Regierungen und Bevölkerungen durch Flüchtlingswelle überfordert?

Das Problem ist stets psychologischer Natur

In der Tat. Dazu ein mit einem Sozialpsychologen. Viele der von ihm genannten Reaktionen meinte ich auch hier im Thread bei gewissen Leuten sehr oft feststellen zu können...

Vielen Menschen fehlt die Toleranz dort, wo sie sich einem Objekt gegenübersehen, das sie nicht verstehen, und weil sie es nicht verstehen, als Bedrohung wahrnehmen. Diese Menschen erleben ihre Intoleranz auch nicht als etwas Negatives, sondern als berechtigte Verteidigung ihres Lebens und ihrer Werte, die für sie weder verhandelbar noch relativierbar sind. Denn im Grunde sind sie felsenfest davon überzeugt, recht zu haben. Das ist ein Symptom dafür, wie stark die Angst ist. Angst führt in der Regel auch zum Wunsch nach einfachem Denken, weshalb ein starker Bedarf an Orientierungshilfe besteht. Man könnte sagen, dass wir in der derzeitigen Diskussion um die Flüchtlinge oft auf Personen treffen, die sich einen autoritären Staat wünschen, der ihnen alle Orientierungsprobleme abnimmt.

Flüchtlinge sind gerade deshalb ein Ziel der Angstprojektion, weil die Flüchtlingsbewegungen nicht so einfach zu begreifen sind. Hinzu kommt die Unterstellung, die Flüchtlinge würden den Einheimischen etwas wegnehmen, das Entdecken von Positivem wird einfach nicht zugelassen. Vielmehr wird alles als negativ wahrgenommen mit der gleichzeitigen Überzeugung, auf der Seite der Wahrheit zu stehen. Jemand ohne Angst hat eine viel größere Distanz zu den Dingen und wird verschiedene, eben auch positive Perspektiven zulassen. Der Ängstliche reduziert die ganze Welt auf einzelne Schemata, was es ihm erleichtert, für ihn eindeutige Lösungen zu finden.

Wenn ich Differenzierung scheue, habe ich auch große Schwierigkeiten, sachliche Informationen in mein Gesamtbild einzubauen, wie etwa Statistiken. Jemand der Angst hat, lässt sich und sein Angstobjekt nicht durch Daten relativieren, was schließlich zu Vokabeln wie „Lügenpresse“ führt. Mit sachlichen Informationen will er sich nicht beschäftigen, sondern glaubt – von Angst diktiert – zu wissen, wie die Sachverhalte sind. Viele entwickeln sogar die Vorstellung, die wahren Informationen würden einem vorenthalten, wobei hier das Bedürfnis nach Eindeutigkeiten groß ist, die man am besten von einer Autorität versichert bekommt. Zwischenfarben werden nicht akzeptiert.

Es ist diese Schwierigkeit im Erleben, ein Deutscher zweiter Klasse zu sein, obwohl man doch zum selben Volk gehört. Hier wird verstärkt mit der vor-modernen Kategorie des „Volkes“ argumentiert, das blut- anstatt verdienst- oder leistungsorientiert ist und eine Gleichheit suggeriert, die viele Menschen speziell in Ostdeutschland aber gar nicht erleben. Diese Diskussion der Zugehörigkeit wird jetzt verschoben auf die Flüchtlinge als diejenigen, die das „Volk“ unterwandern. Damit wird so getan, als sei Deutschsein eine verdiente Auszeichnung, im Gegensatz zu den Fremden, die – angeblich – bevorzugt behandelt werden, ohne es verdient zu haben. Dabei würde kein Bürger mit einem von den Flüchtlingen tauschen wollen

Jemand, der in dieser Weise unter Angst steht, ist nicht mehr in der Lage, objektive Informationen zu verarbeiten. Der ist voller Panik, dass sein Weltbild nicht stimmen könnte, und blendet alles aus, was dieses Weltbild bedroht. Daher haben Kampagnen, die auf sachliche Informiertheit ausgerichtet sind, meist wenig Erfolg: Es wird nur für wahr gehalten, was die Angst, wenigstens für den Moment, beseitigt. Also abschieben oder verfolgen. Als gut erscheint alles, was zu mehr Kontrolle führt. Wichtig an dieser Stelle ist, dass im Hintergrund die Vorstellung steht, der Staat habe in seiner unbezweifelbaren Autorität nichts anderes zu tun, als die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. Und was in erster Linie Sicherheit bietet, ist die Reduzierung der Gesamtbevölkerung auf etwas, was „Volk“ heißt und von vornherein Fremde – also die, die man nicht versteht und denen man deshalb misstraut – ausgrenzt.
 


Ein Unding, allerdings ohne Aussagekraft für die Kriminalität von Flüchtlingen.
 


Ist nicht nur in Kiel so.

Kam nur nicht raus bisher. :(

Das ganze Rumgeschwurbel hilft natürlich den Flüchtlingen nicht, die hier sind weil politisch verfolgt/wegen Krieg und keine Straftaten begehen und sich integrieren wollen und denen wir helfen müssen.

