Auszug aus WG - Fixkosten(Strom, I-net,..) weiter verlangen?

Mal anders gefragt. Als ihr mündlich alles abgesprochen habt, wurde dort so etwas wie "Du zahlst aber so lange (Strom/Telefon/GEZ/etc(Miete mal ausgenommen)) mit, bis ein Nachmieter gefunden ist." abgemacht?

Nein, sowas haben wir nicht direkt besprochen, wir haben aber auch nicht damit gerechnet, dass sie die WG nur als Übergangslösung nutzen wollte.
Das Problem ist, "wir haben nicht damit gerechnet" ist allerdings im Vertragsrecht nicht unbedingt ein guter Ausgangspunkt. Nicht ausgemacht heißt so viel, wie dass du keine Regelung getroffen hast. Dann kannst du damit rechnen, dass sie für den Rest ihres Lebens den Vertrag mit trägt und sie damit rechnen, dass sie nur für die Nutzungsdauer den Vertrag mit trägt. Wer hat dann bitte Recht? Wohl keiner von euch so wirklich. Wenn ihr es beide eskalieren lasst, hätte sie vor einem Gericht allerdings die deutlich besseren Karten.

Sie ist ja erst zum diesjährigen Sommersemesterbeginn eingezogen. Zu der Zeit haben wir eben auch die Verträge neu gemacht, weil mein anderer Mitbewohner auch zu Semesterbeginn eingezogen ist.
Der Semesterbeginn ist doch noch gar nicht so lange her, oder? Ein paar Monate vielleicht.

Hat sie die WG jetzt eigentlich nur verlassen oder ist sie bereits wirklich ausgezogen? Hat die Schlüsselübergabe bereits stattgefunden?
In jedem Fall würde ich die Vermieterin jetzt ansprechen, dass sie das Zimmer abnimmt, d.h. dass sie den Zustand des Zimmers registriert, so dass geklärt ist, dass eventuelle Schäden nicht im Nachhinein durch euch entstanden sind.


Laut der Aussage könnte ich auch kostenlos Bus und Bahn fahren. Die wären ja sowieso gefahren, auch wenn ich nicht mitgefahren wäre.
Okay, wenn du spielen willst, gerne.
Wenn deine Ex-Mitbewohnerin den Bus nutzen will, dann kauft sie sich nicht einen Bus, sondern ein Ticket, sie zahlt dann für die konkrete Nutzung einmalig. Sobald sie keine Lust mehr auf Bus-Fahren hat, nutzt sie den Bus nicht mehr und bezahlt mit sofortiger Wirkung nicht mehr mit. Um es auf den Internet-Vertrag umzumünzen: Du bist der Betreiber des Busunternehmens, sie ist dein Fahrgast. Sie ist mit gefahren bzw. hat dein Internet mitgenutzt und hat jedes mal dafür bezahlt. Jetzt ist sie ausgestiegen/ ausgezogen und zahlt auch nicht mehr weiter. Funktioniert beim Bus-Fahren auch von jetzt auf gleich. Da muss ich nicht erst 3 Monate Kündigungsfrist mit dem Busunternehmen abwarten, bis ich aufhören muss für die Fahrten zu zahlen. Du bist eben davon ausgegangen, dass sie einen Jahresvertrag? mit dir schließt, sie ist von einem nutzungsabhänigen Vertrag (postpaid) ausgegangen - quasi.

Achso: Ich will mich hier sicher nicht auf die Seite der Dame schlagen, allerdings würde ich ihr, auch in deiner Situation, da jetzt nicht wegen der paar Euro nachlaufen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #43
Gleich vorweg: Wir hatten immer einen freundlichen Umgang miteinander. Die beiden anderen Mitbewohner und ich hatten immer versucht sie zu integrieren, also mal gemeinsam essen, gemeinsam Fernsehen, gemeinsam feiern gehen. Aber sie hatte immer was andres zu tun - eig immer lernen. Außerdem schien sie die WG wirklich nur als Übergangslösung zu sehen. Wie wir mitbekommen haben, hat sie schon die ganze Zeit nach Plätzen in Studentenwohnheimen bzw. 1-Zimmer Wohnungen gesucht, anscheinend schon bevor sie den Mietvertrag unterschrieben hatte. Der Vermieterin und uns hat sie aber anfangs gesagt, dass sie länger bleiben will, was ja dann nicht so war - Anfang April ist sie eingezogen.

