an:

[ ] Ich finde die Reaktion von Facebook blöd!
[ ] Ich finde die Partei doof!
[ ] Ich finde beide doof!
[ ] Wer ist Facebook ?
[ ] Wer ist die Partei ?

Ansonsten wäre es nicht das erste mal, dass Facebook auf Weisung eines Staatsorgans gehandelt hat.
Und auf eine plausible Antwort von Facebook wird doch keiner hoffen wollen? Oder, doch?

tit4n
 
Würden sie CDU, CSU, SPD und diesen ganzen Circus, allen voran Mettwurst Merkel bannen, würde ich dies mit einem vollständigen, lückenlosen und auf Lebenszeit angelegtem, Adblock-freien Profil honorieren und jede freie Minute facebook mit mehr Daten füttern und dabei Werbung konsumieren. :unknown:

Aber eigentlich.. Warte ... warte .... warte...
hier kommt er... +tschuuu +tschuuu
der Wayne-Train... +tschuuu +tschuuu
oh, schade, weg ist er wieder...
 
Wegen so einem Spruch? Ernsthaft? Albern. Irgendwie aber auch bezeichnend das sich andere da viel mehr raus nehmen dürfen.
 
Digitales Hausrecht und dergleichen. Darauf berufen wir uns doch gerne auch hier. Nur dass wir hier zumindest dem Anspruch nach vernünftig bei der Durchsetzung vorgehen und mehr im Auge haben als den ngb-Aktienkurs, z.B. Prinzipien der Meinungsfreiheit.

So langsam sollte jedem dämmern, dass die Verschiebung des öffentlichen Diskurses von der öffentlichen Rede zu zentralisierten, aber an demokratischen Prinzipien ausgerichteten Medien, zu an kapitalistischen Prinzipien orientierten Plattformen jeweils gewaltige Auswirkung auf den Diskurs selbst hat. Wir sind einfach unfreier, wenn wir auf Facebook schreiben, als wenn wir einen Zeitungsartikel veröffentlichen, als wenn wir auf einem politischen Seminar sprechen.

Dumm nur, dass manche Leute Facebook und Twitter noch mit Freiheit verwechseln.
 
Das mit den Zeitungsartikeln verstehe ich nicht. Sind Zeitungen nicht kapitalistisch?

Ich finde die sind genau so unfrei, wie die großen digitalen Netzwerke. Wenn nicht sogar unfreier.

Ich kann auf Twitter bisher schreiben was ich will und habe dann da auch ein Publikum. Diese Plattform bietet mir eine Zeitung nicht.
 
Wir gehen hier nach idealen Zielen, und da gibt es diese grundsätzlichen Unterschiede. Dass die meisten Zeitungen genauso kapitalistische Unternehmen sind wie Facebook und Twitter ist selbstverständlich, genauso wie selbstverständlich ist, dass einige Online-Portale andere Ziele verfolgen als Gewinnmaximierung.

Am Ende kann niemand Facebook vorwerfen, dass sie zensieren, denn nicht zu zensieren und einen freien Meinungsaustausch zu vermitteln ist nicht ihr Ziel. Andere Medien schreiben sich das selbst, zumindest als abgewandelte und vermittelte Form des Meinungsaustausches, auf die Fahnen, also kann jeder sie daran messen und sie sehen sich in der Not, sich zu rechtfertigen. (Was dann gerne recht hilflos wirkt.)
 
Das digitale Hausrecht endet aber dort, wo Einzelne einen solchen Marktanteil beherrschen dass sie massiv die öffentliche Meinung manipulieren.
Wenn FB eine Seite sperrt ist das durchaus mit Murdochs Medien-Imperium vergleichbar - und wesentlich schlimmer als zB die Pro-Nato-Berichterstattung der deutschen ÖR
 
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