Die Türkei auf dem Weg zur Diktatur

Bernd Lucke hätte so etwas für Deutschland sicher gefallen. ;)
:D
Wilders Wahlprogramm hatte übrigens genau so viele Seiten, wie seine Partei Mitglieder. Immerhin hat er nicht gewonnen, obwohl er in den Umfragen lange vorne war.

In der Türkei lehnt die Mehrheit das Präsidialsystem ab. Mal schauen wie sich Erdogans Pöbeleien darauf auswirken werden.
 
Es ist geradezu amüsant, wie sich Erdogans und Trumps Praktiken gleichen.
Erstaunlich ist aber nicht minder, dass wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen wird. Die USA haben ebenfalls eine Präsidialregierung, trotzdem gilt die USA als der Hort, quasi die Geburtsstätte der weltweiten Demokratie.

Das Einreiseverbot der NIederländer finde ich übrigens super. Wenigstens die zeigen Erdogan, dass er sich nicht alles erlauben kann. Kriecht halt nicht jeder so gebückt wie die Merkel. Obwohl - so groß ist sie ja wohl gar nicht, als dass sie sich tief bücken müsste. :rolleyes:
 
Kriecht halt nicht jeder so gebückt wie die Merkel. Obwohl - so groß ist sie ja wohl gar nicht, als dass sie sich tief bücken müsste. :rolleyes:
Was hat der unsinnige Streit zwischen Holland und der Türkei nochmal gebracht? Ich meine ja, er hat tolle Schlagzeilen produziert: . Großartig. Und beide Seiten durften Stimmen bei den Idioten im Volk sammeln, die einem starken Führer zuklatschen möchten. Aber ansonsten? Viel Joint-Rauch um Ziegen-Mist.

Und selbst mit dem Verhalten von Rutte war Wilders nicht zufrieden. Rutte lasse sich "als Geisel nehmen" von Erdogan. Kann es sein, dass die Rechten eh nie zufrieden sind, egal wie die Regierung in so einem Fall handelt? Die ist immer schwach, nur man selbst werde "Land X wieder groß machen", "die Kontrolle zurückgewinnen", "Land X zur alten Stärke zurückführen". Aber wehe ein anderes Staatsoberhaupt versucht das. Gegen den muss man vorgehen, und zwar mit aller Härte. Aus Gründen.

Zum Glück ist ab jetzt der Wahlkampf in Holland vorbei. Da wird man dann wohl wieder zu einen rationalen Politik mit der Türkei zurückkehren. Für Erdogan gibts ja noch andere Wahlkämpfer in anderen Ländern, die er bis zur Dummheit provozieren kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wilders konnte nicht vom Türkei-Streit profitieren. Rutte und seine Partei konnten die Wahl deutlich gewinnen und holen 31 Sitze. Wilders PVV holt 19, genauso wie die D66 und die CDA.
Merkwürdige Ansicht. Wilders hat wesentlich weniger Sitze bekommen, als er sich vorgenommen hatte. Er rechnete mit 30. Trotzdem hat seine Partei 3% zugelegt und ist die zweitgrößte Partei. Darüberhinaus konnte Rutte den Stimmenverlust seiner Partei nur abfedern, weil er diverse Positionen der PVV übernommen hat. Insofern hatte Wilders schon vor der Wahl gewonnen.

Mein Bauchgefühl sagt mir, der Erdogan kriegt seinen Masterplan durch, hoffe aber inständig, dass die Mehrheit der wahlberechtigten Türken doch noch soviel Hirn hat, gegen Erdogan zu stimmen. Dieser größenwahnsinnige Mann muss seine Grenzen aufgezeigt bekommen.
An der Stelle bin ich äußerst unentschlossen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern geht die AKP extrem kontinuierlich, pragmatisch in kleinen Schritten vor, um ihr Ziel (Diktatur/Sultanat in Verbindung mit einem islamischen Gottesstaat), zu erreichen.

