Das Wunder Westerwelle

Mittlerweile hat die Regierung erklärt, daß Giftgas-Utensilien gefunden wurden. Sie behauptet aber, daß das Zeuch zu den Rebellen gehört.

Immerhin ist also das Vorhandensein bestätigt.
 
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  • #42
Und die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" hat gestern erklärt, ihren Informationen zufolge seien im fraglichen Gebiet mehrere tausend Personen mit neurotoxischen Symptomen in die Krankenhäuser eingeliefert worde, 350 dieser Patienten seien gestorben.

Man kann also annehmen, dass es passiert ist. Aber die nach wie vor ungeklärte Frage ist ja, wer hat es gemacht. Und das lässt sich durch die Analyse von Bodenproben vermutlich nicht ermitteln. Auch wenn die Inspektoren das Gebiet bereisen dürfen, werden sie nur feststellen können, welcher Kampfstoff eingesetzt worden ist, aber nicht von wem.
 
Gerade hieß es in den Nachrichten, daß die syrische Regierung zugestimmt hat, die umstrittenen Gebiete zu untersuchen. Das soll mit der EU-Vertreterin vereinbart worden sein.
 
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  • #44
Kluge Entscheidung. Die Leiche vor dem Gerichtsmediziner verstecken ist in jedem Fall überflüssig, weil der ja nur ermitteln kann, ob und auf welche Weise das Opfer umgebracht wurde.

Danach fängt die Suche nach dem Täter erst an. Die Ermittler übernehmen den Fall und schauen, dass sie einen Tatverdächtigen finden. Wenn sie einen gefunden haben, wird er angeklagt, und die tatsächliche Aufklärung des Falles findet dann in einem Strafprozess statt, wo Zeugen vorgeladen werden können und bei Strafandrohung die Wahrheit sagen müssen.

So ein Verfahren setzt, wenn es ordentlich geführt werden und zu überzeugenden Ergebnissen kommen soll, umfassende Befugnisse des Gerichts voraus, und die wird ein internationaler Strafgerichtshoft von Syrien so wenig wie von einem anderen Staat der Welt bekommen.

Das ist alles irreal. Man müsste einfach Verbündete haben, auf deren Glaubwürdigkeit man sich verlassen kann, die Gegner Assads sind aber keine, das ist das Problem.
 
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  • #46
Nun wird also doch die Kriegstrommel gerührt.

Mal angenommen, die Westmächte glauben selbst, was sie behaupten, nämlich dass das Assadregime Aufständische mit Chemiewaffen umbringt: Dann kann man doch nicht mit Marschflugkörpern und ferngesteuerten Bomben kommen, dann braucht man eine Invasion.

Deshalb, weil man von einem solchen Regime erwarten muss, dass es die Schwächung seiner konventionellen militärischen Infrastruktur durch Verstärkung und Ausweitung des Einsatzes von Chemiewaffen kompensieren wird.

Ein solches Regime darf man nicht verletzen, sondern man muss es töten, was den massiven Einsatz von Bodentruppen bedeuten würde. Mit Nadelstichen wie diesen Marschflugkörpern gießt man nur Öl ins Feuer.

Angenommen also, es wäre unzweifelhaft erwiesen, dass Assad Aufständische Bevölkerungsgruppen mit Massenvernichtungswaffen bekämpfen lässt, so wäre die militärische Invasion eine Option.

Auf gar keinen Fall wären Nadelstiche von außen und oben eine Option, außer man will erreichen, dass die Syrer einander am Boden noch heftiger dezimieren.
 
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