Sind Ipv6 gut (ip adresse ändern)?

Bernd

NGBler
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Ich habe bis jetzt schon ein paar mal positive Sachen über ipv6 gehört, deswegen habe ich mich mal in wikipedia darüber informiert. Da wird gesagt das mit ipv6 Adressen jedem Gerät eine zugeteilt werden kann. Ich habe mir deswegen mal ein paar andere Quellen angesehen und ich gelesen das man seine ipv6 Adresse nicht ändern kann.

Ist so etwas denn wirklich gut? Wenn ich immer ein und die selbe IP Adresse habe dann ist ja meine Privatsphäre schon mal tot, da mich jeder wiedererkennen kann. Davon abgesehen könnte ich ja mit Programmen wie jDownloader nicht mehr ewig viel laden.

Ich wollte deswegen mal fragen ob man diese wirklich nicht ändern kann, und wenn ja, wieso soll das dann gut sein?
 
Da die meisten Internetprovider einen Aufpreis für feste IP-Adressen verlangen, hast du auch in Zukunft keine feste IP-Adresse. Bei der Telekom bekommst du z. B. eine neue IPv6-Adresse, wenn du den Router für 2min vom Strom nimmst.

Dazu gibt es die Privacy Extensions:
 
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  • #3
Ich werde mir den Link mal gleich ansehen.

Ich habe jetzt gefragt weil hier jemand behauptet eine ipv6 Adresse zu haben die er nach einem Router neustart nicht ändern konnte



und falls man diese doch ändern kann, muss es denn wirklich 2 Minuten sein? Mit meiner Fritzbox dauert so ein reconnect nämlich nur ein paar Sekunden und fällt kaum auf. 2 Minuten sind ja fast schon eine halbe Ewigkeit lol.
 
Das hängt von deinem Provider ab.

Was die Telekom angeht, bekommst du generell nur eine neue IP-Adresse, wenn du längere Zeit (~2min) nicht verbunden bist. Bei einem kurzen Reconnect werden dir AFAIK die gleichen Adressen erneut zugewiesen.

In den neuen Routern der Telekom gibt es dazu eine Einstellung. Wenn du diese aktivierst, trennt er alle 24h die Internetverbindung für die benötigte Zeit.

Wie andere Provider das handhaben, müsste ich auch erst recherchieren.
 
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  • #5
Ich bin aber gerade bei der Telekom, wenn ich auf fritz.box (7390) und unter Online Monitor auf neu verbinden klicke, dann habe ich in wenigen Sekunden eine neue IP. Ich habe es gerade eben auch mit wieistmeineip.de versucht und meine IP Adresse ist eine andere und bis jetzt hat es ja auch immer mit jdownloader funktioniert. Oder gelten diese 2 Minuten nur für ipv6 Adressen?
 
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  • #7
Von der Telekom VDSL mit 50 (ich glaube mbits, möchte nichts falsches schreiben) download, 10 upload.
 
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  • #9
Ja, Telefon geht auch übers Internet.
 
Dann gilt die Aussage von oben wohl nur für IPv6. Siehst du denn in der Fritzbox nicht, ob dir auch ein neues IPv6-Suffix zugewiesen wurde?
 
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  • #11
Sollte ich denn eine ip6 Adresse haben? Ich dachte die bekommt man nur wenn man nach einer fragt.

Ich habe laut und keine IPv6 Adresse.
 
Wenn du einen Internetanschluss bei der Telekom mit VOIP hast, wirst du automatisch auf Dualstack umgestellt. Dementsprechend solltest du auch eine IPv6-Adresse haben, vorausgesetzt IPv6 ist an deinem Computer nicht deaktiviert und deine Fritzbox unterstützt das auch.
 
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  • #13
Ich hatte es bis jetzt nicht aktiviert weil ich nicht wusste was es ist. Ich dachte das es eventuell was kosten könnte.

Soll ich dann hier alles so lassen wie es ist?

u0j13ov.jpg


Edit: Ich habe das ganze mal aktiviert, und ich kann immer noch in wenigen sekunden mich neu verbinden, aber meine Adresse ändert sich nur minimal.

Meine Adresse war erst:

XXXX:XX:XXXX:4000:XXXX:XXXX:XXXX:XXXX

Danach wurde es zu

XXXX:XX:XXXX:c200:XXXX:XXXX:XXXX:XXXX

Der Rest der Adresse ist gleich geblieben.