Dieses ganze Rumgeschwurbel verhilft nur extremen Seiten (egal ob rechts oder links) zu mehr Zulauf und das will doch keiner von uns.
 


Ja - z.B. sehr gute Bekannte, die Polizisten sind.

Wegen Statistiken: Es heißt nicht umsonst: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Statistiken können manipuliert und verfälscht werden. Macht die Agentur für Arbeit z.B. regelmäßig :D

Straftaten, welche nicht polizeilich aufgenommen werden, erscheinen übrigens auch nicht in der Statistik!
 
Im Falle NRW wurde wohl hoffentlich nichts gefälscht, aber man hat nur zwischen deutschen und nicht-deutschen Tätern unterschieden. Und das ist nun einmal nicht allzu aussagekräftig...
 
Ja. Es ist wichtig zu wissen, ob das jeweils ein Mann oder eine Frau war.
 
Straftaten, welche nicht polizeilich aufgenommen werden, erscheinen übrigens auch nicht in der Statistik!
Welche Straftaten, aus deinem einen (durch 3 verschiedene Links künstlich weiter aufgebauschtem) Kieler Beispiel, wurden denn nicht aufgenommen? Die erkennungsdienstliche Feststellung sollte laut der Bild unterlassen werden, nicht die Straftat nicht aufgenommen...
 
Ja. Es ist wichtig zu wissen, ob das jeweils ein Mann oder eine Frau war.

Was soll das jetzt? Es ging doch darum, dass die Kriminalitätsrate laut den erhobenen Statistiken nicht durch die Zuwanderer Flüchtlinge gestiegen ist, oder?:rolleyes:
War das jetzt eine Art Beißreflex von dir?


EDIT: Wenn man böse wäre, könnte man zu den in NRW geführten Statistiken noch das hier dazu nehmen. Würde zumindest einiges erklären...

 
Zuletzt bearbeitet:
An den Statistiken, die in NRW z.B. bis Ende 2015 überhaupt nicht so geführt wurden, dass man so etwas erkennen könnte?

Wie du lesen konntest, ist das keine Statistik über NRW sondern über Braunschweig. Allerdings glaube ich gerne, das es woanders, also auch in NRW, ähnlich aussieht. Natürlich kann man das erst sagen, wenn man längere Statistiken vorweisen kann. In Braunschweig ist das aber halt jetzt schon der Fall.

--- [2016-01-28 16:48 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

aber man hat nur zwischen deutschen und nicht-deutschen Tätern unterschieden.
Wieso das nicht? Gibt es für dich nur In- und Ausländer? Oder gibt es keine Länder mehr, nach denen unterschieden werden kann?
 
Welche Straftaten, aus deinem einen (durch 3 verschiedene Links künstlich weiter aufgebauschtem) Kieler Beispiel, wurden denn nicht aufgenommen? Die erkennungsdienstliche Feststellung sollte laut der Bild unterlassen werden, nicht die Straftat nicht aufgenommen...
Als ob Ruby unterscheiden kann zwischen der Aufnahme von Straftaten und der Verfolgung von Straftaten. Aber immerhin kennt sie immer furchtbar viele Leute die ihre Behauptungen bezeugen können ("In meinem Bekanntenkreis")... :rolleyes:
 
Wieso das nicht? Gibt es für dich nur In- und Ausländer? Oder gibt es keine Länder mehr, nach denen unterschieden werden kann?

Ich habe es gerade schon weiter oben geschrieben. Es geht doch hier darum, dass die Kriminalitätsrate laut den erhobenen Statistiken nicht durch Flüchtlinge gestiegen ist.
Wir haben in NRW eine Menge Gastarbeiter und sonstiger Zuwanderer, die teilweise schon lange da sind. Wenn man diese Personen mit den jetzigen Flüchtlingen zusammen legt,
wo bleibt dann die Aussagekraft der Statistik bezüglich der Kriminalität unter Flüchtlingen?
 
Aus dem Artikel:
Wenn der mutmaßliche Täter die Wohnanschrift Landesaufnahmestelle hat, kümmern sich seit August 2015 Beamte der Soko Asyl um die Aufklärung der Tat. Unabhängig davon, um welche Straftat es sich handelt.
Ich denke, da ist dann schon ein gewisses Unterscheidungsmerkmal vorhanden, ausreichend, um zwischen Gastarbeitern und Flüchtlingen zu unterscheiden.
 
Sehr schön, dann wissen wir bald noch genauer, dass 0,4 Prozent der Flüchtlinge Straftaten begehen.

Und dann? :unknown:
 
Seonendseounli: Ja du bist explizit gemeint mit "Beißreflex", dass du mich erst aus dem Kontext gerissen zitierst und dann über was ganz anderes schreibst belegt das mal wieder.
Du begnügst dich auch generell mit abwertenden oder sarkastischen Kommentaren deren Inhalt gegen null tendiert.


Hezu:
Dennoch tauchen diese Verbrechen in den Statistiken auf.
Woraus schließt du das? Für mich klingt das nicht so. Wie soll denn ohne "ein Personenfeststellungsverfahren oder erkennungsdienstliche Behandlung" überhaupt formal korrekt festgestellt werden, dass es sich um einen Flúchtling handelt?
 
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