Demokratie - Nur ein Konzept?

Ein guter Diktator ......

Oh Gott. :m
Habe ich heute im Büro nicht auf speichern gedrückt? Ich dachte ich hätte diesen Post schon beantwortet. Egal:

In der Tat gab es den bösen Diktator erst später in der Geschichte. Die Römer kannten den Diktator als ein Amt auf Zeit, manchmal nur Tage, maximal ein halbes Jahr und in der Regel auf eine spezielle Aufgabe ausgerichtet.

Manchmal wünscht man sich ja eine Regierung, die nicht den Konsens sucht, sondern das Notwendige einfach mal umsetzt. Allerdings behebt man so auch keinen Reformstau, zumindest nicht auf Dauer mit dem großen Manko der Planungsunsicherheit. Denn die meisten Entscheidungen sind reversibel und der nächste Regierungswechsel nur eine Frage der Zeit.
 
Der Begriff "Diktator" hatte im alten Rom eine ganz andere Bedeutung als heute zumal sie auch abgesetzt weren konnten.

Wer heute den Begriff benutzt sollte wenigstens erklären was er damit meint.

Hitler? Stalin? Mao? Rote Kmer? Kim?

Sie alle haben sich die Alleinherrschaft angeeignet und die alten Diktatoren wurden vom Senat ernannt.
 
Richtig.Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch.

@Nero In #75 Beschränkung scheinst Du in Hinblick auf China eine Eingrenzung auf Mao Tsetung zu machen. Ich denke, daß gilt noch heute. Dieses Land mit dieser großen Bevölkerung läßt sich nicht regieren, sondern allenfalls beherrschen, wenn man als global Player agieren möchte. Wahrscheinlich trifft dies momentan auch auch auf Rußland zu.
Das entspricht natürlich nicht unserem Ideal, aber die Gegensätze von HighTech und Weltraumnation und fast Steinzeit können wir uns hier gar nicht vorstellen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #84
Das entspricht natürlich nicht unserem Ideal, aber die Gegensätze von HighTech und Weltraumnation und fast Steinzeit können wir uns hier gar nicht vorstellen.

Nein?
Wie ist nochmal das erste Wort in dem Namen unserer stimmstärksten Partei und aus welcher Zeit stammt es?
 
Der Begriff "Diktator" hatte im alten Rom eine ganz andere Bedeutung als heute zumal sie auch abgesetzt weren konnten.

Steht in der Wikipedia, hab ich auch gerade nachgeschaut.

Na ja, bei mir, Nero, war das nicht so leicht. Bei Julius Caesar wohl auch nicht.

Aber ich will darüber nicht lange streiten, in der römischen Geschichte kenne ich mich nicht so genau aus.

Doch eines weiß ich: Von den Pharaonen bis zu Alexander dem Großen und dem preußischen Soldatenkönig ist die Weltgeschichte nicht das Werk von Demokraten gewesen. Und die Demokratie selbst war im alten Griechenland die Herrschaftsform einer Gesellschaft von Sklavenhaltern gewesen und wurde es in den USA wieder.

In Ungarn hat gerade eben Orbans chauvinistische Partei 45 Prozent der Wählerstimmen bekommen und die antisemitische, rechtsradikale Jovik-Partei noch einmal 20 Prozent. In demokratischen Wahlen. Auch das ist Demokratie. Und wie war das eigentlich mit Hitler und der NSDAP? Es waren doch demokratische Wahlen, die sie an die Macht brachten. Von einem Staatsstreich oder Putsch ist mir nichts bekannt.

Die Schwarzweißmalerei, der Wunderglauben an das Zauberwort Demokratie ist kindisch. Es gibt nichts, was nicht seine guten und seine schlechten Seiten hätte. Das gilt sogar für den Krieg. Die moderne Massenproduktion, die Frauenemanzipation, die Entkolonisierung, die Gleichberechtigung der Farbigen ind den USA - alles Kriegsfolgen. Die Fortschrittsgeschichte ist nun mal, moralisch betrachtet, ein ziemlich scheußlicher Prozess.

@Nero In #75 Beschränkung scheinst Du in Hinblick auf China eine Eingrenzung auf Mao Tsetung zu machen. Ich denke, daß gilt noch heute. Dieses Land mit dieser großen Bevölkerung läßt sich nicht regieren, sondern allenfalls beherrschen, wenn man als global Player agieren möchte. Wahrscheinlich trifft dies momentan auch auch auf Rußland zu.

