Drogenpolitik

Der Konsum ist ja jetzt schon nicht strafbar. Aber dennoch nicht ohne Konsequenzen. Das ging gestern durch die Presse:
"Wer Marihuana raucht oder andere Cannabisprodukte konsumiert, darf in Berlin nicht Polizist werden."
 
Gilt für soziale Berufe auch.
Mit nem Rezept wärs dann aber vermutlich wieder in Ordnung :unknown:
 
@KaPiTN:
Das fällt unter die Kategorie "Charakterliche Eignung".
Die ist generell etwas konfus formuliert und Auslegungssache der jeweilig verantwortlichen.
 
"Wer Marihuana raucht oder andere Cannabisprodukte konsumiert, darf in Berlin nicht Polizist werden."

Finde ich richtig. Wer will schon von einem bekifften Polizisten kontrolliert werden? Ich nicht.
Alkis werden, soweit erkannt, auch nicht in den Polizeidienst übernommen.


Wer als verbeamteter Polizist dann süchtig wird, bekommt Hilfsangebote, wie Entzugskur, etc. Ohne, dass man den Menschen gleich rauswirft.
Ich kannte einen Polizisten, der vier solcher Entziehungskuren wegen Alkoholsucht hinter sich hatte und dazu noch Jugendtrainer war. Da hat man dann m.E. viel zu spät bzw. leider gar nicht reagiert.
Der Typ machte dann aber von selbst die Biege und verschwand auf Nimmerwiedersehen. Seine Chancen hatte er, aber offensichtlich kann man nicht jeden retten.
 
@Doc Lion:
Ich glaub du missverstehst:

Feierabendbier = Erlaubt.
Wochenendtüte = Verboten.

Niemand redet davon, dass sie im Dienst bekifft sind.
 
Niemand redet davon, dass sie im Dienst bekifft sind.

Wie kannst du da sicher sein?
Der Nachweis von Cannabisprodukten im Körper kann weitaus länger erfolgen, als der von Alkohol.

Ja, der Übergang von Genuss zu Sucht, ist bei Alkohol und Drogen fließend.

Ein Glas Wein oder eine Flasche Bier benebeln das Hirn weitaus weniger, als ein Joint.
Drogen zu konsumieren halte ich persönlich für falsch, akzeptiere aber eine gewisse Freigabe, wie bei Cannabis, und dem Absehen strafrechtlicher Verfolgung dabei.
Dennoch halte ich Drogenkonsumenten für nicht geeignet für einen hoheitlichen Dienst beim Staat. Es zeigt einfach eine schwache, wenig gefestigte Persönlichkeit.
Jemand, der jeden Tag drei Bier oder drei Glas Wein (und mehr) trinkt, sehe ich übrigens ähnlich.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn sich durch den Konsum Folgen während der Arbeit bemerkbar machen, klar.
Aber was eine Person in der Freizeit macht, sollte dich (bzw. den Arbeitgeber) eigentlich nicht zu interessieren haben, solange du nicht betroffen bist. Wenn ein Arbeiter am Wochenende Cannabis konsumiert und seinen Beruf gewissenhaft ausführt, sollte dies doch keine Rolle spielen.
Ein Glas Wein oder eine Flasche Bier benebeln das Hirn weitaus weniger, als ein Joint.
Kommt auf die Dossierung des Joints an. Man muss sich ja nicht immer gleich das Hirn wegnebeln.
Es zeigt einfach eine schwache, wenig gefestigte Persönlichkeit.
Diese Annahme ist doch Quatsch. Drogen werden durch alle Gesellschaftsschichten hindurch konsumiert. Anhand dessen auf die Stärke der Persönlichkeit zu schliessen halte ich für falsch.
 
Ich behaupte, dass Langzeitkonsumenten von Psychedelika die nicht dabei durchdrehen so ziemlich die gefestigsten Persönlichkeiten überhaupt sind.
Aber bis die Erkenntnis massentauglich wird dauerts wohl noch 5 - 10 Jahre (u.a. maps.org sei dank)
 
Dennoch halte ich Drogenkonsumenten für nicht geeignet für einen hoheitlichen Dienst beim Staat. Es zeigt einfach eine schwache, wenig gefestigte Persönlichkeit.
Jemand, der jeden Tag drei Bier oder drei Glas Wein (und mehr) trinkt, sehe ich übrigens ähnlich.

1. Freut es mich, dass du wenigstens konsequent bist.
2. Stört es mich, dass du keine Relationen zu kennen scheinst.

Ich glaub in deinem Kopf scheint jeder, der irgendwann mal Cannabis konsumiert gleichzusetzen mit einem Alkoholiker.
Das stimmt so einfach nicht.
 
Seedy schrieb:
Niemand redet davon, dass sie im Dienst bekifft sind.
Wie kannst du da sicher sein?
Der Nachweis von Cannabisprodukten im Körper kann weitaus länger erfolgen, als der von Alkohol.
Cannabisabbauprodukte. Und zu "wie kannst Du da sicher sein?": grundsätzlich, weil man bei erwachsenen Menschen Verantwortungsgefühl erwarten kann, ansonsten hätte auch keiner einen Führerschein. Und im Zweifelsfall wie bei Alkohol: durch punktuelle Kontrollen bei Verdacht bzw. wie im Verkehr auch ohne Anlass.

Ja, der Übergang von Genuss zu Sucht, ist bei Alkohol und Drogen fließend.
Auf Cannabis bezogen, um das es ja thematisch gerade ging:
Mittel- und langfristiges Risiko eines sehr hohen und dauerhaften Cannabiskonsums ist die Möglichkeit einer psychischen Abhängigkeit (s.u.). Oft steht ein hoher Cannabiskonsum gerade bei jungen Menschen in Zusammenhang mit Leistungsproblemen, Teilnahmslosigkeit und Aktivitätsverlust.
Ich hab mal nur eine von hunderten herausgesucht, weil bekannt und Konsens. Es gibt schlimmstenfalls a) in wenigen Fällen, b) nur bei konstantem (reads: mittel- und langfristigem) und massivem Konsum zu einer lediglich c) psychischen Abhängigkeit. Das per Definition als Drogensucht auszuschlachten ist nicht haltbar.

Dennoch halte ich Drogenkonsumenten für nicht geeignet für einen hoheitlichen Dienst beim Staat. Es zeigt einfach eine schwache, wenig gefestigte Persönlichkeit.
Alkohol ist ebenfalls eine Droge. Witzige Vorstellung, alle Alkoholkonsumenten im Staatsdienst wegen charakterlicher Schwächen außer Dienst zu stellen. Wäre recht dünn besetzt dann. 95%? Nur geraten.

Jemand, der jeden Tag drei Bier oder drei Glas Wein (und mehr) trinkt, sehe ich übrigens ähnlich.

Jap, da wirds interessant. Erst unterstellst Du den kiffenden Bullen, dass sie im Dienst breit sind. Das an sich war schon ein bisschen lustig. Dann sind Cannabis-Produkte plötzlich suchterzeugend und ganz am Ende stellt sich raus, dass Du im Gegensatz zur Realität automatisch von täglichem Konsum (Alk, Cannabis) aka Missbrauch ausgehst.

Damit das nicht falsch rüberkommt: weder Cannabis-, noch Alkoholkonsum haben im Dienst etwas zu suchen, auch nicht bei Nicht-Staatsdienern. Illegale Drogen haben bei Staatsbediensteten auch nichts zu suchen. Natürlich auch nicht im Straßenverkehr etc, immerhin reden wir ja von Rauschmitteln.

Aber merkste selbst, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie kannst du da sicher sein?
Der Nachweis von Cannabisprodukten im Körper kann weitaus länger erfolgen, als der von Alkohol.
Der Nachweis der Abbauprodukte kann weitaus länger erfolgen. Wenn das THC erstmal verstoffwechselt ist, kann es nicht mehr wirken.
Man kann jedoch auch wirklich das aktive THC messen, das wäre dann gleichzusetzen mit einem Alkoholtest.

Die Untersuchung auf eben jene Abbauprodukte wäre auch beim Alkohol möglich und würde die Nachweis-Zeit drastisch erhöhen (Ethylglucuronid oder kurz EtG - damit lässt sich ein Glas Bier bis zu 3 Tage nach dem Abbau des Ethanols nachweisen).

Alkohol ist ebenfalls eine Droge.
Wie wahr. Ebenso wie Koffein (oder auch Teein) und Nikotin.
 
Alkohol ist ebenfalls eine Droge.


Ja, halt mal wieder das dümmliche Totschlag-Vergleichsargument, mehr nicht. :m
Hab ich was anderes geschrieben, als das übermäßiger Alkoholkonsum fatal sei?

Im hoheitlichen Staatsdienst haben weder Alkoholiker, noch Drogenkonsumenten was verloren.
Man stellt auch keinen Alki als Polizisten ein. So jemand ist genau so schwach in Sachen Charakter, wie jemand, der regelmäßig kifft.
Und jeder, der mental so schwach ist, wird sich dann in schwierigen Situationen schwer tun, stark zu bleiben.

Wer im Dienst, aus welchen Gründen auch immer, süchtig wird, kann Hilfe erhalten. Wer diese nicht annimmt oder mehrfach rückfällig wird, hat auch dann dort nichts mehr verloren.


Ich verstehe bis heute nicht, weshalb Menschen meinen, sich besaufen, bekiffen oder sonst aus der Realität bringen müssen.
Ich verstehe auch nicht, weshalb man den Drogenkonsum immer so toll finden soll.

Das ganze Gelaber, Cannabiskonsum würde nicht abhängig machen, kann man in die Tonne stopfen.
Es gibt genug Erkenntnisse über Veränderungen beim Konsumenten, wenn auch in verschiedenen Ausprägungen.


