Bedingungsloses Grundeinkommen

Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Also finanziere ich mir mein BGE selber? Und nebenbei noch das anderer Leute?

ne, momentan finanzierst du nur den flughafen berlin und die elbphilhamornie, um nur zwei beispiele zu nennen. achja, nicht zu vergessen drohnen, die nichts machen können.

dir ist aber schon klar, dass durch deine arbeit andere in der sonne liegen? du finanzierst schon seit der ersten minute deines lebens seitdem du arbeitest, das leben anderer, nur dein eigenes nicht. aber wie soll da noch geld für das finanzieren des eigenen lebens übrig bleiben...
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen




Hab ich jetzt mal überflogen ist mir aber tatsächlich zu hoch wenn ich mich damit nicht wirklich befasse. Würdest mir tatsächlich einen Gefallen tun wenn du mir das in ein paar Sätzen näher bringen könntest.
Für mich hört sich auch das da geschriebene nach "wir schaffen hier ein paar Steuern ab und bringen hier ein paar neue und bekommen damit Geld aus dem Nirgendwo" an. Letztlich kann es doch nur drauf raus laufen, dass irgendjemand mehr zahlen muss damit jemand anders mehr bekommt als er gerade hat. :unknown:
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Klar! Aber das Feine ist, dass ich auch noch bei Bedarf in der Sonne liegen kann, wenn ich will...

Weil ich für mein Geld gearbeitet habe!
Da verspüre ich nicht wirklich die Lust, noch mehr Leute "durchzufüttern"!

Wem das System nicht passt, der kann ja gerne eine Kommune aufmachen und Selbstversorger spielen. Da arbeitet dann jeder nur für sich und seine " Glaubensbrüder" ohne dass irgendeiner Chef spielt und nur die Hand aufhält...

Sollte das aber irgendwann scheitern, dann schreit bitte nicht nach dem Sozialstaat... :coffee:
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

ich verstehe, der eine kann nicht, der andere will nicht. kein wunder, dass foren aussterben.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Sollte es am Arbeitswillen scheitern, ernennen wir den Calvinismus zur Staatsreligion. Angesichts unserer "Kultur der Arbeit", verbunden mit der Unfähigkeit, sein Leben jenseits davon zu gestalten, sehe ich aber schon jetzt keine Schwierigkeiten, was den Arbeitswillen anbelangt.

Einiges aber verstehe ich nicht. Zum einen: Weshalb sieht niemand, dass es derzeit politisch dumm ist, ein BGE zu fordern, wenn dahinter die Idee steht, jedem ein würdiges Leben zu ermöglichen? Das Vorhaben würde sofort von anderen Kräften übernommen werden; die Gegenvorschläge zu einem sozialen BGE liegen ja längst vor und sehen eine Finanzierung über 50 Prozent Mehrwertsteuer vor, sowie Ersatz der gesetzlichen Rentenversicherung durch das BGE. Das Ergebnis wären Lohnsenkungen und dauerhafte Lohnaufstockung. Dahin würde die Reise gehen, sollte sich jemals eine politische Mehrheit finden lassen für ein BGE. Das realisierte BGE wäre heute immer ein Kahlschlag der Sozialleistungen und gesetzlichen Rentenversicherung, außerdem relativieren sich selbst 1500 Euro bei 50 Prozent Mehrwertsteuer und Wegfall von Kindergeld usw. gewaltig. Völlig unklar ist auch, weshalb es plötzlich besser sein soll, mit der Gießkanne zu verteilen anstatt nach jeweiligem Bedarf. Darunter werden immer diejenigen leiden, die wirklich auf die Unterstützung angewiesen sind, weil die Zahlungen an die übrigen die Mittel fressen.

Wirklich befremdlich an der Diskussion ist die ständige Annahme, Arbeitslosigkeit ist notwendig vorhanden. Ob und wie viele Arbeitslose es gibt, hängt nur davon ab, ob wir eine Wirtschafts- und Arbeitspolitik in Gang bringen, die Arbeitslosigkeit beendet. Vielleicht ist das manchen eine zu große Arbeit, also überlegen sie sich andere Aufgaben, zum Beispiel ein BGE. Das passt zum restlichen Vorgehen in Deutschland: lieber sperren als löschen, lieber die Wirkungen bekämpfen als die Ursachen. Die Ursachen der Anziehungskraft des BGE liegen natürlich auch in den teilweise unglaublich niedrigen Löhnen. Dadurch werden selbst 1000 Euro attraktiv. Auch das Problem lässt sich anders lösen, und vor allem lösen ohne so große Einschnitte verbunden mit vielfältigen Nachteilen für diejenigen, die ihre Arbeit geben.

