Einstellungen zu Religion in Deutschland

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Wie z.B. die Vorstellung, das sich Jesus für die Sünden der Menschen opfert. Ist ja eigentlich auch ein Märtyertod

Märtyrer wie Mercedes Benz - lol
 
Kenne kaum Menschen, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen

Die meisten Menschen, die du bisher kennengelernt hast, dürften Jugendliche sein.
Jugendliche beschäftigen sich eher selten mit solchen Themen. Die haben andere Probleme.
Das kommt meist erst später.
Deine Behauptung sind daher von dir nicht beweisbar.
 
Wie z.B. die Vorstellung, das sich Jesus für die Sünden der Menschen opfert. Ist ja eigentlich auch ein Märtyertod

Märtyrer wie Mercedes Benz - lol

du willst jetzt den Tod von Jesus mit Selbstmordattentätern vergleichen?

Ist ähnlich wie der P. Vogel das abhacken von Händen, Steinigung und ähnliches rechtfertigt in dem er sagt, dass in dem alten Testament die Steinigung an sehr vielen Stellen vorkommt.
 


Hä was, Pierre Vogel? Oo

Woher hast du den denn ausgekramt? xD

Den Tod Jesu kann man bestimmt genau so instrumentalisieren. Siehe Kreuzzüge und so weiter.

Menschen machen böse Dinge.
 


Nicht glauben ist auch glauben. Glaube ich. Deshalb kann man durchaus von einer Art Religion sprechen, weswegen ich das in meinem Beitrag extra noch einmal definiert habe. Ansonsten das was Seonendseounli sagt. ;)

Die Wissenschaft basiert doch in der Regel genauso auf Annahmen, wie die Religionen. Bei der Wissenschaft sind sie natürlich etwas realer und direkter und besser zu belegen, aber im Grunde führt doch ebenfalls vieles auf eine Art Glauben zurück. Man glaubte, das diese und jene Theorie die Wahrheit und das Gesetz sei, bis ein anderer kam und diese Annahme widerlegt hat. Das war in der Vergangenheit so und wird in der Zukunft vermutlich ebenfalls immer wieder so sein. Es ist ein anderer Glaube, aber es ist auch ein Glaube. Enstanden auf einer anderen Basis, durch eine andere Herangehensweise.



Okay, die Wissenschaft hat keine eindeutigen Antworten, kann ich irgendwo akzeptieren. Jedoch sieht das bei den Religionen nicht anders aus. Dort findest du ebenfalls keine eindeutigen Antworten. Sondern nur Thesen und Überlieferungen und stille Post habt ihr bei euch früher sicherlich auch gespielt. ;)

Die Frage ist, gibt es überhaupt eindeutige Antworten? Können wir überhaupt eindeutige Fragen stellen, worauf wir entsprechende Antworten erwarten und verstehen können? Gibt es zu allem eine Frage und eine Antwort?

Das schweift ein wenig vom Thema ab und geht ins Philosophische, finde es dennoch interessant.
 


Magst du das näher erläutern oder sind meine Dummheiten derart offensichtlich, dass sich jegliche Erklärung erübrigt?

Es ist selbstverständlich zu differenzieren zwischen Gottes-Religionsglauben und dem Glauben an die Wissenschaft. Ich habe mich vielleicht nicht gut genug, gar missverständlich ausgedrückt, zugegeben. Die Wissenschaft hat ihre Thesen in der Vergangenheit und Gegenwart deutlich häufiger als die Religionen erklären können. Diese haben bisher de facto eigentlich kaum bis gar nichts darlegen können.

Dennoch halte ich es für fahrlässig und vermessen, diese Dinge als unanfechtbar und einzig richtig zu erachten. Wie gesagt, ich bin selbst überzeugter Atheist und glaube an die Wissenschaft. Deshalb der Vergleich, mit dem Glauben. Endgültiges Wissen ist verdammt selten, da wir dazu noch viel zu wenig von der Welt kennen und gesehen haben. Es kann ständig wieder jemand daherkommen und ein Gegenteil beweisen, weshalb wir immer nur davon ausgehen können, dass die Theorien der Wissenschaftler den Tatsachen entsprechen, aber vielleicht definiere ich 'wissen' jetzt auch irgendwie falsch. Es ist schon spät. Ich bin müde. :D


Nein zu beidem? Sprich, es gibt zu allem eine Frage und eine Antwort? Das ist das Beste und das Lustigste an der ganzen Diskussion. Jeder kann dies und jenes behaupten und jeder hat recht, solange der andere nicht das Gegenteil beweist. :D
 

Die Wissenschaft ist kein Glaube.
Sie ist ein Model der Realität.
Modelle sind nicht die Realität, sie bilden sie bloß hab.
Zu sagen "ich glaube an die Wissenschaft" ist wie zu sagen "ich glaube an eine technische Zeichnung".
Mit Wissenschaft, lassen sich vorhersagen für die Realität treffen.
Zusammenhänge analysieren und Gesetzmäßigkeiten finden.
Sind diese Modelle richtig spricht man von Wissen.
Werden sie modifiziert, verbessert, wird das Wissen durch neues Wissen abgelöst.