Im Übrigen empfehle ich dir, erstmal LESEN zu lernen! Wenn ich von Drogen allgemein schreibe, ist nicht nur der Cannabiskonsum gemeint.
 
Im Übrigen empfehle ich dir, erstmal LESEN zu lernen! Wenn ich von Drogen allgemein schreibe, ist nicht nur der Cannabiskonsum gemeint.
Also auch Koffein und Nikotin?

Das ganze Gelaber, Cannabiskonsum würde nicht abhängig machen, kann man in die Tonne stopfen.
Es gibt genug Erkenntnisse über Veränderungen beim Konsumenten, wenn auch in verschiedenen Ausprägungen.
Na dann lass uns doch an Deinen Erkenntnissen teilhaben. Gerne auch mit einem DOI-Link (ich lese gerne selbst in den Quellen und nicht irgendeine Zusammenfassung)

Irgendwie haben fast alle Studien (mit Bezug auf den Menschen) die ich kenne die Aussage, dass es zwar irgendwelche Hinweise auf irgendetwas gibt (positive wie negativ) gebe, aber eben nicht von Erkenntnis gesprochen werden kann.

This is an emerging area of research in which more robust epidemiological studies must be developed. These must provide detailed information concerning not only the quantity and the frequency of cannabis use, but also, and more importantly, the type of cannabis used.
Von daher bin ich schon gespannt, mit Welchen Erkenntnissen Du uns zu Erleuchten in der Lage bist, die ganz allgemein und umfassend auf den Cannabiskonsum zutreffen.
Achso, das Zitat kommt hierher:
Wo auch folgendes zu finden ist:
3.2.3 Summary of experimental studies
It appears that cannabis use may impair some driving skills (automatic functions such as tracking) at smoked doses as low as 6.25 mg (a third of a joint), but different skills (complex functions that require conscious control) are not impaired until higher doses, and cannabis users tend to compensate effectively for their deficits by driving more carefully.
Unexpected events are still difficult to handle under the influence of marijuana, however, and the combination of low-dose alcohol and low-dose cannabis causes much more impairment than either drug used alone.48, 64, 65 Alcohol appears to impair tasks requiring cognitive control more than it does automatic functions, whereas marijuana at a comparable dose impairs automatic functions more than those requiring cognitive control. Together, the effects on impairment are additive and may even be synergistic. Chronic marijuana smokers are less impaired by both alcohol and marijuana than would be expected, however.
 
Ich verstehe bis heute nicht, weshalb Menschen meinen, sich besaufen, bekiffen oder sonst aus der Realität bringen müssen.
Nun, idr. weil sie es wollen.
Musst du nicht gut finden, du brauchst halt nur sehr sehr gute Argumente ihnen ihre freie Entscheidung abzusprechen,

Ich verstehe auch nicht, weshalb man den Drogenkonsum immer so toll finden soll.
Niemand zwingt dir auf es toll zu finden.
Was man aber verlangen kann ist ein wenig Augenmaß bei Repressionen.


Man kann eben nicht alle Drogen in einen Topf schmeißen.
Jemand der ab und an mal eine Tüte raucht in einen Topf mit süchtigen zu schmeißen ist einfach falsch.
Es ist genau so falsch jemanden der 2-3 mal im Monat mit seinen Freunden ein paar Bier trinkt, gleich als Alkoholiker zu stempeln.

Ich halte den den vergleich von Cannabis und Alkohol zu Koffein und Nikotin für dämlich.
Das eine ist stark bewusstseinsverändernd, dass andere, wenn überhaupt, nur minimal und hier geht es um genau diese Bewustseinsveränderung.

Ich will keinen bekifften, oder betrunkenen, oder sonst wie berauschten Polizisten, Kraftfahrer, Arzt, oder sonstwas.
Ich will aber auch nicht, dass jemand der ab und an mal kifft gleich ein Berufsverbot bekommt.


Ich will es mal so erklären:
Wenn du Freitags säufst und Montags pünktlich und nüchtern auf der Arbeit bist ist alles fein.
Genau das gleiche will ich für Kiffer:
Wenn sie Kiffen und ein ausreichender Zeitraum vorüber ist und sie pünktlich und nüchtern auf der Arbeit erscheinen, sollen sie keine Repressionen erleiden.

Wenn es danach um "härtere" Drogen geht, die nachweislich hochgradig Suchterzeugend sind, können wir die Diskussion für jede einzige Droge/Drogengruppe ebenfalls führen.
 
Der Präsident der Europäischen Kommission scheint auch immer seltener nüchtern am Arbeitsplatz zu erscheinen. Merkel hat ihm deshalb schon das Vertrauen ausgesprochen, allerdings noch nicht das vollste Vertrauen. Denn dann wird es für den Juncker von Luxemburg.
 
Wenn du jetzt noch ergänzt, dass es um Alkohol geht - und nicht das die Leute bekifft sind - und das Alkohol ja nicht sooooo schlimm ist, weil legal.
Und das ja "nicht", in keinster Weise, einschränkt. ;)
 
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