Förderung von Hochschulen vs. Förderung von Schulen

Aber mehr in die Bildung zu investieren und dies auch umzusetzen und spürbare Verbesserungen für alle Schüler zu bewirken - das wäre wirklich wichtig und lieber hier investieren und Verbesserungen erreichen als in Kriegsgeschichten investieren oder marode Banken weiter machen zu lassen mit den Spekulationen.
 
Was nützt es denn, wenn immer mehr investiert wird, aber weiterhin an den falschen Ecken und Enden? Nichts. Die aktuellen Gelder durchdachter zu finanzieren wäre schon ein ganz großer Schritt.

Das ist doch unbestritten. Und trotzdem muss in so einen wichtigen Bereich wie Bildung mehr investiert werden und dafür ein oder zwei Euro-Hawk weniger gekauft werden.
 
:T

Das ist natürlich ein schöner Gedanke, davon träume ich auch schon länger, aber die Politiker schneiden sich doch nichts in eigene Fleisch. Eine grundsanierte Bildungspolitik wäre zwar generell eine sehr schöne Sache, aber hinterher artet es für die Politik doch nur in unnötiger Arbeit aus, wenn die gut gebildeten Bürger die Machenschaften der Regierung stärker und konsequenter hinterfragen. Das Volk bis zu einem gewissen Grad dumm zu halten ist wesentlich einfacher. :D

Eine starke Bildungspolitik kann für so viele Bereiche ein solides Fundament bilden.. und was passiert, Schnapsideen wie die 'Oberschule'.
 
Die Mittel werden in den nächsten 15 Jahren demographisch bedingt um über 30% ansteigen.
in vielen anderen Ländern wird es noch viel drastischer sein. wenn wir unsere Bildungsausgaben von 4,8% um 1,2 % auf 6% erhöhen plus die Einspareffekte sind wir mit ca. 8% -9% was Bildungsausgaben angeht uneinholbar an der Spitze. Viel wichtiger ist es das es für Kinder in ALG2 oder Hartz IV Haushalten 30% mehr Geld gibt. zweckgebunden natürlich !!. Ihre Ausbildung leidet wegend er Lebensumstände und sie brauchen mehr Unterstützung und nicht weniger Unterstützung als andere Kinder.
 
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  • #25
wenn wir unsere Bildungsausgaben von 4,8% um 1,2 % auf 6% erhöhen plus die Einspareffekte sind wir mit ca. 8% -9% was Bildungsausgaben angeht uneinholbar an der Spitze.

Wollen wir hoffen, dass es auch wirklich so umgesetzt wird.
Die andere Frage ist dann aber, ob es wirklich nützlich sein wird. Denn oftmals hört man von den Lehrern, dass das aktuelle Schulsystem zum Scheitern verurteilt ist. Als Positivbeispiel werden da meistens die skandinavischen Länder genannt.
Wenn es in Zukunft wirklich sehr wenig Schüler geben wird, könnte man ja unser Bildungssystem daran anpassen und es an Skandinavien anlehnen. Mit kleineren Klassen, keinem Notendruck usw.
 
@feuerteufel

wenn du dir gerade die entwicklung in sachsen anschaust dann zeigt sich das es nicht nur am geld liegt. von der roten laterne im osten haben sie sich bei pisa sogar vor die bayern gesetzt.
da rund 1/3 aller schulen und kindergärten etc. dich machen müssen wird es wahrscheinlich so kommen wie du zu recht hoffst. schon fast zynisch herrscht hier planungssicherheit den auch wenn wir ab heute alle 3,4 5, oder 6 Kinder in die welt setzen würden ändert das nichts an der entwicklung, da es schon lange zu wenig potentielle eltern gibt. die weichen wurden schon anfang der 70er gestellt und die entwicklung hat sich durch die wiedervereinigung nur etwas verzögert.
 
wenn du dir gerade die entwicklung in sachsen anschaust dann zeigt sich das es nicht nur am geld liegt. von der roten laterne im osten haben sie sich bei pisa sogar vor die bayern gesetzt.

Das ist das Problem bei den vielen Studien, die es mittlerweile gibt und die - so scheint es - inzwischen jeder, der Lust hat, durchführen kann.
Bei der von dir angesprochenen Studie handelt es sich nicht um die PISA-Studie, sondern um den sogenannten "IQB-Ländervergleich".
 
Die lautesten Schreier nach "mehr Geld" sind doch immer die, die es absahnen wollen, die Lehrer und Erzieher.

Die wollen auch gerne Noten verteilen, aber Noten kriegen wollen sie nicht so gern.

Deshalb unterbleibt gerade bei dieser Berufsgruppe die Evaluierung ihrer Leistung, und wenn die Leistung nichts taugt, fällt das nur im Rahmen solcher Studien auf, bei denen die Ost-Länder bedeutend besser abgeschnitten haben.
 
Das ist durchaus bedenklich, gerade die Berufsgruppen welche unter stärkere Beobachtung gesetzt werden müssten, laufen größtenteils unter dem Radar.

Mich wundert aber nichts mehr, wenn Leute auf Stühlen von Entscheidungsträgern im Kultusministerium sitzen, die es nicht geschafft haben selbst Lehrer zu werden.
 