Unbedingt. Und China tut gut daran, sich von Tibetanerfans und Uigurenfans im Westen nicht beirren zu lassen. Das taten die Revolutionstruppen in Franckreich ja auch nicht, als die den Widerstand der Vendée brachen, indem sie die Aufständischen ersäuften. Der Lohn der schlechtetn Tat ist der, dass Frankreich heute keine Probleme hat wie Syrien.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Thread Starter Thread Starter
  • #87

Du weißt ganz genau, worauf ich hinaus will. Die Werte des Landes basieren auf einem 2000 Jahre altem Buch - wenn das nicht rückständig ist, weiß ich es auch nicht.
 

Du weißt ganz genau, worauf ich hinaus will. Die Werte des Landes basieren auf einem 2000 Jahre altem Buch - wenn das nicht rückständig ist, weiß ich es auch nicht.

Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nach.

Die Steinzeitmenschen war doch zivilisiert und human im Vergleich dazu, was in Deutschland nach 1933 geschah.

Ob Steinzeit oder Bibel, alles vernünftig bis harmlos im Vergleich zum Hokuspokus, der sich Rassismus nante und zu fabrikmäigen millionenfachen Massenmord geführt hat.
 
Kann man nichtmal ohne sogenannte Geschichtsweisheiten über heutige Verhältnisse reden?

Wenn jemand heute nach einem "guten Dikator" ruft, dann hat er einen an der Waffel.

Was soll das denn sein? So eine Art politischer Einstein, der so schlau ist, daß er über allen Gruppeninteressen steht und alles zum Wohlgefallen des Volkes richten kann?

Wer nach einem Diktator ruft hat ganz einfach nicht verstanden, wie eine pluralistische Gesellschaft funtioniert.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #90

Rassismus war immer nur Mittel zum Zweck: eine Art sich zu legitimieren indem man seine Konkurrenz als Untermenschen darstellte, als nicht gleichwertig. So fiel es einem leichter sie zu töten, zu versklaven und ihr Land zu rauben.
Fing mit Kolumbus an und endete halbwegs mit Martin Luther King.
 
Wenn es so einfach wäre, die Geschichte mit drei oder vier Formeln zu erklären........
 
Demokratie ist ein sehr fortschrittliches, wenn nicht das fortschrittlichste, das fortschrittsorientierteste politische Prinzip für organiesierte Gewalt.

Je schlechter die Umstände bzw. je größer Gier oder Geiz, desto stärker die Ausprägung zu unsensibler Verständnislosigkeit und um so höher der hang zur Gewalt.

Ach was, das ist zu allgemein dahergesagt und könnte -wäre etwas richtig dran- auch für andere oder gar für keine Staatsform zutreffen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #93
das fortschrittsorientierteste politische Prinzip

Ach Unsinn: wenn das so wäre, würde die Demokratie sich nicht selber schützen - was sie in jeder Verfassung tut, jegliche nichtdemokratischen Grundsätze sind verboten - sondern wäre auf eine Verbesserung des Systems ausgerichtet, auch wenn dies bedeuten würde sich von der Demokratie abzuwenden.
Demokratie ist nur eines - demokratieorientiert. Da ist kein politischer Progress, nur noch Stagnation und Schutz des Status Quo.
 
Wer nach einem Diktator ruft hat ganz einfach nicht verstanden, wie eine pluralistische Gesellschaft funtioniert.

Wie hast Du sowas nochmal genannt? "Appeal to Authority", wenn ich mich recht erinnere.

Unerklärte Modewörter von vorgestern einstreuen bringt zwar bei Ahnungslosen Prestigegewinn, hilft aber in der Sache nicht weiter.

Auf keinen Fall hält die Vorspiegelung eigenen überlegenen Wissens andere Diktatoren von der Machtergreifung ab.


Wenn es so einfach wäre, die Geschichte mit drei oder vier Formeln zu erklären........

Du schaffst es sogar mit einer.

Pluralismus heißt das Zauberwort.
 
Zuletzt bearbeitet:
@TheHSA
Theoretisch ja, in Deutschland hat "man" sich aber nach dem Krieg für eine "repräsentative Demokratie" als Herrschaftsform entschieden.
Wikipedia zu den Nachteilen der repräsentativen Demokratie:


Dazu Wolfgang J. Koschnick in seiner Artikelreihe auf telepolis zur Situation in Deutsschland:
.



Offensichtlich hat es mit dem Selbstschutz der Demokratie in Deutschland nicht funktioniert.
Wobei ich die Feststellung Koschniks (milde Funktionärsdiktatur) nicht ganz teile, da ich selbst eher von einer "gelenkten Demokratie" ausgehe, incl. Inzenierung, Aufführung und Simulation von Demokratie, die von dem ehemaligen Verteildigungsminister und Plagiator zu Gutenberg bezogen auf Berlin, als "Hauptstadttheater" bezeichnet wurde.

