Islamismus

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Schon klar, aber wenn ich so einen erstmal habe werde ich doch juristisch auch auf das schwerste Verbrechen abzielen. Ich kenne das genaue Strafmaß für das "Anschliessen einer terroristischen Vereinigung" nicht, aber ich vermute mal unser Strafmaß für Mord liegt höher.




Also der Gesetzgeber hat nunmal diese Möglichkeit geschaffen, weil es oft anders nicht praktikabel ist ein Verbrechen aufzuklären. Eine Straffreiheit ist allerdings eine ausgesprochene Seltenheit, es ist in der Regel eine Strafminderung. Und für sowas kommen natürlich nur Leute mit minder schweren Taten in betracht.
Für den Gesetzgeber ist auch Mord nicht gleich Mord. Die schwere der Schuld bestimmt sich ja an mehreren Faktoren, zum Beispiel wie brutal und grausam so eine Tat begangen wird, ob das Opfer beispielsweise vor seinem Tod gequält und gefoltert wurde etc. Da ist es mir in der Tat lieber, wenn einer der immer nur aus der zweiten Reihe geschossen hat ein paar Jahre weniger bekommt, aber dafür jemand überhaupt erst veruteilt werden kann, der sein Opfer ganz bewusst schrecklich leiden lässt.

Das mit der Türkei kannst du aber gleich vergessen. Eine Zusammenarbeit kann hier höchstens die Auslieferung nach Deutschland bedeuten. Die Türkei hat ansonsten keine Befugnisse für einen Gerichtsprozess. Es sind ja weder ihre Staatsbürger, noch wurden die Taten auf ihrem Staatsgebiet begangen.

Zur Frage was wir davon haben?
Erstmal geht es ja nicht nur um uns, sondern auch um die Menschen im Irak und in Syrien. Und da ist eben auch Deutschland in der Pflicht das möglichste zu tun um diese Menschen vor deutschen Staatsbürgern zu schützen, die dort Verbrechen begehen.
Zweitens, wie ich bereits sagte, sehe ich das als Signal an andere, die vor haben sich dem IS anzuschließen. Denen würde gezeigt, dass sie auch dort vor staatlicher Verfolgung nicht sicher sind und früher oder später (sofern sie überleben) für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.
 


Schon klar, aber wenn ich so einen erstmal habe werde ich doch juristisch auch auf das schwerste Verbrechen abzielen. Ich kenne das genaue Strafmaß für das "Anschliessen einer terroristischen Vereinigung" nicht, aber ich vermute mal unser Strafmaß für Mord liegt höher.


Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, § § 129a StGB. Wie gesagt, versuch mal einem Nachzuweisen dass er in Syrien oder im Irak jemanden erschossen, geköpft, oder vergewaltigt hat, das kannst du vergessen.
 
Kobane ist dabei, an der syrisch-türkischen Grenze zu fallen und alle gucken nur zu. Das einzige was diese Islamisten aufhält, sind Bodentruppen, aber dazu ist irgendwie niemand bereit. Der Genozid geht dann auf die Kosten des Westens.

Finde es auch echt krass, wie die Medien und die USA der Türkei die Schuld geben, weil sie nicht mit Bodentruppen eingreift. Das die Türkei sowas im Alleingang machen soll, kann man aber nicht erwarten. Echt Feige, dass man die Türken da reinziehen will, aber selbst nur Bomben aus Flugzeugen schmeißt.
 
@Janosch:

Zum einen das was Seonendseounli sagt. Zum anderen sind es für mich keine Menschen mehr.

Wer wegen irgendeinem Buch Menschen derartiges Leid zuzufügen bereit ist, verwirkt jedes Grundrecht und Mitleid.
 
Kobane ist dabei, an der syrisch-türkischen Grenze zu fallen und alle gucken nur zu. Das einzige was diese Islamisten aufhält, sind Bodentruppen, aber dazu ist irgendwie niemand bereit. Der Genozid geht dann auf die Kosten des Westens.