Edit2: ist dieses Privacy Extension bereits aktiviert oder ist es so etwas wie ein "Addon" welches man selbst installieren muss?
 
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Ist so etwas denn wirklich gut? Wenn ich immer ein und die selbe IP Adresse habe dann ist ja meine Privatsphäre schon mal tot, da mich jeder wiedererkennen kann. Davon abgesehen könnte ich ja mit Programmen wie jDownloader nicht mehr ewig viel laden.
Ob das gut ist oder nicht, hängt von dem Betrachtungswinkel ab.
Für die OCHs sind fixe IP-Adressen wunderbar, so gibt es weniger Leecher und mehr zahlende Kunden für sie. Für den Leecher hingegen sind fixe IP-Adressen blöd, weil er nicht einfach mit einer neuen IP weiterleechen kann, sondern einen Premium-Account kaufen muss, um weiter zu laden. 1 Angelegenheit, 2 Sichtweisen.
Für mich ist es gut eine fixe IP-Adresse zu haben, weil ich (recht simpel) einen Homeserver betreiben kann ohne auf einen Dyndns-Anbieter zurück greifen zu müssen.

Wie sich schon andeutet, kann es gut sein eine fixe IP-Adresse zu haben, es muss aber eben nicht gut sein.

Ich habe mir deswegen mal ein paar andere Quellen angesehen und ich gelesen das man seine ipv6 Adresse nicht ändern kann.
Ganz so stimmt das natürlich nicht. Man könnte IPv6 Adressen durchaus ändern. IP-Adressen dynamisch zu vergeben, ihre Zuteilung zu Endkunden also zu ändern, ist allerdings nicht als Feature um seinetwillen entwickelt worden, sondern weil es irgendwann mehr Verbraucher als Adressen gab und deshalb eben dynamisch Adressen zugewiesen werden müssen. Es war also nur eine Art Notlösung. Diese ist dank IPv6 (erstmal) nicht mehr notwenig. Es besteht also seitens der Vergabestellen nicht mehr der Bedarf IPv6-Adressen dynamisch zu vergeben.


Ich wollte deswegen mal fragen ob man diese wirklich nicht ändern kann, und wenn ja, wieso soll das dann gut sein?
Dazu sollte man ein bisschen weiter ausholen, um dir zu erklären, was es überhaupt mit IPs auf sich hat. Ganz bei 0 fange ich allerdings nicht an.

Herkunft der IP
Wie gesagt, ändern kann man sie schon oder besser gesagt, die Vergabestelle kann die IP-Adressen in einem bestimmten Rahmen ändern.
Du änderst ja nicht deine IP-Adresse sondern dein Provider weist dir eine IP-Adresse zu. Sobald sich dein (DSL)Modem mit dem Internet verbindet, ruft es bei deinem Provider an, weist sich kurz aus (mit deinen Zugangsdaten) und dein Provider weist ihm dann eine IP-Adresse zu.

Dynamische IP-Vergabe
Um es mit kleinen Zahlen und simpel zu erklären: Dein Provider hat 260 Kunden, kann allerdings nur 253 Adressen vergeben. Gibt er jedem Kunden eine (fixe) Adresse, dann wären zwar 243 Kunden mit fixer IP-Adresse unterwegs, 17 Kunden hätten allerdings keine IP-Adresse und könnten nicht online gehen. Da allerdings (in Annahme) niemals 260 Kunden gleichzeitig online gehen, gibt der Provider jedem Kunden eben zufällig eine Adresse aus denen, die gerade nicht benötigt werden. So kann jeder, sobald er online geht, eine IP-Adresse bekommen, ohne dass überhaupt genügend IP-Adressen vorhanden sind, um jedem eine eigene zu geben.
Wie gesagt, das war eine Notfalllösung, als sich abgezeichnet hat, dass weniger IPs durch IPv4 existieren, als Kunden, die potentiell eine IP-Adresse brauchen.

Warum dynamische IPs in mehrerlei Hinsicht problematisch sind
Nun zunächst besteht das Problem darin, dass der Provider immer kalkulieren muss. Hat er 260 Kunden, aber nur 253 IPs zu vergeben dann muss er sich darauf verlassen, dass wirklich nie mehr als 253 Kunden gleichzeitig online gehen wollen. Sind bereits 253 Kunden online, dann kann er entweder den 254. Kunden nicht mehr online gehen lassen oder er muss einen anderen Kunden vom Netz trennen. Egal, wie er sich entscheidet, ein Kunde wird sich bei ihm beschweren. Jetzt steigt die Anzahl der Internetanschlüsse allerdings stark an, so dass bald nicht nur ein paar Adressen fehlen, sondern mehrere mio. Adressen zu wenig vorhanden sind. Die Gefahr, dass sich mehr Kunden mit dem Internet verbinden wollen, als der Provider IP-Adressen vergeben kann, steigt also immer mehr an. Genau aus diesem Grund hat man sich IPv6 ausgedacht, um eben wieder mehr IP-Adressen als Kunden zu haben.
Ein weiterer Grund, warum IPv4 Adressen problematisch sind, ist die Tatsache, dass es häufig zu Fehlzuordnungen kommt, wenn der Nutzer einer IPv4 Adresse identifiziert werden muss. Besonders bei Tauschbörsen-Abmahnungen hört man nicht selten von Fällen, bei denen durch minimale Zeitverschiebungen zwischen der Erfassung der IP durch den Abmahner und der Zuordnung von IP zu Kunde seitens des Providers, unschuldige Dritte fälschlicher Weise der Urheberrechtsverletzung beschuldigt werden.
Es gibt sicherlich noch eine Reihe weiterer Probleme, die dynamische IP-Adressen mit sich bringen. Beispielsweise ist der Betrieb eines Servers nicht mehr ohne Weiteres möglich, insbesondere Mailserver können nicht mehr sinnvoll betrieben werden. Ich will es damit jetzt aber auch erst mal dabei belassen.

Warum statische IP-Adressen problematisch sind // Warum IPv6 keine Lösung sein kann
Statische IP-Adressen erlauben, wie du selbst schon bemerkt hast, eine eindeutige Identifikation von einzelnen Internetnutzern. Das ist allerdings datenschutzrechtlich höchst problematisch und wahrscheinlich nicht mal legitim. Einen weiteren Nachteil für Leecher bei OCHs habe ich ja weiter oben bereits genannt.
Abgesehen davon hat das IPv6 Protokoll weitere technische Schwächen und letztlich kann IPv6 natürlich auch nur als temporäre Lösung gesehen werden, denn irgendwann werden (mutmaßlich) auch die IPv6 Adressen erschöpft sein.

Für dich stellt sich also die Frage, welche Anforderungen du an die Technik stellst, welchen Einsatzzweck du planst und welche Bedürfnisse du hast.

Für die Industrie ist IPv6 übrigens auch nicht nur ein Segen. Man hört immer wieder von enormen Kosten, die durch die Umstellung auf IPv6 auf Unternehmen zukommen und das ist natürlich verständlich. Gerade komplexe Netzwerke und das ist so ziemlich alles, was über einen Standardhaushalt hinaus geht, können nicht einfach durch zusammen-clipsen von Netzwerksteckern und eine Fritzbox administriert werden. Das fängt bei Gebäudeplanung an und zieht sich über Echtzeitkonfiguration und -überwachung der Netze. Eine komplette Umstellung ist dann nicht nur mit Hardwarekosten, sondern vor allem mit mehreren Wochen men-power verbunden, die es wiederum nicht umsonst gibt.

--- [2014-08-30 23:27 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Ich hatte es bis jetzt nicht aktiviert weil ich nicht wusste was es ist. Ich dachte das es eventuell was kosten könnte.

Soll ich dann hier alles so lassen wie es ist?

u0j13ov.jpg

Willst und kannst du IPv6 nutzen oder nicht?
Falls du IPv6 nutzen kannst und willst, dann kannst du zwischen den ersten beiden Optionen unter IPv6-Anbindung wählen.
Falls du IPv6 nutzen willst, aber nicht (nativ) kannst, dann solltest du die dritte Option unter IPv6-Anbindung auswählen. (Dort gibt es mehrere Unteroptionen)
Falls du IPv6 nativ nutzt, aber auch eine IPv4 "fallback"-Lösung existiert und du IPv6 nicht nutzen willst, dann deaktiviere die IPv6 Unterstützung.
 
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  • #15
Wenn ich jetzt auf IPv6 umstelle, dann habe ich doch im Grunde 2 IP Adressen? Ich habe nämlich gelessen das IPv6 besser ist da es keine NAT probleme oder generell keine Port Probleme in Spielen geben sollte. Wenn ich jetzt aber IPv6 aktiviere, das Spiel aber trotzdem meine IPv4 verwendet dann macht das ganze ja keinen Sinn.
 
Bei älteren Spielen gibt es ohnehin keine IPv6 Unterstützung. Im Zweifelsfall zerschießt du dir damit komplett den Online-Modus. So wie man sich etwa bei ganz alten Spielen den Netzwerkmodus zerschossen hatte, wenn man eine Netzwerkkarte und nicht etwa einen {sehr alten Anschluss zum Verbinden von Computern, der schon so alt ist, dass ich den Namen vergessen habe} verwendet hatte.

Zumal sich IPv6 noch lange nicht durchgesetzt hat und ca 99% des "handelsüblichen" Webs immer noch mit IPv4 arbeitet, du keine IPv6 Unterstützung in handelsüblichen Spielen erwarten musst.

Je nachdem, wie du "umstellst".
Durch das Tunnelprotokoll hast du in der Tat 2 IP-Adressen, nämlich die IPv4 und die IPv6 Adresse.
Wenn du die Adressen von deinem Provider beziehst, kommt es darauf an, insbesondere kannst du je nach Konfiguration erzwingen nur eine zu erhalten.
Bei IPv6 Adressen kann es allerdings sein, dass dein Provider dir nicht eine einzige IPv6 Adresse, sondern einen ganzen Subnetzbereich zuteilt. Dann hättest du gleich mehrere hundert IPv6 Adressen.
 
Wie hier schon erwähnt wurde, bleibt (bei Telekom-Kunden mit Dual-Stack) bei einem nur kurzen Reconnect das zugeteilte IPv6-Präfix erhalten. Bei IPv4 dürfte das m.W.n. nicht der Fall sein - was die Zuweisung der gleichen IP-Adresse aber natürlich auch nicht ausschließt.

Zugewiesen wird bei der Adressvergabe übrigens keine IPv6-Adresse, sondern ein ganzes Subnetz.
Beispiel: Ich bekomme von meinem Provider 2001:db8:0000:0000::/64 zugewiesen. D.h., die ersten vier Blöcke sind vom Provider vorgegeben, die letzten 4 habe ich als Netz zur Verfügung. Die Vergabe dieser Adressen erfolgt EUI-64-konform anhand der Mac-Adresse des Netzwerkgeräts (siehe . Zum Thema "gekipptes"/invertiertes Bit, kann sich jeder Interessierte selbst Infos oder auch anschauliche Bilder ergooglen :p).
Da die Mac-Adresse bzw. halt EUI-64-Schnittstellen-ID einmalig ist, wäre also grundsätzlich auch nach dem Wechsel des Präfix durch einen Reconnect eine Identifizierbarkeit gegeben. Die Möglichkeit die Schnittstellen-ID zu anonymisieren, besteht aber selbstverständlich trotzdem. Bei Windows 7 lässt sich das bei Bedarf bspw. über die Net Shell anpassen.

Zur eigentlichen Frage, ob IPv6 "gut" ist: Das ist im Prinzip die falsche Frage ;). Es ist durch den Mangel an öffentlichen IPv4-Adressen einfach notwendig. Reine IPv6-Anschlüsse gibt es derzeit (zumindest im Privatkundenbereich) noch nicht. Das wäre auch wenig sinnvoll. Aus Endnutzer-Sicht ist es letztlich egal, worüber der Datenverkehr abgewickelt wird. Ist ein Dienst per IPv6 erreichbar, erfolgt bei Kunden mit Dual-Stack die Abwicklung heute schon per IPv6, ansonsten eben per IPv4. Ohne das jeweils andere Protokoll zu deaktivieren kannst du da wenig Einfluss drauf nehmen, wenn die Gegenstelle ebenfalls beides unterstützt.
 
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Ich hab bei Unity Media einen Business Anschluss und eine feste IPv4 Adresse. Grund dafuer ist, dass man bei Unity momentan nur DSlite bekommt. Das es wechselt mal zu 4 mal zu 6. Damit hatte ich staendig Verbindungsabbrueche!
So als Hinweis, nimm eins von beiden, aber kein MischMasch.
 
Das hängt von der Umsetzung ab.

Da er bei der Telekom ist, kommt nicht DSlite zum Einsatz, sondern er bekommt eine externe IPv4-Adresse und ein IPv6-Subnetz zugewiesen. So werden Adressen, die schon über IPv6 erreichbar sind, über IPv6 aufgerufen und der Rest geht über Ipv4.
 
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