Die "Erfolge" der AfD

Man kann sowohl thematisch breiter aufgestellt sein als auch breiter in der Fläche. Bezüglich der Aufstellung in der Fläche macht die AfD gute Fortschritte. Man sitzt bereits in mehreren Landtagen und ist punktuell sogar lokal-politisch auf kommunaler Ebene vertreten. Thematisch eignen sich neben der Ablehnung des Flüchtlingskurses der Bundesregierung auch der Umgang mit Europa und die innere Sicherheit als Themen. Als übergeordnete Forderung kann man auch zu mehr direkter Demokratie (Direktwahl, Volksabstimmung) aufrufen. Wer von der AfD aber soziale Wohltaten erwartet wird enttäuscht sein. Die AfD ist eine konservative Partei und wird daher keine Sozialleistungen ausbauen. Maximal Familienförderung für die (untere) Mittelschicht könnte hinzukommen. Das Programm für Wirtschaft und Soziales wird sich irgendwo zwischen CDU und FDP bewegen. Im Bereich Bildung wird man einen Umbau ähnlich zum aktuellen System in konservativ-regierten Ländern anstreben und Experimente wie Gesamtschule beenden. Schlussendlich müsste man in Koalitionsverhandlungen eh einen großen Teil des Programms opfern.
 


Ich sehe es hier an ihren Anhängern.

Deine Sprache ist hölzern und bürokratisch, voller abgenutzter Schablonen ("breiter aufgestellt").

Damit bist Du ein lausiger Demagoge. Und gerade die AfD bräuchte Spitzenkräfte in die Disziplin, weil sie keine Inhalte hat.
 
Ich bin doch gar kein Mitglied, nur Anhänger, Unterstützer und Spender. Ich habe aber über einen Partei-Eintritt schon nachgedacht, allerdings noch keine Entscheidung getroffen.

Aber doch mal Hände hoch: Wer hat CDU gewählt, ist glücklich mit Merkels Kurs und wird weider CDU wählen? Ich glaube, viele derer, die Merkels Kurs befürworten, sind keine CDU-Wähler.
 
Ich habe auch CDU gewählt, ich bin aber nicht glücklich mit dem Kurs.
Allerdings nicht explizit wegen der Flüchtlingspolitik. Mir ist der Kurs der CDU schon seit Jahren zu "links".
Das hat mit dem Atomausstieg angefangen, über den Mindestlohn und tausend andere Sachen, die mir nicht passen.

Und bevor hier jetzt jemand kommt "Aber Mindestlohn..." und "Aber Atomausstieg..." - darum geht es nicht!
Es geht um die grundsätzliche politische Ausrichtung der CDU - und die passt mir persönlich nicht mehr.
Das Problem: Es gibt/gab eben keine wählbare Alternative rechts der CDU - außer eben jetzt die AfD. Die für mich ebenfalls nicht wählbar ist, für andere aber eben schon.
Es gab lange das CDU-interne Kredo, dass es keine Partei rechts neben der CDU geben darf. Aber was hat man bitte erwartet, was passieren würde, wenn die CDU immer mehr in die Mitte driftet? Das die Leute es für alle Zeit als gottgegebenes Gesetz akzeptieren, dass man rechts der CDU nichts wählen darf?
Nein...irgendwann musste es da einfach eine andere Partei geben, irgendwann musste eine Partei versuchen den Platz zwischen der CDU und rechts-außen zu besetzen - das liegt in der Natur der Sache einer Demokratie.

Wie gesagt:
Ich "verteidige" die AfD hier nicht inhaltlich, ich sage aber, dass deren Existenz vollkommen logisch ist.
Und das hat sich die CDU selbst zu zu schreiben - genau wie es die Linke auch nur "dank" der Politik der SPD gibt.
Aber dazu schrieb ich ja schon mal an anderer Stelle etwas mehr.
 
Ich verstehe was du meinst. Wirklich. Aber vielleicht ist die Mehrheit im Lande einfach Linker geworden? Das würde sich dann in den Parteien widerspiegeln.

Andererseits wäre eine bundesweite CSU vielleicht keine schlechte Idee. Oder eine andere Partei zwischen CDU und AfD.
 
Aber vielleicht ist die Mehrheit im Lande einfach Linker geworden? Das würde sich dann in den Parteien widerspiegeln.
Möglich. Ist aber schwierig zu sagen, denke ich. Dafür gibt es zu viele Nichtwähler und zu viele Menschen die nach Personen wählen und nicht nach Inhalten (das tut eh fast keiner so wirklich) oder Ideologien.