Finde es auch echt krass, wie die Medien und die USA der Türkei die Schuld geben, weil sie nicht mit Bodentruppen eingreift. Das die Türkei sowas im Alleingang machen soll, kann man aber nicht erwarten. Echt Feige, dass man die Türken da reinziehen will, aber selbst nur Bomben aus Flugzeugen schmeißt.

Es zeugt von einer Menge Unwissenheit, wenn man davon spricht, die Türkei würde dort reingezogen. Die Türkei hat die Islamisten in Syrien von Tag 1 an unterstützt, da sie damit glaubten Assad zu stürzen. Die Türkei hat jahrelang bewusst Djihad-Touristen aus Europa und Asien über ihre Grenzen nach Syrien und in den Irak einreisen lassen, die Türkei ist ein Rückzugsgebiet für ISIS, in ihren Krankenhäusern lassen sich die Terroristen gesund pflegen, und die türkische Politik lässt es darüber hinaus auch zu dass massiv in der Türkei für die Sache der ISIS geworben wird.

Darüber hinaus will die Türkei unter Erdogan doch unbedingt führende Nation einer islamischen Liga werden, und eben nicht mehr zum doofen, zionistischen, unmoralischen Westen gehören? Dann bitte, viel Spaß.

Wo ich dir aber Recht geben muss ist, dass es beschämend ist, dass ein paar 10.000 Hauptschüler mordend und plündernd durch die Lande ziehen, und nicht aufgehalten werden. Es wäre mehr als machbar, man bräuchte noch nicht einmal die Amerikaner.
 
Zunächst muss Deutschland doch ein Interesse haben, das diese Verbrecher/Terroristen/Mörder nach Deutschland ausgeliefert werden. Da sie freiwillig Deutschland verlassen haben können sie sich doch nicht auf die schönen Gefängnisse in Deutschland hoffen. Ich glaube, wenn kein Interesse an einem Verbrecher besteht, dann wird auch niemand auf eine Auslieferung bestehen.

Was sagt den Aiman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland) zu den zurückkehrern? Man soll sie wie den verlorenen Sohn behandeln.

Wenn man in den letzten Tagen die Nachrichten geschaut hat, dann wird auch klar wieso man die IS Kämpfer so verteidigt. Man ist indirekt mit ihnen verbunden. Die Türkei hat IS aufgebaut. Nun tut man sich natürlich schwer gegen sie zu kämpfen. Kurden aus Kabane berichten wie IS Kämpfer sich auf türkischen Territorium frei bewegen können. Verletzte werden in Krankenhäusern behandelt usw. Im Gegensatz dazu behandelt man die Kurden wesentlich schlechter.




Manche Familien in Deutschland ziehen z. B. bei häuslicher Gewalt nicht vor Gericht. Sondern suchen einen Friedensrichter auf. => Wo werden hier deutsche Gesetze beachetet? Sie isolieren sich selbst und brechen mit dieser Handlung eher Gesetze.

Bei Plasberg wurde Hassan Dabbagh gefragt: welche man Maßnahmen durchführen könnte, wegen den jugendliche, die vorhaben in den Krieg zu ziehen. Seine Antwort war, dass man die jugendlichen zu ihm oder einem andern Imam schicken soll. Laut ihm sind die V-Leute, diejenigen die die jugendlichen manipulieren und in den Krieg ziehen lassen. Zusätzlich trägt die wachsende Islamophobie zur Radikalisierung bei. Anstatt die Probleme gemeinsam zu lösen schlägt man also wieder Isolation vor.
 
Zuletzt bearbeitet:


...und wenn die USA mit zehntausenden Bodentruppen da einmarschieren würden, wäre das Geschrei auch wieder groß. Mal sollen sie nicht die Weltpolizei spielen, dann sollen sie aber ihre Soldaten da reinschicken, weil wir keinen ISIS-Videos mehr sehen wollen und selbst nicht in der Lage bzw. nicht Willens sind, da selber einzugreifen. Das der Irak nicht besonders viel auf die Kette kriegt und Luftschläge allein keinen Krieg gewinnen kann ich nachvollziehen, aber warum, mit Abstrichen, die Iraner und vor allem die Saudis, die das am Ende nämlich auch betriffft, weil ISIS ihre Flaggen doch so gerne in Riyadh und Mecca hissen würde, da von dir so völlig aus der Verantwortung genommen werden, verstehe ich nicht. Von der Türkei, die jetzt zugegebenermaßen in einer Zwickmühle steckt, hat niemand verlangt, dass sie allein gegen ISIS in den Krieg ziehen. Es hätte schon geholfen wenn sie ihre Grenzen ordentlich bewachen würden und da nicht jeder einfach hin- und herwandern kann wie es ihm gerade passt.

