HoneyBadger
Aktiver NGBler
- Registriert
- 7 Sep. 2015
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- 1.913
Heute Vormittag bin ich zufällig über ein Thema gestolpert, dass ich eigentlich, auch wenn es falsch ist, eher verdrängt habe.
Vor einiger Zeit wurde der Film "Operation Zucker" und kürzlich dessen Nachfolger "Jagdgesellschaft" veröffentlicht und scheinbar auch schon reichlich öffentlich diskutiert.
Warum auch immer, habe ich vorhin ziemlich zufällig die Maischberger auf 3Sat eingeschaltet. Weder Sie noch ihre Gäste empfinde ich für gewöhnlich als sonderlicher sympathisch. Umschalten konnte ich bei dem Thema dennoch nicht.
Ehrlich gesagt erwarte ich keine großartige Resonanz. Ich muss aber gestehen, dass ich mich gerade schon ziemlich mies fühle.
Mit dem Internet bin ich aufgewachsen. Zu Zeiten als AOL und das 56k Modem nicht sonderlich ungewöhnlich oder antiquiert waren. Das war eben damals das Internet. Der Eine oder Andere wird sicher wissen was ich meine. Früher war es neu und spannend. Heute gehört es eben einfach dazu.
Mit dem sich entwickelten Internet habe auch ich mich entwickelt. Anonymisierungen waren für mich lange kein Thema. Wozu auch? Nur mit Google, NSA und Co. habe ich mich zunehmens unwohler gefühlt. Nach vielen Jahren der Sorglosigkeit kam die Entwicklung vom Proxy über den einen oder anderen Weg hin zum VPN. Klar kann man so auch verschleiert mp3 oder die neusten Filme ziehen. Das sind so Delikte, die mir wirklich egal sind. Was interessiert es mich, ob Warner Brothers die 12.te Milliarde voll bekommt oder nicht? Auch wenn das sicherlich nicht richtig ist - ehrlich - das ist mir egal.
Als ich zum VPN gewechselt bin, habe ich das getan, weil ich einfach nicht mehr unter Generallverdacht stehen wollte. Nicht jede IP im Netz begeht einen Anschlag oder was auch immer. Deswegen mein aktiver Schritt zur Privatsphäre.
Doch war das so richtig? Ich bezahle für meine Freiheit, unerkannt Reizwäsche für meine Freundin suchen zu können. Ich bezahle dafür anonym mal einen Porno im Hotel sehen zu können, wenn ich meine Partnerin mal eine Weile nicht sehen kann. Und das ist auch gut so. Aber was ich kann, können doch auch andere!? Und ich meine nicht nur die Upper und Leecher von den neusten Kinofilmen.
Auch die, die Videos von vergewaltigten Frauen und/oder Kindern teilen.
Wie Wahrscheinlich ist es, dass auf dem selben VPN-Servern ziemlich, ziemlich kaputte Menschen unterwegs sind? Bei der hohen Quote an Sexualverbrechnern, die wir habe, glaube 100 %. Oder höchstens knapp darunter. Ich finanziere also solche Leute, durch mein Willen nach Privatsphäre, mit. Ob ich es weiß oder nicht. Ob ich es will oder nicht.
Einige Bytes weiter befindet sich vielleicht der nächste Kranke.
Vielleicht liest hier sogar einer von denen mit. Besser gesagt eher sogar wahrscheinlich. Zumindest sagt das die Statistik. Ich will gar nicht wissen, wievielen ich davon schon begegnet bin.
Unser erster Internetanschluss damals war einer dieser AOL-Anschlüsse. Dort gab es diese Guides in den Chats. Damals war ich vielleicht 14 oder 15 als ich das erste Mal Kontakt mit einer dieser Guides hatte. Ich hatte keine Ahnung wie das Leben funktioniert. Auch zu dieser Zeit habe ich nicht verstanden, was da so passiert.
Da gab es diesen einen Chat-Guide. Der hieß Stephan. Nach kurzem Hin und Her wollte der meine Handynummer haben. Wenige Zeit später bot er mir dann an, mir meine PrePaidKarten zu finanzieren, damit ich mit ihm schreiben kann. Kurz darauf wollte er sich mit mir treffen. Alleine. Abends. Ohne das meine Eltern etwas davon erfahren sollen. Zu dieser Zeit habe ich das nicht wirklich verstanden. Aber dennoch habe ich da, zum Glück, die Notbremse gezogen. Wer weiß, was mir passiert wäre.
Das Internet war jung. Die Perversion aber nicht.
Ich frage mich ernsthaft, ob ich nicht lieber gläsern werden sollte. Ein VPN gibt schließlich nicht nur mir Privatsphäre, sondern auch kranken Menschen Schutz.
