Ausserdem ist die DDR lange vorbei, und ich möchte nicht einem Land leben, das von Leuten regiert wird, die damals aus Moskau indoktriniert wurden. Deren Weltbild passt heute nicht mehr so ganz - das meinte ich eingangs mit realitätsfremd.
Wird man das Argument auch in 50 oder 100 Jahren noch bringen? Könnte ja einer überlebt haben aus dieser Zeit.
Die Stasi schnüffelte damals noch mit mehr "Handwerksarbeit". Der NSA reichen schon ein paar Kabel, die sie anzapfen können. Geht man davon aus, dass die CDU aus Washington indoktriniert wird, was bei den Aussagen Pofallas und Friedrichs ziemlich offensichtlich ist, dann ist die Situation fast dieselbe.
Nur wurde in der DDR aufgrund des totalitären Systems wesentlich öfters durchgegriffen, sonst wäre die Diktatur wesentlich früher zusammengebrochen.
Bei der Wahl 2009 waren viele mit CDU und SPD unzufrieden, wählten deswegen einerseits mehr FDP und andererseits mehr Linke und Grüne.
Ich erinnere mich noch an Westerwaves Wahlkampf 2009. In seinen Fernsehauftritten versprach er noch mit geschwollener Brust, diverse Lösungen zur Senkung der Arbeitslosigkeit zu präsentieren. Spätestens mit der Rede zur spätrömischen Dekadenz war jedem klar, dass Westerwelle eine reine Umverteilung von unten bis einschließlich der Mitte nach ganz oben im Sinn hatte. Und das war auch ihr einziges Programm während der gesamten Legislaturperiode. Interessanterweise tauchten die ganzen Bürgerrechtsfragen, für die die FDP ja auch irgendwie mal stand, pünktlich zum Wahlkampf auf. Auf den Wahlplakaten war dann vom wirtschaftlichen Neoliberalismus gar nichts mehr zu lesen.
Die Stimmen der Millionäre waren für das Überschreiten der 5%-Hürde nicht genug, also versuchte man kurz vor der Wahl noch mal ein paar Bürgerrechtsthemen einzubringen. Die wären nach einem erfolgreichen Wiedereinzug natürlich sofort wieder in der 4-jährigen Vergessensschublade verschwunden.
Ist schon richtig so, dass die FDP mal etwas Zeit bekommt, um den Begriff Liberalismus wieder neu zu überdenken.