Was soll die Neid-Debatte hier? Die Frage ist zunächst, ob wir überhaupt wollen, dass neben den heute schon geduldeten oder gewollten Möglichkeiten, sein Leben zu finanzieren (Lohnarbeit, Selbstständigkeit, Eigentum, staatliche Leistungen im Bedarfsfall, familiäre Leistungen), noch die staatliche Leistung ohne Bedarf hinzutritt. Wer dann noch den Schritt schafft zu der Erkenntnis, dass niemand "sein" Geld verdient, auch der Selbstständige nicht, hat weder Grund zum Neid noch zum Neid-Vorwurf. Der Neid-Quatsch ist lächerlich und unangebracht.

Weil ich für mein Geld gearbeitet habe!

Als ob du der einzige wärst. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal, nicht mal eine besondere Leistung. Also nicht erwähnenswert.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

So mal kurz meine Meinung:

Wenn wir mit dieser Gesellschaft als Gesellschaft langfristig erfolgreich sein wollen, dann wird uns ein BGE ähnliches System nicht erspart bleiben.
Wir haben aktuell 2 Probleme:
- Wir schaffen uns durch fehlende Arbeitsplätze und Lohndumping eine soziale "Unterschicht" (ich mein das nicht abwertend), die mit jeder Generation weiter in diesem Kreislauf versumpfen wird.
- Wir schaffen uns durch den ausufernden Kapitalismus und das Abhängigkeitsverhältnis bei niedrig bezahlten Tätigkeiten eine wirtschaftliche Eliteschicht die immer mehr an Einfluss gewinnt (sieht man ja schon heute an der Politik).

Es gibt nur 2 Möglichkeiten:
- Die Arm-Reich-Schere schrumpft durch Subventionierung von wirtschaftlich Schwachen und Besteuerung von Wirtschaftlich Starken. Als Folge wird die "Asolzialisierung" durch Abgrenzung und Perspektivlosigkeit abnehmen und das Bildungsniveau erhöht sich.
- Die Arm-Reich-Schere wächst weiter und wir kommen an den Punkt an dem Akademiker und Fachkräfte den heutigen Mittelstand bilden und normale Arbeitnehmer rutschen Proportional dazu in Richtung "Armut". Den Trend dazu sieht man ja heute schon deutlich.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

@ Munro:
Bitte nicht aus dem Zusammenhang reißen...
Danke!

--- [2015-06-22 15:05 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Fehlende Arbeitsplätze? Oder auch der Unwille, bestimmte Jobs anzunehmen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Das ist der Zusammenhang: Du stellst eine Selbstverständlichkeit als besondere Leistung heraus und glaubst, dadurch deine Meinung zu rechtfertigen. Dabei gilt die Selbstverständlichkeit für alle hier, und trotzdem folgen nicht alle deiner Meinung.

In deiner neuen Einlassung gelingt es dir schon wieder nicht, auf den Versuch zu verzichten, dich über andere zu erheben. Vielleicht kannst du dich selbst so überzeugen; aber vor allen, die nicht selbst überheblich sind, machst du dich lächerlich.

@Palatinum:

Alles kein Grund zu Gewaltphantasien ... Er ist eben besonders ... fleißig.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Hast du ein Problem? Anscheinend ja...
Palatinum hat MICH angesprochen, von daher kann ICH ja wohl aus meiner Sicht antworten, oder?
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Die Firmen sind aber dazu da um dir dein Leben leichter zu machen. Wenn da keiner mehr hin geht gibts kein Essen mehr auf dem Teller, kein Strom mehr, nichts. Die Gesellschaft erpresst nicht, sie ist drauf angewiesen, dass jeder einen Teil zum Gemeinwohl beiträgt. Je nachdem wie anstrengend oder fordernd das ist wirst du entlohnt. Das ist fair. Unfair ist es wenn jemand der eigentlich helfen könnte nur zu faul ist von den anderen mit durchgefüttert werden muss.

Die Firmen sind dafür da, um mir mein Leben leichter zu machen? Selten so gelacht.

