Vielleicht sollten wir zunächst klären, von welchen vererbten Beträgen wir hier sprechen. Ich höre/lese immer wieder von der Angst, dass jemandem durch eine Erbschaftssteuer das geerbte Haus, ein kleines Grundstück oder das Auto des verstorbenen Onkels vom "Staat" weggenommen wird.
Darum soll es sich - zumindest wenn es nach mir geht - ja nicht drehen. Ein "normaler" Familienbesitz, der über Jahrzehnte erarbeitet wurde, sollte hier nicht zur Diskussion stehen. Von mir aus könnte man, so wie es bei der Lohnsteuer/Sozialversicherung lange schon üblich ist, eine Freibetragsgrenze einziehen, bis zu der überhaupt keine oder nur eine an die Höhe der Lohnsteuer angepasste Erbschaftssteuer zu bezahlen ist. Gewisse Dinge, z. B. ein Haus das man selbst bewohnt, könnte man sogar gänzlich von der Besteuerung ausnehmen.
Sagen wir, dass Erben bis 250.000 Euro steuerfrei ist und ein Erbe ab 500.000 Euro, oder sogar bis zu einer Million nur so besteuert wird, als hätte man das Geld durch einen normalen Job verdient. Könntet ihr euch mit so einer Variante zufriedengeben? Wäre das eine faire Lösung für die breite Masse (also den Staat)?
Es zeigt sich dann sicher, dass 100 Prozent Erbschaftssteuer unnötig sind und dass es auch gar nicht schlimm ist, wenn es Milliardäre gibt, solange der Rest ein gutes Leben führen kann.
Ich habe das Gefühl, du hast keine Vorstellung davon
wie falsch es in unserem Wirtschaftssystem gerade rennt. Zur Veranschaulichung eine Grafik aus der
:
62 Leute auf der Welt haben gemeinsam gleich viel Kohle wie 3.5 Milliarden andere Leute zusammen. Wenn du mich fragst, wir haben irgendwo einen Bug im Finanzsystem und ich hab noch keinen brauchbaren Vorschlag gehört, wie mit rechtlich zulässigen Mitteln dieser Fehler wieder behoben werden könnte.
Dass das ein Systemfehler ist, stimmst du mir hoffentlich zu? Oder mit welchen logischen Mitteln lässt sich erklären, wofür eine derartige Verschiebung des Wohlstands gut sein sollte?
Ein solcher Vorschlag setzt an der falschen Seite an: Es kann doch nicht ernsthaft darum gehen, durch Steuern Verteilungsgerechtigkeit herzustellen, einfach indem die einen dann mehr und die anderen weniger Steuern zahlen.
Ja aber worum soll es denn sonst gehen? Welche anderen Mittel zur Verteilungsgerechtigkeit könntest du denn emfpehlen?
Und das Problem ist in erster Linie nichteinmal, dass es an Steuern fehlen würde. Das Problem ist, dass diejenigen, die viele Steuern bezahlen sollten, sich einfach gerne aus dem Staub machen. Der
im Jänner: "Ein Grund für die Entwicklung ist Oxfam zufolge die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen."