Aber für den Außenstehenden, der auf das Modell schaut und sucht, was denn z.B. die CDU von den Piraten unterscheidet, etwas unübersichtlich. Da alle auf der Intelligent-Seite stehen und sagen, dass alle die ihre Weltsicht nicht teilen dumm sind
Ob eine politische Position links oder rechts ist, wird zugeschrieben; natürlich versuchen diejenigen Menschen, die diese Position vertreten, die Zuschreibung durch ihre Zielgruppe zu beeinflussen. Aber am Ende sind es nicht die Menschen oder Parteien, die bestimmen: Meine Position ist rechts! Genauso wenig würden Menschen allgemein anerkannt für andere behaupten können: Meine Position ist intelligent! Trotzdem gibt es intelligente Positionen, die im Gegensatz zur Einordnung in Links und Rechts grundsätzlich objektiv auf ihren Intelligenzgehalt hin überprüfbar sind. Und zwar nicht relativ, sondern absolut.
Der Grund dafür liegt darin, dass meiner Erfahrung nach alle Menschen im Allgemeinen dasselbe wollen und dasselbe nicht wollen; pathologische Fälle und Falle, in denen der Mensch sich darüber irrt, was gut für ihn ist, ausgenommen (das Thema hatten wir ja schon). In der Hinsicht gibt es dann kein linkes und kein rechtes Wollen, weil der Mensch alles in allem dasselbe will. An den Punkt stößt du in jeder Diskussion über Mittel zum Umsetzen eines Willens, wenn du dem anderen vorwirfst, etwas anderes als du zu wollen und ihr beide deswegen euch nicht einig werden könnt bezüglich der Wahl des intelligentesten Mittels. Aber der Einwand ist, wie ich selbst feststellen musste, falsch. Der andere will dasselbe wie du. Mindestens einer von euch beiden irrt sich nur bezüglich der Wahl des Mittels.
Welches Mittel aber das beste zum Umsetzen eines Willens ist, lässt sich aber objektiv und wissenschaftlich feststellen. Das Mittel, das dem Willen also eher dient als das andere, ist das intelligentere; entsprechend ist die Position, die dieses Mittel anderen Mitteln vorzieht, die intelligentere. Weil der allgemeine Wille der Menschen gleich ist, ist die Intelligenz-Zuschreibung auch nicht relativ, sondern absolut.
Letztlich ist die Frage: Warum will ich denn wissen, wie eine Partei, in gewissen Fragen tickt? Sowas fragt man sich doch, weil man wissen will, ob sie "zu einem passen" oder eher nicht; weil man wissen will, wie die einzuschätzen ist. Nur Links-Rechts reicht da nicht [...]
Nur Links-Rechts-Einordnung reicht deswegen nicht, weil es nichts darüber aussagt, ob die Positionen etwas taugen. Ich will wissen: Setzt das meinen Willen um oder nicht? Enthält die Position also ein geeignetes, also intelligentes Mittel dazu?
Aber gut, wir sind in fast allen Bereichen der Politik wohl weiter entfernt als jemals zuvor, danach zu fragen, ob ein Vorhaben die selbstbehaupteten Ziele bewirkt oder nicht. Da herrscht ein aufgesetzter Relativismus vor neben geheucheltem bis tatsächlichem Unwissen und Dummheit. Und zwar quer durch alle Parteien, auch bei den Linken, die mir aber noch immer die intelligentesten Positionen im obigen Sinne vertreten. Da herrscht Aberglaube vor; was hatten wir kürzlich für ein tolles Wort gefunden? Sicherheitsesoterik. Voodoo-Ökonomie beschreibt dieselbe Irrationalität im Wirtschaftsbereich. Wir hatten doch mal was ... Wie hieß das gleich? Ach ja, Aufklärung. Muss wohl in Vergessenheit geraten sein, denn heute glauben wir wieder an das Eintreten von Wirkungen, die die gewählten Mittel aber nicht hervorbringen können; man hofft wohl auf göttliches Eingreifen.