Wieviel ungekaufte, noch Frische Lebensmittelware/Konsumware landet eigtl. im Müll in unserer Konsumgesellschaft?

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  • #21
Aber besonders diese High-Class Modegeschäfte, wie kriegen die ihre Ware los? Oder auch Tante Puttchens Modegeschäft. Ich glaub das nicht mit Kleidersammlung.
 
Die Markengeschäfte/Markenketten verhökern das z.B. in .
Tante Puttchen wird das bis zum geht-nicht-mehr reduzieren und den Rest, den wirklich niemand haben will, an Aufkäufer verticken oder tatsächlich entsorgen.

Es ist in *reichen* Ländern schwierig, den (jungen) Menschen zu erklären, dass eine gute Jeans für z.B. 100€ viele Jahre hält und zu allem passt,
als 10 Jeans für 10€, bei denen die Nähte bereits nach dem zweiten Waschen quer über die Knie laufen. Hauptsache unter fragwürdigen
Bedingungen bei der Herstellung durchlöchert, mit Farbe bekleckst und: das tragen alle jetzt.

(Ich habe gut reden, ich trage eh nur schwarz und manchmal grau dazu ;) )
 


Dem kann ich nur bedingt zustimmen.
Eine höhere Qualität bei Kleidung ist nachhaltiger und unter dem Strich oft sogar günstiger. Völlig Deiner Meinung in dem Punkt
Aber ein höherer Preis ist bei Bekleidung (von der Stange) heute weder eine Garantie für bessere Qualität und noch weniger für faire Produktion.

Und ohne Thigh Gap bekommt man auch teure Jeans im Schritt durch. Als Fahrradfahrer wahrscheinlich sogar noch schneller.
 
Mittlerweile gibt es wirklich interessante Projekte, Lebensmittel zu retten, sich biologisch einigermassen gesund zu ernähren usw.
Doch versucht das mal auf dem Land. :unknown: Wir haben hier z.B. einen Netto, eine Aufbäckerei und sonst nix.
Im Netto gibt es früh zwischen 7 und 9 Uhr Backwaren günstiger, am Abend kurz vor dem wegwerfen zahlt man den vollen Preis. :m

Die Markengeschäfte/Markenketten verhökern das z.B. in

Mittlerweile ist es fast die Regel, dass Outlets B-Ware oder extra produzierte Ware minderer Qualität anbieten.
Die Masche hat sich beim sogenannten "Schlussverkauf" bestens bewährt.

- vllt auch einfach mal zu sparen auf ein gutes nachhaltiges Smartphone, statt in China zu schauen

Wenn Du ein "gutes nachhaltiges" Teil findest, gib bitte Laut. Am liebsten wäre mir eines aus Zuffenhausener Produktion. :D
 
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  • #25
Tante Puttchen war auch nicht gut von mir zu erwähnen, die will ich hier mal aussen vor lassen.Outlets ja, sind doch aber so Riesen Dinger an der Autobahn oder?

Lebensmittel in der Tafel landen nur gewisse, iwie eine niedrige Prozentzahl von dem was bei Real und Rewe angeboten wird. (Also eben nicht meine erwähnten 7 Räucherlachssorten)

Wenn ich durch diese Riesendinger Laufe, denke ich immer ich sehe lauter Lauter Ladenhüter, obwohl das Lebens- oder Verbrauchsmittel sind.

Zum Handy: war auch von mir nur ein theoretischer Satz, weiss dass das auch schwierig ist.

An der ausreichend hiesigen Fischtheke (anderer Thread), sehe ich iwie nie jmd.. Häufiges Bild auch, nicht mal ein Verkäufer/in ist da, der Fisch schlummert da vor sich hin, immerhin inviel Eis, aber größerer Absatz muss angezweifelt werden.
 
Ich denke du täuschst dich stark. Du glaubst doch nicht, dass das kiloweise Fisch hingelegt wird der nie gekauft wird?
Klar gibt es overhead, aber Händler sind doch nicht doof und kaufen Tonnenweise Ware an, die niemand kauft.

Ich habe mal auf einem kleineren Weihnachtsmarkt gearbeitet. Habe so Zinnfiguren verkauft, welche Berufe und Hobbies darstellen. 5 bis 50 Euro hat da eine Figur gekostet. Umsatz, täglich: 500 bis 1.000 Euro.
Das unterschätzt man glaube ich ganz schnell, was so auf den Tag hochgerechnet verkauft wird.

--- [2019-10-09 16:01 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

@theSplit:
@BurnerR: Gesamtes Einkommen von 100 € ist aber, im Verhältnis ein anderes, als wenn du in einem ärmeren/günstigeren Land lebst, hier müssen 100 € nicht viel sein, weil die Preise "hoch" sind, in Indien kann das schon etwas anders aussehen. Sollte man dazu sagen, auch wenn es vielleicht klar ist.
Das was ich meinte war wie gesagt in lokaler Kaufkraftpariät (PPP). Das bedeutet, die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten sind schon eingerechnet. Und das ist dann so, wie wenn du hier in Deutschland 100 Euro verdienst.

In lokaler Kaufkraftparität, also stell dir vor, dein gesamtes Einkommen besteht hier in Deutschland aus 100 Euro und davon musst du dann leben.. viel Spaß.. da überleg ich mir doch nicht ob die Kuh ein glückliches Leben hatte.

