Ich war selbst mal bei einer Suchtberatung, weil ich mir diese Frage in Bezug auf mich selbst gestellt hatte. Dort wurde mir gesagt, dass es so lange unproblematisch ist, wie man sein Leben auf die Reihe bekommt und damit zufrieden ist. Sprich: Wenn jemand morgens aufsteht, arbeiten geht und danach daheim den Rest des Tages am PC verbringt, ist auch das völlig ok, wenn er mit diesem Leben glücklich ist.
Dank Internet kann man ja auch gleichzeitig am PC sitzen und trotzdem sozial interagieren. Vielen Menschen reicht das nicht, die brauchen den direkten Kontakt, andere sind damit zufrieden. Letztendlich sind es ja immer echte Menschen, mit denen man redet, egal ob per Chat oder Face to Face. Es gibt sogar Menschen, die so gut wie gar keine sozialen Kontakte wollen und sich allein viel wohler fühlen, während vor die Tür zu gehen und unter Menschen zu sein für sie die reinste Tortur ist.
Kurz gesagt: Wenn der überdurchschnittlich hohe PC-Gebrauch für existentielle Probleme sorgt (sprich: man deswegen nicht in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten) oder wenn man unglücklich ist, weil man so viele Dinge gerne tun würde, die man nicht hinkriegt, weil man sich nicht vom PC losreißen kann, dann ist man abhängig und hat ein Problem. Wenn man eine gesicherte Existenz hat und mit seinem Leben zufrieden ist, ist alles ok, egal wie das andere Leute beurteilen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Wenn man eigentlich gerne den ganzen Tag am PC verbringt und damit auch keine wirklichen Probleme hat, aber trotzdem das Gefühl hat, man müsste unbedingt etwas an seinem Leben ändern, hat man schon ein echtes Problem. Bloß ist das Problem dann halt nicht der PC-Gebrauch.