Der Bürger, als Zuschauer, hat natürlich keinen Einfluss auf die Inzenierung, weder im Theater noch in der Demokratiesimulation, daher kann man für Deutschland auch nicht von einer Demokratie sprechen, denn Demokratie bedeutet eben Herrschaft des Volkes.
 
Der Bürger, als Zuschauer, hat natürlich keinen Einfluss auf die Inzenierung, weder im Theater noch in der Demokratiesimulation

Wer das behauptet, hat vom Theaterbetrieb nicht die geringste Ahnung und vom politischen Betrieb vermutlich auch nicht. Wenn im Theater die Auslastungsquote nachlässt, sollte der Intendant sich schon mal nach einer neuen Wirkungsstätte umschauen.

daher kann man für Deutschland auch nicht von einer Demokratie sprechen, denn Demokratie bedeutet eben Herrschaft des Volkes.

Unsinn. Herrschaft des Volkes ist doch vollkommener Blödsinn. Wen zum Teufel soll das Volks denn beherrschen, wenn es selbst an der Macht ist?

Demokratie wurde auch nicht als Volksherrschaft verstanden, sondern als Herrschaft der Mehrheit, im Unterschied zu Aristokratie als Herrschaft der Besseren.

Nachtrag


Es ist natürlich alles noch viel komplizierter:

Aristoteles (384–322 v. Chr.) beschrieb später die Politie (gr. πολιτεία politeia ‚Verfassung‘) als die „gute“ und die Demokratie (gr. δῆμος dēmos, ‚Volk‘) als die „schlechte“ Ausprägung einer Staatsform, in der das Volk herrscht.[5] Polybios schließlich differenzierte terminologisch und bezeichnet mit Ochlokratie die negative Variante der Volksherrschaft, während der Begriff „Demokratie“ bei ihm positiv besetzt ist.[6



Ochlokratie (altgr. ὀχλοκρατία, aus ὄχλος óchlos ‚Menschenmenge, Masse, Pöbel‘, und -kratie), deutsch auch Pöbelherrschaft, ist ein abwertender Begriff für eine Herrschaftsform, bei der eine Masse ihre politischen Entschlüsse als Mehrheit oder durch Gewalt durchsetzt. In der älteren Literatur findet sich gelegentlich als Synonym das Wort Laokratie (griech.:λαός laos ‚Volk, Volksmenge‘ und κράτος kratos ‚Macht, Herrschaft‘) verwendet. Wörtlich übersetzt heißt Laokratie „Volksherrschaft“.[1] Im Conversations-Hand-Lexikon von 1831 wurde Laokratie ebenfalls mit Pöbelherrschaft übersetzt. [2]


Dieses Hin-und-her, dieser Eiertanz begegnet uns noch heute, weil die Volksfreunde das Volks natürlich auch nicvht immer mögen, und dann sagen sie statt Demokratie abwertend Populismus, und keine kann sagen, was eigenlicht das eine vom anderen unterscheidet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Unsinn. Herrschaft des Volkes ist doch vollkommener Blödsinn. Wen zum Teufel soll das Volks denn beherrschen, wenn es selbst an der Macht ist?

Das Volk herscht dan über sich selbst ... ;) wo ist das Problem ...

Bei den Alten Grischen hatt das auch super funktioniert ... da waren die "Länder" zwar noch nicht so gross aber genutzt hatt es jeden dort ;)
 
Das Volk herscht dan über sich selbst ... ;) wo ist das Problem ...

Es besteht darin, dass Herrschaft vorliegt, wenn es einen gibt, der herrscht, und einen anderen, der beherrscht wird. Wie haben immer Subjekt und Objekt.

Außer man verwendet Herrschaft im übertragenen Sinn, dann spricht man zum Beispiel von Selbstbeherrschung. D.h obgleich ich Lust hätte, 5 Stück Torte zu essen, verdrücke ich nur eins.

Wie das beim Volk funktionieren soll, ist mir schleierhaft. Erkläre es mir, wenn Du mehr weißt.

Darum spricht man bei Betrieben, welche die Arbeiter selbst führen, nicht von "Arbeiterherrschaft". Um Herrschaft auszuüber, müssten die Arbeiter Sklaven oder andere Untergebene haben.

Man spricht deshalb von Arbeiterselbstverwaltung. Denn geherrscht wird nicht.

Zur Herrschaft gehört immer die Knechtschaft. Ohne Knecht kein Herr, ohne Herr kein Knecht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben