Wie würdet Ihr auf einen Sexualstraftäter in eurer Umgebung reagieren?

Eben nicht falsch, les doch mal von einigen die Argumente, von wegen der ist ja eh nur Alkoholiker und will Aufmerksamkeit.
Wie viele Alkoholiker haben denn schon eine Straftat begangen oder sogar Menschen auf dem Gewissen weil die im voll gesoffenen Zustand noch Auto fahren?

Habe ja bereits erwähnt das mein Vater zur Gewalt bereit war kaum war er voll, da hätte ich mir auch gewünscht er wäre irgendwie unterstützt worden, das er aus diesem Sumpf käme. Wir waren hilflos, denn sobald man Ihm sagte das er Alkoholiker ist musste man in Deckung gehen.

Wenn einer sich Nackt auf den Balkon stellt und schreit er wäre ein Kinderschänder und dazu noch einen Riegel mit Schloss an seiner Badtür hat, gehört der mal genauer beobachtet! Ob jetzt jemand eine Straftat begangen hat oder nicht spielt doch nicht immer eine Rolle, es steht ja auch niemanden auf der Stirn geschrieben ob er straffällig wird oder es war.
 
Ist das mein Nachbar? :rolleyes:
Ich hab Ihn zum Glück nicht nackt gesehen und ich weiß auch nicht ob der deswegen überhaupt angezeigt wurde.
 
Es ist denke ich in der Realität höchst unwahrscheinlich einen entlassenen Kinderschänder auszumachen, denn das oft als unauffällig, freundlich und nett angesehene Menschlein wird wohl nach seiner Haftzeit nicht wieder in seine alte Umgebung zurückkehren, sondern zu seiner Sicherheit in einen anderen Bundesland anonym evtl. unter anderen Namen leben und wenn er nicht gerade seinen neuen Nachbarn erzählt, das er ein sexuell gestörter Triebtäter war/ist wird es in Zukunft kaum einer erkennen.

In einer Kleinstadt in Hessen ist kürzlich ein Kinderschänder zu 12 Jahren verurteilt worden, wegen sexuellen Missbrauch in weit über 100 Fällen und Handel mit u.a. selbst erstellter Kinderpornographie. Das hat dieser angesehene, freundliche, verheiratete Angestellte des Einwohnermeldeamts, namens Bernd Sy. mehr als 20 Jahre lang getrieben.
Und niemand, nichtmal Frau oder Sohn will etwas davon gemerkt haben?!

Mitleid/Empathie für solche Täter?
Kann ich nicht empfinden, eher Abscheu, Wut und Verständnislosigkeit.
Wut auf sein nähere Umfeld, das meiner Meinung nach etwas gemerkt haben muss und Verständnislosigkeit, weil der Täter, dem ja bewusst sein musste das er krank ist sich nicht frühzeitig selbst in psychologische Behandlung begeben hat.

Manch Familienvater deren Tochter Leben zerstört wurde, würde solchen Tätern verständlicherweise bestimmt gern das Licht ausknipsen, sollten sie ausfindig gemacht werden können.

Da scheint der Typ im Fernsehkrimi noch mal Glück gehabt zu haben.
 
Manch Familienvater deren Tochter Leben zerstört wurde, würde solchen Tätern verständlicherweise bestimmt gern das Licht ausknipsen, sollten sie ausfindig gemacht werden können.
Eher weniger, da sexueller Missbrauch oft in der Verwandtschaft oder im Bekanntenkreis stattfindet.
 
Weil das vor lauter Scham gar nicht erst nach außen getragen wird. Leider also auch seltener angezeigt.
 
Habe ja bereits erwähnt das mein Vater zur Gewalt bereit war kaum war er voll, da hätte ich mir auch gewünscht er wäre irgendwie unterstützt worden, das er aus diesem Sumpf käme. Wir waren hilflos, denn sobald man Ihm sagte das er Alkoholiker ist musste man in Deckung gehen.
.

Wie will man einem Menschen helfen der sich nicht helfen lassen will bzw der nicht einsieht das er ein Problem hat? Das geht nicht. Schon gar nicht bei einem Alkoholiker der nach erfolgreicher Therapie nie wieder einen Schluck zu sich nehmen darf. So etwas wie "kontrolliertes" trinken gibt es für einem trockenen Alkoholiker nicht mehr.
 
Ja ich weiß leider unmöglich jemanden da zu helfen, er ist ja deswegen auch schon mit 56 gestorben.
Eine Cousine von mir dachte da anders, die meinte noch weil Sie Sozialpädagogin ist, wenn Sie meinen Vater kennengelernt hätte, hätte Sie Ihm da raus geholfen.
Mir ist bald die Hutschnur geplatzt, kannte Ihn nicht aber dann so Sprüche und das obwohl ich der erklärt hatte das der dann gleich aggressiv wurde wenn man Ihn auf seine Sucht angesprochen hatte.
 
Kannst du getrost vergessen das sie ihm geholfen hätte. Mein Vater war 30 Jahre trocken und in dieser Zeit über 20 Jahre lang als ehrenamtlicher Gruppenleiter und Suchthelfer tätig. Ich sprech also ebenfalls aus Erfahrung.
Jetzt aber wieder Back to Topic ;)
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #91
@ 3D Gamer: Hat denn jemand euch geholfen, wenn er gewalttätig wurde? Warum hat sich deine Mutter nicht von ihm getrennt? Wieso wurde er nicht angezeigt, wenn er gewalttätig wurde?

Ein Arzt versucht auch alle Menschen zu retten. Das gelingt aber nicht immer und auch nicht um jeden Preis. Macht ihn das zum schlechten Arzt, wenn die Angehörigen zurecht traurig sind?