Das hat absolut nichts mit Glauben zu tun.

Ich nehme da gerne wieder Newton und F=m*a
Es war richtig, da es die richtigen Ergebnisse liefert.
Das model wurde irgendwann zu ungenau für die verwendeten Zwecke.
Somit musste verbessert werden. Man hat am Modell gefeilt.


Der nicht Glaube an Gott ist eben auch kein Glaube, es ist die Abwesenheit von Glauben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Angenommen ich bin _überzeugt_ von der Wissenschaft und glaube nicht an einen Gott. Stehe ich dann nicht in der Beweispflicht, zu zeigen, dass es keinen Gott gibt, da ich sonst selbst auch nur glaube? Solange ich nicht den Gegenbeweis einer Gottesexistenz erbringe, so ist meine Annahme doch ebenfalls bloß ein Glaube.
 
Jeder darf natürlich glauben was er möchte und davon überzeugt sein, was er will. Aber wenn jemand behauptet, dass das glauben an Nichts, rational und vernünftig wäre, dann ist das meiner Meinung nach schlicht falsch.

Ich leb mit der Einstellung ganz gut. Wahrscheinlich glücklicher als jemand der sich an irgendwelche Schriften hält ;)
 

Nein.
Den derjenige, der eine Positive Behauptung aufstellt, ist in der Bringpflicht.

Nach deiner Argumentation kann jeder alles behaupten.
Wenn ich sage, es gibt Gravitation.
Muss ich nachweisen, dass es so ist.
Das tue ich in dem ich ein Ding fallen lasse.
Das kann ich beliebig oft wiederhohlen.
Damit kann ich empirisch die Existens von Gravitation belegen.

Wenn ich allerdings behaupte es gibt rosa Einhörner.
und dann von dir Verlange zu beweisen, dass es keine gibt.
Dann bewege ich mich auf dem Niveau von Esoterikern.

Edit:
Die realtivitätstheorie war z.B. auch bloß eine Behauptung.
Solange bis man mit ihr wiederhohlt Messerergebnisse erklären konnte.
Und endgültig bewiesen war sie erst, als man mit ihr vorhersagen treffen konnte.
 
Jeder darf natürlich glauben was er möchte und davon überzeugt sein, was er will. Aber wenn jemand behauptet, dass das glauben an Nichts, rational und vernünftig wäre, dann ist das meiner Meinung nach schlicht falsch.

Tatsächlich sind alle "Gottesbeweise" logische Konstruktionen, also "vernünftig". Manche von ihnen sind nicht ganz so vernünftig, weil sie falsche Schlüsse enthalten (gegen die Regeln der Logik verstoßen). Aber alles in allem entspringen sie der Vernunft, und sie müssen es auch, denn eine empirische Evidenz Gottes kann es nicht geben - sobald es sie gibt, wäre es nicht mehr Gott, sondern ein bisher unbekannter Teil unserer Welt, statt etwas, das außerhalb steht.

Trotzdem steht die Frage im Raum, wie vernünftig es ist, an etwas zu glauben, für dessen Existenz es keine empirische Evidenz gibt. Und wie vernünftig es ist, diesem "Etwas" darüber hinaus auch noch vielfältige Eigenschaften zuzuschreiben (Güte, Liebe...) genauso wie bestimmte Handlungen, die Wundern gleichen. Spätestens, wenn etwas in unserer Welt handelt, kann es wissenschaftlich erklärt werden. Wie vernünftig ist die Aussage, dass Gott wissenschaftlich erklärt werden kann?

Vernünftig ist einzig die Meinungsenthaltung über Dinge, die jenseits unserer Erkenntnismöglichkeiten sind.

Sie haben wenigstens antworten, mit denen ich leben kann. Besser als gar keine zu haben. Ungewissheit ist eine Qual.

Es gibt eine Alternative: Die Unwissenheit ertragen. Du kannst sowieso kein Wissen über Gott oder irgendetwas anderes jenseits unserer Welt erlangen, dein Glaube bringt dich diesem Wissen nicht näher, er bleibt immer bloßer Glaube. Du hoffst nur auf etwas, auf das du keinen objektiven Grund hast zu hoffen. Du kannst in diesem Prozess höchstens deine eigene Gewissheit erlangen (= dir erfolgreich etwas vormachen), die du dann für dich alleine gelten lassen kannst. Sie ist dann gut für dich, weil sie dir hilft, deinen Mangelzustand als Mensch zu ertragen. Andere brauchen das nicht.

oder sind meine Dummheiten derart offensichtlich, dass sich jegliche Erklärung erübrigt?