Türkei früher: Wahl bringt einen Ruck Richtung Islam -> Militär greift ein und putscht, steckt die Wahlgewinner in den Knast oder richtet sie gleich hin -> "Demokratie" und Laizismus wiederhergestellt.

Türkei heute: Erdogan kommt an die Macht, gibt sich europafreundlich und weltoffen, sammelt fleißig Kohle ein -> Erdogan baut seine Macht aus und entmachtet vor allem das Militär -> Erdogan wandelt die Türkei langsam aber sicher in ein konservatives islamistisches Sultanat um.

Ich seh das in der Türkei so ähnlich wie mit dem Frosch im Wasserkocher. Schmeißt man einen Frosch ins heiße Wasser, dann springt der sofort raus. Schmeißt einen Frosch ins kalte Wasser und erhitzt das langsam, wird der Frosch irgendwann gekocht.

Genauso hat der Erdogan die Türken über die letzten 15 Jahre hinweg eingelullt und auf seinen Kurs getrimmt. Das Militär ist mit der Wiederherstellung der "Demokratie" im vergangenen Sommer gescheitert. Was jetzt der Türkei helfen würde, wäre eigentlich nur ein Sturz Erdowahns. Aber dafür unterstützen ihn zuviele Türken. Er hat zuviel Rückhalt in der eigenen Bevölkerung. Noch nutzt er die demokratischen Mittel. Ich denke, um ihren Irrweg tatsächlich wahrzunehmen, müssen sich die Türken noch mehr in die Scheiße reiten. Und das geht eigentlich am direktesten, wenn Erdowahn seine Abstimmung gewinnt und rechtmäßiger Sultan des neoosmanischen Reiches wird. Für mich steht die Türkei ganz Nahe an der Grenze zu einem Failed State. Und damit meine ich nicht Syrien.

Die USA haben ebenfalls eine Präsidialregierung, trotzdem gilt die USA als der Hort, quasi die Geburtsstätte der weltweiten Demokratie.
Als die Amis ihr Präsidialsystem einführten, herrschten in den meisten Ländern der Welt noch Monarchen. Deswegen ist das mit der Geburtsstätte schon korrekt. Das heutige Zwei-Parteiensystem im Amiland dürfte allerdings wohl kaum mehr die Speerspitze der Demokratie darstellen. Und trotz der vermeintlichen umfassenden Befugnisse des Amipräsidenten ist auch der .

Und selbst mit dem Verhalten von Rutte war Wilders nicht zufrieden.… Kann es sein, dass die Rechten eh nie zufrieden sind, egal wie die Regierung in so einem Fall handelt?
Rutte und Wilders waren Kontrahenten im Wahlkampf. Die müssen sich gegenseitig kritisieren. Das nennt man Opposition. Die einzige Wahl, bei der alle Parteien und Kandidaten die gleiche Meinung hatten, war die . Dass Wilders Rutte nur kritisiert hat, stimmt ebenfalls nicht:


Am Ende bekam der Ministerpräsident im TV-Duell für seinen Umgang mit den Wahlkämpfern aus Ankara sogar ein Lob von seinem größten Gegner Geert Wilders.

Lustig ist auch der Seitenhieb der Bundesregierung auf die Wahlunterstützung für die Türkei im Ausland. Bei den Bulgaren dürfen nämlich die im Ausland lebenden Bulgaren ebenfalls wählen. Die Türken haben da aber ein anderes Maß angesetzt:

Einen Seitenhieb kann sich Schäfer nicht verkneifen: Bei der Durchführung von Wahlen im Ausland seien nicht alle Staaten so großzügig. Schäfer erzählt von der bulgarischen Minderheit in der Türkei und von den Parlamentswahlen Ende März in Bulgarien. "Mit einiger Verwunderung" habe man zur Kenntnis genommen, dass "die Großzügigkeit, die die Bundesregierung an den Tag legt und auf die die türkische Regierung allergrößten Wert zu legen scheint, im umgekehrten Fall" nicht angewandt werde. Bulgarische Politiker dürften nicht zu Wahlkampfauftritten in die Türkei reisen. Das wollte Martin Schäfer offenbar noch ganz gerne loswerden.

