Wenn ich zurückdenke, ist die Jugend eine Phase, in der man sich mit Selbstmordgedanken trägt. Als fiktive Flucht vor einer Gesellschaft, der man nicht gewachsen ist. Zu meiner Zeit waren Drogen überhaupt kein Thema, aber stattdessen die Fremdenlegion, wo die Chancen für Verrecken gut waren, und dann würden sie einen daheim beweinen. Tatsächlich zur Fremdenlegion gegangen ist man natürlich nicht, die Schwelle war zu hoch. Aber mit Drogen kann man am Selbstmord naschen, ohne gleich vollendete Tatsachen zu schaffen. Der Selbstmord erscheint als eine Reisebuchung, von der man noch zurücktreten kann.
Mit Aufklärung über das wahre Schicksal der Junkies und Dealer erreicht man vermutlich wenig, weil die Wahrheit hässlich ist und deshalb keinen interessiert. Ich finde, „Breaking Bad“ macht es besser, weil die Serie den Jugendlichen Identifikationsmöglichkeiten bietet, dort, wo Jesse eine Freundin findet, die Walter White sterben lässt, obwohl er sie leicht retten könnte.
Eigentlich wir dort ein altes Motiv weider aufgenommen, nämlich die Geschichte von Romeo und Julia. Wegen diese Geschichte wurden schon Sturzbäche von Tränen vergossen, aber die Tränen waren heilsam, und die sie vergossen haben überlebten.