Die USA und auch die europäischen Staaten werden jetzt denke ich erstmal noch ein bisschen so weitermachen mit ihren Luftschlägen und kleinen geheimen Kommandoaktionen, wärend die Kurden die wirkliche Last dieser Auseinandersetzung tragen. Ich würde mir aber wünschen, dass die angrenzenden Länder (und dazu gehört auch die Türkei) sich deutlich stärker an dieser Auseinandersetzung beteiligen würden. Saudi-Arabien z.B. ist ein unvorstellbar reiches Land und wie gut die militärisch ausgerüstet sind, kann man bei europäischen und amerikanischen Rüstungsunternehmen erfragen. Dass die Länder da unten alle nicht so richtig gut miteinander können und da jeder lieber sein eigenes Süppchen kochen will ist unglücklich, aber sich deshalb zurückzulehnen und die Verantwortung für die Lösung dieses Konflikts allein dem "Westen" zuzuschieben, auf den man nachher wieder schimpft, weil er sich überall einmischt, finde ich nicht in Ordnung.
 
aber warum, mit Abstrichen, die Iraner und vor allem die Saudis, die das am Ende nämlich auch betriffft, weil ISIS ihre Flaggen doch so gerne in Riyadh und Mecca hissen würde, da von dir so völlig aus der Verantwortung genommen werden, verstehe ich nicht.
Die USA sind da wohl eher aus genau dem Grund in taktischer Wartestellung.
Sollte nämlich ISIS gegen den Iran aktiv werden, lässt Uncle Sam sicher ein paar Millionen zur Unterstützung springen, vielleicht gibt's auch noch Waffenlieferung wie in den 80ern an Al-Quaida...
 

Sehe ich grundsätzlich auch so, wobei man bei Fällen wie Saudi-Arabien dann auch selber Schuld ist. Wenn man so einem Land übelste High-Tech Waffen wie den Eurofighter (man möchte vom Namen her denken der wäre zur Verteidigung Europas gedacht) verkauft, dann sollte man sich auch politisch sicher sein, dass dieses Land auf lange Sicht ein Verbündeter ist. Derartige Waffen versetzen die Saudis doch gerade in die Lage bei so einem Konflikt noch zuschauen zu können, da der IS für sie keine ernsthafte Bedrohung darstellt. Wenn sich das mal ändert, würden die sicherlich rechtzeitig eingreifen.


@Janosch:
Zum einen das was Seonendseounli sagt. Zum anderen sind es für mich keine Menschen mehr.
Wer wegen irgendeinem Buch Menschen derartiges Leid zuzufügen bereit ist, verwirkt jedes Grundrecht und Mitleid.

Mitleid muss keiner mit denen haben, das hab ich auch nicht. Menschen bleiben sie natürlich dennoch. Mir ist so ein Dualismus auch einfach zu simpel und mittelalterlich. So einfach sind heutige Erklärungsmuster nicht mehr. Ich möchte mich auch argumentativ nicht auf eine IS-Logik einlassen. Es ist eben nicht jedes Mittel recht. Wir müssen bei rechtsstaatlichen Mitteln bleiben.



1. Zu Auslieferung und Auslandsverfolgung
Das Deutschland da ein Interesse hat, hat es sich selbst ins StGB geschrieben (§ 5-7). Formal legst du ja den Großteil unserer Gesetze nicht ab, nur weil du ins Ausland gehst. Du musst dich im Grunde überall auf der Welt an die jeweiligen Gesetze des Landes halten und zusätzlich an die Gesetze, an welche dich die deutsche Staatsbürgerschaft bindet. Inwiefern halt ein politischer Wille besteht diese Taten dann auch tatsächlich zu verfolgen, wenn es mit erheblichem Aufwand (Geheimdienstoperationen etc.) verbunden wäre, ist dann die andere quasi praktischere Frage.

2. Zu dem Plasberg-Imam
Dazu kann ich nicht viel sagen, hab die Sendung auch nicht gesehen und weiss weiter nichts über den Typen.
Das Islamophobie einer Radikaliserung förderlich ist, ist ja irgendwie logisch aber sicher auch keine alleinige Ursache. Aber du schreibst ja selbst "zusätzlich", insofern kann ich das bejahen.
Von V-Leuten hab ich keine Ahnung, kann ich nichts zu sagen.
Ob die Jugendlichen bei dem Imam gut aufgehoben wären kann ich nicht beurteilen. Ich kann dir auch nicht sagen zu welchem Imam ich sie schicken würde. Aber eins ist doch klar. Wer erstmal eine bereits recht Radikale Position eingenommen hat, der wird sich von Herrn Bosbach nicht plötzlich des genauen Gegenteils überzeugen lassen. Auch wird es nicht helfen, wenn er sich mit Frau Wagenknecht über Pazifismus und Migrationspolitik unterhalten würde, denn die Lebenswelten und Erfahrungshorizonte sind einfach zu unterschiedlich. Insofern kann es ja erstmal nur einer sein, der ihn da abholt wo er bereits ist, also in einem konservativen Islamverständnis, welches aber der Gewalt abschwört.
Was denkst du denn mit wem sich so einer unerhalten sollte und wer ihm noch helfen könnte?

3. Zu dem Friedensrichter
Erstmal vorweg: Mir ist die Thematik neu und ich fühle mich auch gar nicht kompetent da wirklich viel dazu zu sagen. Ich hab auch von Muslimen noch nie von sowas gehört.
Ich würde das nur mal kurz theoretisch differenzieren:
Das Gesetz kennt verschiedene Delikte und klassifiziert sie unterschiedlich.
So gibt es Offizialdelikte, bei welchen die Staatsanwaltschaft von Amts wegen tätig werden muss. Das sind vorallem die schweren Verbrechen wie Mord, Totschlag, Raub etc. Diese muss auch jeder Bürger zwingend melden, wenn er Zeuge wird. Wenn so ein muslimischer Friedensrichter ein Offizialdelikt behandeln würde, täte er sich ganz einfach strafbar machen, wegen Vereitelung der Strafverfolgung, Vertuschen einer Straftat etc. Sowas kann natürlich nicht im Sinne unserer Gesellschaft sein.
Nun gibt es auf der anderen Seite die absoluten Antragsdelikte. Das sind minderschwere Vergehen, für die sich der Staat im Grunde nicht interessiert, mit denen er sich aber auf Wunsch eines Bürgers dennoch beschäftigt um das Zusammenleben zu befrieden oder das Gerechtigkeitsverständnis des Bürgers zu befrieden. Das sind so Sachen wie Beleidigung, üble Nachrede, Hausfriedensbruch etc. Hier ist Justizia eigentlich froh, wenn die Bürger ihren Streit untereinander klären und nicht die Gerichte damit belasten, daher verfolgt sie diese ja nur auf Antrag. Absolute Antragsdelikte sind zwar auch Straftaten, diese jedoch nicht anzuzeigen ist nicht strafbar. Es ist also jedem frei gestellt diese intern zu regeln, ob in der Religionsgemeinschaft, im Gespräch mit dem Nachbarn, mit Hilfe eines Mediators oder wie auch immer. Bei solchen Delikten sehe ich also kein Problem, wenn sich die Friedensrichter damit beschäftigen.