Ach ja, gestern gab's mal wieder Ausverkauf von Türkei-Urlauben auf . 1 Woche Antalya, 5-Sterne-Hotel AI für 200€. Der Moderator: "Ja, wir wissen ebenfalls, wie die momentane Lage in der Türkei ist. Aber wenn man mal die politische Situation ausblendet, kann man da ein richtiges Schnäppchen machen…" *lol* Klang irgendwie verzweifelt.
 
Merkwürdige Ansicht. Wilders hat wesentlich weniger Sitze bekommen, als er sich vorgenommen hatte. Er rechnete mit 30. Trotzdem hat seine Partei 3% zugelegt und ist die zweitgrößte Partei. Darüberhinaus konnte Rutte den Stimmenverlust seiner Partei nur abfedern, weil er diverse Positionen der PVV übernommen hat. Insofern hatte Wilders schon vor der Wahl gewonnen.
Naja, die Position der PVV, also eigentlich nur die Position von Wilders, ist ja: Moscheen schließen, den Koran verbieten, Raus aus der EU. Davon wird nichts passieren. Daher würde ich nicht sagen, dass Wilders gewonnen hat.

Rutte und Wilders waren Kontrahenten im Wahlkampf. Die müssen sich gegenseitig kritisieren. Das nennt man Opposition. Die einzige Wahl, bei der alle Parteien und Kandidaten die gleiche Meinung hatten, war die . Dass Wilders Rutte nur kritisiert hat, stimmt ebenfalls nicht.
Stimmt, er hat nicht nur kritisiert. Aber sowas hier:
Wilders versuchte in dem Fernsehduell, die gegenwärtige Krise im Verhältnis mit der Türkei auszuschlachten. "Sie lassen sich von Erdogan als Geisel nehmen", warf er Rutte vor. Der PVV-Chef forderte eine Ausweisung des türkischen Botschafters wegen des Streits um die verhinderten Auftritte türkischer Minister, zudem bekräftigte er die Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime.


zeigt auch, dass Wilders mehr Härte wollte. Aber du hast schon recht, wer ist schon im Wahlkampf mit der Gegenseite zufrieden ;) Ich glaube trotzdem, dass es vollkommen egal ist, was Merkel sagt oder tut. Für Rechtsaußen ist das immer zu wenig, weil... :unknown:

Aber jetzt können wir schön sehen, wie es in Holland normal wird und Erdogan sich ein anderes Land aussucht, um Opfer zu spielen. Meine Wetten stehen auf Frankreich, aber das Saarland hat auch gute Chancen.
 
Daß die Welt über die Türkei lacht, liegt ja nicht nur am Präsidenten.




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:m
 
Lass die Türkei sich noch weiter zum Affen machen... das wird ihre Position sicher stärken.
 
Immerhin kann man sich jetzt vorstellen, was 32/33 in Deutschland abging. Ein charismatischer Führer, eine religiöse Ideologie, hysterische Massen, gleichgeschaltete Medien. Das ist der Weg zum Krieg, das Einzige was der Führer tun kann, damit ihm die wirtschaftliche Lage nicht die Beine wegschlägt.
 
Immerhin kann man sich jetzt vorstellen, was 32/33 in Deutschland abging. Ein charismatischer Führer, eine religiöse Ideologie, hysterische Massen, gleichgeschaltete Medien. Das ist der Weg zum Krieg, das Einzige was der Führer tun kann, damit ihm die wirtschaftliche Lage nicht die Beine wegschlägt.
Naja. Nicht wirklich.

