Es genügt wohl, sich die jeweiligen Seiten selbst anzuschauen, insofern sie ihre eigene Politik darstellen und sich weniger von anderen abgrenzen. Hier z.B. geht es um die Frage, welche Kopfbehaarung unangemessen ist - für eine weiße Frau:
When white people in the US wear dreadlocks, the power of this symbolic resistance is reduced to an “exotic” fashion trend wherein the oppressor is able to “play,” temporarily, an “exotic other” without acknowledging or experiencing any of the daily discriminations black folks have to face.
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You are an oppression tourist – a white girl who always has an escape route back to the open arms of white supremacy once she is through rebelling. You can cut them off anytime.
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Cutting off my dreadlocks didn’t make me an instantly “good white person” or even a trustworthy ally, but it sure as hell dismantled some of the barriers that stood in the way of cultivating deep, meaningful relationships based on mutual respect, trust and solidarity.
As feminists, we do need to continue working hard to dismantle society’s oppressive messages about femininity, but we also need to be thinking about the intersections of race, class, and gender, the ways some of us benefit from the system in which we live, and how we can empower and liberate ourselves without contributing to the oppression of someone else.
Quelle:
Von der Art sind viele Beiträge auf der Internetseite. Es geht da vor allem um die Frage, wie diese Community ihre "Safe Spaces" aufbauen kann. Dazu ist jedes Mitglied offenbar aufgefordert, seine "Privileges" zu prüfen und sich gemäß des eigenen Status als Schwarzer oder Weißer, Mann oder Frau, Sonstwas oder Sonstwie zu verhalten. Es geht also nicht darum, universale Richtlinien zu finden, sondern die richtigen Richtlinien unterscheiden sich jeweils. Es ist z.B. auch unangemessen, als Weißer zu weinen, wenn sich eine Diskussion um Rassismus dreht und Schwarze daran teilnehmen:
If you’re a white person who has been in many activist spaces, then you’ve probably experienced a specific, often unspoken ground rule: There’s no room for white tears in this space.
This sort of rule is instilled because oftentimes, in other spaces, your emotions, and the emotions of other white people, are constantly centered, nurtured, and coddled when it comes to conversations about race.
Rather than focusing on the lived experiences and traumas of People of Color when talking about racism, the focus is placed on the host of emotions that white people go through when confronted with racism.
Quelle:
Der Rassismus in diesen Zeilen ist kaum zu übersehen. Dahinter steckt wohl eine implizite Unterscheidung zwischen einem Rassismus, der eigenen Zwecken dient und daher gut ist, und einem Rassismus, der das genaue Gegenteil davon ist. Man überwindet dann den Rassismus durch Rassismus, die Diskriminierung nach Geschlecht durch die Diskriminierung nach Geschlecht usw.
Zugleich verabschiedet man sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs über Gerechtigkeit, indem man Tatsachen und Argumente nicht gelten lässt:
While working towards objectivity can be really useful, we shouldn’t place too much value on it – particularly when we’re talking about social justice, oppression and marginalization.
It’s important that we think about the way society glorifies objectivity and how this can be harmful to marginalized people. Thinking deeply about how we debate and think is crucial in interacting with others on the topic of social justice.
Quelle:
Subjektive Erfahrungen sind natürlich der Ausgangspunkt selbst jeder Naturwissenschaft, aber man kann nicht das Subjektive für das Objektive nehmen. Über Gefühle und ihre Ursachen kann man intersubjektiven Konsens erreichen, es ist nur recht schwierig, sich mit Menschen darüber auszutauschen, dessen Leben nicht dasselbe wie das eigene ist. Also schließt man die Grenzen der eigenen Community gegenüber der äußeren Gesellschaft; dafür eigenen sich die vielfältigen Vorschriften für Verhalten, Gefühle und überhaupt jeder Kommunikation hervorragend. Durch sie kann zwischen einem Innen und einem Außen unterschieden werden. Das Ziel ist wohl auch nicht, die übrigen Menschen auf die eigene Seite zu ziehen, sondern selbst so viel Raum einzunehmen, dass es kaum noch möglich ist, sich nicht zu integrieren, weil Widerstand mit zu hohen Kosten verbunden wäre. Wie das abläuft, kann man ja gerade wunderbar an vielen Universitäten in den USA beobachten.
So viel zu der dortigen Situation.