Ja, das reicht an Unfug.
Du kannst doch nicht an zwei hintereinanderliegenden Landtagswahlen in verschieden Ländern Auf- oder Abwärtstrends festmachen.
Ein Grund für den Erfolg des AfD könnte das Wir-Gefühl sein, was durch den Nationalismus und die Ab-und Ausgrenzung vermittelt wird, gepaart mit dem Versprechen klarer Führung.
Da sind Menschen, die sich durch die Globalisierung nicht mitgenommen fühlen, die sich durch zu viele Freiheiten und Individualismus überfordert fühlen.
Betrachtet man die Wähler demographisch, dann sind die Wähler mittleren Alters besonders häufig. Vielleicht, weil sie sich noch an das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft erinnern, daß für ihre Eltern galt, daß man durch Arbeit am Wohlstand teilhaben kann und auch der Lebensabend gesichert ist. Das gilt heute so nicht mehr, aber die Älteren haben die Ernte bereits eingefahren, die Jüngeren, wo der Anteil an AfD Wählern eher gering ist, sind bereits mit den neuen Umständen aufgewachsen.
Etwas, was dafür sprechen würde, die AfD zu wählen, wenn es denn keine Nazipartei wäre, was ich selber nachvollziehen kann, ist KroKo als Normalzustand. Das Wegfallen einer echten parlamentarischen Opposition in Kombination damit, daß die ehemaligen großen Volkspartei keine unterschiedlichen Profile aufweisen, erzeugt den Eindruck, daß da alles nur eine große Menge Politiker damit befaßt ist, sich um Ämter und Positionen zu bemühen. Der Wegfall politischer Debatten läßt die Abgeordneten wie ein geschlossene Kaste wirken, wo sich für manchen Bürger ein wir hier unten und die da oben Bild abzeichnet.
Ein vierter Punkt ist aus meiner Sicht Sarrazin. Mit ihm fing es an, daß Rassismus und Fremdenfeindlichkeit salonfähig wurde. Fremdenfeindliche Äußerungen bleiben nicht in den Bierstuben, wenn man sich unter seinesgleichen glaubt, sondern es wurde en vogue, sich so öffentlich zu äußern. Türken waren früher nicht beliebter, aber früher hätten Eltern nicht offen untereinander ausgesprochen, daß man lieber keine in der Klasse haben möchte.