Wenn ich da nicht hingehe, kriege ich trotzdem mein Essen aufn Teller. Und nicht die Gesellschaft ist darauf angewiesen, sondern die 1% sind darauf angewiesen, Leute bewußt so klein zu halten, dass irgendwer die Drecksarbeit erledigt.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Woher bekommst du denn dein Essen im Supermarkt? Von der Speditionsfirma die es da hin fährt. Wie kommst du zum Supermarkt? Mit dem Auto vom bösen Automobilkonzern und dem Sprit der bösen Ölkonzerne. Lässt sich beliebig weiter stricken.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Also mein Strom kommt aus der Steckdose... deswegen bin ich auch gegen Atomkraft :)
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Unsinn, er hat doch geschrieben, er kriegt so oder so Essen auf den Teller. Also wird er wohl einen großen Gemüse-/Obstgarten haben und bisschen Viehzeug dazu, dass er selbstverständlich selbst jeden Tag hegt und pflegt und wenn der Tag gekommen ist selbst in Jenseits befördert, ausbluten lässt, Fell/Federn entfernt und ausnimmt. Wie kannst du da nur dran zweifeln. ;)
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Hm, wenn es so weitergeht, können wir wieder ausgliedern in einen allgemeinen Kapitalismus-Thread :D
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Wenn es den Supermarkt nicht geben würde, würde ich also direkt verhungern? Nur weil irgendwelche Großkonzerne meine Nahrung nicht mehr vorab zubereiten und mir der Bofrost Mann das direkt an die Haustür liefert? Aber ich hab deinen Satz sowieso falsch verstanden, aber gehe trotzdem gerne auf deine Punkte ein.

Ich kaufe sehr selten im Supermarkt ein. Falls doch, gehe ich zu Fuß oder nutze mein Fahrrad. Folglich habe ich auch kein Auto vom bösen Automobilkonzern und brauche auch kein Sprit vom bösen Ölkonzern. Wenn du mir aber die Wahl lässt, dann reicht mir auch ein Markt der nicht super ist. Somit fällt auch die Speditionsfirma weg. Lässt sich beliebig weiter stricken.

Verstanden hatte ich es vorhin eher so, dass die Firma wo ich Angestellter bin dafür da ist, um mir mein Leben leichter zu machen. Und wenn ich da eben nicht hingegangen bin, bekam ich trotzdem mein Essen auf den Teller.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Nein es ging mir, wie du schon erkannt hast um Firmen und Betriebe im Allgemeinen. Und von denen bist du auch abhängig solange du dir dein Essen nicht selber züchtest und schießt. Und selbst dann hättest du dir nur das eine Bedürfnis erfüllt. Da braucht man nicht von mangelnder Freiheit reden. Wir sind nun einmal auf unsere Gemeinschaft angewiesen wo jeder nach Möglichkeiten seinen Teil beitragen sollte. Führt man jetzt das BGE ein subventioniert man Menschen die ausschließlich auf Kosten anderer Leben ohne der Gesellschaft etwas zurück zu geben und zwar nicht weil sie nichts Leisten können sondern pauschal. Drum bin ich auch für Arbeitslosengeld, gerne auch mehr und definitiv weniger Bürokratisch aber nur an diejenigen die drauf angewiesen sind.
 
Re: Bedinungsloses Grundeinkommen

Wenn es wirklich das Bedingungslose GE geben würde, würden möglicherweise ein paar Leute ihre Jobs sausen lassen, aber es würde auch viele - jetzt noch Arbeitslose - geben, die diese dann entspannt, ohne Druck und Angst, machen würden.

IMO würde die Arbeit entspannter werden, man müsste nicht unter Druck Überstunden en masse schieben, weil man sonst gefeuert wird und vor dem Nichts steht und die Arbeit könnte besser aufgeteilt werden.

Solange aber Lohndumping gefördert wird und Leute unter Druck immer mieser behandelt werden - egal ob vom Arbeitgeber oder den Ämtern - wird es schlimmer und schlimmer werden. Mehr Burn Outs, mehr psychisch Kranke... Schikanen...

Es sind Millionen da, um Krieg in Aller Welt zu spielen, wenn das einfach für die Bevölkerung ausgegeben werden würde, ohne den ganzen Bürokratiekram und ohne Schikanen, würde die Kaufkraft in diesem Land steigen, der Wohlstand ebenfalls.

Es gibt in jeden Schichten Leute, die auf Kosten anderer leben und es sich gemütlich machen. Nicht nur Arbeitslose, auch Beamte, Politiker... Dass die meisten Menschen arbeiten wollen, sieht man daran, dass sie selbst miese Jobs annehmen und aufstocken oder kostenlose/kostengünstige Praktika machen oder gemeinnützige Arbeit, Ehrenämter... wo man gerade mal die Fahrkarte bezahlt bekommt.
 
Zurück
Oben