Andererseits wäre eine bundesweite CSU vielleicht keine schlechte Idee. Oder eine andere Partei zwischen CDU und AfD.
Würde ich in der Tat für gar nicht so dumm erachten aus Sicht der Union. Die CDU bekommt dann die eher "Mitte-Wähler" und die CSU greift die potentiellen "Mitte-Rechts-Wähler" von der AfD ab.

Wobei man sich nichts vormachen sollte: Die CSU mag etablierter und "professioneller" sein als die AfD, aber wesentlich gemäßigter sind die rein politisch in vielen Fragen auch nicht.
Bei der CSU laufen bloß weniger Honks rum, die irgendwelchen angreifbaren Mist vor den Kameras erzählen.
Ich sage bewusst "weniger", nicht gar keine. :D
 
Es gab lange das CDU-interne Kredo, dass es keine Partei rechts neben der CDU geben darf.

Das gab es nie. Strauß hat '83 nach Abspaltung der Republikaner gesagt:„Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!“

Der Mindestlohn ist jetzt auch nichts, was nicht zur CDU passen würde. Der CDA ist kein unbedeutender Flügel der Partei und unter dem Einfluß der Christliche Sozialismus wurde nach dem Krieg die CDU zur Partei der sozialen Marktwirtschaft. Für Wirtschaftsliberalismus war immer der Koalitionspartner FDP zuständig.

Das Thema Atomwirtschaft hängt der Partei noch aus den 50'ern nach, wo insbesondere Adenauer und Strauß eine Atomare Bewaffnung als Zeichen von Souveränität betrachtete. Ansonsten ist Energiepolitik nicht wirklich etwas, was eine Einteilunh in Links und Rechts sinnvoll erscheinen läßt.

Was bleibt denn nach dem Fall der Mauer noch? Da fällt mir spontan nur Familienpolitik und hier ist die CDU immer noch eine Partei, die die verfassungsmäßige Position der Familie betont.
 
Ich hatte ja befürchtet, dass das jetzt so kommen würde und das nun auf Einzelpunkte eingegangen wird.
Vielleicht ist auch nicht ganz klar geworden, was ich ausdrücken wollte.

Mindestlohn oder Atomausstieg sind bezüglich ihrer Sinnhaftigkeit unerheblich.
Menschen wählen keine Inhalte, Menschen wählen entweder Personen (Merkel, Kretschmann...), oder aus Protest, oder aus dem Gefühl der Zugehörigkeit einer bestimmten politischen Richtung heraus.
CDU-Wähler sehen sich idR als bürgerlich-konservativ. Wenn "ihre" CDU ihnen das aber nicht mehr vermittelt, dann suchen die sich eben Alternativen (AfD oder Nichtwählen) oder wählen zähneknirschend weiter CDU, weil sie nix besseres finden.
Gerade der letzte Punkt wird mMn recht häufig vorkommen. Und vielleicht würden sich diese Wähler zB bei der CSU wohler fühlen, bevor sie AfD oder gar nix mehr wählen.

Wie gesagt: Einzelthemen sind für viele Menschen unerheblich. Wichtig ist, dass sie sich politisch bei einer Partei zuhause und vertreten fühlen.
Das ist mehr eine Gefühlsfrage, als eine objektive Kopfsache.
Zumindest behaupte ich das jetzt einfach mal so. Ist ja alles diskutabel. Dafür ist das hier ja auch ein Forum. ;)
 
Andere These: Vielleicht ist einfach die Große Koalition schuld, die seit 2005 insgesamt schon über 6 Jahre regiert. Denn hier muss die CDU kompromisse eingehen und auf die SPD zugehen. Sie wird automatisch linker. Die SPD automatisch rechter. Und die Profile der Parteien verwaschen.

Wie immer ist SPD Schuld :D
 
Genau so sehe ich das, also das mit der Groko.
Wobei die CDU genau so Schuld ist wie die SPD.

Trotzdem sind die Sozis natürlich letztendlich Schuld. :D
 
Also, ich sehe die CDU jetzt auch in keiner Weise irgendwie besonders Mittig oder gar Links, das sind schon nach wie vor die konservativen Leutchen, die da immer waren und die auch immer noch die alte Politik, angepasst an die Zeit, betreiben wollen und aber wegen der Koalition nicht immer können.

