[Politik und Gesellschaft] Artikel 13 und Artikel 11 (Uploadfilter) abschließend verhandelt (Kommentar)

Gestern Abend wurden die Verhandlungen über Artikel 13 und Artikel 11 des Leistungsschutzrechtes abgeschlossen.
Ergebnis: Scheiße mit Aussicht auf Kotbrocken.

Eine kurze Zusammenfassung von Julia Reda (MEP / Piratenpartei):

Artikel 13:
  • Commercial sites and apps where users can post material must make “best efforts” to preemptively buy licences for anything that users may possibly upload – that is: all copyrighted content in the world. An impossible feat.
  • In addition, all but very few sites (those both tiny and very new) will need to do everything in their power to prevent anything from ever going online that may be an unauthorised copy of a work that a rightsholder has registered with the platform. They will have no choice but to deploy upload filters, which are by their nature both expensive and error-prone.
  • Should a court ever find their licensing or filtering efforts not fierce enough, sites are directly liable for infringements as if they had committed them themselves. This massive threat will lead platforms to over-comply with these rules to stay on the safe side, further worsening the impact on our freedom of speech.

Artikel 11:
The final version of this extra copyright for news sites closely resembles the version that already failed in Germany – only this time not limited to search engines and news aggregators, meaning it will do damage to a lot more websites.
  • Reproducing more than “single words or very short extracts” of news stories will require a licence. That will likely cover many of the snippets commonly shown alongside links today in order to give you an idea of what they lead to. We will have to wait and see how courts interpret what “very short” means in practice – until then, hyperlinking (with snippets) will be mired in legal uncertainty.
  • No exceptions are made even for services run by individuals, small companies or non-profits, which probably includes any monetised blogs or websites.

Verhindern kann man das Ganze noch bis zur Abstimmung, die entweder Ende März, oder Anfang April stattfindet (ist noch nicht fest gelegt).
Unter: findet ihr noch mehr Informationen
Ich glaube zwar nicht, dass auch nur ein einzelner Abgeordneter sich davon beeindrucken lässt, aber mehr kann man vom Sofa aus nicht machen, außer evtl. Die, mit fast 5 Millionen Unterschriften, größte Internetpetition bis jetzt.

Falls ihr in höflicher und zivilisierter Weise dem deutschen Verantwortlichen für dieses Meisterwerk eure Bewunderung aussprechen wollt:



Momentan werden mehrere Demonstrationen um den 23.März geplant, müsst ihr mal schauen was bei euch in der Nähe ist.
Wenn alle Stricke reißen: Im Mai sind Europawahlen, die Liste von , kann man da durchaus als Wahlanleitung nehmen.
 
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  • #84
@m6rley:
Das ist wirklich kein Vorzeigeopfer, eventuell jemanden um den es schade ist?
 
Ist euch das GDPR in der URL mal aufgefallen?
Das hat scheinbar nichts mit Artikel 11 oder Artikel 13 zu tun, sondern mit der Datenschutzverordnung.
 
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  • #86
@saddy:
Jap.
Ein paar amerikanische Verläger sehen nicht ein sich an die DGSVO zu halten.
Zum Teil aus Faulheit zum Teil aus "was interessieren mich die Regeln anderer Länder".
Daher blockieren sie einfach Zugang aus Europa. Ist einfacher als sich mit Klagen aus der EU auseinander zu setzen.
 
Letzlich krankt die EU doch an der Tatsache das sie (zumindest hier in DE, kA was die anderen Mitgliedsstaaten angeht) quasi seit Jahrzehnten als Endmülllager für unfähige Parteipolitiker gedient hat (siehe Oettinger...nein, nicht die Brauerei).
Ja und entsprechend agieren die Entsorgten halt, wenn es die Aussicht auf einen zusätzlichen Bonus gibt (und sei es ein belegtes Brötchen) werden die Interessen des Brötchengebers dann eben mit den irrationalsten Argumenten verteidigt, so weit unten haben die Abgeschobenen eh nichts mehr zu verlieren.
 
@KaPiTN: Ich dachte jetzt nicht, das DSGVO- und sonstig gesetzeskonform zu machen. Eine Datenbank mit allem, was man zu den Leuten findet, bis auf die Privatadresse. Leakt ein Papier, nach dem der Abgeordnete geschmiert wurde, gleich mit auf die Liste. Gläserner Abgeordneter halt...