Kompliziert wird es denke ich nur bei den normalen und relativen Antragsdelikten. Das sind jene Delikte die normalerweise auch auf Antrag verfolgt werden, wie zum Beispiel einfache Körperverletzung, die aber auch die Staatsanwaltschaft aufnehmen kann, wenn sie ein besonderes öffentliches Interesse darin sieht. Dieser Bereich könnte tatsächlich dann so eine Grauzone werden, wo die Staatsanwaltschaft zwar selbst selten von sich aus Interesse zeigen wird, aber dennoch nicht will, dass sich andere Instanzen diesen Fällen annehmen. Insofern müsste da der Friedensrichter eigentlich mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen und fragen, ob ein öffentliches Interesse an dem Fall besteht.
Aber dann wiederum denke ich auch an den Gleichbehandlungsgrundsatz der gelten sollte. Denn meines Erachtens gibt es quasi viele professionelle und semi-professionelle Personen, die sich mit Schlichtungen beschäftigen und dafür auch nicht öffentlich kritisiert werden, dass sie nicht die Staatsanwaltschaft informieren. Ich denke da an Psychologen und Pfarrer, die ja oft Ehepaare therapieren, wo es zu Gewalt in der Beziehung gekommen ist. Eine einfache Körperveletzung ist eben ein Antragsdelikt und diesen Antrag nicht zu stellen ist nicht strafbar. Die Psychologin oder der Pfarrer handeln also rechtlich in Ordnung und sie müssen selbst einschätzen und Verantwortung dafür übernehmen, ob sie Strafantrag stellen oder die Sache so regeln. Desweiteren sieht ja auch das Gesetz die Möglichkeit eines außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleichs vor. Dazu müssen sich beide Parteien auf einen Mediator einigen. Ein Bekannter von mir hatte mal einen Fall von Körperverletzung, wo der weisse Ring mit ihm und dem Täter eine Geldzahlung zur Wiedergutmachung ausgehandelt hat. Das war für beide Seiten gut, denn der Täter hatte Angst vorbestraft zu werden wegen seinem Beruf und für meinen Bekannten war das auch gut, weil er Geld bekommen hat. Bei einem Gerichtsprozess hätte der Täter wahrscheinlich eine Geldbuße an den Staat zahlen müssen, was dem Opfer eben nichts genützt hätte. Insofern denke ich gibt es da Fallkonstellationen, wo sowas wirklich besser ist als ein Gerichtsverfahren.
 