Das einzige Thema diesbezüglich ist tatsächlich die Flüchtlingspolitik, bei der große Teile der CDU ja auch stramm Rechts fahren wollen, aber wegen Merkel nicht können.

Von daher sehe ich nach wie vor die Erfolge der AfD nicht darin, weil rechts von der CDU Platz frei geworden ist, sondern einzig und allein wegen des Umgangs mit den Flüchtlingen begründet.
 
Wie gesagt: Einzelthemen sind für viele Menschen unerheblich. Wichtig ist, dass sie sich politisch bei einer Partei zuhause und vertreten fühlen.
Das ist mehr eine Gefühlsfrage, als eine objektive Kopfsache.

Welchen Vorwurf kann man dann AfD-Wählern machen
 
Also, ich sehe die CDU jetzt auch in keiner Weise irgendwie besonders Mittig oder gar Links, das sind schon nach wie vor die konservativen Leutchen, die da immer waren und die auch immer noch die alte Politik, angepasst an die Zeit, betreiben wollen und aber wegen der Koalition nicht immer können.
Dadurch rutscht aber die Politik "gefühlt" nach links. Wenn jetzt schon ein klares SPD-Projekt wie der Mindestlohn der CDU vorgeworfen wird :unknown:

Mal abwarten. Die AfD wird auf jeden Fall kleiner, wenn die Flüchtlinge nicht mehr so eine große Rolle spielen. Dann könnten sich die großen Parteien evt. neu ausrichten.

Aber wie immer sind wir hinterher schlauer.
 
Welchen Vorwurf kann man dann AfD-Wählern machen
Sag du es mir.
Ich mache keinen Wählern einer verfassungskonformen Partei einen "Vorwurf" - egal welcher Couleur.
Jeder darf wählen was er will. Mich interessiert primär immer eher die Frage Warum wird etwas gewählt oder nicht gewählt?
Gerade wenn es in Richtung linker oder rechter Rand geht.
 
Diese ganze Posse um dem MoMa-Auftritt fasst das gestörte und scheinheilige Verhältnis der AfD zur freien Presse und zur Meinungsfreiheit ganz gut zusammen.

Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Das Ganze ist so nebensächlich, dass es gar nicht zur Nachricht hätte aufgeblasen werden dürfen.
:m

@Hezu: Welchen Eklat? Der Skandal ist doch nur, dass es überhaupt zum Eklat aufgeblasen wurde. Das Ganze ist eine Pose. Ich finde zwar alles, wofür die AfD steht, mit meinen Werten absolut unvereinbar, aber der öffentlich-rechtliche Gesinnungsjournalismus geht mir noch viel mehr gegen den Strich. Und da nach dem Einzug der AfD in drei Landesparlamente die Partei das demokratische Recht hat bei den Rundfunkräten vertreten zu sein, erlaube ich es mir so gehässig zu sein, dass ich es den Öffentlich-rechtlichen gönne, das es so gekommen ist.

Keiner sagt, das Merkel die Übermutti oder unfehlbar ist. Im Gegenteil, vieles von ihr und ihrer Regierung in den letzten 3 Perioden halte ich für inakzeptabel und schädlich, nur ist eben das, was die AfD absondert noch schlimmer als das, was die Merkel von sich gibt.

Es ist im Rahmen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Und was im Rahmen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist, muss man als Demokrat akzeptieren oder sich als totalitäres Subjekt outen. Demokraten müssen auch mit stark abweichenden Meinungen umgehen können. Demokratie ist nämlich sowohl ein Verfahren, das garantiert, dass wir erstens nicht besser regiert werden, als wir es verdienen, als auch eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

News von der AfD und den angeblich so gebildeten Wählern. Ist wohl doch eher das Prekariat :D

Wundert dich das? . Keine der Parteien, die bisher an der Macht waren, haben je etwas für die wirklich Armen getan – nicht einmal die Linken. Stattdessen handhaben sie es nach dem Matthäuseffekt: Wer hat, dem wird gegeben.

HTH + CU
 
Mich interessiert primär immer eher die Frage Warum wird etwas gewählt oder nicht gewählt?

"Warum" klingt wie die Bemühung um eine rationale Erklärung. Das kann ja nicht zielführend sein, wenn das ganze mehr eine Gefühlsfrage, als eine objektive Kopfsache ist.
 
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