Handynr. hab ich noch von ihr, also ich kann sie schon noch erreichen, trotzdem finde ich so es unhöflich, ohne sich zu verabschieden zu ihr.
 
Jetzt kann ich deinen Unmut auch besser verstehen!

Scheint ganz so, als wäre sie nur an einer Übergangslösung interessiert gewesen und hat den Vertrag wahrscheinlich nur aus der Not heraus unterschrieben...
Nun, ja, wie sagt man immer, Reisende soll man nicht aufhalten.
Das sie eurer Vermieterin erzählt hat, dass sie länger bleiben will ist für einen "Durschnittsmieter" aber normal.
Damit ein Mieter eine Unterschrift im Vertrag bekommt, erzählt dieser meist die tollsten Storys.
Ich könnte jetzt mal in Bratwurts-Vermieter-Kiste rumwühlen, da fliegen dir als Unbeteiligter die Löffel weg und du lachst dich ins Delirium.

Die Dame wollte einfach nur wohnen und keine Freundschaften schließen. Akzeptiere das jetzt einfach als Lebenserfahrung und schließe damit ab. Pech gehabt...
Denk dran,
man trifft sich im Leben IMMER zwei mal!
Vielleicht läufst du ihr irgendwann mal in deinem Leben nochmal über den Weg und sie ist nützlich, oder dient als Zeitvertreib ;):D.

Ich würde vielleicht in Zukunft einfach schauen, dass ihr eine Internet-Strom-Kasse einführt, wo ein Mitbewohner beim Einzug gleich 2-3 Monate hinterlegt.
( Dann aber bitte auch vernünftig abrechnen! )
 
Ich habe mal wegen der Geschichte hier und da ein wenig nachgeblättert:
Mieter- und auch Eigentümerverein, sowie Studentenseiten empfehlen dringend ein Girokonto, auf das jeder monatlich die anfallenden Kosten überweist, bzw,
einen Dauerauftrag einrichtet und von dem die laufenden Kosten für solche Sachen abgebucht werden.

Der Ordner für dieses Konto und Kopien von Vereinbarungen und Verträgen sollte an einer für alle zugänglichen Stelle stehen.

Vielleicht solltet Ihr so was in der Art jetzt in Angriff nehmen, bevor das 4. Zimmer wieder vermietet wird.

BTT: Ich habe jetzt auch den Eindruck, dass die WG für die Frau nur eine Notlösung in Ermangelung einer anderen Möglichkeit war.
Schon für dieses Schwindeln würde ich zumindest versuchen, die paar Euro für diverse Grundgebühren zurück zu bekommen.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #46
Die Idee mit der Internet-Stromkasse oder auch dem gemeinsamen Girokonto finde ich gar nicht schlecht. Das würde sich wirklich anbieten, sobald jemand neues hier einzieht. Ich dachte zwar anfangs, es würde reichen soetwas mündlich zu besprechen, aber scheinbar ist ein Vertrag dann doch besser, da gibt's dann wenigstens klare Regeln.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #47
Kleines Update: Ich hab sie mal wegen Kosten für diesen Monat angeschrieben und es kam immer noch keine Rückmeldung, auch ans Telefon geht sie nicht mehr, wenn ich anrufe. Was soll ich denn jetzt machen. Immerhin muss sie sich ja mindestens mal an den Kosten beteiligen, die während ihres Aufenthaltes hier angefallen sind. Gerade kam die Stromrechnung vom neuen, laut Check24 günstigeren Anbieter und ich dachte ich seh nicht recht. Die Abschlagszahlung beträgt 91€, was nun fast das doppelte von der alten Zahlung ausmacht. es wären nun also insagesamt 30€ die mir das Mädel schuldet :(
 
Nun ja,
die Kohle is weg, sie wird sich nicht mehr melden, wenn man dir jetzt schon professionell aus dem Weg geht, weißt du, woran du bist.