Es fühlt sich an, als wäre ich ein Mittäter. Ich habe selbst zwei kleine Mädchen Zuhause und könnte es mir nie verzeihen, wenn denen etwas zustoßen und ich sie nicht beschützen könnte.
Vor einiger Zeit wurde der Film "Operation Zucker" und kürzlich dessen Nachfolger "Jagdgesellschaft" veröffentlicht und scheinbar auch schon reichlich öffentlich diskutiert.
Warum auch immer, habe ich vorhin ziemlich zufällig die Maischberger auf 3Sat eingeschaltet. Weder Sie noch ihre Gäste empfinde ich für gewöhnlich als sonderlicher sympathisch. Umschalten konnte ich bei dem Thema dennoch nicht.
Ehrlich gesagt erwarte ich keine großartige Resonanz. Ich muss aber gestehen, dass ich mich gerade schon ziemlich mies fühle.
Mit dem Internet bin ich aufgewachsen. Zu Zeiten als AOL und das 56k Modem nicht sonderlich ungewöhnlich oder antiquiert waren. Das war eben damals das Internet. Der Eine oder Andere wird sicher wissen was ich meine. Früher war es neu und spannend. Heute gehört es eben einfach dazu.
Mit dem sich entwickelten Internet habe auch ich mich entwickelt. Anonymisierungen waren für mich lange kein Thema. Wozu auch? Nur mit Google, NSA und Co. habe ich mich zunehmens unwohler gefühlt. Nach vielen Jahren der Sorglosigkeit kam die Entwicklung vom Proxy über den einen oder anderen Weg hin zum VPN. Klar kann man so auch verschleiert mp3 oder die neusten Filme ziehen. Das sind so Delikte, die mir wirklich egal sind. Was interessiert es mich, ob Warner Brothers die 12.te Milliarde voll bekommt oder nicht? Auch wenn das sicherlich nicht richtig ist - ehrlich - das ist mir egal.
Als ich zum VPN gewechselt bin, habe ich das getan, weil ich einfach nicht mehr unter Generallverdacht stehen wollte. Nicht jede IP im Netz begeht einen Anschlag oder was auch immer. Deswegen mein aktiver Schritt zur Privatsphäre.
Doch war das so richtig? Ich bezahle für meine Freiheit, unerkannt Reizwäsche für meine Freundin suchen zu können. Ich bezahle dafür anonym mal einen Porno im Hotel sehen zu können, wenn ich meine Partnerin mal eine Weile nicht sehen kann. Und das ist auch gut so. Aber was ich kann, können doch auch andere!? Und ich meine nicht nur die Upper und Leecher von den neusten Kinofilmen.
Auch die, die Videos von vergewaltigten Frauen und/oder Kindern teilen.
Wie Wahrscheinlich ist es, dass auf dem selben VPN-Servern ziemlich, ziemlich kaputte Menschen unterwegs sind? Bei der hohen Quote an Sexualverbrechnern, die wir habe, glaube 100 %. Oder höchstens knapp darunter. Ich finanziere also solche Leute, durch mein Willen nach Privatsphäre, mit. Ob ich es weiß oder nicht. Ob ich es will oder nicht.
Einige Bytes weiter befindet sich vielleicht der nächste Kranke.
Vielleicht liest hier sogar einer von denen mit. Besser gesagt eher sogar wahrscheinlich. Zumindest sagt das die Statistik. Ich will gar nicht wissen, wievielen ich davon schon begegnet bin.
Unser erster Internetanschluss damals war einer dieser AOL-Anschlüsse. Dort gab es diese Guides in den Chats. Damals war ich vielleicht 14 oder 15 als ich das erste Mal Kontakt mit einer dieser Guides hatte. Ich hatte keine Ahnung wie das Leben funktioniert. Auch zu dieser Zeit habe ich nicht verstanden, was da so passiert.
Da gab es diesen einen Chat-Guide. Der hieß Stephan. Nach kurzem Hin und Her wollte der meine Handynummer haben. Wenige Zeit später bot er mir dann an, mir meine PrePaidKarten zu finanzieren, damit ich mit ihm schreiben kann. Kurz darauf wollte er sich mit mir treffen. Alleine. Abends. Ohne das meine Eltern etwas davon erfahren sollen. Zu dieser Zeit habe ich das nicht wirklich verstanden. Aber dennoch habe ich da, zum Glück, die Notbremse gezogen. Wer weiß, was mir passiert wäre.
Das Internet war jung. Die Perversion aber nicht.
Ich frage mich ernsthaft, ob ich nicht lieber gläsern werden sollte. Ein VPN gibt schließlich nicht nur mir Privatsphäre, sondern auch kranken Menschen Schutz.
Es fühlt sich an, als wäre ich ein Mittäter. Ich habe selbst zwei kleine Mädchen Zuhause und könnte es mir nie verzeihen, wenn denen etwas zustoßen und ich sie nicht beschützen könnte.

