Aber trotzdem ist Kuba der einzige Staat Lateinamerikas, in dem ich mir ein Leben vorstellen könnte.
Costa Rica soll noch einigermaßen erträglich sein. Die haben seit einiger Zeit sogar entdeckt, dass Umweltschutz nicht die dümmste Idee ist, und wer schon mal so weit ist, dass solche Überlegungen eine Rolle spielen... Andererseits haben die Staaten auf dem amerikanischen Kontinent wirklich einen großen Vorteil: Die Menge an Menschen, die flüchten will, ist nicht so groß wie um Europa herum.
Das betrifft gerade die USA. Sowieso müssten sich Einwanderer, sofern sie nicht über Mexiko kommen oder schwimmen, mindestens einen Flug leisten können, dafür die Papiere haben. Mit gerade 1.000 Millionen Einwohnern in ganz Amerika, die meisten davon in einigermaßen stabilen Staaten, ist das kein Vergleich zu Europa und seiner geographischen Lage; wenn die prekäre Lage in Nordafrika, im Nahen Osten und in Osteuropa anhält oder sich sogar ausweitet, bekommen wir noch ganz andere Probleme.
Hier wäre doch mal zu erkennen, dass unsere Interessen im Nahen Osten und neuerdings in Osteuropa ganz existentielle sind. Wenn der Westen dort versagt, badet das nicht der gesamte Westen aus, sondern letztendlich nur Europa wirklich, der Rest allenfalls durch höhere Ölpreise.
Das können dann auch Konservative sein, die aber auch Menschlichkeit zeigen und damit in rechten Kreisen zum beschimpfenswerten Gutmenschen erklärt werden.
Oh, ich fasse es eher als Kompliment auf, von Schlechtmenschen als Gutmensch bezeichnet zu werden. Auch, wenn man auf deren moralische Urteilskraft wohl nicht viel geben kann.