Lern für die Zukunft daraus und leg eine Gemeinschaftskasse an. Es kann auch nicht verkehrt sein, wenn man den Sicherungskasten mit einem Schloss ausstattet, wo nur der Kassenwart einen Schlüssel für hat.
Dann kannst du nämlich wenn der neue WG Bewohner ein Zahlungsmuffel ist, mal eben schnell den Strom abschalten, bis der Anteil in der Kasse ist ;).
Theoretisch dürfen sowas nur die Stadtwerke bzw. der Versorger! ( Strom abstellen bei ausbleibender Zahlung ). Aber ich glaube weniger, dass es dann dafür Ärger gibt. Wenn das schon so ein neuer Mitbewohner ist, wäre das glaube ich das kleinste Problem.
So hast du dann aber auch eine Handhabe, wenn sowas mal vorkommen sollte...

Meine Meinung kennst du ja zu dem Thema Kasse.
Ich würde 2 Kassen machen.

Kasse 1 - Strom, Wasser, Gas, Instandsetzung Wohnung ( im Monat 10€ für Dinge die kaputt gehen, oder einfach in regelmäßigen Abständen erneuert werden müssen (( Glühbirnen, Sicherungen, Dichtungen, ÖL für Türen, Schläuche etc... )
Kasse 2 - Putzmittel, Schwämme, Waschmittel, Getränke / Wasser, Zahncreme etc...

Je mehr Leute auf einem Fleck leben, je eher kann man wirtschaftlich zusammen leben. Je mehr Gebinde ihr euch teilt, je weniger muss jeder einzelne zahlen, das ist eine WIN - WIN Situation. Außerdem hat man dann immer schlüssige Einkaufslisten und jeder sollte in der Lage sein, auch genau das ein zu kaufen, was gefordert wird.

Ich hab ja mal sowas von kein Bock auf Putzen und Abwaschen, ich bin eher der Typ, der einkaufen geht und den Lagerbestand überwacht...
Von daher, da ich sowieso immer der Kassenwart bin bei sowas, würde ich immer versuchen dafür, dass ich Einkaufen gehe und alles rankarre, mich um die häuslichen Pflichten zu drücken :)
 
Die Abschlagszahlung basiert möglicherweise auf einem falschen Schätzwert. Normalerweise teilst du dem neuen Anbieter ja deinen voraussichtlichen Jahresverbrauch mit, und der berechnet den Abschlag genau so hoch, dass es höchstens zu geringen Nachzahlungen oder Rückzahlungen kommt. Du kannst das aber alles selbst mittels Ausrechnen nachvollziehen und ggf. mit deinem Stromanbieter eine Änderung der Abschlagshöhe vereinbaren. Vorausgesetzt, dass der Abschlag wirklich daneben liegt und du dich nicht einfach aufs Kreuz hast legen lassen; diese Online-Vergleichsportale haben auch ihre Tücken.

So oder so: Wie hoch der Abschlag ist, kann dir in Bezug auf deine ehemalige Mitbewohnerin völlig egal sein, da geht es um den tatsächlichen Verbrauch.

An deiner Stelle würde ich jetzt alles zusammenschreiben: Zählerstände, Kosten, eure Vereinbarungen, alles schön gegliedert, übersichtlich, nachvollziehbar und fehlerfrei. Das schickst du ihr dann schön sortiert als Brief. Da du zu dem Zeitpunkt bereits weißt, wie hoch die Summe ist, die sie euch schuldet, weißt du auch, ob rechtliche Schritte sinnvoll sind oder nicht.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #50
Habe gerade auch nochmal mit der Vermieterin geredet. Sie ist auch der Meinung, dass sie zumindest Grundgebühren an uns zahlen müsste. Wäre schließlich auch nicht anders, wenn sie alleine wohnt und vor Ablauf der Kündigungsfrist ausziehen würde.
 
Zurück
Oben