Da wird alles beim alten bleiben. Die Technik lässt solche Überwachung zu, die Institutionen die dies bewerkstelligen sind geschaffen und das Interesse an den Daten ist auch da, warum also sollte man damit aufhören?
Vollkommen korrekt. Was machbar ist, wird gemacht, zumal es in diesem Fall auch noch in der Natur der Sache liegt. Als mein Beschützer muss der Staat alles von mir und über mich wissen wollen, andernfalls wäre ihm die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht vorzuwerfen. Prävention ist wichtig. Von der Kindertante wird ja auch erwartet, dass sie einschreitet, bevor der 6-jährige den 4-jährigen skalpiert hat. Sie soll die "Kultur des Hinschauens" pflegen.
In der Natur der Sache liegt es aber auch, dass die Menschen mit dem Privateigentum Probleme haben. Sie klauen für ihr Leben gern, Gelegenheit macht Diebe. Mit Langfingern muss man rechnen, mit Langfingern muss man leben. Und das funktioniert auch ganz gut, indem man einerseits die Klauerei bestraft, andererseits die Brieftasche nicht auf der Decke im Schimmbad rumliegen lässt.
Staaten ohne Schnüffelei wird's nie geben. Aber das ist kein Grund, ihnen die Schnüffelei zu erlauben oder das Risiko für sie, erwischt zu werden, auszuschalten. Deshalb ist es wichtig, dass Leute wie Manning oder Snowden unbehelligt bleiben und in solchen Fällen die Köpfe der verantwortlichen Politiker und Geheimdienstleute rollen.
Aber auch sonst ist klar, dass es insbesondere militärisch gesehen Geheimnisse geben muss
Ach woher! Dass der Atomkrieg uns erspart geblieben war, verdanken wir nicht zuletzt der Tatsache, dass die Kontrahenten durch ihre Geheimdienste über die Fähigkeiten und Absichten des Gegners relativ gut infoirmiert waren. Wissen schafft Vertrauen und ist ein gutes Gegenmittel gegen Paranoia.
so wie es in vielen Betrieben ggü. der Konkurrenz Geheimnisse gibt und so wie die Bürger untereinander Geheimnisse voreinander haben - darunter fällt jetzt nicht dieses Video, denn mit dessen Nichtveröffentlichung wollte man einfach das Bild eines Präzisionskriegs nicht trüben und die (irakische) Bevölkerung nicht gegen sich aufbringen - aber ein System vollständiger Offenheit ist da nicht praktikabel.
Wieso soll vollständige Offenheit nicht praktikabel sein? Merkst Du nicht, das sie gerade praktiziert wird? Das ist doch der Witz bei den technischen Möglichkeiten zur Überwachung des Datenverkehrs.
Du ziehst genau den falschen Schluss. Umgekehrt: Die Geheimhaltung, die sich eh nur noch Wenige wie die Geheimdienste und nicht mal die, wie man an Snowden sieht, leisten können, gehört abgeschafft! Das ist die frohe Botschaft.
PS: Von Deiner Interpretation der Hubschaubergeschichte bin ich schon einigermaßen entsetzt. Also die Armee hat ein legitimes Interesse, Kriegsverbrechen zu vertuschen, und deshalb gilt Geheimhaltungspflicht? Hoppla!