Sicherlich, eine beschissene Krankheit und dass man was dagegen tut, oder es zumindest probiert, ist sicher auch nicht verkehrt. Ich will auch keine Menschenleben gegeneinander aufrechnen, aber soweit mir bekannt, ist der Kampf gegen ALS erstmal recht aussichtslos. Insofern finde ich es halt eher sinnlos, wenn man Millionen dafür aufwendet, um *vielleicht* ein Ergebnis zu erzielen, während man mit dem Geld quasi sofort und mit eindeutigem Erfolg zig- oder gar hunderttausenden Menschen helfen könnte. Dazu noch dieser ganze Hype, der schön zeigt, um was es den Menschen dabei vorrangig geht und wie offensichtlich stur sie durchs Leben gehen, das finde ich kritikwürdig. - Wenn irgendwas total überteuert und sinnlos ist, macht man es doch sonst auch nicht. Aber hier, nur weil ein paar Promis zu sehen sind und man sich selbst mit einem lustigen Clip profilieren und dann mit "gutem Gewissen" dazugesellen kann, macht man alles mit.
Ich finde es ehrlich gesagt auch unfair gegenüber denen, denen man viel eher helfen könnte und das wirklich konkret und in großer Zahl.
Ich würde zudem davon ausgehen, dass ALS-Patienten in aller Regel möglichst gute, medizinische Versorgung bekommen, die ihr Leben solang als möglich halbwegs erträglich macht. So ein Afrikaner aber nicht. Der lebt und verreckt ohne alles in seinem Wüstenland und keinen kümmerts. Nur als Beispiel halt.
Für mich ists halt nicht so recht nachvollziehbar, warum man gerade jetzt so einen noch dazu riesen Aufriss wegen einer so seltenen Krankheit macht. Da gibts bei aller Liebe wirklich wichtigeres, wo man viel viel effektiver helfen kann. Mal davon abgesehen, dass ansich eh genug Ressourcen da wären für solche Forschungen, aber die Mittel halt woanders eingesetzt werden, was ich den viel größeren, dringend anprangernswerten Skandal finde und wo man meiner Meinung nach ansetzen sollte, um das eigentliche Problem zu lösen.
Cheg, versteh das bitte nicht als Vorwurf gegenüber Dir, aber auch hier ists generell interessant, wie das Verhalten sich nun ändert: Plötzlich heißts, da gibts Tierversuche, die noch dazu sinnlos sind und nun wird eine Welle der Entrüstung kommen. Als obs nicht davor schon sinnlose Tierversuche (oder sogar Menschenversuche) gegeben hätte und um die gehts den Leuten doch, nehm ich an.
Aber allgemein sollte ich vielleicht noch zu meinem vorherigen Posting sagen, dass man sich wirklich nicht um alles kümmern kann und muss. Jeder hat selbst auch das Recht zu leben und da sehr viele Aufgaben zu bewältigen. Da kann man sich nicht mit allem beschäftigen und alles wissen, allein schon, weils mit der Zeit echt zu kaputt macht und das bringt dann langfristig auch keinem was. Und dass solche Dinge passieren, wie da, das ist halt leider auch so. Woher hätte man es denn auch wissen sollen, wenn man sich nicht gerade stunden- bis tagelang informiert und ins Thema einsteigt. Man kann einfach nicht gleichzeitig selber leben, dann sich noch um komplexe Konflikte wie Syrien, Irak, Gaza, Ukraine etc. kümmern, um nur mal die politisch derzeit populärsten zu nennen, während man sich um Obdachlose, Afrikaner, Regenwaldabholzung, Tiersterben und -versuche, etc. etc. pp. kümmert.
Eine gewisse Pflicht erstmal seinen nächsten gegenüber halte ich für angebracht, dazu ein wenig sinnvolles Leben allgemein und wenns geht, auch immer mal wieder weiter vom eigenen Leben entfernte Dinge angehen, aber man kann einfach nicht alles wissen oder tun. Insofern ists sicher gut, wenn man sich auf ein paar Themen konzentriert.