:m

Ehrlich, wenn du den Unterschied zwischen ärztlicher Hilfe und Kindesmissbrauch nicht kennst oder erkennen willst, tust du mir leid.

Es gibt so viele Eltern auf der Welt, die um ihre Kinder weinen. Das ist doch kein Leben, wenn man so paranoid ist, andauernd in angst und terrorgedanken lebt.

Klingt nach dem Gesabbel von der Polizei: Wir können erst was machen, wenn was passiert ist. Solange müssen Sie halt hoffen, dass nichts passiert.
 
@3D Gamer:

So eine Familiensituation ist wirklich schlimm. :(

Und leider hat die Gesellschaft dafür keine einfachen Lösungen zur Verfügung. Da hätte nur eine radikale Methode geholfen: Gericht, Sozialamt etc. Es gehört sehr viel Kraft und einen langen Atem dazu, einen solchen Weg zu gehen. Davor scheuen viele Familien zurück.
 
Ich glaube das sprengt jetzt den Rahmen wenn ich die ganze Geschichte erzähle.
Aber ist ja häufig so das sich Frauen auch von gewalttätigen Männern nicht trennen können.

Es war aber irgendwann soweit, hatte lange gedauert.
Ausschlaggebend war eine Flucht ins Frauenhaus mit mir und meinem Bruder.
 
@3D Gamer:

So eine Familiensituation ist wirklich schlimm. :(

Und leider hat die Gesellschaft dafür keine einfachen Lösungen zur Verfügung. Da hätte nur eine radikale Methode geholfen: Gericht, Sozialamt etc. Es gehört sehr viel Kraft und ein langer Atem dazu, einen solchen Weg zu gehen. Davor scheuen viele Familien zurück.

@ die anderen User.

Ich glaube nicht, daß es sinnvoll ist, die Erlebnisse eines Forenmitglieds hier im Einzelnen aufzudröseln.
 
Ich glaube die Frage was man mit solchen Menschen macht kann man nicht von nur einem Blickwinkel aus betrachten.

Generell bin ich für die Reintegration, zumindest für die Möglichkeit wieder reintegriert werden zu können.

Gerade was nun sexuellen Missbrauch angeht, ob nun bei Kindern oder Vergewaltigern.. dort sollte die Lage etwas geändert werden. Bei der ersten Verurteilung denke ich das man diesem Menschen eine zweite Chance geben sollte, wenn dies aber nach psychotherapeutischer Behandlung und abgesessener Strafe erneut passieren sollte so sollte dieser Mensch keine weitere Möglichkeit mehr bekommen.

Die Todesstrafe für diese Personen lehne ich allerdings ab, nicht weil das Leben dieser Person als solches unantastbar ist (für mich) sondern weil man diese dann auch für andere Straftaten früher oder später verhängen würde (rein hypothetisch ungeachtet der EU)...

Also bliebe nur die Möglichkeit einer "Wegsperrung" auf Lebenszeit (wobei diese bis zum Tod gelten sollte). An einem gewissen Punkt muss man sich eingestehen dass die Heilung nicht möglich ist.

Es ist denke ich einfach sich für die Rechte von Tätern stark zu machen, sofern man nie a) davon direkt selber betroffen oder b) indirekt davon betroffen war. Mir hat einmal eine Psychotherapeutin verschiedene Fälle geschildert von Menschen die Sie behandelte ( minderjährige Mädchen). Den Schaden den die Täter bei diesen hinterließen kann kaum jemand wirklich nachvollziehen.

Eine Sexoffender-Liste wie in den USA würde ich begrüßen, da man aber weiß dass die Menschen dann gleich zu den Mistgabeln greifen, ist dies nicht realisierbar. Eine zweite Chance muss auch eine faire zweite Chance sein.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #98
Und was sagst du den neuen Opfern? Sorry, aber wir mussten mal schauen, ob er das nicht mehr macht. Tut uns leid, dass er dich missbraucht hat, aber jetzt wissen wir ja, dass er rückfällig werden kann. Really?

Ich glaube das sprengt jetzt den Rahmen wenn ich die ganze Geschichte erzähle.
Aber ist ja häufig so das sich Frauen auch von gewalttätigen Männern nicht trennen können.

Es war aber irgendwann soweit, hatte lange gedauert.
Ausschlaggebend war eine Flucht ins Frauenhaus mit mir und meinem Bruder.

Na ja, solche Typen suchen sich aber auch immer wieder gezielt den Typ Frau, der immer wieder den Mann verteidigt (er macht doch sowas sonst nicht, er ist doch sonst so lieb, das war ein Ausrutscher, das ist meine Schuld, ich bin über die Treppe geflogen...) und sich nicht lösen kann oder will.
 
Hängst Du eigentlich der Illusion nach, daß Verbrechen abgeschafft werden könnten?

Solange es Menschen gibt, wir das Räuber-und-Gendarm-Spiel nie aufhören.

Es kann nur ganz kleine Fortschritte geben und die hängen nicht unwesentlich von der friedlichen Gesamtsituation einer Gesellscháft ab.
 
Und was sagst du den neuen Opfern? Sorry, aber wir mussten mal schauen, ob er das nicht mehr macht. Tut uns leid, dass er dich missbraucht hat, aber jetzt wissen wir ja, dass er rückfällig werden kann. Really?

Vorschläge? Vergewaltiger gleich erschießen, damit sie nie wieder rückfällig werden? Ihnen ihr Recht auf Privatsphäre nehmen, auf Lebenszeit?
 
Zurück
Oben