Charismatischer Führer? Kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen, ich kann kein türkisch. Kann aber sein.
Religiöse Ideologie? Joa, ist bei Erdogan vorhanden. Aber bei Hitler? Ne. Der war ganz ohne Religion wahnsinnig.
Hysterische Massen? Ja klar, die rechten Hardliner hier toben und zetern. Das türkische Volk lehnt aber Erdogans Verfassungsänderungen ab, jedenfalls bis vor dem rumgebrülle des Sultans.
Gleichgeschaltete Medien? Ja, das Land ist von Platz 99 (2002) in der Rangliste der Pressefreiheit von den Reportern ohne Grenzen auf Platz 151 abgestürzt.
Krieg? Gegen wen denn? Europa fällt aus, wegen der Nato und weil die Türkei schnell verlieren würde. Der nahe Osten kommt auch nicht infrage, die Regionalmächte tummeln sich da mit Russland und Amerika/Nato im Hintergrund. Sich da noch mehr einzumischen, als es die Türkei jetzt schon tut, wäre sehr dämlich. Klar, gegen die Kurden kann man Krieg führen, aber das macht ja die Türkei schon seit gefühlt 3000 Jahren.
 
Und was soll die Folge daraus sein? Dass wir vor dem Dritten Weltkrieg stehen? Das Potential sehe ich bei Erdogan und der Türkei nicht.

Es gibt viele andere Autokraten auf dieser Welt, mit denen sich Erdogan besser vergleichen lässt, als mit Hitler. Putin, Trump, Duterte, Orban, Zuma...
 
@Meta: Ich verstehe was du meinst, schließlich hassen sich die beiden Länder. Allerdings ist Armenien voll mit russischen Soldaten, direkt an der türkischen Grenze. Würde die Türkei Armenien angreifen, wäre Russland sofort mit dabei. Und dabei habe sich doch Erdogan und Putin gerade erst wieder vertragen. Das halte ich für nicht sehr wahrscheinlich.
 
Das Verhältnis von Armenien zu Europa, USA und zum Nachbarn Iran ist ebenfalls gut.
 
Armenien steckt in einer Zange von Feinden: Türkei und Aserbaidschan. Iran hat ein gutes Verhältnis, weil es schiitisch ist. Europa ist ein zahnloser Tiger. Rußland hat selbst genug Probleme und Amerika braucht alle Ressourcen für seine Große Mauer, außerdem will Trump Kohle für Schutz und Armenien ist ziemlich arm.


 
Das sind keine Argumente dafür, daß man die Türkei machen lassen würde.
Wobei erst einmal die Frage beantwortet werden müßte, was ein Krieg gegen Armenien für ein Ziel haben sollte.
 
Als Ablenkung von innenpolitischen Problemen ist Krieg immer gut. Die Rüstung wird hochgefahren, ein Feindbild geschaffen etc.

Aber ich halte das immer noch für unrealistisch. Putin würde es nicht einfach so hinnehmen, dass seine Soldaten sterben und Russland als Schutzmacht versagt. Das widerspricht seinem Selbstverständnis und seiner Rolle als starker Führer. Andere Länder mögen ja wenig Interesse an Armenien haben, aber an Russland würde die Türkei nicht vorbeikommen. Und so dumm ist Erdogan nun auch wieder nicht.

Und was soll dieses Mauer-Argument? Die USA fahren gerade ihre Rüstung massiv hoch. Die Mauer ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant.
 

Wer sollte die Türken daran hindern, Armenien zwischen sich und Aserbaidschan aufzuteilen? Die Ruhmreiche Sowjetarmee etwa?



Nun haben seit einigen tausend Jahren Kriege das Ziel gehabt, sich Land anzueignen (" " - wo ist denn Armenien hin?) und auszuplündern, die Bevölkerung zu unterjochen, zu vertreiben oder zu vernichten. Bei Armenien käme noch die Islamisierung dazu. Das sind genug Ziele.
 
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