Ist jetzt ja nur ein fiktives Beispiel. Außerdem läuft das aufm China-Land zum Beispiel ja etwas anders.. da hast du keine Mietkosten, sondern halt deine gebaute Hütte herum stehen. etc.
Also stell dir vor du hast monatlich die Hälfte oder ein Viertel von Hartz4 hier in Deutschland zur Verfügung. Da denkst du nicht über Umweltschutz nach.

Das hier z.B. ist nicht in PPP, aber halt mit Angabe, was ein 'minimales' Einkommen ist um mit vier Personen zu leben: https://www.focus.de/finanzen/news/tid-28299/kleidung-aus-billiglohn-laendern-in-fast-jedem-kleiderschrank-stecken-billig-klamotten-ein-monatslohn-von-20-euro_aid_868901.html

Das ist auch so ein bisschen das Problem bezüglich Kinderarbeit. "Natürlich" arbeiten die Kinder, einfach weil sonst das Geld für die Familie nicht reicht um Gemüse bzw. generell Essen zu kaufen. Oder Schule zu bezahlen. etc.
 
Dann müßte man die Frischwarenauslage abschaffen. Frische Ware nur mit Bestellung am Vortag. Nicht nur bei Fisch, sondern auch bei Obst und Gemüse, Fleisch und Brot.
 
Klamotten müssten dann auch nur auf Bestellung genäht werden.
Und wenn wir hier so weitermachen, räuspert sich Barbapapa Altmeier kurz und flüstert leise "Arbeitsplätze". Man darf nämlich nicht vergessen, dass mit Müll Milliarden gemacht werden und es in unserem System allein um Wachstum geht.
Deshalb laufen auch die Schwarz-Gelb-Braunen Amok, sobald sie nur XR hören.
 
Was Lebensmittel angeht, die Tafel👎 nehmen gerne entgegen und verteilen diese an sozial schwächer Gestellte. Das heißt zum Beispiel Gemüse, Obst, Kuchen, manchmal Aufschnitt und vortags belegte Brötchen von Bäckereien, die nicht verkauft wurden. Oder Waren, welche laut Haltbarkeitsdatum abgelaufen - aber noch essbar wären. Zum Beispiel auch Joghurt.
Ich bezweifle, dass die Tafeln mit Ausnahme von Obst/Gemüse nicht verpackte Lebensmittel gut verderbliche annehmen/abgeben. Insbesondere Wurst oder gar belegte Brötchen.
Zum Haltbarkeitsdatum, da gibt's 2: Mindesthaltbarkeitsdatum oder "zu verbrauchen bis"-Haltbarkeit. Letzteres darf meines Wissens nicht verkauft oder verschenkt werden, egal wie gut das scheinbar ist.
 
Welche Waren können die Tafeln annehmen?
Die Tafeln verteilen qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die zwar nicht mehr verkauft, jedoch bedenkenlos verzehrt
werden können.
Hierzu zählen:

• Backwaren, auch vom Vortag
• Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern
• Verpackte Waren mit nahendem oder kurz überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatum
• Saisonartikel nach Ablauf der Saison, wie Schoko-Osterhasen oder Grillsaucen
• Kühl- und Tiefkühlprodukte
• Fehlerhaft deklarierte oder verpackte Ware
• Ware mit Etiketten in Fremdsprache, sofern die Inhaltsstofe bekannt sind.

Neben Lebensmitteln sind viele Tafeln auch dankbar für Produkte des täglichen Bedarfs, wie:
• Kosmetik- und Hygieneartikel
• Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel
• Kleidung, Bücher und Spielwaren
• Haushaltsware und Heimtextilien.

Ofene Frischwaren wie zubereitete Salate, Reste von Bufets sowie Waren mit abgelaufenem Verbrauchsdatum dürfen die Tafeln nicht annehmen. Sie geben zudem grundsätzlich keine alkoholischen Getränke und Tabakwaren aus.

 
Eine neue Idee des Sozialismus für Deutschland

Auf der einen Seite eine gute Idee. Das hilft erfahrungsgemäß und erprobt gegen Überangebot und damit auch gegen Verschwendung.

Dann geht man so einkaufen:

"Haben Sie denn hier keine Socken?"
"Nee, keine Socken haben wir im dritten Stock. Hier haben wir keine Schuhe."
 
Als Ausgleich dreht niemand mehr den Wasserhahn zu, weil ist ja kostenfrei vom Staat.
 
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  • #38
Ich habe Marx/Engels auch nicht gelesen, dazu reicht mein bescheidener Intellekt gar nicht aus.

Ich wünsche mir aber die Abschaffung oder Änderung des Kapitalismus wie er zumindest jetzt und in den nächsten Jahren immer mehr seine Brutale Seite zeigt.

Finde das Thema "Gemeinwohl-Ökonomie" im übrigen sehr spannend. Das hat sehr gute Ansätze. Und schaut man bspw. nach Hamburg, sind dort schon viele schöne Projekte diesbezüglich am laufen.

Aber es passiert was in gute Richtungen. Z.b. dass jetzt das anfangs erschwerte von Boyan Slat jetzt Erfolgreich funktioniert.
 
Yeah, wir sind bei "Das war ja gaaaaar kein ECHTER kommunismus, der wurde ja noch nieeeee probiert"...

 
Ich bezweifle, dass die Tafeln mit Ausnahme von Obst/Gemüse nicht verpackte Lebensmittel gut verderbliche annehmen/abgeben. Insbesondere Wurst oder gar belegte Brötchen.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass diese "belegte Brötchen" auch verteilen. Ich hab die lokale Tafel schon besucht, mehrmals.
 
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