...und irgendeine zukünftige Regierung kann damit sicher genauso was anfangen wie mit den anderen Zensur- und Überwachungsmaßnahmen. Nur dass es an der Stelle die Verantwortlichen erwischt...
 
Ah, okay, danke ;)

Ich war da noch nicht und kenne mich nicht so mit den Ritualen und Gebräuchen der Urbevölkerung aus.
Außerdem fliege ich nicht so gerne lange Strecken.
 
Mittlerweile ist die Abstimmung aus den Schlagzeilen raus.

Nun fängt sich der Blick auch an den anderen Sauereien der letzten Tage:
Das Heimatmuseum will Kinder bespitzeln lassen, die Klima-Kommission ist gescheitert und bald dürfen sich die Saudis über weitere Waffen freuen.

Im Auto liegen zwei Warnwestchen rum. Werde sie mal für alle Fälle auspacken.



Die Russen und das Werbeblatt für den Weltuntergang. Es geht eben nichts über seriöse Quellen.:rolleyes: Der Smiley macht also Sinn.
 
Was ich mich gerade frage, wobei ich dabei total auf dem Schlauch stehe, ist, wie das denn jetzt mit den nationalen Umsetzungen aussehen soll.

Nehmen wir mal an, da ist jetzt nicht lizenziertes Material bei z.B. YT hochgeladen worden:

a)Gilt für die Haftbarkeit jetzt das strengste Gesetz der EU-Mitglieder, und daß dann aber für alle Länder der Erde?
oder
b) YT muß für alle Uploades die IPs speichern, diese auf Anfrage herausgeben und nach Länderzuordnung wird dann das Gesetz zugeordnet? (Proxyproblem)
oder
c) Die müssen den Inhalt nicht nur beim Upload inhaltlich prüfen, sondern auch beim Abruf in einer DB die Lizenzen für das abrufende Land.

Es gibt doch sicher auch zeitliche Lizenzen. Muß YT jetzt laufend seine Archive auf gültige Lizenzen überprüfen oder sind die mit Stichtag des Uploads aus der Nummer raus? Haben die in Brüssel den Fall abgelaufene Lizenzen übersehen?
 
Was ich mich gerade frage, wobei ich dabei total auf dem Schlauch stehe, ist, wie das denn jetzt mit den nationalen Umsetzungen aussehen soll.

Nehmen wir mal an, da ist jetzt nicht lizenziertes Material bei z.B. YT hochgeladen worden:

a)Gilt für die Haftbarkeit jetzt das strengste Gesetz der EU-Mitglieder, und daß dann aber für alle Länder der Erde?
oder
b) YT muß für alle Uploades die IPs speichern, diese auf Anfrage herausgeben und nach Länderzuordnung wird dann das Gesetz zugeordnet? (Proxyproblem)
oder
c) Die müssen den Inhalt nicht nur beim Upload inhaltlich prüfen, sondern auch beim Abruf in einer DB die Lizenzen für das abrufende Land.

Es gibt doch sicher auch zeitliche Lizenzen. Muß YT jetzt laufend seine Archive auf gültige Lizenzen überprüfen oder sind die mit Stichtag des Uploads aus der Nummer raus? Haben die in Brüssel den Fall abgelaufene Lizenzen übersehen?

Solange YT irgendwie in der EU ansässig ist gilt die rechtliche Lage von genau diesem Land. Ansonsten die rechtlichen Lagen von jedem (imHo) die sich für zuständig erklären, also Deutschland z.B. bei deutschen Inhalten.
Die Richtlinie zielt auf Pauschallizenz mit Gema und Co. ab, diese haben wiederum Verträge untereinander d.h. der Engländer darf dann auch die singende deutsche Petra sehen. So habe ich es jedenfalls verstanden aus den entsprechenden Lobby-Links:

Was statt Upload-Filtern wirklich kommen wird: Grundsätzlich deckt eine Pauschallizenz, die eine Verwertungsgesellschaft wie die GEMA gegen angemessene Gebühr einem Plattformbetreiber erteilt, alle geschützten Werke ab, sogar solche aus dem Ausland, denn dazu gibt es so genannte Gegenseitigkeitsverträge mit dortigen Verwertungsgesellschaften.
Einfach nur... ich weiß auch nicht. Es soll alles so bleiben wie es ist abgesehen davon, dass youtube etliche Millionen Euro abdrückt. just lol.
 
Ich hol mal das Thema wieder hoch.

Die CDU bewegt sich jetzt ziemlich unauffällig und zielstrebig in Richtung ( ).

Wer hätte das gedacht…
 
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