Doch, Bitcoins sind nur eine Modeerscheinung, dass garantiere ich dir.
Die Idee ist nicht schlecht, aber es gibt gravierende Fehler. Insbesondere der Umstand, dass noch einige Wallets aus der Startphase existieren, in denen mehrstellige Millionen(!)-Beträge liegen welche durch die fortlaufende (und beabsichtigte) Deflation sogar noch deutlich Wert gewinnen. Darüber hinaus ist die Währung durch die vorerst mode-bedingt beschleunigte Deflation ein einziger, riesiger Spielplatz für Spekulanten aller Art.
Nur weil die Währung keiner staatlich induzierten Inflation unterliegen kann, bedeutet das keinesfalls dass die Währung eine stabile Wirtschaft garantieren könnte. Deflation ist in der Hinsicht sogar noch schlimmer als Inflation, denn sie garantiert dass das Ansparen von Vermögen effektiver ist, als das Vermögen neu zu investieren was effektiv die Ökonomie lähmt.
Ebenso wenig ist die Bitcoin-Währung vor dem üblichen Bankenspiel geschützt, das Ponzi-Schema auf dem jede Bank basiert, funktioniert mit Bitcoin genauso. Eine Bank verspricht dir dass sie dein Vermögen noch über die Deflationsrate hinaus gewinnbringend anlegt und schafft dabei virtuelles Vermögen aus dem Nichts, indem dir suggeriert wird, dass dein Geld tatsächlich jederzeit verfügbar ist, obwohl die Bank NIEMALS(!) über die notwendigen Finanzmittel verfügt um jeden Anleger gleichzeitig wieder auszahlen zu können.
Im Endeffekt können Banken innerhalb des Bitcoin-Universums langfristig sogar entgegen der durch das Wachstum der Nutzerbasis und verlorenen Wallets induzierten Deflation noch eine virtuelle Inflation erreichen. Warum virtuell? Weil genauso wie bei auch bei realen Währungen das Währungsvolumen welches durch Banken erzeugt wurde, nicht real ist und dementsprechend bei einem Wegfall des Vertrauens in die Banken auch das gesamte durch die virtuelle Inflation geschaffene Währungsvolumen mit einem mal "verschwindet".
Der Haken ist: Die Banken werden auch an dieser Stelle in absehbarer Zeit wieder die gleiche Masche fahren. Es gibt allerdings niemanden mehr der die angerichteten Schäden kompensieren kann da eben keine "reale" Währung einfach so aus dem Nichts geschaffen werden kann wie es durch die Notendruckereien bei realen Währungen möglich ist. Der Schaden bleibt somit ohne Ausnahme bei den Anlegern hängen welche damit über keine Geldmittel mehr verfügen und somit von der Ökonomie ausgeschlossen sind.
Im Endeffekt hat man also nur erfolgreich alle Nachteile der realen Währungen vereint, ohne die Möglichkeit Instabilitäten durch Missbrauch durch Regulation ab zu fangen. Die natürliche Deflation der Währung ist dabei keinesfalls ein Vorteil.
Nein. Eine Währung lässt sich nicht dadurch stabilisieren, dass man eine staatliche Kontrolle über die Währung unterbindet. Im Gegenteil, Kontrolle ist notwendig, eben um so etwas wie Ponzi-Schemen frühzeitig und effektiv zu unterbinden. Das leistet die Bitcoin-Währung allerdings keinesfalls, genauso wenig wie die heutige Finanzbehörde irgend einer "realen" Währung.
Die Bitcoin-Währung ist nur in einer Hinsicht eine fortschrittliche Sache: Durch ihr Konzept eine Währungseinheit und ihren Verlauf durch die schwer zu findende Lösung eines kryptographischen Problems aus zu drücken und darüber die absolute Fälschungssicherheit und Nachverfolgbarkeit zu erreichen.