Also Internet in Schulen brauchen wir, finde ich, überhaupt nicht.
Die Schulkinder lenken sich so schon extrem einfach ab und lassen ihre Gedanken schweifen etc. statt dem Unterricht zu folgen.
Meine Schulzeit ist ja auch noch net so lange her und wenn ich mir vorstelle schon zu dieser Zeit WLAN gehabt zu haben glaube ich einfach dass der Großteil alles im Internet fabriziert, nur nichts wirklich produktives für den Unterricht.
Kann ja sein dass 0,0001% der Schüler ihren Nutzen daraus ziehen würden für den Unterricht, aber für den Rest wäre es nur weitere Ablenkung.

Bei der Literatur sehe ich dies ebenso.
Ne eigene kleine Bibliothek die relativ aktuell ist reicht, nur sollte sie dann auch recht aktuell gehalten werden.
Dies nutzen ja auch die wenigsten, daher würde der Zugang zum Springer Verlag z.B. nicht wirklich was bringen für die Schüler, ist zumindest meine Meinung.
 
Wir hatten ab 2007 eine für Schüler zugängliche Bibliothek inklusive vier PC-Arbeitsplätzen mit Internet. Die Auswahl an Büchern war in Ordnung, vor allem im Bereich der Fachliteratur. Einige Wochenzeitungen und eine oder zwei Tageszeitungen gab es auch. In der Bibliothek war es ruhig genug zum Arbeiten und Lernen, aber: Wirklich regelmäßig genutzt zu Bildungszwecken wurde sie von vielleicht 5 Prozent der Schüler, immerhin 60 Schüler. Ansonsten war die Bibliothek Rückzugsgebiet zum Chillen in Freistunden (ob nun tatsächliche oder eigenmächtige) und zum Zocken von Browsergames (bis ich sie gesperrt habe, Admin-Passwort sollte man nicht speichern @Lehrer). Die bezahlte Aufsicht hat immerhin dafür gesorgt, dass alle Bücher gut sortiert blieben.

Ganz nutzlos war das alles also nicht. Ob mit dem Geld andere Projekte nicht sinnvoller gewesen wären, ist eine andere Frage. Alleine der Bau des etwa 100 Quadratmeter großen Raums wird nicht ganz billig gewesen sein, auch wenn er im Zuge des Anbaus realisiert wurde. Im Gegensatz zur ersten Intuition (Möglichkeiten bereitstellen, die sie zu Hause vielleicht nicht haben) fördern solche Angebote aber fast ausschließlich die besten Schüler, auch an Gymnasien; für den Rest sind es Perlen vor die Säue. Also letztendlich auch wieder Elitenförderung. Die schwachen Schüler brauchen andere Art der Unterstützung, die meiner Ansicht nach eher im Bereich der allgemeinen Erziehung und Disziplin liegt. Dafür gibt es gerade an Gymnasien selten Fachkräfte, schließlich gibt es dort ja nur wohlerzogene arbeitsame Kinder aus guten Familien.
 
@tourgott

wow. danke für den berechtigten hinweis. endlich mal jemand der sich auskennt. :coffee:
 
Naja, es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen einem europaweiten und standardisierten Vergleich wie PISA und einem Hinterhof-Verein wie IQB-Ländervergleich. Aber für die Medien war das natürlich ein gefundenes Fressen und wurde vor einigen Wochen dementsprechend propagiert. Trotzdem, oder gerade deswegen, sollte man so etwas auch mal kritisch hinterfragen.

Die neuste PISA-Sudie soll ja demnächst veröffentlicht werden. Ich bin gespannt, ob die Ost-Länder hier auch so gut abschneiden. Allein der Glaube daran fehlt mir.
 
Ich finde es eher grotesk das wir hier in Deutschland nen Bildungssystem besitzen, dass eher einem Puzzle gleich kommt...
Wie viele unterschiedliche Schulformen haben wir?
Wie viele unterschiedliche Lehrpläne haben wir ?
Wie viele unterschiedliche Niveaustufen besitzen wir ?
Irgendwie läuft alles darauf aus, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht und die Politik sich jedes mal selbst bejubelt, wenn wieder mehr das Abi bestanden haben, aber zugleich verschweigt man, dass das Niveau schon wieder gesenkt wurde...
Wie will man denn damit ein effizientes und zugleich effektives Bildungssystem betreiben ?!
 
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  • #35
Deshalb wird es wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass alles mehr und mehr zentralisiert wird. Ich meine gelesen zu haben, dass es bereits zwei, drei Bundesländer gibt, die das nächste Abitur gemeinsam erstellen wollen. Irgendwann wird es dann vielleicht in allen Bundesländern Deutschlands ein einheitliches Abitur und einheitliches Bildungssystem geben.
 

Das Lustige eher Irrsinnige daran ist, dass die ganze Zentralisierung erst durch die Föderalismusreform 2005 abgeschafft wurde und man die Bildungspolitik zur Ländersache gemacht hat...
Wenn es z.B. einheitliche Lehrpläne geben würde dann könnte man bessere Nachhilfe anbieten, standardisiertes E-Learning usw.
 
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  • #37
Achso, das wusste ich nicht.
Das würde dann ja heißen, dass die Reform quasi gescheitert ist. Obwohl sie es ja eigentlich schon mehr oder weniger ist, weil ich noch nie gehört habe, dass es so funktioniert, wie es sollte.
 
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