3. Zu dem Friedensrichter
Erstmal vorweg: Mir ist die Thematik neu und ich fühle mich auch gar nicht kompetent da wirklich viel dazu zu sagen. Ich hab auch von Muslimen noch nie von sowas gehört.
Ich würde das nur mal kurz theoretisch differenzieren:
Das Gesetz kennt verschiedene Delikte und klassifiziert sie unterschiedlich.
So gibt es Offizialdelikte, bei welchen die Staatsanwaltschaft von Amts wegen tätig werden muss. Das sind vorallem die schweren Verbrechen wie Mord, Totschlag, Raub etc. Diese muss auch jeder Bürger zwingend melden, wenn er Zeuge wird. Wenn so ein muslimischer Friedensrichter ein Offizialdelikt behandeln würde, täte er sich ganz einfach strafbar machen, wegen Vereitelung der Strafverfolgung, Vertuschen einer Straftat etc. Sowas kann natürlich nicht im Sinne unserer Gesellschaft sein.
Nun gibt es auf der anderen Seite die absoluten Antragsdelikte. Das sind minderschwere Vergehen, für die sich der Staat im Grunde nicht interessiert, mit denen er sich aber auf Wunsch eines Bürgers dennoch beschäftigt um das Zusammenleben zu befrieden oder das Gerechtigkeitsverständnis des Bürgers zu befrieden. Das sind so Sachen wie Beleidigung, üble Nachrede, Hausfriedensbruch etc. Hier ist Justizia eigentlich froh, wenn die Bürger ihren Streit untereinander klären und nicht die Gerichte damit belasten, daher verfolgt sie diese ja nur auf Antrag. Absolute Antragsdelikte sind zwar auch Straftaten, diese jedoch nicht anzuzeigen ist nicht strafbar. Es ist also jedem frei gestellt diese intern zu regeln, ob in der Religionsgemeinschaft, im Gespräch mit dem Nachbarn, mit Hilfe eines Mediators oder wie auch immer. Bei solchen Delikten sehe ich also kein Problem, wenn sich die Friedensrichter damit beschäftigen.
Kompliziert wird es denke ich nur bei den normalen und relativen Antragsdelikten. Das sind jene Delikte die normalerweise auch auf Antrag verfolgt werden, wie zum Beispiel einfache Körperverletzung, die aber auch die Staatsanwaltschaft aufnehmen kann, wenn sie ein besonderes öffentliches Interesse darin sieht. Dieser Bereich könnte tatsächlich dann so eine Grauzone werden, wo die Staatsanwaltschaft zwar selbst selten von sich aus Interesse zeigen wird, aber dennoch nicht will, dass sich andere Instanzen diesen Fällen annehmen. Insofern müsste da der Friedensrichter eigentlich mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen und fragen, ob ein öffentliches Interesse an dem Fall besteht.
Aber dann wiederum denke ich auch an den Gleichbehandlungsgrundsatz der gelten sollte. Denn meines Erachtens gibt es quasi viele professionelle und semi-professionelle Personen, die sich mit Schlichtungen beschäftigen und dafür auch nicht öffentlich kritisiert werden, dass sie nicht die Staatsanwaltschaft informieren. Ich denke da an Psychologen und Pfarrer, die ja oft Ehepaare therapieren, wo es zu Gewalt in der Beziehung gekommen ist. Eine einfache Körperveletzung ist eben ein Antragsdelikt und diesen Antrag nicht zu stellen ist nicht strafbar. Die Psychologin oder der Pfarrer handeln also rechtlich in Ordnung und sie müssen selbst einschätzen und Verantwortung dafür übernehmen, ob sie Strafantrag stellen oder die Sache so regeln. Desweiteren sieht ja auch das Gesetz die Möglichkeit eines außergerichtlichen Täter-Opfer-Ausgleichs vor. Dazu müssen sich beide Parteien auf einen Mediator einigen. Ein Bekannter von mir hatte mal einen Fall von Körperverletzung, wo der weisse Ring mit ihm und dem Täter eine Geldzahlung zur Wiedergutmachung ausgehandelt hat. Das war für beide Seiten gut, denn der Täter hatte Angst vorbestraft zu werden wegen seinem Beruf und für meinen Bekannten war das auch gut, weil er Geld bekommen hat. Bei einem Gerichtsprozess hätte der Täter wahrscheinlich eine Geldbuße an den Staat zahlen müssen, was dem Opfer eben nichts genützt hätte. Insofern denke ich gibt es da Fallkonstellationen, wo sowas wirklich besser ist als ein Gerichtsverfahren.

