Wir als "der Westen" exportieren auch keine Freiheit und Demokratie in die Welt.
Der Westen ist eine große Bande.
Sie entstand aus der Fusion vieler kleinerer Banden, die einander in WK1 und WK2 wüste Bandenkriege geliefert hatten, viel schlimmer als heute in Syrien.
Vom ewigen Gemetzel untereinander waren die kleineren Banden so erschöpft und ausgeblutet, dass sie sich dem Stärksten aus ihren Reihen unterwarfen. Nun hatten sie alle den gleichen Boss, nämlich die USA. Und da sie alle im gleichen Verein waren, durften sie einander nicht mehr verprügeln. Der Boss hätte ihnen sonst den Hosenboden versohlt.
Seither gab es in Europa keine echten Kriege mehr, nur Strafmaßnahmen, wenn einer nicht spuren wollte, zum Beispiel die völkerrechtswidrigen Luftschläge der NATO gegen Jugoslawien.
Aber eine Bande ist nie allein, allein auf sich gestellt wäre sie keine. Sie braucht stets mindestens eine zweite Bande, die das Bandenspiel mitmacht. Die Rolle des Gegenspielers war dem Ostblock zugewiesen worden, und er hatte sie dankbar akzeptiert. Es wurde eine stabile Konstellation. Jede der beiden Banden wusste, dass sie auf die andere angewiesen war, und so taten sie einander nicht wirklich weh.
Doch dann machte plötzlich und unerwartet der Ostblock schlapp, dieser Spielverderber. Wenn es "Das Reich des Bösen" nicht mehr gibt, wer sind dann die Guten? Sie sind weg, ohne die Bösen keine Guten.
Die Aufgabe für den Westen war nun also, das Böse zu suchen. Man fand es im Islam und den Islamisten. Der neue Feind sah vielversprechend aus, aber er hat bitter enttäuscht. Statt vereint gegen den Westen zu kämpfen und ihm eine klare Frontlinie zu bieten, folgen die Moslems der christlichen Tradition und massakrieren einander. So gemein können diese Burschen sein.
Also Neustart der Saop "Der Westen sucht seinen Superfeind". Viel Fantasie bewiesen die Macher nicht. Der neue Feind wurde wieder der gute alte, von dem nicht mehr viel übrig war.
Ob Putin ausreicht, um die westliche Allianz zu kitten und ihre Risse zu flicken? Okay, die NSA-Affäre ist dank der Ukraine immerhin aus den Schlagzeilen verschwunden. Aber dass die Wirkung viel weiter reicht, glaube ich nicht.