Das wäre zu hart. Aber du hast auch provokativ gefragt. Die Wissenschaft setzt sich zum Ziel - ihrem Namen gemäß - Wissen zu schaffen. Also eine Menge von Glaubenssätzen / Aussagen über die Wirklichkeit, die nicht zufällig und gerechtfertigt wahr sind. Die Wissenschaft erkennt an, dass es falsche Aussagen über die Wirklichkeit gibt, und dass diese auch aus dem Versuch der Wissenschaft heraus entstehen können; aber sie gehen damit auf eine Weise um, die das Wissen letztendlich vermehrt.

Der Glaube des Menschen an die Wissenschaft ist der Glaube an die Fähigkeit der Wissenschaft, Wissen über die Wirklichkeit hervorzubringen. Die Religion der Wissenschaft ist, sein Leben entsprechend des von der Wissenschaft hervorgebrachten Wissens zu gestalten. Also insbesondere nicht darauf zu setzen, dass etwas eintritt, das gemäß des Wissens nicht eintreten kann. Inwiefern auch die eigenen Werteurteile wissenschaftlich geprägt sind (Stichwort Ethik), ist teilweise eine andere Frage.
 
Angenommen ich bin _überzeugt_ von der Wissenschaft und glaube nicht an einen Gott. Stehe ich dann nicht in der Beweispflicht, zu zeigen, dass es keinen Gott gibt, da ich sonst selbst auch nur glaube? Solange ich nicht den Gegenbeweis einer Gottesexistenz erbringe, so ist meine Annahme doch ebenfalls bloß ein Glaube.

Den "Fehler" den du meiner Meinung nach machst, ist den "Glauben an die Wissenschaft" (die Überzeugung, dass ich 100x runterfalle, wenn ich 100x vom Dach springe) mit dem religiösen Glauben gleichzusetzen. Deshalb kommst du auch zu dem Fehlschluß deinen Unglauben, der sich ja auf den religiösen Bereich deines Lebens bezieht, beweisen zu müssen bzw. wissenschaftlich nachweisen zu müssen, dass es keinen Gott als Grundlage des Glaubens gibt. Das wird dir nicht gelingen und das muss es auch nicht, weil das zwei verschiedene Dinge sind.

Du kannst ja auch in der Wissenschaft arbeiten/von wissenschaftlicher Arbeit und ihren Ergebnissen überzeugt sein und trotzdem an die Existenz Gottes glauben und dann müsstest du auch nicht den Beweis antreten, dass es einen Gott gibt. Glaube und Wissenschaft können getrennt nebeneinander in deinem Leben existieren, Probleme gibt es eigentlich immer nur dann, wenn die eine der anderen ins Handwerk pfuscht.
 
Du hoffst nur auf etwas, auf das du keinen objektiven Grund hast zu hoffen.

Aber sein Leben und seine Philosophie auf einem temporären Wissensstand aufbauen, ist objektiv besser?

Es gibt viele Gründe, weshalb man glauben sollte. Ich kann im Paradies meine Eltern wieder sehen und viele andere schöne Dinge.

Diese Vision wertet mein Leben auf und das ist Realität für mich.

Wissenschaft kann mir das nicht bieten
 
Es gibt viele Gründe, weshalb man glauben sollte. Ich kann im Paradies meine Eltern wieder sehen und viele andere schöne Dinge.

Weil es schön klingt....
Ist kein gutes Argument.

Ich fände eine Welt mir Drachen auch cooler, macht sie aber nicht real.

Oder das mit dem Storch, klingt auch netter.
Als ne Schmerzhafte, eklige schleimige Geburt bei der die Mutter ins Bett kackt...
Trotzdem keine Realität.
 
..
Der Glaube des Menschen an die Wissenschaft ist der Glaube an die Fähigkeit der Wissenschaft, Wissen über die Wirklichkeit hervorzubringen. Die Religion der Wissenschaft ist, sein Leben entsprechend des von der Wissenschaft hervorgebrachten Wissens zu gestalten. Also insbesondere nicht darauf zu setzen, dass etwas eintritt, das gemäß des Wissens nicht eintreten kann. Inwiefern auch die eigenen Werteurteile wissenschaftlich geprägt sind (Stichwort Ethik), ist teilweise eine andere Frage.

irgendwie musste ich bei deinem Beitrag an das Video denken:

 

DAS ist genau das was ich meinte:
Er hat den Fall eines Würfels analysiert.
Er hat Gesetzmäßigkeiten Gefunden.
Er hat ein Model der Realität gebaut.
Er konnte damit Vorhersagen treffen.

Das ist Wissenschaft.
 
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