Du hast nur einen Denkfehler: In der islamischen Welt steht im Mittelpunkt nicht der Mensch, sondern die Familie. Das bedeutet, der "Friedensrichter" bemüht sich nicht um den Ausgleich zwischen zwei Menschen, was eine staatliche Verfolgung überflüssig machen würde (das ist nämlich genau der Grund warum es Antragsdelikte gibt: Wenn du und ich uns besoffen auf die Schnauze hauen, und am nächsten Tag wieder vertragen, könnte ein erzwungenes Strafverfahren diesen Frieden wieder gefährden) sondern zwischen zwei Familien. Da sind dann die Interessen der betroffenen Individuen unwichtig. Stichwort: Afrikanische "Menschenrechte".
 
Die USA sind da wohl eher aus genau dem Grund in taktischer Wartestellung.
Sollte nämlich ISIS gegen den Iran aktiv werden, lässt Uncle Sam sicher ein paar Millionen zur Unterstützung springen, vielleicht gibt's auch noch Waffenlieferung wie in den 80ern an Al-Quaida...

Du meinst, dass die USA dann ISIS im Kampf gegen den Iran unterstützen würden? Ich kann mir das nicht so richtig vorstellen, zumal die Amerikaner ja im Moment auch nicht abwarten wer die Oberhand gewinnt, sondern klar und eindeutig gegen ISIS positioniert sind und sie aus der Luft und vom Boden aus bekämpfen. So richtig warm sind die USA und der Iran nicht miteinander, aber niemand hat ein Interesse an einem instabilen Iran unter der Führung so einer radikalen Gruppe. Außerdem wäre es auch schwierig der amerikanischen Öffentlichkeit ISIS als neue Freiheitskämpfer zu verkaufen, nachdem man Monate damit verbracht hat sie zu verteufeln. Ich hab mir vorgestern reingezogen und da hat er davon gesprochen, wie schwierig es gewesen ist, die Saudis und die Iraner davon zu überzeugen, dass ISIS eine Bedrohung für sie ist und sie sich an dieser Auseinandersetzung beteiligen sollen. Das könnte natürlich auch ein ganz cleverer Plan gewesen sein, aber ich glaube nicht, dass die Amerikaner die Iraner da jetzt mit einbinden um sie dann nachher angreifen zu können.
 
Vor noch nicht allzu langer Zeit hat uns die verfasste öffentliche Meinung erklärt, der mit Russland verbündete syrische Augenarzt und Staatschef Baschar al-Assad sei der schlimmste Despot und müsse von der Opposition entmachtet werden. Nun ist das natürlich gaanz anders, der Despot ist zum wichtigsten Verbündeten der NATO mutiert und wird von der hofiert. Die Journaille verkauft uns den jetzt als während Journalisten mit Gedächtnis . Währenddessen geht der Krieg in Syrien weiter. In Deutschland ist er auch angekommen, es gab es Massenschlägereien (z.B. , ). Ich glaube nicht, dass das von der deutschen Regierung noch lange hingenommen werden kann.
 
Es ist ja alles noch viel schlimmer als man dachte.

Erdogan greift in Kobane nicht ein, weil er damit einen Teil seiner Wähler verprellen würde, die IS-Sympathisanten sind - wurde in einem Bericht aus der Gegend gemeldet.

Dazu passt: Gegen Erdogans Stillhalten protestierende Kurden wurden von türkischen IS-Sympathisanten be- und erschossen. Es war nicht die Polizei.
 


da gab es doch was:
Die Türkei sollte Kurdistan annektieren, ihre Grenze erweitern

Der größte Handelspartner der Autonomen Region Kurdistan ist die Türkei. Beste Beziehungen. Sie verkaufen an die Türkei Öl und die Türkei schickt Know How und Geld nach Kurdistan für den Aufbau. Es harmoniert also schon super.

Erdogan spricht sogar manchmal von Brüdervölkern. Er kann mit den Kurden.
 
bei dem Thema bist du wohl wirklich nicht auf dem laufenden.

Lieber Dummkopf,
ich hätte mir erstmal etwas mehr gewünscht als einen eingeworfenen Halbsatz + einen Link.
Wenn du dich schon auf meinen Beitrag beziehst, dann möchte ich dich bitten den auch wirklich zu lesen.
Du wirfst mir vor "nicht auf dem laufenden" zu sein, also bei diesem Thema nicht fundiert informiert zu sein. Doch nichts anderes habe ich behauptet.

Da muss ich mich wohl selbst zitieren:
Erstmal vorweg: Mir ist die Thematik neu und ich fühle mich auch gar nicht kompetent da wirklich viel dazu zu sagen. Ich hab auch von Muslimen noch nie von sowas gehört.

Zu Realitäten, eben der Praxis von diesen Friedensrichtern, habe ich mich in der Folge auch gar nicht geäußert. Ich habe lediglich theoretisch beschrieben, in welchem Rechtsrahmen ich eine grundsätzliche Arbeit von Friedensrichtern erstmal nicht ablehnen könnte, da bei diesen Delikten staatlicherseits außergerichtliche Schlichtungen und Ausgleichsverfahren durchaus mindestens akzeptiert, wenn nicht sogar gewünscht sind.

Hättest du meinen Text gelesen, so wüsstest du sowieso schon meine Antwort auf den von dir verlinkten Artikel, denn ich sagte bereits:

Wenn so ein muslimischer Friedensrichter ein Offizialdelikt behandeln würde, täte er sich ganz einfach strafbar machen, wegen Vereitelung der Strafverfolgung, Vertuschen einer Straftat etc. Sowas kann natürlich nicht im Sinne unserer Gesellschaft sein.


Du hast nur einen Denkfehler: In der islamischen Welt steht im Mittelpunkt nicht der Mensch, sondern die Familie. Das bedeutet, der "Friedensrichter" bemüht sich nicht um den Ausgleich zwischen zwei Menschen, was eine staatliche Verfolgung überflüssig machen würde (das ist nämlich genau der Grund warum es Antragsdelikte gibt: Wenn du und ich uns besoffen auf die Schnauze hauen, und am nächsten Tag wieder vertragen, könnte ein erzwungenes Strafverfahren diesen Frieden wieder gefährden) sondern zwischen zwei Familien. Da sind dann die Interessen der betroffenen Individuen unwichtig. Stichwort: Afrikanische "Menschenrechte".

Wenn dem so in der Praxis ist (was ich nicht überprüfen kann), widerspräche das in der Tat den Prinzipien eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Dieser ist natürlich auf die direkten Konfliktparteien ausgelegt, deren Autonomie gewährleistet sein muss. Eine familiäre Beeinflußung in diesem Prozeß, die den Interessen von Opfer oder Täter entgegenläuft, dürfte es natürlich nicht geben. Da gebe ich dir also durchaus recht, dass dies eine Problematik sein könnte, wenn die Friedensrichter sich an Wünschen und Interessen von Familien bzw. Familienhäuptern orientieren würden.
 
Wenn dem so in der Praxis ist (was ich nicht überprüfen kann), widerspräche das in der Tat den Prinzipien eines Täter-Opfer-Ausgleichs. Dieser ist natürlich auf die direkten Konfliktparteien ausgelegt, deren Autonomie gewährleistet sein muss. Eine familiäre Beeinflußung in diesem Prozeß, die den Interessen von Opfer oder Täter entgegenläuft, dürfte es natürlich nicht geben. Da gebe ich dir also durchaus recht, dass dies eine Problematik sein könnte, wenn die Friedensrichter sich an Wünschen und Interessen von Familien bzw. Familienhäuptern orientieren würden.

Ja, aber so ist es nun einmal leider. Der Islam ist auf eine Stammesgesellschaft ausgelegt, was unserer Gesellschafts- und Werteordung entgegenseht. Ein besonders abstruses Beispiel dieses Systems: In Pakistan gab es vor kurzem folgenden Fall: Ein junges Mädchen hat einen Mann entgegen dem Willen ihrer Famillie geheiratet, und wurde daraufhin (vor dem obersten Gericht der Hauptstadt Lahore wohlgemerkt) von Familienangehörigen zu Tode gesteinigt. Daraufhin hat die Polizei besagte Familienangehörige festgenommen. Nun gibt es im islamischen Recht die Möglichkeit, dass in einem solchen Fall die Opferfamilie dem Täte verzeihen kann. Da vorliegend die Opfer- auch gleichzeitig die Täterfamilie war, hat diese sich kurzerhand selbst verziehen.
 
Dass einem der IS in Gestalt der Türkei derart auf die Pelle rückt und in Hamburg salafistische Schlägerbanden eine Kurden-Demo angreifen, finde ich doch äußerst beunruhigend.

Syrien ist weit, der Irak auch, aber die Türkei ist NATO-Mitglied und überhaupt sehr nahe. Wenn die durchgedrehte IS-Raserei auch einen Teil der in Deutschland lebenden jugendlichen Mulime erfassen sollte, wäre das ein echtes Problem, und die Differenzierung zwischen islamisch und islamistisch ziemlich antiquiert und akademisch.
 
Dass einem der IS in Gestalt der Türkei derart auf die Pelle rückt und in Hamburg salafistische Schlägerbanden eine Kurden-Demo angreifen, finde ich doch äußerst beunruhigend.

Syrien ist weit, der Irak auch, aber die Türkei ist NATO-Mitglied und überhaupt sehr nahe. Wenn die durchgedrehte IS-Raserei auch einen Teil der in Deutschland lebenden jugendlichen Mulime erfassen sollte, wäre das ein echtes Problem, und die Differenzierung zwischen islamisch und islamistisch ziemlich antiquiert und akademisch.

wenn? hast du mal die statistiken zur sympathie von musl. jugendlichen zur isis in de und tuerkei gesehen?
 
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